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Autor Thema: Wildwasser  (Gelesen 6751 mal)

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Blutschwinge

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Wildwasser
« am: 28.05.2018, 17:44:15 »
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Taradae III, der "König"



Derior, der erste Jäger des Reichs
« Letzte Änderung: 11.07.2018, 15:20:52 von Blutschwinge »

Blutschwinge

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Wildwasser
« Antwort #1 am: 28.05.2018, 21:51:11 »
Und das gelang ihnen auch. Zwar hatten sie das Tempo verlangsamen müssen, als die Sonne schon hinter dem Horizont verschwunden war, aber bevor die Dunkelheit der Nacht sie vollends einhüllte sahen sie die düster Aufragenden Mauern von Wildwasser.

Den Namen hatten sie von Almaran erfahren, aber viel mehr wussten sie nicht über diese Stadt. Als sie sich der Stadt näherten hörten sie überraschte Rufe hinter der Mauer. Kurz darauf sahen sie ein Licht näher kommen und kurz darauf schaute ein Mann mit einer Fackel über die Mauer in ihre Richtung.

"He da, wer seid ihr, was wollt ihr. Stopp, bleibt wo ihr seid, unsere Bolzen haben euch im Ziel." Seine Stimme klang nervös oder überrascht oder beides.

Im Licht der Fackle sahen sie nun auch das Tor, ein einfaches zweiflügeliges Tor. Und im Halbdunkel konnten sie weitere Bewegungen ausmachen, vielleicht war die Sache mit den Bolzen also keine leere Drohung.
« Letzte Änderung: 29.05.2018, 10:44:05 von Blutschwinge »

Eronomion

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Wildwasser
« Antwort #2 am: 29.05.2018, 08:49:28 »
Der junge Mann lenkte Alec einige Meter näher an die Mauer, achtete aber darauf, dabei keinerlei bedrohliche Gesten zu machen. Er wollte nur nicht zu laut schreien müssen, um mit dem Schützen zu sprechen: "Seid gegrüßt! Mein Name ist Eronomion und ich und meine Begleiter sind Reisende im Dienste Erasthils. Der Erste Jäger des Königs mag unsere Ankunft bereits angekündigt haben, so er schon von seiner Jagd zurückgekehrt ist. Wir sind hier um dem Herren dieses Landes unsere Aufwartung zu machen und wären euch dankbar, wenn ihr uns trotz der späten Stunde noch in eure Stadt lassen würdet, auf dass wir nicht hier draußen vor den Mauern die Nacht verbringen müssen."
Im Zweifel würden sie das natürlich einfach tun und ein Lager in Sichtweite der Stadtmauern aufschlagen, aber ein weiches Bett wäre Eronomion dann doch lieber als der harte Boden hier draußen.
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Blutschwinge

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Wildwasser
« Antwort #3 am: 29.05.2018, 10:50:11 »
Für einen Moment hörten sie, wie die Männer oben miteinander flüsterten. Dann sahen sie den Kopf des Mannes wieder.
"Also, äh, ja. Gut, dann lassen wir euch ein. Aber wir haben euch weiter im Visier, macht also keinen Mist!"

Es dauerte einen Moment, dann hörten sie, wie ein Balken bewegt wurde und kurz darauf öffnete sich das Tor. Der Mann mit der Fackel stand weiterhin oben und spähte über die Mauer.
Im Tor tauchten nun auch zwei Männer mit Fackeln auf und winkten die Gruppe heran. Im Hintergrund sahen sie einen Mann, der schnell zu einem Gebäude lief.

EldarRil Sturmreiter

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Wildwasser
« Antwort #4 am: 29.05.2018, 14:08:16 »
EldarRil ritt an die Seite von Eronomion, sagte aber zu den Wachen nichts und dachte sich lieber seinen Teil Ich habe Euch auch im Blick, also macht auch ihr bloß keine falsche Bewegung.
Stillschweigend ritt er neben Eronnmion her und beobachtete die Umgebung ganz genau.
« Letzte Änderung: 29.05.2018, 19:24:17 von EldarRil Sturmreiter »

Blutschwinge

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Wildwasser
« Antwort #5 am: 30.05.2018, 09:21:33 »
Langsam trabte die Gruppe also durch das Tor. Sie konnten erkennen, dass das Tor in keinem besonders guten Zustand war. Es war zwar noch einigermaßen stabil, aber es wurde nicht besonders gepflegte. Mit einem einfachen Rammbock wäre man sofort in der Stadt. Auch die Mauer hatte schon länger keinen Handwerker mehr gesehen.

