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Autor Thema: Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont  (Gelesen 13112 mal)

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Jofarel Xorlarrin

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #615 am: 14.01.2020, 12:12:01 »
Jofarel verstand nicht so recht, welche Mission diese Truppe hier hatte. Sie sollten nach Tiefwasser, waren dann aber einen Umweg von mehreren Tagen in eine andere Himmelsrichtung gelaufen, um einen Riesen zu jagen? Das schien ihm alles recht merkwürdig, aber das würde wohl jeder Oberweltler über die Politik des Unterreiches auch sagen: "Aber ein Frostriese war das doch nicht, den wir da getroffen haben? Ich kenne mich nicht allzu gut aus mit diesen Völkern, aber weder dieses Riesenweibchen in Nesmé noch das Männchen, das wir bezwungen haben, sah mir nach Frostriesen aus. Und von einem Artus Cimber und einem Ring des Winters war auch nirgends die Rede. Mir scheint hier geht sehr viel mehr vor, wenn überall im Norden unterschiedliche Riesen auf dem Kriegspfad sind oder merkwürdige Dinge suchen. Hängt vielleicht dieses Vonindod mit diesem Artus Cimber zusammen? Arbeiten die verschiedenen Riesenarten überhaupt oft zusammen?"

Fiona

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #616 am: 14.01.2020, 12:54:15 »
Fiona zuckte leicht mit den Schultern und schüttelte den Kopf.

"Ich weiß es auch nicht. Deswegen sind wir ja unterwegs, um mehr herauszufinden. Was ich weiß ist, dass sich die Sichtungen und auch die Angriffe von Riesen in letzter Zeit häufen und dafür muss es einen Grund geben. Ob jetzt das eine konkret mit dem anderen zusammenhängt, oder ob es hier verschiedene Dinge gibt, die die Riesen verfolgen, das wird sich hoffentlich mit der Zeit herausstellen. Wir haben jetzt ein paar Anhaltspunkte, denen wir nachgehen sollten und der konkreteste davon ist nachwievor Artus Cimber. Vielleicht können wir ja herausfinden, warum die Riesen im Norden ihn suchen und was es mit diesem Ring auf sich hat. Und auch wenn das vielleicht nicht dasselbe ist, was hier in dieser Region vor sich geht, dann gibt es vielleicht Aufschluss darüber, was diese Riesen hier antreiben mag. Und wir sollen auf unserer Reise nach Dreieber auch entlang der Handelsstraße nach dem Rechten sehen, insofern ist unser Ausflug hier, auch wenn er vielleicht ein kleiner Umweg war, durchaus in Ordnung gewesen. Aber wir sollten uns schon vornehmlich auf unsere aktuelle Aufgabe konzentrieren, auch wenn das hier sicherlich ebenfalls interessant ist. Wenn Du uns begleiten willst, bist Du herzlich willkommen, das sagte ich ja bereits. Ich werde mich natürlich auch dafür einsetzen, dass Du eine Belohnung für Deine Hilfe erhälst. Aber so wie ich den Marquis einschätze, sollte das zumindest kein Problem darstellen. Achja, der Marquis von Mirabar war es, der uns im Namen der Fürstenallianz beauftragt hat."

Kara Stendahl

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #617 am: 15.01.2020, 20:56:07 »
"Ich bin auch dafür, dass wir erst einmal nach dem Riesenweib sehen. Vielleicht führt sie uns ja zum Ring, oder zum Mann. Auf jeden Fall führt die sicher nichts Gutes im Schilde und wenn wir auf der Jagd nicht nur eine schöne Trophäe und Informationen erhalten, sondern vielleicht auch ein paar Leuten helfen können - wär doch nicht schlecht so. Mit zwei erlegten Riesen werden wir außerdem in Dreieber sicher anders empfangen." Kara lächelte geheimnisvoll und auch ein bisschen spitzbübisch.


Kylre

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #618 am: 16.01.2020, 12:48:31 »
Mit seiner Zunge nachdenklich eine alte Zahnlücke inspizierend, die er einst bei einer zünftigen Schlägerei zweier Langbootmanschaften erhalten hatte, machte Kylre keinen allzu klugen Eindruck. Doch weit gefehlt! Den der Verstand des Kapitäns arbeitete auf Hochtouren und so lauschte er das erste mal wirklich aufmerksam wer hier was zu sagen hatte. Er war vielleicht nicht der Klügste, aber eine gewisse selbst attestierte Schläue konnte man dem Seeräuber nicht absprechen.

