Autor Thema: Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell  (Gelesen 24743 mal)

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Menthir

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #30 am: 02.01.2018, 22:05:53 »
Sonntag, 30. Gozran 4717 - 00:56 Uhr - In der Nähe der Louslik-Gerberei

"Dann will ich euch doch nicht zu lange warten lassen." Mit einem breiten Lächeln versuchte er Zuversicht und Freundlichkeit zu versprühen, doch sein Gesicht konnte seine Sorgenfalten nicht ganz verbergen, auch nicht seine Zerrissenheit zwischen prickelnder Furcht, leichter, ihn verstörender Erregung und seinem moralischen Empfinden. Er sah aus, wie ein Mann, der eigentlich fliehen wollte, doch dessen Anstand und dessen Prinzipien sich ihm in den Weg stellten; und der über seine eigene Erregung verwundert war.

Die Schatulle war unter dem Schreibtisch verschwunden. Der Schlüssel verschwand noch nicht in seiner Tasche, sondern er hing ihn über seinen Ringfinger und ließ ihn klimpernd um diese Fingerachse wirbeln, setzte dabei mit einem Ruck einen alten, abgetragenen, moosgrünen Lederrucksack auf, dessen Inneres genauso angenehm roch wie der ganze Innenhof. Abstoßend.

"Ich werde euch in die Stadt führen.", sagte er nochmal, als müsste er sich selbst davon überzeugen und nicht die beiden jungen Frauen. Er geleitete sie zu Tür, wobei Archie, der Spaniel, sich sofort an die Fersen seines Herrchens heftete. Hinter sich verschloss er klingend die Tür zu seinem Büro mit dem Schlüssel, den er immer noch nicht in der Tasche verschwinden ließ. Stattdessen stapfte er mit den beiden Frauen durch den tiefen, widerlichen Schlamm und zuckte dabei entschuldigend mit den Schultern. "Ich weiß, es ist wahrlich nicht der schönste Beruf, wenn man es mit der Nase beriecht. Aber es ist ein ehrlicher Beruf. Ein guter. Es erdet einen, mit all den Abfällen zu arbeiten. Erinnert einen, worauf es wirklich ankommt. Wenn man so, wie der alte Fex, in seinem Gutshaus lebt und nur auf den Pöbel herabblickt, vergisst man schnell worauf es ankommt." Er brabbelte erst, um seine Nervosität weiterhin stümperhaft zu verbergen, doch er redete sich jetzt in ein Thema, welches ihn etwas ablenkte. Ihm sogar leicht die Adern nahe der Schläfe zum Pochen brachte. Erzbaron Darellus Fex.
Mit dem letzten Schlüssel an seinem Bund schloss er, so sinnfrei das aufgrund des Zustandes der Palisade sein mochte, die Klappe, durch die er das Tor dank des Zugriffs auf den Hebel geräuschvoll und schmatzend schließend konnte. Archie bliebt seinem Herrchen auf dem Fersen, der Molosser blieb jedoch zurück auf dem Hof und machte keine Anstalten, seinem Herrchen zu folgen. Ein auf den Kopf klopfen hatte gereicht und der Hund hatte sich wieder in den Hof gelegt.

Jabral steckte den Schlüssel weg und setzte den Rucksack jetzt auf beide Schultern. Seine Armbrust trug er immer noch bei sich. Sie war immer noch geladen. Seine Furcht, seine Sorge war noch nicht ganz verschwunden. Aber so langsam war zu erwarten, dass die Mädchen nur zu seiner Sorge beitrugen, aber nicht der alleinige Grund waren. "Das sei als Wort der Warnung gesagt. Longacre ist ein schönes, ein ruhiges, ein moralisches Örtchen. Viele vergessene Veteranen, aber der zurückgezogene Erzbaron ist ein...erratischer Mann. Ich weiß nicht, woher ihr kommt und wohin ihr wollt, meine Damen. Aber ich würde..."
Er atmete tief durch.
"Es könnte die nächsten Tage interessant werden. Sagen wir es so. Vielleicht ist Longacre nicht der beste Ort dieser Tage. Andererseits ist Cheliax nicht das beste Land dieser Tage. Noch nicht, heißt das. Aber vielleicht werden unsere Gebete eines Tages erhört."
Seine Augen glitzerten im Halblicht der Laterne, als sie den Hof verließen. Die Sorge einen Moment vertrieben durch ein Gefühl des Eifers. Doch seine Vorsicht kehrte wieder und er blieb vage. Dann schwieg er und setzte Schritt vor Schritt, nur noch einmal kurz unterbrochen. "Es ist kein ewiger Marsch. Dort hinten dürftet ihr gleich schon die Lichter Longacres sehen."

Endlich war Ol'Louslik fort. Cimri hatte es augenscheinlich nicht gefallen, so lange zu warten. Aber sie hatte dem Plan ihre Zusage gegeben, also musste sie mit den Konsequenzen leben. Aus den Schatten blickte sie den beiden jungen Mädchen hinterher, die zusammen mit Jabral die Gerberei verließen. Ihr Blick hatte etwas Wütendes, etwas Neidisches, was aber nur die Person um sie erkennen konnten, wenn sie die junge Cimri beobachteten.

Dann war es so weit, gemeinsam zwängten sie sich durch das Loch in der Palisade, zwischen die Wasserwerkstatt und das Bürogebäude. Bevor der Hund zu einem bellenden Crescendo ansetzen konnte, hatte Wolgwuth den großen Molosser längst mit einem Zauber in seinen Bann gezogen und ruhig gestellt. Pikser jedoch war schon vorausgeeilt und hatte die notwendigen Vorkehrungen getroffen. Seinem Dietrich hielt keins dieser mickrigen Schlösser stand. Die Tür zum Büro war schnell geöffnet, dieses flink und wie ein Schatten durchquert und obwohl die Metallschatulle robust war, das Schloss hatte bessere Tage gesehen und war teils schon rostig. Von drei Verschlussbolzen hielt nur noch einer das schwere Schloss zusammen, sodass er der Kunst des Halblings nicht wirklich gewachsen war.

Die übrig gebliebenen Gruppenmitglieder konnten gemeinsam einen Blick in die Schatulle werfen. Einige lose Silber- und Goldmünzen lagen verteilt in der Schatulle und gaben die klangvolle Geräusche, doch die meisten Münzen waren sorgfältig sortiert zu 10, 20 oder 50 Silbermünzen und zu diesem Zwecke in Lederrollen eingewickelt und mit einer Sicherheitsnadel verschlossen. Piksers eiliger Blick überschlug, dass sich in dieser Kiste Münzen im Wert von 800 Goldmünzen befinden mussten, mehr als Cimri erwartet hatte.

Ihre Blicke mochten durch den Raum gehen, dort waren immer noch die beiden ornamentierten Ledertapeten, die einigen Wert haben durften, zudem noch einige alte, aber wertvolle Werkzeuge. Und wenn sie sich die Zeit nehmen würden, könnten sie bestimmt noch die alte Wasserwerkstatt nach Wertsachen durchsuchen[1].

Doch vielmehr als die sonstigen Reichtümer fiel noch etwas anders auf, gerade als Pikser die Schatulle wieder schließen wollte. Eine weitere Lederrolle lag darin, doch sie fasste kein Geld, sondern war beschriftet worden. Auf ihr war eine Art Kohlezeichnung, die einen Helm darstellte, der wiederum eher einen Kopf darstellte. Eine engelsgleiche Darstellung, welche die Locken wie einen Heiligenschein trug.
Darunter eine paar kurze Gebetszeilen.