Als sie durch das Tor geritten waren kam ein Mann aus dem Haus in ihre Richtung gelaufen, in dem die Wache eben verschwunden war. Er war älter, gut gekleidet, trug eine ordentliche Rüstung, aber keinen besonderen Schmuck. Seine Haltung zeigte eine militärische Ausbildung. Sein Schwert hatte er nicht gezogen und und er lief langsam und schien entspannt.

Irgendwann traf man aufeinander, der Mann blieb gut 5 Meter vor Eronomions Pferd stehen. "Na, Besuch. Und das so spät. Willkommen in Wildwasser, Reisende. Ihr habt unsere Wache ganz ordentlich erschreckt, was? Und ihr habt also Derior geholfen, die Bestie zu erlegen - ein fieses Viech, ich habe es gesehen, gruselig. Gut. Ihr findet unsere beste Unterkunft im Sturmriesen, direkt am Marktplatz, dort entlang. Der Wirt ist sicher noch auf, er wird noch Gäste haben. Oder gibt es noch etwas zu besprechen?"

Die Männer entspannten sich sichtlich, als sie hörten, was der Mann sagte. Offenbar war er eine Autorität unter den Wachmännern.

Eronomion

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Wildwasser
« Antwort #6 am: 30.05.2018, 10:54:40 »
Eronomion stieg direkt von seinem Reittier ab und führte Alec jetzt am Zügel, um dem anderen Mann auf Augenhöhe zu begegnen: "Habt vielen Dank, dass ihr uns zu dieser späten Stunde noch eingelassen habt. Und ein Bekannter, der schon das ein oder andere Mal hier war, hat uns um einen Gefallen gebeten. Er kennt den Wirt des Alten Schmiedes und deshalb hat er uns gebeten, damit sein Freund auch einmal ein paar Münzen in den Beutel bekommt, zunächst dort zu übernachten. Könnt ihr uns den Weg dorthin weisen? Sobald wir unsere Pflicht in dieser Sache erfüllt haben, werden wir gewiss auch den Sturmriesen besuchen."
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Alyssa

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Wildwasser
« Antwort #7 am: 31.05.2018, 05:19:19 »
Den Vorschlägen Eronomions hatte Alyssa nichts zuzufügen und da sie eine derjenigen war, die aufpassen mussten, würde sie sich gegen die Absprachen auch nicht wehren. Alle waren recht schweigsam - der Tag war anstrengend gewesen - und so ging auch die Hexe früh schlafen, um am nächsten Tag wieder frisch und erholt zu sein. Den ganzen Tag waren sie unterwegs aber sie schafften es schließlich, ohne große Zwischenfälle, in Wildwasser anzukommen.
Kaum hatten sie sich der Stadt genähert, da wurden sie auch schon aufgehalten und bedroht. Na das war ja eine nette Begrüßung. Selbst als Eronomion sie vorstellte und klar machte, dass sie erwartet wurden, blieben die Wachen aggressiv. Mit was für Leuten hatten die denn sonst zu tun, dass sie so vorgingen? Wütenden Bauern oder Bewohner vielleicht? Überraschen würde es sie nicht.
Als sie das Tor aber hinter sich gelassen und die Stadt betreten hatten, wurden sie endlich freundlich begrüßt. Anscheinend war der Mann ein Offizier oder etwas Ähnliches - mindestens aber jemand, dem Respekt entgegengebracht wurde. Gut. Den mussten sie sich merken. Mit ihm sollten sie sich wahrscheinlich gut stellen.
Am liebsten hätte Alyssa gefragt, ob alle Reisenden so von den Wachen begrüßt wurden oder wieso diese so schreckhaft und aggressiv Fremden gegenüber waren aber sie biss sich auf die Lippe und versuchte sich an die Absprachen zu halten. Eronomion war hier der Diplomat und sie würde sich hüten, seine Anstrengungen zunichte zu machen. Sie blieb also still und machte einen erschöpften Eindruck - den sie nicht einmal spielen musste - damit sie in Ruhe gelassen wurden.

