Autor Thema: Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont  (Gelesen 356 mal)

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Gaston

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #30 am: 13.06.2018, 19:33:52 »
"Entschuldigt mich bitte!", brummelte Gaston und stand vom Tisch auf, um auszutreten. Heißer Branntwein stieg dem kleinen Halbling schnell zu Kopf und drückte in der Blase. Als er fertig war, blickte er erst zum Tisch mit seinen Gefährten, dann zu dem Tisch, an welchem Skip mit einem Fremden plauderte. Es schmerzte Gaston in diesem Augenblick ein wenig, dass Skip momentan so neben der Spur war und die Gesellschaft seiner Gefährten mied. Gaston dachte auch mittlerweile nicht mehr, dass Skip nur eine Rolle spielte. Aber dass Skip ihn auch nicht verraten hatte, davon war Gaston noch lange nicht überzeugt. Vielleicht spürte Skip ja so etwas wie Schuldgefühle. War er zur Einsicht gekommen, es übertrieben zu haben. So könnte es wohl sein.

Gaston wurde sich gewahr, dass er schon eine kleine Weile dagestanden hatte und es mittlerweile wohl seltsam aussehen würde. "Darf ich mich setzen?", fragte er und saß im nächsten Moment auch schon am Tisch von Skip und dem Zwerg. Er räusperte sich verlegen. "Nun, mein Name ist Gaston. Ich wollte mal eben sehen, wo mein Freund abgeblieben ist. Ihr müsst sicher etwas interessantes zu erzählen haben, dass Skip Eure Gesellschaft der unseren vorzieht. Lasst mich doch bitte teilhaben. Ich zahle auch eine Runde Brandy. Nebenbei gefragt, haben sie auch Bier hier? Ich kann nicht so viel Brandy trinken. Das steigt zum Kopf und ich fange an zu quasseln. Ja, kann passieren. Nun, also, wir kommen aus dem Süden und sind hier auf der Durchreise. Hat Skip das schon erzählt? Wir kennen uns nicht so sehr aus, sind aber vielleicht auf ein kleines Abenteuer aus. So ist es doch, Skip? Gibt es hier Arbeit in der Gegend? Oder eine Bedrohung? Irgendetwas?", fragte er.

Unsicher suchte er den Blick von Skip. Wahrscheinlich war dieser jetzt ärgerlich, in seinem Gespräch gestört worden zu sein.
„Essen ist ein Bedürfnis, genießen ist eine Kunst.“ (Rochefoucauld)

Skip

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #31 am: 13.06.2018, 19:41:23 »
Doch als Gaston sich nach Skip umsah, fand er ihn zunächst nicht. Dann glitt sein Blick tiefer. Und noch tiefer. Auf dem Boden lag der Kerl, den er suchte, so friedlich wie weggetreten.

Dolgrim Frostbart

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #32 am: 15.06.2018, 07:54:52 »
Dolgrim war etwas verwundert, als Azrim so direkt nach den Riesen fragte. Zwerge mochten keine Riesen und er hatte erwartet, dass die Zwergenfrau von sich aus darüber sprechen würde, wenn hier Riesen gesichtet worden wären. Aber dann dachte er, dass es vielleicht gar nicht so schlecht war. Als Mitglied der Wache würde sie Reisende sicher nicht erschrecken oder verunsichern wollen. Azrim konnte aber als einer der Reisenden durchgehen, die gerne den Norden sehen wollten und vielleicht nicht nur Berge sondern auch Riesen erwartete. So würde sie nun vielleicht auch von Gerüchten oder eher unglaubwürdigen Geschichten sprechen, die sie sonst nicht erwähnt hätte. Also blieb er still und wartete auf ihre Antwort. Dabei achtete er besonders auf ihre Reaktion, vielleicht würde sie ja doch nicht alles erzählen, was sie wusste.