Zitat
My Lady of Valor, Iomedae, Light of the Sword, I call out to Thee in my hour of need.
I lend my voice to the mournful cries of your faithful in this time of darkness and despair.
I pray to thee for guidance, that thy wisdom enlightens me and allows my eyes to perceive some sign that that this path be right,
for no man possesses the foresight to sense where such a path will end.

Was mochte dieses Schreiben wohl bedeuten? Es war auf jeden Fall eine sehr feine Handschrift, geschwungen, geübt und wahrscheinlich nicht dem groben, motorisch versehrten Mann zuzurechnen.

"Wir sollten verschwinden.", mischte sich Cimri schließlich ein und plädierte dafür, zu verduften, ehe sich der Hund von Wolgwuths Zauber erholen konnte. "Wir haben unseren Auftrag erledigt, dank der zugegebenermaßen guten Finten der Mädchen. Wir sollten zusehen, dass wir uns am Ash House treffen und dann unsere Belohnung im Morgengrauen abholen! Ich sag es ungern, auch wenn die Arbeit auf den Schultern der Mädels lag - und wir wissen alle, dass wir Mädels allen Dödeln überlegen sind - aber insgesamt habt ihr gute Arbeit geleistet. Der Herr wird erfreut sein!"
Cimri blickte nervös zu dem Hund. Scheinbar lagen ihr diese Tiere nicht wirklich. Der Gestank des Ortes war ihr ins Gesicht geschrieben. Aschfahl stand sie dort, vergaß sogar ihre schimpfende Sprache, und hielt sich etwas die Bauchgegend, als könnte sie gleich zu brechen beginnen. Für sie war die Sache klar. Abziehen[2].
 1. Ich biete euch eine schnelle Entscheidung an: Wenn ihr mehr als die Schatulle plündern wollt, könnt ihr das tun. Ich liste dann einfach den Loot auf, den ihr in dem ganzen Gebiet finden könnt. Allerdings müsst ihr dafür den Molosser erschlagen. Wenn ihr das tut, könnt ihr das einfach in einem eurer Beiträge bestimmen und das selbst bestimmen, wie das geschieht. - Wenn ihr nur die Schatulle stehlen wollt, könnt ihr euch noch innerhalb der Zauberwirkung von Calm Animal wieder verziehen und es wird eine eher schattenhafte Operation sein.
Wollt ihr also noch ein Zeichen hinterlassen oder die Bedrohung dadurch aufbauen, dass ihr keines hinterlasst? Welche Entscheidung ihr auch trefft, sie wird im weiteren Verlauf Konsequenzen haben.
 2. Ich gebe euch noch die Chance, in der Szene zu verweilen und Vermutungen anzustellen. Ihr habt die vom AP geforderte Herausforderung bestanden. Wenn ihr mit der Umwelt interagiert,
gibt es noch etwas zu erfahren. Allerdings könnt ihr auch zu eurem mysteriösen Auftraggeber weiterziehen.
Ich werde die Szene so schneiden, dass ihr Nimia und Valeria nicht extra einsammeln braucht. Ich gehe davon aus, dass dies passiert. Die beiden können natürlich auch nach Gusto handeln und noch mehr aus Jabral herausbringen oder sonstige Handlungsweisen vorschlagen. Wenn nicht, führt er sie nur in die Taverne. Das würde ich dann im nächsten Beitrag auffassen. Also je nachdem, ob ihr initiativ werdet oder zur nächsten Szene möchtet und nur noch eine Reaktion auf den ersten Erfolg gebt: ihr habt da freie Hand.
« Letzte Änderung: 14.01.2018, 15:03:03 von Menthir »
"Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit." - Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social

Acillo Mhartis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #31 am: 03.01.2018, 18:25:35 »
Erneut konnte sich Acillo nicht zurück halten und spuckte auf dem Boden aus: "Dieser verfluchte Kerl die Schildhure anbetet. Wahrscheinlich sollten wir ihm ein Zeichen dalassen, dass Cheliax Treu zu Asmodeus steht.", sinnierte der Antipaladin, während er langsam seinen Hammer vom Rücken holte.

Mit langen Schritten ging er aus dem Büro zurück auf den Hof. Dort angekommen stellte er sich breitbeinig über den Molosser. Mit beiden Händen holte er aus und ließ seinen Earthbreaker auf den großen Schädel des Wachhundes niedersausen. Mit einem feuchten Knacken sprang der Schädel des Hundes und Blut floß aus den deformierten Ohren und dem Maul. Er konnte nicht wirklich an sich halten und tunkte einen seiner behandschuten Finger in das noch frische Tierblut und malte nach und nach einen Pentagram von innen an die Tür.

"Wir sollten das verfluchte Lager hier plündern. Eine klare Botschaft senden. Die Anhänger der Hure sind in Longacre nicht willkommen." Damit machte er sich auf sich die Werkstatt genauer anzugucken und vielleicht ein wenig zu verwüsten.

Wolgwuth

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #32 am: 03.01.2018, 20:49:15 »
Wolgwuth war draußen geblieben. Der leicht verrückte Halbling schien genug Erfahrung beim Einbruch und Diebstahl fremder Habseligkeiten zu haben, sie würde somit vermutlich nur im Weg stehen. Nachdem ihr Zauber den großen Menador besänftigt hatte, kniete sie sich gelassen und ohne einen zweiten Gedanken an den Untergrund zu verschwenden neben ihn.

Die bleiche Zwergin kraulte ihn mit ausdruckslosem Gesicht hinter den Ohren, während der Rüde sich merkwürdig vertraut an ihre Seite presste. Ihre Finger gruben sich durch das dichte Fell und massierten die Haut des Hundes. Plötzlich hielt sie inne und ein leichtes Grinsen trat in ihr Gesicht. Als sie ihre Hand aus dem Fell zog, hatte sich kleines schwarzes, blutsaugendes Ungeziefer an ihr festgesetzt. Verträumt ließ sie die Insekten in ihrer Manteltasche verschwinden und wandte sich wieder dem Hund zu.

'Braves Tier, so ist es gut. Vor ein paar Sekunden noch hättest du jedem von uns liebend gern das Fleisch von den Knochen gerissen, doch jetzt bist du so zahm wie ein Lamm.' Mit der anderen Hand zieht Wolgwuth ein Messer aus ihrem Gürtel und seufzte lautlos. 'Schon merkwürdig, die meisten halten sich so einen wie dich nur für die Bewachung ihres Hab und Guts oder als lächerlichen Ersatz für richtige Gesellschaft. Doch kaum einer erkennt euren wahren Nutzen.' Fast schon liebevoll schielte sie in ihre Manteltasche und beobachtete die umherirrenden Insekten, ehe sie dem Rüden ein letztes Mal über den Kopf streichelte und die Klinge hinter seinem Rücken hob.

Plötzlich sprang die Tür zum Haupthaus auf und die alte Zwergin erkannte Acillo's verärgertes Gesicht. Ihre Augen verengten sich und wichen nicht von seiner Miene. Langsam nahm sie die Hand vom Kopf des Hundes, der sich nun, nachdem Acillo sich zielstrebig auf sie zu bewegte und alles andere als freundlich aussah, knurrend aufrichtete.

Kein Bellen schallte durch den Hof, so schnell traf der mächtige Hammer das Tier und drückte den zerquetschten Kopf direkt neben Wolgwuth tief in den Schlamm. Ihre rechte Seite sowie ihr Gesicht wurden in Blut getaucht. Fasrige, rot verklebte Fellfetzen zogen sich aus der fleischigen Masse zum Hammer Kopf, ehe sie rissen und über den zertrümmerten Schädel des noch zuckenden Körpers fielen. Für einen Moment verharrte ihr Blick auf dem widerlichen Schauspiel, das Messer weiterhin in der Hand. Dann stand die ältere Zwergin auf und sah Acillo in die Augen, der seiner unerklärlichen Wut freien Lauf gelassen hatte. Immer noch zeigte sie keinerlei Emotion, doch fixierte sie ihn länger als nötig gewesen wäre, während sie das Messer wieder an ihrem Gürtel verschwinden ließ. Schließlich schlurfte sie wortlos an ihm vorbei und half den Anderen dabei das restliche Diebesgut zu verstauen.