Blutschwinge

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Wildwasser
« Antwort #8 am: 31.05.2018, 15:49:12 »
Der Mann nickte Eronomion zu. "Klar, der Alte Schmied ist auch eine gute Unterkunft. Er ist etwas abseits, Gäste wohnen meist lieber am Markt. Aber auch der alte Karl wird noch wach sein. Folgt der Gasse dort, sie führt in einem weiten Bogen an der Stadtmauer entlang. Ihr müsst die Stadt beinahe halb umrunden, dann kommt ihr zu einem kleinen Brunnen. Wählt von dort nicht die breite Straße, sondern eine kleine Gasse und nach 20 Schritt steht ihr vor eurem Ziel. Karl hat einen eigenen Stall, ihr könnt die Tiere also dorthin mitnehmen. Gehabt euch wohl.
Damit zeigte er noch einmal in die richtige Richtung und trat dann einige Schritte beiseite, damit Eronomion weiter reiten konnte.

Dann rief er den Wachen zu. "Und ihr macht das Tor jetzt wieder zu, es sind keine Geister, die gekommen sind, nur Reisende." Er lachte einmal auf und wartete, bis der Trupp sich in Bewegung setzte.

Die Wachen begannen aber sofort, das Tor zu schließen und sich wieder ihren Aufgaben zu widmen.

Ponzio

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Wildwasser
« Antwort #9 am: 31.05.2018, 20:00:46 »
Eronomion kristallisierte sich mehr und mehr als Anführer ihrer kleinen Gruppe heraus, und Ponzio hatte nichts dagegen einzuwenden. In seiner Jugend hätte er sich womöglich selbst in den Vordergrund geschoben, doch das Alter und die Folgen des Alkohols hatten ihn vor solchen Dummheiten geheilt, und heute blieb er gerne in der zweiten Reihe und ließ andere die Gespräche führen. Außerdem gefiel ihm die Einstellung des jungen Mannes - er selbst hatte sicherlich keine Probleme damit, mit der Wahrheit auch einmal hinterm Berg zu halten. Auch wenn diese Mission für ihn ein Weg war, seine Sünden der Vergangenheit zu verarbeiten, war es doch angenehm, dass die allzu moralisch aufgeladenen Teile ihrer Gruppe nun nicht mehr unbedingt die Tonart angaben.



Als sie nach einer nicht allzu langen Reise schließlich in der Hauptstadt ankamen, führte also weiterhin Eronomion die Gespräche mit den Wachen, was Ponzio die Gelegenheit gab, sich das Verhalten der Männer und überhaupt den Zustand der Stadt genauer zu beobachten. Es wurde schnell deutlich, dass bei weitem nicht alles in Ordnung war hier - was aber auch niemand von ihnen erwartet hatte nach allem, was sie vorher bereits gehört hatten. Die Verteidigungsanlagen der Stadt waren ziemlich offensichtlich nicht im besten Zustand, dafür waren jedoch die Wachen so nervös, dass Ponzio tatsächlich Sorge hatte, einer von ihnen würde aus reiner Angst einen Armbrustbolzen abschießen. Erst der Wachhabende, oder wer der Mann war, der sie in Empfang nahm, strahlte eine gewisse Sicherheit und Routine aus, die die Spannung langsam aus der Situation nahm.

Erst als sie bereits an dem Mann vorbeiritten, griff auch der Magier in das Gespräch ein und sprach den Soldaten direkt an: "Habt vielen Dank für Eure Hilfe, guter Mann. Verzeiht, dass wir uns - außer unserem Anführer - noch nicht vorgestellt haben, aber wir haben eine anstrengende Reise hinter uns, und der Empfang hat uns einen kleinen Schrecken in die Glieder fahren lassen. Mein Name ist Ponzio." Einen nach dem anderen stellte er auch die restlichen Mitglieder der Gruppe vor. "Dürften wir erfahren, mit wem wir es zu tun haben?"