Idunivor

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #33 am: Heute um 10:40:51 »
Fiona war sich recht sicher, dass die meisten der Gäste hier Karawanenwächter oder andere Söldner waren, die darauf warteten, dass sie eine neue Aufgabe finden konnten. Es mochte der ein oder andere Abenteurer dazwischen sein, doch jetzt an diesem Abend waren diese nicht voneinander zu unterscheiden. Sie alle wirkten als könnten sie im Zweifel mit ihren kräftigen Händen durchaus etwas anfangen, aber niemand stach heraus als jemand von dem sie glaubte, dass er besonderes Wissen haben konnte. Also mischte sie sich einfach in die Menge und erfhur einiges über die Umgebung. Zumindest hier hatte niemand etwas von einer unmittelbaren Bedrohung durch Riesen gehört. Ein Zwerg wusste von Riesenspuren zu berichten, die er bei einem kurzen Eskortauftrag von Caer-Konig nach Bryn Shander entdeckt hatte, aber den Riesen selbst hatte er nicht zu Gesicht bekommen. Die anderen wussten eher von Orks, Yetis und Barbaren zu erzählen, aber tatsächlich gab es hier auch kaum jemanden, der wirklich weit ab der Straße nach Norden oder den Zehn Städten unterwegs gewesen war.



"Riesen? Pah!" Es folgte ein längerer Fluch auf Zwergisch, genau wie Dolgrim ihn wohl auch verwendete hätte, bevor Augrek weiter antwortete: "Nun, nichts außergewöhnliches. Vereinzelt sind sie immer unterwegs hier oben im Norden, im Grat der Welt und auf dem Eismeer, aber dass sie besonders aktiv wären? Davon haben wir bis jetzt nichts gespürt. Aber Sherrif Markham sucht auch schon seit Zehntagen nach Leute, um eine Patrouille zusammenzustellen, um die weiteren Ausläufer des Tales in Augenschein zu nehmen. Aber bisher hat er niemanden gefunden, der das für das Gold, das er zahlen kann, erledigen würde. Die meisten Söldner sind nur solange hier oben bis die nächste Karawane nach Süden aufbricht."



"Natürlich haben Sie hier auch Bier", sagte Baric als er Gaston einen Stuhl zur Seite zog. "Fragt einfach Ogden und er wird euch eines bringen. Wenn ihr den Brandy nicht gewohnt sein, mag das wirklich besser sein." Baric blickte einmal zu Skip, der genau dies gerade zu spüren bekommen hatte. "Aber es vertreibt die Kälte nicht ganz so gut wie der Feuerbrand. Und wenn es um Arbeit geht fragt ihr am Besten den Sherrif oder die Stadtsprecherin. Die können da etwas offizielles verteilen. Denn das klingt nicht so, als wäret ihr auf der Suche nach einer Karawane, die wieder gen Süden zieht. Die kommen hier mehr oder weniger regelmäßig an und bleiben meist für etwa einen Zehntag, wie ich gehört habe, bevor sie wieder aufbrechen."

Gaston

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Erstes Kapitel - Das Grollen am Horizont
« Antwort #34 am: Heute um 21:40:49 »
Gaston schaute auf den wohlig schlummernden Skip und seufzte. "Vielen Dank für Eure Auskunft, guter Herr! Dann frage ich vielleicht einmal diesen Odgen. Für's Erste, nunja, denke ich, dass ich erst einmal diesen kleinen Helden ins Bett bringe. Na komm, mein guter Skip, wir gehen jetzt in die Heia!" Damit fasste Gaston Skip unter den Armen und versuchte diesen aus dem Schankraum in das Gästehaus zu bringen. Glücklicherweise war Skip recht schmächtig. Wenn er nur nicht so eine schlimme Fahne gehabt hätte! Als er im Zimmer von Skip angekommen war, legte er ihn ins Bett, zog seine Stiefel aus, deckte ihn zu und stellte vorsorglich Nachttopf und Wasserkrug in Reichweite. "Deinen Kopf will ich morgen nicht haben...", murmelte er und überlegte, was er nun tun sollte. Schließlich entschied er sich, in einem kleinen Sessel Platz zu nehmen und etwas zu lesen, bis schließlich auch ihn der Schlaf ereilte.
„Essen ist ein Bedürfnis, genießen ist eine Kunst.“ (Rochefoucauld)