Schließlich mit einem Schnalzen seiner Zunge die Inspektion abschließend, zog der Ruathym durch die Nase hoch und brummte: "Jetzt wo ich so darüber nachdenke bin ich für den schnellen Weg nach Dreieber. Vielleicht laufen uns noch ein paar süße Hobgoblins oder ihresgleichen über den Weg." Er grinste und wandte sich an Kara und suchte sie zu überzeugen: "Was ist schon eine Riesin im Vergleich dazu, dass wir den ganzen Norden retten werden. Und desto eher wir das tun desto eher können wir unseren Ruhm und unsere Belohnungen dafür einheimsen."

Selbstzufrieden strahlend, hackte er seine Daumen in dem breiten Gürtel ein und wartete darauf, dass der Rest der Gruppe die Weisheit seiner Worte einsah und ihm den gebührenden Respekt dafür zollte.
« Letzte Änderung: 16.01.2020, 12:49:09 von Kylre »

Kara Stendahl

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #619 am: 19.01.2020, 11:44:30 »
"Hm, zuerst macht Dreieber Sinn, aber wir jagen Monster und Riesen im Wald. Jetzt wo wir die Spur einer weiteren Riesin haben, die offensichtlich in einer Mission unterwegs ist, kehren wir dem Kampf den Rücken und galoppieren nach Dreieber. Und das erscheint euch schlüssig?" Kara blickte nach rechts und nach links. "Na gut, dann eben nach Dreieber." Hauptsache eine Entscheidung war getroffen. Die Kriegerin erhob sich und ging auf Grani zu, dann drehte sie sich nach Jofarel um. "Ich nehme an du reitest mit mir? Zeit, dass wir vorankommen!" Sie überprüfte die Gurte des Sattels und saß auf.
« Letzte Änderung: 19.01.2020, 11:45:12 von Kara Stendahl »

Blutschwinge

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #620 am: 19.01.2020, 11:50:58 »
Während sie dort standen und ihre weitere Reise planten, sahen sie einen Wagen, der vom Waldrand her auf sie zu kam. Auf dem Wagen saßen zwei Frauen, außerdem ritten zwei Männer auf Pferden daneben und einige Männer folgten zu Fuß. Dann löste sich einer der Reiter vom Trupp und kam zu den Abenteurern geritten, hielt aber in gut 3 Meter Entfernung an. Er trug einfache Reisekleidung und eine Lederrüstung, Schwert, Schild und Bogen.
"Ho, wir bringen nichts Böses. Wir kommen aus dem Wald und wollen zur Handelsstraße. Was tut sich hier in der Ebene, ist die Reise sicher?"

Fiona

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #621 am: 19.01.2020, 12:53:55 »
"Wir haben zwei Spuren, die wir verfolgen können. Die Riesin mit den Hobgoblins hier und unsere ursprüngliche Spur, die uns im Moment nach Dreieber führt. Wir haben zudem den Auftrag des Marquis, entlang der Handelsstraße nach dem Rechten zu sehen. Das können wir machen, wenn wir den Weg nach Dreieber fortführen, während uns die andere Spur davon wegbringt. Für mich ist es daher vollkommen klar, welcher Weg im Moment der richtige ist," hatte Fiona noch erklärt. "Jede dieser Spuren wird uns auf ihre eigene Art näher an die Riesen bringen, da braucht ihr euch wirklich keine Sorgen machen, soweit ich die Lage im Moment beurteilen kann."

"Und dem Riesen hier zu folgen, hatte durchaus Sinn gemacht, da es sich um einen eher kurzen Umweg handelte. Der anderen Riesin nun noch weiter zu folgen, würde uns aber zu weit von unserem eigentlichen Weg abbringen. Es geht in erster Linie nicht darum, jeden Riesen zu finden, der hier herumläuft, denn ich fürchte, das werden noch ein paar mehr sein, sondern herauszufinden, warum sie es überhaupt tun. Wenn wir wissen, was sie antreibt, können wir viel zielgerichteter vorgehen."

* * * * *

Als sie von den Reisenden angesprochen wurden, ergriff Fiona naturgemäß auch das Wort.

"Keine Sorge, von uns habt ihr nichts zu befürchten. Ganz im Gegenteil, wir sind hier unterwegs, um für ein wenig Sicherheit zu sorgen, soweit es denn in unseren Kräften steht. Eine große Gefahr konnten wir bereits ausschalten. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass die Gegend im Moment absolut sicher ist. Der Weg zur Handelsstraße wird vermutlich sicher sein, aber es gibt doch einige Gefahren hier in der Umgebung. Wir selbst sind jetzt auch auf dem Weg zurück zur Handelsstraße und dann weiter nach Süden und könnten euch daher auch bis dorthin begleiten."