Nimia Caedis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #33 am: 03.01.2018, 23:46:18 »
Nimia bemühte sich weiterhin möglichst unbedarft und unschuldig zu klingen, während sie dem älteren Mann auf dem Weg zur Stadt geradezu am Rockzipfel hing: "Interessant? Was heißt das denn? Kommt vielleicht ein Zirkus in die Stadt? Das wäre sicherlich interessant. Oder meinst du nicht, Schwesterherz? Aber das wäre ja dann was Gutes! Ich hab schon öfters von solchen Zirkusgruppen gehört. Mit Feuerschluckern und Illusionisten und dressierten Tieren. Das würde ich gerne mal sehen." Tatsächlich würde sich Nimia gern mal einen Zirkus ansehen, denn sie hatte gehört, dass deren Vorstellungen äuérst unterhaltsam sein konnten, aber in dieser Situation - ein Zirkus würde schließlich gewiss nicht plötzlich hier auftauchen - erhoffte sie sich, dass der ältere Mann angesichts der Begeisterung des jungen Mädchens etwas mehr über das preisgeben würde, was er über die Zukunft des Ortes wusste.
Denn Nimia hatte das Gefühl, dass es nützlich sein würde, davon zu erfahren. Und selbst wenn nicht. Es schadete nie etwas zu wissen, das andere nicht wussten und Jabral machte ja doch ein rechtes Geheimnis aus dem, was passieren würde. Und nun da Nimias Neugierde geweckt war, wollte sie auch mehr erfahren.
Crudelis ubique luctus, ubique pavor et plurima mortis imago. (Charakterbogen - Status)

Pikser

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #34 am: 05.01.2018, 01:16:17 »
"Blablablabla..." Pikser gestikulierte mit seiner Hand herum - öffnete und schloss sie wie ein sich bewegender Mund. "... ich bin Ol'Louslik, laber viel und hänge gerne mit kleinen Mädchen herum." Der Halbling stach mit dem Dolch gegen die hölzerne Palisade. "Jetzt verschwinde endlich!" Ungeduldig wartete er ab, bis der Mann mit seiner Begleitung vom Hof gegangen war. Als dieser Zeitpunkt endlich gekommen war, huschte Pikser über den schlammigen Hof der Gerberei und machte sich augenblicklich daran, in das Bürogebäude einzubrechen. Eine Leichtigkeit für ihn. Als dann auch der Rest der hinterbliebenen Gruppe das Gebäude betrat, war der Dieb bereits dabei, die Münzen, die ihm das Schloss der Schatulle nicht hatte vorenthalten können, zu zählen. "800 Goldmünzen und eine ketzerische Schrift." sagte er zu niemandem direkt gewandt. Es war eine reine Bestandaufnahme. Sein scharfer und vor allem geübter Blick blieb allerdings nicht an den Münzen hängen. Auch den Rest des Büroraums sah er sich an. Mit einigem Erfolg. Was manche vielleicht als wertlosen Dreck abgetan hätten, erkannte er als wertvolle Ledertapeten.

"Nein, nein, nein!" Er drehte sich zu Cimri um, als diese vorschlug, zu verschwinden. "Wieso schon abhauen?" Es war eine ehrlich gemeinte Frage. "Hier ist noch einiges zu holen. Die Ledertapeten da sind mindestens 400 Goldmünzen wert." Er ging zu den antiken Werkzeugen herüber und wiegte diese in der Hand. "200 für die Werkzeuge hier. Die Initialen kann ich zur Not abfeilen." Mit dem Dolch zeigte er auf die Tür des Bürogebäudes. "Draußen hab ich eine Kiste mit Lederrüstungen gesehen. Wenn wir die transportieren können, sollten das auch nochmal ein paar hundert Goldmünzen sein." Er grinste breit, wie ein Kind, das gerade neue Spielzeuge geschenkt bekommen hatte. "Wenn ich mir die Werkstatt angucke, finde ich bestimmt noch was Wertvolles. Ich sag, wir nehmen den Idioten richtig aus. Der hat doch eh schon so gut wie abgedankt. Kann froh sein, dass wir ihn nicht abmurksen." Der Halbling gluckste. "Vielleicht macht er ja was anderes, als mit Scheiße zu arbeiten, wenn wir ihm alles nehmen. Kann uns dafür eigentlich sogar dankbar sein."

Dass Acillo mit Blut ein Pentagramm an die Tür zeichnete, störte Pikser nicht. "Die Töle ist tot und mit dem Blut da, haben wir auch ein deutliches Zeichen hinterlassen. Dann können wir auch ins ganze gehen und alles mitnehmen, was wertvoll ist." Er sah die alte Zwergin an. "Hey Omi, was hältst du davon?"
« Letzte Änderung: 05.01.2018, 01:17:01 von Pikser »

Ultor

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« Antwort #35 am: 07.01.2018, 17:32:49 »
Er hatte sich die ganze Zeit im Hintergrund gehalten, hier waren es andere, die vorangehen sollten.
Halt den Kopf unten und die Augen offen. Alles sehen, nichts sagen, und vor allem, nicht auffallen.
Er kannte die Regeln. Es war egal in welchem Land, ob auf der Seite der hellen oder der dunklen, Menschen waren überall gleich. Er hatte die Regeln immer beherzigt und würde es auch hier tun. Mach dich nützlich wenn du kannst und sonst bleib unauffällig.

Als es dann schließlich ruhiger wurde, der kleine Knappe sich ausgetobt und der Halbling sich groß aufgeführt hatten, ging auch er hinein. Es würde nichts schaden, sich hier nochmal umzusehen, aber warum sollten sie sich um Tapeten kümmern. Wenn sie plündern wollten, konnte er helfen, aber auch er wollte rasch wieder fort.

"Dann lasst uns schnell alles absuchen, damit wir hier weg kommen. Wir müssen auch die Mädchen wieder einsammeln." Es sollte nicht wie eine Anweisung klingen, das war Cimris Aufgabe, sicher würde Acillo auch sagen, das es seine war.

Valeria Thorne

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« Antwort #36 am: 07.01.2018, 22:15:30 »
Noch waren sie auf der sicheren Seite. Dem Alten blieben gewisse Zweifel, aber solange sie ihm keinen weiteren Vorwand gaben, sollten ihre Komplizen alle Zeit der Welt für ihren Auftrag haben. Selbst die Messergöre sollte zufrieden sein. Die Aktion konnte ganz ohne Blutvergießen vonstatten gehen. Sachwerte ließen sich ersetzen. Und da Jabral schon seine Steuern nicht bezahlen wollte, war das Geld in ihren Taschen immer noch besser aufgehoben. Den Einbruch hätte er sich auch ersparen können. Mit einem Ohr hörte sie den Ausführungen des Gerbers zu. Natürlich wollte er sein stinkiges Handwerk irgendwie rechtfertigen. Ja, Leute wie er waren notwendig. Leder gerbte sich nicht von allein. Aber man musste eben damit rechnen, dass man nicht sonderlich beliebt in der Damenwelt sein würde. Die junge Cheliaxianerin verdrehte in Gedanken die Augen. Was denn nun, jetzt machte er auch noch Andeutungen, welche verdächtig nach Landesverrat klangen.