Kivan

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Wildwasser
« Antwort #10 am: 31.05.2018, 21:50:09 »
"Noch eine Stadt," dachte Kivan. Er selbst konnte Menschenmassen nicht gut ertragen und auch wenn er natürlich wusste, dass Erastil für einen Einklang zwischen Zivilisation und Natur eintrat, war die kalten Mauern, der Dreck und der Gestank größerer Städte für den Waldläufer manchmal etwas, das schwer zu ertragen war. An Orten wie diesem sehnte sich ein Teil von ihm nach seiner Heimat. "Wir haben eine Mission zu erfüllen", schalt er sich als er sich bei dem Gedanken erwischte, dass er eigentlich lieber woanders wäre und folgte dann den anderen.
« Letzte Änderung: 31.05.2018, 21:51:59 von Kivan »
Der Bogenmacher formt den Bogen, der Meisterschütze formt sich selbst.

Blutschwinge

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Wildwasser
« Antwort #11 am: 01.06.2018, 15:01:34 »
Der Mann nickte Ponzio nach dessen Vorstellung zu. "Kein Problem, es ist spät und wir sind alle müde. Dorn ist mein Name, Maruk Dorn. Gute Nacht."

Dann ritt die Gruppe langsam in die geheißene Richtung. Es war dunkel in den Gassen Wildwassers. Hin und wieder konnten sie durch eine der großen Straßen einen Blick in Richtung der Mitte werfen und dort sahen sie vereinzelt Laternen brennen, aber hier am äußeren Rand war es dunkel. In den Häusern brannte kaum ein Licht und Laternen gab es keine, auch nicht an der Straße. So nutzen sie eigene Lichtquellen, damit die Pferde genug sehen konnten. Es war still, nur der Klang der Hufe hallte durch die Straße.

Es war mehr als offensichtlich, dass die Gebäude nahe der Stadtmauer in einem weit erbärmlichen Zustand waren als die Stadtmauer, die immerhin keine Löcher aufwies. Allerdings konnte man auch bei der Mauer erkennen, dass der Zustand sich verschlechterte, je weiter man sich von dem Tor entfernte. Und wie Kivan erwartet hatte kamen sie auch durch einen sehr armen Teil der Stadt, indem es furchtbar stank und einige Gebäude so baufällig aussahen, dass die Gruppe hoffte, dass darin niemand mehr wohnte.
Eine Stadtwache war ihnen während des Ritts nicht begegnet. Der ein oder andere Kopf war hinter ihnen aufgetaucht, neugierig schauend, wer da so spät mit Pferden durch die Gegend ritt. Aber immer mit ausreichend Abstand, um kaum entdeckt und schon gar nicht angesprochen zu werden.
Als sie sich dann den kleinen Platz mit dem Brunnen näherten, verbesserte sich der Zustand der Häuser zusehens und am am Brunnen angekommen erhellte sogar eine Laterne den Platz. In der Mitte des Platzes stand ein gemauerter Brunnen, in dessen Mitte auf einem kleinen Podest eine Steinfigur eines Mannes stand. Das Gesicht kam keinem aus der Gruppe bekannt vor, aber die Statue war in einem guten Zustand und wurde offensichtlich gepflegt.

Schnell fanden sie nun den restlichen Weg und standen kurz darauf vor der gesuchten Taverne. Diese war in einem alten, aber gut gepflegten Haus untergebracht, lag aber wahrlich abseits. Das besondere an dem Haus waren zwei Türme, die sich nach hinten erhoben. Sie waren ein ganzes Stück höher als die Umliegenden Gebäude und würden sicher einen guten Überblick erlauben. Die Türe war geschlossen, aber im Innern waren noch Stimmen zu hören, die nach späten Gästen klangen. Die Häuser waren hier zwar, wie üblich, aneinander gebaut, an der rechten Seite gab es aber einen schmalen Gang nach hinten.

Und kurz darauf betraten sie die Schankstube. Der Raum war kleiner als sie erwartet, vielleicht acht einfache runde Tische standen hier und ein großer langer Tisch mit einfachen Bänken. Und dort saßen noch fünf Männer mit Bierkrügen vor sich. Am Ende des Tisches stand der Wirt, ein Mann mit einem langen hellen Bart. Auch er hatte einen Bierkrug vor sich stehen, ein Besen lehnte neben ihm an der Wand. Natürlich beendete das Eintreten der Gruppe das Gespräch sofort, die Blicke der Männer wirkten neugierig und freundlich.