Jofarel Xorlarrin

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #622 am: 20.01.2020, 09:25:20 »
Die Entscheidung nach Dreieber zu reiten nahm Jofarel dann so hin. Er wusste nicht, was genau dieser Auftrag war und er verstand ihn auch nicht wirklich. Ihm schien die Riesin eine gute Spur, die nach einem Ritte nach Dreieber wahrscheinlich erkalten würde. Aber wie auch immer, wenn Fionas Bericht stimmte, dann würden sie noch mehr Riesen auf dem Weg treffen und vielleicht auch ein paar
Als Reaktion auf Karas Angebot nickte Jofarel: "Ja, das wird wohl schneller sein. Bei nächster Gelegenheit, sollten wir aber wohl ein weiteres Reittier besorgen. Mein Anteil an den Steinen des Riesen sollte dafür wohl ausreichen. Und wenn ihr es kauft, wird das auch wenig Schwierigkeiten machen."

Als dann die Fremden auftauchten zog Jofarel die Kapuze tief ins Gesicht und verbarg seine Hände unter dem Mantel. Niemand musste wissen, welches Blut in seinen Adern floss. Das würde die Situation nur unnötig verkomplizieren.

Blutschwinge

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #623 am: 20.01.2020, 10:24:06 »
Die Züge des Mannes entspannten sich nach Fionas Antwort sichtlich. Langsam näherte er sich mit seinem Pferd, weiterhin sorgsam darauf bedacht, nicht aggressiv zu wirken.

"Das ist eine gute Nachricht. Wir hatten in den letzten Tagen nur wenig Glück. Wir waren im Wald unterwegs und haben eine Gruppe von Holzfällern bewacht, als wir auf eine Gruppe von Bauern trafen, die vor einer Horde mit Hobgoblins und einem Riesen gejagt wurden. Sie waren ihnen dicht auf den Fersen. Mit den Hobgoblins hätten wir es aufgenommen, aber Riesen sind etwas anders. Also haben wir alles zusammengepackt und sind mit den Bauern losgezogen. Leider haben es nicht alle geschafft, unser Anführer blieb mit einigen der Wachen zurück, um uns einen Vorsprung zu verschaffen, das hat geklappt, aber ich fürchte, sie haben es nicht geschafft. Und dann, wir waren schon einige Stunden unterwegs und dachten, wir hätten sie abgeschüttelt, da war da plötzlich der Riese vor uns oder ein anderer Riese, denn eigentlich konnte es nicht derselbe sein, außer er kann zaubern. Wie auch immer, ich dachte unser letzten Stündlein hätte geschlagen, denn er sah uns direkt an, dachte ich zumindest. Aber irgendwie scheint er uns doch nicht gesehen zu haben, denn er marschierte einfach weiter, keine zehn Schritt an uns vorbei. Es war heute früh, es war noch nebelig im Wald, vielleicht hat uns das gerettet. Aber wenn die beiden Riesen sich treffen, dann wollen wir so weit weg wie möglich sein. Himmel, was passiert hier. Man ist seines Lebens nicht mehr sicher. Aber jetzt haben wir es ja vielleicht geschafft. Wie weit ist es denn noch bis zur Straße?"

Kara Stendahl

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #624 am: 20.01.2020, 18:13:55 »
Kara zögerte. Sie könnten die Gruppe bestimmt überfallen und eines der Pferde erbeuten... Mit dem Dunklen würde es bestimmt Probleme oder unnötige Diskussionen geben. Mit genug Fingerspitzengefühl oder ein paar Kunsstücken mit der mächtigen Streitaxt könnte man die Reisenden bestimmt davon überzeugen, seine Rasse zu ignorieren - doch das würde bestimmt wieder Zeit kosten...

Fiona war immer darauf aus Konflikt zu vermeiden. Vielleicht sollte die grobe Kriegerin das auch einmal versuchen... Kara sprang von Grani und drückte Jofarel seine Zügel in die Hand. Dann schritt sie auf den Wagen zu, immer darauf bedacht freundlich und - für ihre Verhältnisse - harmlos zu wirken. "Mit dem Wagen würde ich sagen sechs Tage." Mit offener Körperhaltung bewegte sie sich direkt zum Gefährt. "Ich bin Kara Stendahl aus Ruathym, das sind Kapitän Kylre und Fiona. Da hinten ist Jofarel, unser Scout, ist ein bisschen schüchtern. Als Kind in die Flammen gekommen - ihr versteht." Sie machte eine eindeutige Geste.