„Hm...Dieser Baron scheint nicht viele Freunde unter dem normalen Volk zu haben.  Gibt es denn keine Aussicht auf bessere Zeiten? “ Erkundigte sich die Dunkelhaarige nachdenklich und tätschelte Nimias Kopf. Aus irgend einem Grund erwartete sie fast, dass sie plötzlich Spinnenweben an der Hand hatte...Aber dem war natürlich nicht so. Auch ihrer Gefährtin war nicht entgangen, dass Jabral etwas verbarg.

„Das ist schon ein Weilchen her, hehe...Aber ich glaube, Herr Jabral meint etwas Anderes. Nicht, dass es in diesen Breiten gefährlich wird? “
Vergewisserte sie sich mit einer Nuance des Zweifelns an Jabral. Er hatte da schließlich etwas angedeutet...   
Was bleibt dem Vogel, wenn sein Baum gefällt wird? ( Status Charakterbogen)

Menthir

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« Antwort #37 am: 12.01.2018, 07:52:02 »
Sonntag, 30. Gozran 4717 - 01:16 Uhr - The Arch and the Lark

Jabral Louslik blickte zwiegespalten drein, während sich die Lichter und dann letztlich auch die Fachwerkhäuser von Longacre näherten. Noch immer herrschte reger Betrieb in der kleinen, tummeligen Stadt. Sie war nicht von außergewöhnlichen Ausmaßen, aber wirkte auf ihre Art doch massiv. Zwar führten nur mehr oder weniger nutzlose Stadttore in die Stadt, denn die Stadtmauer war weitestgehend verfallen, wenn auch noch grob wehrhaft. Doch dahinter tauchten massive Häuschen im Grünen auf, die zeigten, dass der gemeine Bürger Longacres nicht alleine in den Häusern lebte. Jedes Wohnhaus beherbergte bestimmt vier oder fünf Familien, was der kleinen Stadt etwas bulliges und gestauchtes gab.

Und während sie auf das Westtor zugingen, war doch selbst aus der Entfernung zu spüren, dass diese bürgerliche Ausgelassenheit und der feiernde Trubel zum Wochenende etwas gedrücktes, etwas wolkiges hatte.

Ähnlich verhielt es sich mit der Reaktion Jabrals, der den Fragen der beiden jungen Mädchen, ihren Andeutungen lauschte. Er traute sich selbst nicht mehr an diesem Morgen, und seine Miene wurde zusehends verschlossener. Aus Selbstschutz. Er hatte die letzten Minuten damit verbracht, sich einzureden, dass die Mädchen nur etwas naiv waren und dass sie tatsächlich mehr zufällig als absichtsvoll bei ihm gelandet waren. Er atmete seine Sorgen stoßweise weg. Er glaubte Nimia, dass sie seine Andeutungen nicht verstehen konnte. Und da Valeria scheinbar überhört hatte, dass es gleichwohl Besserungshoffnungen gab, beschloss der Gerbermeister, nicht ihre - seiner Ansicht nach - jungen, noch hoffnungsvollen Gemüter mit politischen Erklärungen zu belasten. Stattdessen rang er sich ein Lächeln ab, was aufgrund seiner inneren Erregung lächerlich schüchtern wirkte.

"Vergesst einfach, was ich andeutete. Es wird keinen Zirkus in der Stadt geben. Für den Moment wird alles in Ordnung sein. Ihr werdet es sehen. In dem Gasthaus wartet ein warmes Bett und vielleicht noch heiße Suppe." Und schließlich mit Blick auf Nimia. "Und definitiv einen heißen Zuber." Das Licht der ersten Straßenlaterne Longacres, die einer der unsichtbaren Nachtwächter angezündet haben musste, zeigte sein plötzliches Erröten über seine unbeabsichtigte Doppeldeutigkeit.

Sein Gesicht zeigte dennoch, dass er eigentlich genügend zweifelte, um das Auftauchen der Mädchen zu hinterfragen. Andererseits...etwas hielt ihn zurück.
So führte er die beiden Mädchen durch die leicht matschigen Sandwege Longacres. Hier und da waren die Wege einst mit hellem Kiesel aufgeschüttet gewesen, doch viele Wagen, Füße, Hufen und nasse Jahreszeiten hatten die Wege zu Hoppelpisten gemacht. Straßen in ihrem befestigsten Sinne gab es hier nicht.

Sie erreichten ein hohes Haus, aus dem keine Stimmen drangen. Es war zu groß, als dass nur das Gasthaus darin untergebracht war. Doch während durch die Straßen zumindest einige Feiernde wankten und hier und dort noch das Gespräch in Gang war, war dieser Ort ruhig. Valeria und Nimia entging nicht, dass die Gespräche stoppten, als Jabral und die Mädchen in die Nähe kamen und erst danach - flüsternd und lauernd - wieder aufgenommen wurden.

Doch nun standen sie endlich vor einem ungewöhnlich ruhigen, aber immerhin noch beleuchteten Gasthaus. Jabral blickte verlegen drein und zeigte auf seine schmutzige Kleidung. "Ich bin wohl nicht im Zustand, um dieses Haus zu betreten." Er kramte in seiner Tasche, und holte zwei Goldmünzen hervor. "Aber richtet dem Wirt meine Grüße aus. Das Gold wird euch durch die Nacht bringen. Gehabt euch wohl."
Irgendwas trieb den Gerbermeister schließlich schnellen Schrittes fort. Und er erschien erleichtert, dass er nun endlich seinem inneren Drang zur Flucht folgen konnte. Zurück in das Dickicht der Stadt.

Über ihnen war ein verwittertes Schild, auf dem ein halb abgefallener Vogel auf einem verblichenen Torbogen saß. The Arch and the Lark.
« Letzte Änderung: 14.01.2018, 15:02:52 von Menthir »
"Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit." - Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social

Menthir

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #38 am: 14.01.2018, 20:23:36 »
Sonntag, 30. Gozran 4717 - 05:45 Uhr - The Ash House

Es war am Ende schnell gegangen, geordnet, mit einer gewissen, grimmigen Professionalität, wie man es von Loyalisten des Hauses Thrune erwarten durfte und musste. Der erschlagene Hund wurde in einer der Gruben versenkt, das Pentagramm an der Tür würde seine eigene Drohung fortwährend sprechen und das Blut im Hof würde nicht weiter auffallen. Nicht mehr als weiterer Unrat in einem furchterregend stinkenden Hof.

Alles, was nicht sperrig war, wurde sorgfältig verpackt und eingeladen. Alles andere verblieb am Hof. Denn obwohl das Rohleder und die einfachen Rüstungen vor Ort blieben[1], war der wirtschaftliche Schaden für den Betrieb immens. Jabral war vorgeworfen worden, seine Steuern nicht zu zahlen. Auf dunklen Pfaden hatte ihm Longacre das heimgezahlt und ihm einen Schlag zugefügt, von dem er - und seine ihm folgenden Veteranen - sich nicht so schnell erholen würden. Eine Tat, die Konsequenzen für Leben hatte, so leichtfertig sie von außen wirken mochte.

So schnell, wie sie in der Nacht gekommen waren, ihren kleinen Clou vorbereitet und dank der beiden Mädchen durchgeführt hatten, so schnell waren sie alsbald wieder verschwunden. Die Spuren waren deutlich genug, zu zeigen, dass jemand hier war. Für das ungeübte Auge jedoch subtil genug, um nicht verfolgt zu werden. Die tonlose Einschüchtern der bereits vergangenen Tat.