Der Wirt kam ihnen ein Stück entgegen. "Oh, späte Gäste. Willkommen in meinem Haus, ich bin Karl, die meisten nennen mich aber der Hering. Das dürft ihr auch gerne machen, ich nehme es nicht krumm. Ihr sehr müde und hungrig aus. Sucht ihr Unterkunft oder eine Abendspeise?"
« Letzte Änderung: 01.06.2018, 15:29:11 von Blutschwinge »

Eronomion

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Wildwasser
« Antwort #12 am: 01.06.2018, 18:29:02 »
Eronomion war nicht unbedingt begeistert von Wildwasser. Diese Stadt verdiente den Namen dann doch nicht so recht und war ein ziemliches Dreckloch. Aber immer noch besser als die echten Drecklöcher, in denen sie ihre Zeit auf der Straße hatten verbringen müssen. Als die Umgebung dann besser wurde, hellte sich auch Eronomions Gemüt zusehends aus und die Taverne sah tatsächlich vielversprechend aus.
"Beides, so ihr es anbieten könnt, Karl. Und ein Bekannter hat uns die Turmzimmer empfohlen, wären die für uns frei?" Eronomion lächelte freundlich und stellte anschließend sich und seine Begleiter vor.
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Blutschwinge

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Wildwasser
« Antwort #13 am: 02.06.2018, 11:42:46 »
Das Gesicht des Wirtes begann zu leuchten, als Eronomion vom Turmzimmer sprach.

"Oh ja, beide Türme sind frei, ihr könnt auch aussuchen ob ihr unterm aufgehenden oder untergehenden Mond schlafen wollt. Und was das Essen angeht, ich habe noch warmen Braten oder Eintopf, oder auch beides zusammen. Und Bier, dunkles herbes oder helles kräftiges. Ihr könnt euch einen eigenen Tisch suchen oder zu uns an die Theke kommen." Die Theke war offenbar der lange Tisch, denn er deutete zunächst auf die leeren Tische und dann zu der Gruppe von Männern.

Alyssa

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Wildwasser
« Antwort #14 am: 03.06.2018, 01:55:56 »
Der schlechte Eindruck, den Alyssa schon beim Eintreten in die Stadt bekommen hatte, verschlimmerte sich zusehends. Man mochte meinen, dass zumindest die Stadt, in der der Verwalter seinen Sitz hatte, in einem guten Zustand war aber hier sah es ja teilweise schlimmer aus als in den Dörfern, die sie auf ihrem Weg durchs Land besucht hatten. Ja, die Männer und Frauen, die auf dem Land lebten mochten nicht reich sein aber ihre Häuser waren zumindest keine Bruchbuden und stinken tat es dort auch nicht. Sogar die Stadtmauer sah so aus, als würde sie jederzeit in sich zusammenfallen. Was machte denn dieser selbsternannte König die ganze Zeit?
Zumindest schien nur ein Stadtteil in so einem erbärmlichen Zustand zu sein. Schon bald erreichten sie den Platz mit dem Brunnen und kurz darauf die Taverne. Hier sah es schon wieder annehmlich aus und das machte der Hexe Hoffnung, dass sie vielleicht einfach nur einen falschen Eindruck bekommen hatte. Zusammen mit dem Rest der Gruppe betrat sie das Gasthaus und auch wenn die dortigen Räumlichkeiten wenig Platz boten, war es doch angenehm. Sie wurden herzlich empfangen und selbst die anderen Gäste schienen freundlich zu sein. Vielleicht konnte man aus ihnen sogar ein paar erste Informationen rausbekommen.
"Ich nehme etwas Eintopf und ein helles Bier." Da sie bereits von Eronomion vorgestellt worden war, verzichtete sie darauf, dies ein weiteres Mal zu tun. Ohne lange nachzudenken oder sich mit der Gruppe abzusprechen, setzte sie sich an die Theke. "Wir sind gerade erst in Wildwasser angekommen. Gibt es einen bestimmten Grund dafür, dass die Wachen so schreckhaft sind? Ich könnte schwören, die waren kurz davor, uns über den Haufen zu schießen." Konnten ja durchaus wichtige Informationen sein und ganz davon abgesehen, war sie einfach neugierig. Normal war dieses Verhalten auf jeden Fall nicht.

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