Dann hatte sie die Leute erreicht und lächelte breit hinauf zum Reiter. "Einem Riesen hier in der Gegend sind wir ebenfalls begegnet. Pech für ihn - wir haben ihn gefällt wie einen morschen Baum. Für einen Platz auf eurem Wagen erzähle ich euch die großartige Geschichte! Unser Scout bricht auf, reitet voraus und warnt uns, sollte es Ärger geben. Wir verbringen unterdessen die sechs Tage bis zur Straße in angenehmer Gesellschaft, was meint ihr?"
« Letzte Änderung: 21.01.2020, 20:10:53 von Kara Stendahl »

Kylre

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #625 am: 21.01.2020, 15:40:30 »
Erhaben hoch im Sattel sitzend, denn auf Pferden nur zu sitzen hatte er mittlerweile gemeistert, lauschte der Seeräuber stumm während die Frauen die Vorstellung ihrer Gemeinschaft übernahmen und nickte nur kurz zum Gruße als sein Name fiel. Einstweilen verfolgten Kylres Gedanken für diesen Momemnt ebenso die Vorgehensweise diese Leute um ein Pferd oder zwei zu erleichtern. Damit sie schneller aus der Wildnis kamen. Nach Dreieber. Dort würde ihnen sicherlich einen Hort an neuen Gerüchten und Möglichkeiten offen stehen.

Karas ungewohnte Großzügigkeit mit einem Schulterzucken akzeptierend, war der Ruathym dann aber tief im Herzen nicht unfroh darüber, dass sie ein gemütlicheres Tempo anschlugen. Und so ritt er neben seiner Freundin her, die die Leute mit ihrer Geschichte unterhielt. Welch Glück diese Tölpeln doch hatten! Normalerweise ließen Stendahl und er eher Äxte anstatt von Worten sprechen.

Nichts desto trotz hob der Kapitän stolz den Zahn des Riesens hervor als das Gespräch auf ihren Riesen fiel. "Aye!" bestärkte er voll Stolz die Geschichte. "Wir vier haben ihm schnell den Gar ausgemacht und seinen Wanst aufgerissen." Bewusst etwas blutrünstiger als notwendig grinsend, achtete Kylre darauf, dass die Leute nicht zu glauben begannen, ihnen hier zu nahe kommen zu müssen. Landratten neigten zu solchem Verhalten.

Blutschwinge

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #626 am: 25.01.2020, 12:56:11 »
Als Kara an dem Reiter vorbei zum Wagen lief, setzte dieser sich mit dem zweiten Mann zu Pferd in Bewegung und kurz darauf trafen sie auf Kara. Im Wagen saßen einige Erwachsene und Kinder, vermutlich 2 Familien, der Kleidung nach waren dies die Bauern. Außerdem saßen dort noch gut eine Handvoll Männer, vermutlich weitere Holzfäller, genau wie die Männer, die den Wagen lenkten. Zwei Männer sprangen vom Bock, damit Kara dort Platz hatte und gingen zu Fuß weiter. Die Bauern im Innern sahen verängstigt aus, die Kinder hielten sich dicht bei ihren Eltern.

Und so zogen sie los in Richtung der Straße. Sie hielten sich dich am Waldrand und so passierten die das Heiligtum der Barbaren in so großer Entfernung, dass es zu keinem Kontakt kam. Die Tage vergingen ohne weitere Begegnungen. Und schließlich erreichten sie die Straße. Die Holzfäller wollten mit den Bauern nach Norden, zurück zur Feste, aus der auch die Gruppe gekommen war. Die Gruppe dagegen machte sich auf den Weg nach Süden, in Richtung Dreieber.
« Letzte Änderung: 25.01.2020, 12:57:17 von Blutschwinge »

Kara Stendahl

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #627 am: 26.01.2020, 10:35:38 »
Unerwartet ruhig vergingen die Tage bis zur Straße. Kara und Kylre verbrachten die Reise abwechseln mal am Karren, mal am Pferd, worüber der Kapitän nicht unglücklich zu sein schien. Am Gespann ließ sich wunderbar dösen und noch schöner Seemannsgarn spinnen über Schlachten und Kämpfe, Abenteuer und Heldenquesten. In ihrem Enthusiasmus vergaßen beide Krieger allerdings ab und an, dass auch eine Schar Kinder zum gierigen Publikum gehörte und so bremsten sie die schüchternen Bauersfrauen hie und da ein - wenn Karas detailreiche Berichte abgetrennter Körperteile zu blutig, oder Kylres nächtliche Eroberungsgeschichten zu ausführlich wurden.