Cimri kam nicht umhin, nochmals ihre Bewunderung auszudrücken. Sie sah inzwischen müde aus und dunkle Augenringe verliefen fast bis in ihre Wangen. Trotz ihres jungen Alters sah sie jetzt wie eine überarbeitete Erwachsene aus, doch ihre Worte waren aufrichtig. Sie unterließ ihr typisches Fluchen.
"Ich bin...hätte nicht gedacht, dass ein paar Heuerlinge so schnell eine innere Hierarchie finden und ein Vorgehen. Ich...danke. Das war haarscharf, dass wir das hinbekommen haben. Ich hätte sonst gut Ärger bekommen." In ihren Worten kam jetzt wieder ihre Schüchternheit zu tragen, die sie ob ihrer Müdigkeit nicht mehr verborgen konnte.

Das selbst bemerkend, stieg Trotz in ihr Gesicht und sie wandte ihren Blick zum alten Ash House, vor dem sie sich - wie abgesprochen - getroffen hatten[2]. Das alte Haus am Rande von Longacre, es machte in den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne einen erbärmlichen Eindruck. Doch woher der Name kam, wurde schnell deutlich. Eine alte, auf einem Ständerwerk stehende Villa, die schon vor Jahren gebrannt haben musste. Sie war verbrannt, aber nicht niedergebrannt. Die restlichen, intakten Glasscheiben trugen alte Rusmuster und ließen kein Blick ins Innere zu. Einstmals hatte die Villa zwei Obergeschosse, doch das Dach und das zweite Obergeschossen waren durch Einsturz eins. Und was von dieser Villa übrig war, sah aus, als könnte es auch jeden Moment nachgeben. Die Narben, entstanden durch das Feuer, entstellten das Haus an allen Seiten. Doch selbst an diesem Ort fand sich neues Leben. Denn durch die Fenster, durch Hitze geborsten, wuchs wilder Efeu, der durch alle Ritzen und Fenster in das zerstörte Haus wuchs. Ein Weg aus zersprungenen Granitplatten führte durch einen löchrigen, weißen Lattenzaun, eine kleine Veranda herauf, zu einer verzogenen Tür, die wohl nur noch mit Gewalt zu öffnen war. Ein stilisierter Wildschweinkopf diente als Türklopfer und gab einen Hinweis darauf, wem das Haus wohl einst gehörte[3].

Cimri ließ die Heuerlinge, wie sie sie benannt hatte, folgen, ging hinauf zur brüchigen Veranda und stieg durch eines der zerbrochenen Fenster neben der verzogenen Tür. Dahinter lagen zerbrochene und verbrannte Möbel, umgeben von stickiger Luft aus Staub und Asche. In der nördlichen Ecke des Raumes lag ein übergroßer Offiziersmantel, abgetragen und löchrig, der wohl als Bettdecke genutzt wurde. Mehrere leere Whiskeyflaschen[4] lagen dort herum, um eine Stelle im Boden, die wohl hin und wieder als Feuerstelle benutzt wurde.
"Keine Sorge.", seufzte Cimri Staelish. "Das ist nur mein Krempel. Wenn ich mal nicht weiß, wo ich eine Nacht unterkomme, dann bleib ich hier."
Von einem Durchgang starrten zwei Cherubengel nieder in diesen Raum, der ehemals wohl eine Eingangsdiele gewesen ist. Die Engel schauten in eine in der Morgendämmerung nur schwach beleuchtete Ecke. Dort stand ein alter, runder Beistelltisch, dessen Furnier längst abgeplatzt war. Auf ihm, eine für den Tisch viel zu große Truhe aus dunklem Holz, mit polierten Schließen. Daneben ein aufrecht stehender Sack, in dem etwas langes und steifes war.

Cimri hielt sie nicht lange nicht einer Führung durch das zerstörte Gebäude auf. Die wenigen, halbwegs intakten Überreste ließen auf veraltete Modeerscheinigungen schließen, die mindestens ein paar Dekaden her gewesen ist. An den Wänden hingen verkohlte Bildnisse, die keinen Rückschluss mehr auf den Inhalt der Malereien zuließen. Aber die Größe der Rahmen ließ auf eine wohlhabende Familie schließen. Cimri führte sie direkt die Treppe hoch, die von hier aus in das erste Obergeschoss führte, in dem fast alles zusammengebrochen war. Die Holzkonstruktion der Decke lag offen, löchrig. Hier wellten sich die vergilbten Tapeten und der plankenhafte Holzboden, doch ein Weg zu einer Tür war freigeräumt, weitere Räumlichkeit waren vom Schutt verborgen.

Die junge Staelish ging zielsicher auf die Tür zu, und öffnete sie ruckartig. Sie musste zumindest etwas Kraft aufwenden, denn auch diese formschön, verkohlte Holztür war durch Witterung, Feuer und Nässe verzogen.
Auf dem zweiten Blick sah man auch, dass sie aufgequollene Bücher zur Seite schieben musste. Der Raum dahinter war in einem furchtbaren Chaos. Umgekippte Bücherregale, ein auf dem Kopf stehender Tisch und vier aufgestapelte Stühle, die vom hereinwachsenden Efeu gefesselt waren, suggerierten, dass diese Raum einst als Hausbibliothek gedient haben wird. Überall lagen verbrannte oder aufgequollene Bücher. Es mussten hunderte Bücher sein, an deren Einbandresten erkennbar war, dass es teure und wertvolle Bücher waren, ehe sie der Zerstörung anheim fielen. Kostbares Wissen brannte einfach nieder, und verwässerte durch den Regen, der durch die zerstörte Decke tropfte. An der Westwand waren genügend herabgefallene Bücher zusammengeworfen und gemeinsam zerquollen, und so voller Unrat, dass sie beinahe wie ein Nest wirkten. Und auf dem zweiten Blick. Auf dem zweiten Blick lag dort etwas, was ähnlich aussah wie ein wolfsgroße Raubkatze oder eine Hyäne. Gelangweilt blickte sie zu Cimri und ließ sie und die Gäste in den Raum. Die Katze lag gut verborgen in ihrem Nest, und ihre Ruhe war augenscheinlich nur gespielt. Eine merkwürdiger Riss schien durch die Mitte ihres Gesichts zu gehen, als könnte sie die Haut ihres Gesichts einfach zurückziehen, wenn sie es wollte[5].

Während das schwarzgepunktete Tier mit cremefarbenen Fell sich weiter in ihrem Nest verbarg und zum Sprung bereit war, ging Cimri auf einen Raumteiler zu, der etwa in der Mitte des Raumes aufgestellt war. Davor standen zwei schimmel-überzogene Ohrensessel, zwischen den Sesseln ein Rundtischchen mit einem Aschenbecher. Das dämmrige Morgenlicht fiel durch die rusigen Scheiben und tauchte das Zimmer in ein violettes, fast noch indigofarbenes Licht. Die Trennwand war aus Papier, wie man es in Minkai kannte. In dem violetten Licht hinter dem Papierschirm tauchte eine schattenhafte Silhouette auf, die vielleicht einem zierlichen, haarlosen Menschen, einem Halb-Elfen oder Elfen gehören mochte.