Trotzdem fühlten sich nach einer Weile alle Mitglieder des Trosses recht entspannt und erfreuten sich an der Gesellschaft der jeweils anderen. Nun beinahe alle, denn der Dunkle hielt sich selten und ausschließlich in den düsteren Stunden in ihrer Nähe auf. Meist nur kurz um zu berichten und sich über einem bescheidenen Mahl auszutauschen. Grani schien es nicht zu stören, dass er einen anderen trug. Das gleichmütige Schlachtschiff trottete treu dorthin, wo der entschieden leichtere Reiter ihn führte.

Als sich der gemeinsame Teil der Strecke aber dem Ende näherte, erinnerte Jofarel die Kriegerin in vorausschauendem Pragmatismus daran, dass sie eines weiteren Huftieres bedurften. Am vorletzten Tag also sprach die große Blonde mit einem der Berittenen. Bald wären die Arbeiter am Ziel und Gold in der Tasche konnte jenem bestimmt dienlicher sein, als ein dann überflüssiges Reittier, welches man ja auch noch erhalten musste. Schnell konnten sie sich einigen und Kara erstand[1] einen noch recht jungen, schlanken Grauschimmel vom Holzfäller. Das Tier war munter und aufmerksam, schien neugierig und freundlich und auch wenn die Kriegerin an sich nicht allzuviel von Pferden verstand, so schien ihr der Hengst doch gut für seinen neuen Herrn geeignet. Gesund und schnell war er auf jeden Fall.

Am letzten Tag, nach einer Nacht des gemeinsamen Trinkens verabschiedete Kara sich und wünschte den Familien Glück und Segen für die kommenden Wochen. Als sie außer Sicht waren, stieß Jofarel wieder zu ihnen und Kara tauschte den jungen Hengst gegen den Alten. Grani war ihr ans Herz gewachsen und sie war insgeheim ganz froh, ihn wieder unter sich zu wissen. Gemeinsam mit Fiona und Kylre ging es hastig weiter gen Süden. Karas private Vorräte waren aufgebraucht und die nächste Taverne lockte sie beinahe soviel, wie die Aussicht auf den nächsten Kampf.
 1. -75G

Fiona

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #628 am: 26.01.2020, 13:07:32 »
Zumindest ein Teil des Weges war geschafft und sie waren wieder auf der großen Handelsstraße, die sie weiter nach Dreieber führen sollte. Die Bauern und ihre Bewacher waren zunächst noch skeptisch gewesen, aber hatten doch schnell erkannt, dass die kleine Abenteurergruppe ehrlich zu ihnen gewesen war und wirklich nichts im Schilde führte. Das konnte man von einem Tag zum nächsten immer mehr feststellen. So konnten sie die Wagen sicher zur Straße geleiten und den Rest des Weges würden sie auch noch schaffen, war es hier doch um einiges weniger gefährlich als draußen in den Hügeln, wo sich offenbar eine ganze Schar Riesen herumtrieb, ganz zu schweigen von den Hobgoblinbanden und was auch immer sonst noch an Gefahren in der Wildnis auf einen lauerte. Auf der Handelsstraße würden sie davon wohl etwas weniger sehen. Sie hatten ein Ziel vor Augen und wollten es auch schnell erreichen, insofern war Fiona auch froh, als sie erfuhr, dass Kara ein Pferd für Jofarel aufgetrieben hatte. Das würde die Weiterreise sicher vereinfachen.

Jofarel Xorlarrin

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #629 am: 26.01.2020, 14:56:34 »
Jofarel hielt sich für die nächsten Tage von der Truppe fern. Das war für ihn nicht sonderlich ungewohnt, da er schließlich oft sämtliche Gesellschaft mied in den letzten Jahren, aber er merkte schnell, dass es ihm nicht wirklich schmeckte. Auch wenn es nur wenige Tage gewesen waren, war es durchaus eine schöne Abwechslung gewesen abends einmal nicht allein in der Dunkelheit, sondern mit anderen am Feuer zu sitzen. Als dann schließlich die Flüchtlinge auch auf der Straße angekommen und die Fremden wieder fort waren, gesellte der Dunkelef sich wieder zu seinen neu gefundenen Gefährten.
Als Jofarel dann schließlich dank Karas Güte sein eigenes Reittier erhielt, war er noch einmal zufriedener, dass er jetzt sogar allein würde reiten können. Ohne lange zu zögern, gab er der Barbarenfrau etwas von dem Gold, das er bei sich trug, um sie für ihre Ausgaben zu entschädigen. Es waren noch Reste der Beute aus langer vergessener Zeit, aber jetzt waren sie gewiss gut investiert.[1]
 1. 75 gp für Kara

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