"Exzellent.", säuselte eine tief-hohe Stimme, die Autorität gewohnt war. Eine Stimme, die dennoch unpassend wirkte, irgendwo zwischen einem erwachsenen Mann und einem kindlichen Mädchen. Schwer einzuordnen, als würde sie mit rauer, männlicher Stimme physisch sprechen und der einer Sechsjährigen in den Köpfen der Abenteurer. Die Stimme im Kopf war eine Nuance eher, ließ es unwirklich wirken. Gefährlich.
"Cimri. Du und deine - noch namenlosen[6] - Partner. Ihr habt euch sehr - gar sehr - zu meiner Zufriedenheit verhalten. Ja..." Die schattenhafte Silhouette legte die Hände zu einer Raute zusammen und hielt sie vor den Kopf und nickte dann auffallend langsam. "Ja. Ein Zeichen zu setzen, und dem - zukünftigen - Pöbel trotzdem keinen Grund gegeben, wieder mit dem Meutern zu beginnen. Ein guter Start in unserer - wunderbare - beginnende Freundschaft. Ihr habt euch als Personen von - außergewöhnlichem - Potenzial erwiesen und die auf euch wartende Belohnung -un- redlich verdient. Ihr werdet eure - passende - Belohnung[7], unten in der Empfangsdiele in der Truhe und daneben finden. Gemeinsam mit einem dem Anlass würdigen Geschenk. Die Steuerschuld - des Louslik - die dürft ihr zudem behalten! Das ist der Beginn, einer fruchtbaren Zusammenarbeit und ich werde nach eurer - verdienten - Morgenruhe mit einem zweiten Auftrag aufwarten. Wenn ihr diesen zu meiner Zufriedenheit erfüllt..."
Jetzt sprach nur die kindliche Stimme in eurem Kopf.
"...wartet Großes auf euch. Sehr großes!"

Die Silhouette nickte bedeutungsschwanger, stützte sich auf die Lehnen ihres Stuhles und beugte sich näher an den Papierschirm, fast auffordernd. "Doch ich wette, ihr habt noch einige Fragen, so nebulös das alles ist. So als Mietklinge hereingezogen zu werden, in Thrunes Zukunft, ohne zu wissen, worum es genau geht und sich erst einmal...beweisen zu müssen. Das ist bestimmt aufreibend, nicht wahr? Als Zeichen meines guten Willens komme ich euch mit einem kleinen Vertrauensbeweis entgegen und sage euch meinen Namen. Razelago. Und ihr dürfte fragen. Vielleicht antworte ich."

Cimri wirkte jetzt nicht verschüchtert, sondern die Figur hinter dem Schirm machte ihr augenscheinlich Angst. Genauso wie das Tier in seinem Papiernest. Cimri lächelte krampfhaft aufmunternd, und machte damit deutlich, dass sie sich zurückhalten würde.
 1. Ich geh jetzt davon aus, dass ihr erst einmal alles mitgenommen habt, außer das Rohleder und die acht normalen, beschlagenen Lederrüstungen. Bei Widerspruch, streiche ich noch etwas raus.
 2. Wenn ihr die Nacht nutzen wollt oder beschreiben wollt, was ihr die Nacht noch getan habt, außer auf das Treffen zu warten. Nur zu. Die Bühne ist eure.
 3. Knowledge (History) oder Knowledge (Local)
 4. Wer sich die Whiskeyflaschen genau anguckt, erkennt, dass sie zur Marke Old Erebus gehören.
 5. Knowledge (Arcana)
 6. Alle fettkursiven Worte erschallen nur in eurem Kopf.
 7. Die zusätzliche Belohnung erscheint alsbald im Lohn der Arglist. Sie braucht also nicht explizit von euch eingesammelt werden, sollte die Szene euch nicht dazu bringen.
« Letzte Änderung: 14.01.2018, 21:47:15 von Menthir »
"Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit." - Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social

Acillo Mhartis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #39 am: 16.01.2018, 16:07:33 »
Acillo ging, nachdem sie zurückgekehrt waren, direkt auf sein Zimmer. Zuallererst musste er den Morast aus der Gerberei von seinen Schuhen kriegen. Zwar hatte der Mensch schon einiges gesehen, doch der Gestank der nach wie vor an seinen Stiefeln klebte machte seinen Magen periodisch immer wieder flau. Doch selbst das alleine half nicht… selbst nachdem seine Stiefel vom Morast und Kot befreit waren hing ihm der Geruch immer noch in der Nase. So begann er danach seine Rüstung zu reinigen und neu einzufetten; doch auch nachdem er diese langwierige Aufgabe erfüllt hatte vernahm er den Geruch noch. Wahrscheinlich hatte sich der Geruch in seinem Wams festgesetzt. Damit würde er wohl oder übel ersteinmal leben müssen. Er würde ihn bei Gelegenheit waschen, aber als er seine Rüstung gereinigt hatte war es schon Zeit zum Treffpunkt aufzubrechen.
So traf sich der Antipaladin mit den anderen angeheuerten Schwertern von Cimri und folgte dem Haufen zum Ash House. Es schien der perfekte Treffpunkt für ein konspiratives Treffen zu sein. Abseits, verlassen und zum Teil heruntergebrannt. Hier würde sich wohl niemand herumtreiben und wenn hätte diese Person auch etwas zu verbergen und würde wohl kaum den Mund aufmachen.
Das erste Mal brachte ihn die merkwürdige Katze in der Ecke des Raumes aus dem Gleichgewicht. Irgendwie passte hier alles nicht zusammen. Das Gebäude war zerfallen und doch sah es so aus als hätte es sich hier jemand häuslich eingerichtet. Und als ob dieser Jemand einen exquisiten Geschmack hatte. Das zweite Mal traf in die Stimme in seinem Kopf unerwartet. Zuerst hatte er gedacht, er würde normal hören, doch irgendetwas sagte ihm das gewisse Worte nicht für jedermann bestimmt waren. Auch wenn Acillo wusste, dass Magie zu vielem in der Lage war, beunruhigte es ihn zutiefst, dass jemand anscheinend so einfach in seinen Kopf hinein kam.
Besser wurde es als ihr geheimer Auftraggeber davon sprach, dass sie das Geld behalten dürften und eine weitere Belohnung auf sie wartete.
Wenn er sich würdig erweisen würde, würde er als Akolyth in die Order of the Rack aufgenommen werden. Das war ihm gesagt worden und wie es schien gab es hier die Möglichkeit sich würdig zu erweisen. So war es weniger eine Frage als eine Feststellung, die er an Razelago richtete: “Wie auch immer ich Thrune dienen darf, es wird mir eine Ehre sein. Es ist mir ein Verlangen mich dem dreifach verfluchten Haus würdig zu erweisen…“und der Order of the Rack., fügte er in Gedanken an.

Ultor

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #40 am: 18.01.2018, 18:04:27 »
Auch Ultor hatte das dringende Bedürfnis seine Kleidung zu wechseln und seine Stiefel fort zu werfen, leider hatte er im Moment kein anderes Paar und daher reinigte er sie ordentlich. Als er erkannt hatte, dass der Mann insgeheim ein Anhänger Iomedaes war musste er ein Schmunzeln unterdrücken. Wer hätte gedacht dass er so schnell einen kleinen Sieg gegen die verhassten Gläubigen erringen konnte. Während er aber in seinem Zimmer saß und die Stiefel reinigte wurde ihm klar, wie albern seine Freude gewesen war. Es war nun wirklich keine Heldentat gegen die Armee der Ketzergöttin. Letztlich waren sie doch einfach Diebe gewesen. Ihm machte das nichts aus, auch Diebe waren wichtig und kleine Nadelstiche gegen den Feind konnten auch nicht schaden. Es wurde Zeit, dass deutlich wurde, dass dies nicht Iomedaes Land war. Und ein Zeichen hatte der Höllenanwärter hinterlassen, deutlich sichtbar und mahnend. Ultor hätte den Hund auf die Türschwelle gelegt und nicht im Becken versenkt, aber auch das war ihm letztlich egal. Er hatte noch kurz geruht und dann waren sie auch schon wieder losgezogen.

Als sie dann zu der Ruine zogen wunderte sich Ultor ein wenig, warum um dieses Nest so viel Aufhebens gemacht wurde. Sollten sie es doch niederreißen, es wirkte eher wie ein Beleg des Niedergangs des Hauses Thrune. Er dachte schon wieder an größere Dinge und das sollte er nicht. Sein Volk sollte sich nicht für die großen Fragen interessieren, außer sie wurden als Kanonenfutter in eine Schlacht geschickt, für die große Sache, die große Sache der Menschen. "Pah", er spuckte aus. Aber er blieb stumm und folgte den anderen.

Beim Betreten des Hauses sah er sich nur kurz den Klopfer an, aber er sagte ihm nichts. Er war noch nicht lange genug in diesem Land um sich mit solchen Dingen auszukennen. Er wunderte sich ein wenig, dass Cimri so offen erzählte, dass sie hier manchmal schlief – oder auch häufiger. War sie stolz darauf, in diesem Loch zu leben, oder hoffte sie, dass etwas vom Glanz des Auftraggebers auf sie abstrahlte, wenn sie zeigen konnte, wie nah sie bei ihm geduldet wurde? Wahrscheinlich war das Untergeschoss nur Tarnung, oben erwartete Ultor elegant ausgestattete und prunkvolle Zimmer – er sollte sich irren. Was er oben vorfand verwirrte ihn vollends. Diese Kreatur, was auch immer es war, machte ihm Angst. Und dann erst die Silhouette. Es dauerte einen Moment bis er die beiden Stimmen sortiert hatte und ihm klar wurde, dass nicht alles zu hören war. Was war das für ein Geschöpf. Und was war das für ein Ort. Er fühlte sich unwohl hier, sehr unwohl. Die säuselnde Stimme, irgendwie wurde das Gefühl immer stärker, dass sie hier mit schmeichelnden Worten geködert wurden und sich in treue Köter verwandeln sollten, so wie die beiden Hunde des Gerbers. Und vielleicht würden sie auch so enden. Andererseits, er war es gewohnt, das man ihm zu brüllte, was er tun sollte und es nicht mit süßen Worten einflüsterte. Und er merkte, wie er sich geschmeichelt fühlte. Er, der Tiefling, der noch nicht mal sein ganzes Leben lang für das Land und das Haus Thrune geschuftet hatte. Ultor war sicher, dass der Mann alles über sie wusste. Aber vielleicht war das ja genau der Grund, warum sie ausgesucht worden waren.

Hatte er Fragen? Wollte er etwas wissen. Ein zweiter Auftrag, und dann noch ein dritter, wie lange konnte man sie mit der Wurst vor der Nase hinhalten. Er musste wieder an den toten Hund denken. "Hoffentlich kann er meine Gedanken nicht hören", schoss es ihm da durch den Kopf und er versuchte, an etwas anderes zu denken: "Nun konnte er sich neue Stiefel kaufen." Sollten doch die anderen Fragen haben, er nicht. Er dachte an seine neuen Stiefel.

Nimia Caedis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #41 am: 19.01.2018, 17:52:01 »
Das erste, was Nimia getan hatte, als sie wieder mit den anderen zusammengetroffen waren, war Wolgwuth nach der Katze zu fragen und ihr Gesichtsausdruck war sichtlich enttäuscht, als die Zwergin kein Tier aus ihrem Rucksack hervorzog, ihr aber dafür ihre übrigen Besitztümer zurückgab.
In dem großen Anwesen war Nimia die meiste Zeit eher still, sog aber alles in der Umgebung in sich auf. Als dann Razelago auftauchte, zeigte das junge Mädchen im Gegensatz zu Cimri keine Spur von Angst auf ihrem Gesicht. Stattdessen lauschte sie den Worten der mysteriösen Gestalt mit etwas abwesendem Blick und auch der Schwur des großen Ritters entlockte ihr keine Regung. Schließlich platze es aber dann doch aus ihr heraus und mit ihrem gewohnt unschuldigen Ton sagte sie: "Ich hab ne Frage: Ich hätte gerne ein kleines Kätzchen! Wo bekomme ich eines? Ne grau-schwarz gestreiftes am liebsten."
Crudelis ubique luctus, ubique pavor et plurima mortis imago. (Charakterbogen - Status)

Menthir

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #42 am: 23.01.2018, 16:14:25 »
Sonntag, 30. Gozran 4717 - 05:48 Uhr - The Ash House

Ein abwartendes Brummen war hinter dem Papierschirm zu hören. In dem violetten Licht wirkte die Silhouette nun starr, fast etwas hölzern. Nur hin und wieder entlockte es ihr eine langsame, schwerfällige Bewegung, als würde das Sitzen ihr Unbehagen bereiten. Die Hände bildeten weiterhin eine Raute, auch wenn sie von den linken auf den rechten Afterballen wechselte und die Beine übereinander schlug.

Wahrscheinlich erfüllte nur die Reaktion von Acillo Mhartis jenes, welches sich Razelago sich von diesem Gespräch erwartet hatte. Nach einer langen Weile also nur ein Schulterzucken der Silhouette hinter dem Papierschirm, dann löste sie die Raute auf, stützte einen Arm auf das überschlagene Knie und rieb sich die Nasenbrücke, welche Nase und Stirn verband.

"Wenn das eure Wünsche sind, liegt die Erfüllung wohl im Bereich des Machbaren.", sagte ausschließlich die physische Sprache dieses Mannes. Fast etwas enerviert. "Ich habe - so viel will ich verraten sein - Waffen bereitgestellt für euch. Wenn es dem Kindchen beliebt, keine Waffe zu führen, so kann ich sicherlich ein seltenes Osirionkätzchen[1] an der Stelle der Waffe zur Verfügung stellen. Reine Zuchtlinie, aus einem Nebenhaus der untergegangenen Pharaonen von Osirion. Allerdings gibt es sie nicht gestreift, sondern nur getupft."

Die hohe, kindliche Stimme mischte sich wieder darunter. "Doch Thrunes Gunst wird sich nicht nur durch getupfte Katzen zeigen. Wahre Dankbarkeit wird sich manifestieren. Dessen könnt ihr euch sicher sein. Und sicher - ich mag durch Cimri von euch gehört haben - aber ich traue den Worten eines blutjungen Menschenweibes nicht. Und jeder Vorstellung liegt ein gewisser Zauber inne. Wieso nehmt ihr euch nicht die Zeit euch vorzustellen, damit Haus Thrune wahrlich etwas mit eurem Namen anfangen kann, wenn es euch zurecht am Herzen liegt?"

Abschließend sprach die hohe Stimme alleine in eurem Kopf. "Fragt, wenn ihr euch wagt. Doch wisset auch, dass Haus Thrune auch Ignoranz ausreichend zu belohnen und zu schätzen weiß. Tut wie euch geheißen, und Seine Welt steht euch offen."
Die Stimme verdeutlichte mit Nachdruck.
"Eure Tat ist entscheidend. Und eure Tat ist gut."

Cimris Blick verriet etwas Ertapptes, Beschämtes, als Razelago so leichtfertig über sie urteilte. Die merkwürdige, magische Großkatze blickte indes zwischen Cimri und Nimia hin und her. Zweitere blickte sie auf eine Art und Weise an, als hätte sie ihren Wunsch nach einer Katze verstanden. Und missmutig verurteilt. Cimri spürte immer wieder den Blick des in den Büchern versteckten Ungetüms und trat unwillkürlich noch ein, zwei Schritte zurück. Die Stimme in ihrem Kopf schien ihr mehr Schmerzen als den anderen zu bereiten.
 1. Diese Katzen entsprechen der ägyptischen Mau.
"Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit." - Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social

Pikser

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« Antwort #43 am: 25.01.2018, 04:54:38 »
Das alte Ash House, vor dem sie sich alle getroffen hatten, enttäuschte Pikser etwas. Er hatte mehr erwartet. Der Name war zwar passend aber wenn sich der Auftraggeber als ebenfalls passend zum Namen und Erscheinungsbild der heruntergekommenen Villa entpuppte, würde es wohl keine sehr lukrative Zukunft geben. Als sie zusammen das Innere betraten, warf der Halbling dem Türklopfer des Hauses einen flüchtigen Blick zu. Vielleicht konnte er ja so etwas mehr über seinen Auftraggeber erfahren.[1] Doch so sehr interessierte es ihn dann doch nicht. Für ihn zählte nur eines: Die Bezahlung. Wenn diese stimmte, war ihm der Rest fast egal. Er folgte Cimri und der Gruppe also heimlich, still und leise durch die Villa, die dem ehemaligen Sklaven nicht viel zu bieten hatte. Das Interessanteste war da für ihn noch Cimris Lager. Tja, die junge Frau hatte es wohl auch nicht einfach gehabt. Vielleicht hatte sie nun, durch diesen Auftrag, ja eine etwas bessere Zukunft vor sich und konnte sich vielleicht eine richtige Unterkunft leisten.

An dem Rest der abgebrannten Villa hatte Pikser kein riesiges Interesse. Zwar suchte er automatisch nach verwertbaren und wertvollen Gegenständen aber das Zeug hier drin war so alt, abgenutzt und beschädigt, dass er vermutlich keinen Käufer dafür finden würde. Außerdem wollte er seinen zukünftigen Arbeitgeber nicht bestehlen. Man biss schließlich nicht die Hand, die einen fütterte. Die vielen Bücher überraschten ihn schon etwas aber es war vor allem die Raubkatze - oder um was es sich auch immer handelte - die seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Seltsames Tier und dazu sicherlich sehr gefährlich. Er schätzte es als eine Art Wächter ein und ermahnte sich, sich möglichst normal und ruhig zu verhalten.
Endlich zeigte sich dann ihr Auftraggeber. Mehr oder weniger zumindest. Der Mann mochte es wohl mysteriös und versteckte seine Identität für den Moment. Auch wenn Pikser das nicht stören sollte, fühlte er sich etwas unwohl bei der Sache. Was, wenn hier ein abgekartetes Spiel gespielt wurde und es sich um einen der Teufelsritter handelte, der irgendwie den Angriff überlebt hatte und nun nach ihm suchte? Sicher sein konnte sich der Halbling nicht. Er blieb auf jeden Fall auf der Hut, während er den Worten des Mannes lauschte.

So wirklich wusste er nicht, was er von dem Auftraggeber halten sollte. Zum einen war er natürlich froh darüber, so gelobt und vor allem entlohnt zu werden aber die zwei Stimmen, von denen eine nur in seinem Kopf erschien und er keine Ahnung hatte, ob er der Einzige war, der sie hörte, ließen ihm die Haare zu Berge stehen. Der Mann, oder wer oder was auch immer er war, war gefährlich. Das spürte Pikser genau. Zumindest einen Namen nannte er ihnen, auch wenn dieser ganz einfach falsch sein konnte. Wenn man einmal davon absah, was der Typ für eine seltsame Gestalt war, war dieses Treffen bisher sehr gut verlaufen. Sie erhielten eine gute Bezahlung und außerdem ein Geschenk. Er war schon gespannt, was sich in der Truhe befand.
Doch als Razelago vorschlug, dass sie ihn etwas fragen konnten, schwieg Pikser. Vielleicht wollte er gar nichts wissen. Manchmal war es besser, unwissend zu bleiben. Außerdem war die Chance, eine ehrliche Antwort zu erhalten, seiner Meinung nach recht gering. Er hielt sich also für den Moment zurück und sah sich etwas unsicher um. Die Katze in ihrem Nest hielt er stets im Auge. Langsam entschlossen sich schließlich zwei der Gruppenmitglieder etwas zu sagen. Pikser konnte bei Beiden nur die Augen verdrehen. Der eine war natürlich direkt mit einem Schwur dabei und das Kind wollte eine Katze. Was hatte Pikser auch anderes erwartet?

Wieder sprach der mysteriöse Auftraggeber und wieder war sich der Halbling nicht sicher, was er von der ganzen Situation halten sollte. Zumindest eines hatte er deutlich verstanden: Dass er eine Waffe geschenkt bekommen hatte. Das war so ungefähr das einzig Positive, dass er aus den Worten ziehen konnte. Alles andere hörte sich wie irgendein sinnloses Geschwafel oder eine Drohung an. Cimri wich zurecht zurück. Eigentlich wollte Pikser auch gehen. Ihm gefiel die ganze Sache nicht. Da waren ihm seine Drecksarbeiten in der Sicherheit der Nacht lieber. Doch er hatte das Gefühl, dass er sich zumindest kurz vorstellen sollte, um nicht in Missgunst zu fallen.
"Ich bin Pikser." fing er also an. "War mein ganzes Leben lang Sklave. Bis vor kurzem. Jetzt such ich einen... Geschäftspartner. Auftraggeber. Wie auch immer. Irgendwo muss das Geld ja herkommen." Entschuldigend zuckte er mit den Schultern. Er machte keinen Hehl aus seiner Gleichgültigkeit. Der Typ wollte sicherlich nicht, dass man ihm Honig ums Maul schmierte. "Jetzt da ich frei bin, habe ich die Wahl. Eine Zusammenarbeit mit euch erscheint mir sehr lukrativ." Mehr wollte und musste er hoffentlich nicht preisgeben. Pikser dachte über eine Frage nach, die er stellen konnte aber ihm fiel nicht viel ein, worauf er überhaupt eine Antwort erhalten würde. "Was ist das da für ein Wesen?" fragte er deshalb einfach und zeigte auf die Katze in ihrem Nest.
 1. Knowledge (local): 12

Acillo Mhartis

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Part I - The Hellfire Compact - The Road to Hell
« Antwort #44 am: 25.01.2018, 14:44:24 »
Verächtlich verzog Acillo das Gesicht als Pikser sprach Einmal ein Sklave, immer ein Sklave. Aber er hütete sich davor es laut auszusprechen. Nicht aus Angst vor dem Winzling, sondern eher aus Respekt vor Razelago. Er wusste nicht wie er reagieren würden sollte er den Halbling vor ihm in den Boden rammen. Aus einem ihm unerfindlichen Grund schien es so als würde Razelago glauben, sie wären aus einem bestimmten Grund zusammengeführt worden.

"Bitte entschuldigt meine Unhöflichkeit mich nicht vorzustellen. Ich nahm an Cimri hätte euch zu eurer Zufriedenheit berichtet, aber so hole ich ihr Versäumnis gerne nach:", entschuldigte sich der Höllenritteraspirant mit einer Verbeugung: "Mein Name ist Acillo Mhartis aus dem Hause Mhartis. Aspirant des Höllenritterordens. Es ist mir eine Ehre euch und dem Haus Thrune dienen zu dürfen."
Erneut verbeugte sich der Kämpfer. Wenn er eine Regel des Zusammenlebens in Cheliax gelernt hatte war es nach oben buckeln und nach unten treten. Und in dieser Situation war klar, dass Razelago oben war. Wie weit oben würde sich in der nächsten Zeit klären müssen. Alles was Acillo in die Lage brachte das Haus Mhartis wieder zu altem Glanz zu verhelfen würde er tun. Er würde den Namen Mhartis wieder groß machen, davon war der Antipaladin überzeugt.

"Trotz einiger unerfreulicher Vorkommnisse[1] steht das Haus Mhartis treu zum Hause Thrune und ist über jede Gelegenheit seine Treue zu beweisen dankbar."
 1. Acillo spielt auf die unerwünschte Hochzeit von Ileosa Arabasti an, die sie zur Regentin von Korvosa machte an
« Letzte Änderung: 25.01.2018, 14:46:16 von Acillo Mhartis »