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Autor Thema: Wildwasser  (Gelesen 20687 mal)

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Blutschwinge

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Wildwasser
« Antwort #345 am: 25.05.2021, 13:00:52 »
Da niemand in der Gruppe wusste, wer als Regent geschickt werden würde, entschieden sie sich, die Ratsherrin im Auge zu behalten, wenn die Nachricht öffentlich werden würde.

Und der erste Richter nahm seine Arbeit wieder auf. Er schien jünger und agiler geworden zu sein, seit er wieder in der Stadt war. Die Strapazen der Gefangenschaft hatten ihm stark gesetzt, fielen nun aber zunehmend von ihm ab. Wenige Tage nach dem Gespräch hatte der Richter seine Prüfung abgeschlossen und informierte den "König" über das Schriftstück und darüber, dass demnächst ein neuer Regent die Regierungsgeschäfte übernehmen würde. Die Neuigkeit verbreitete sich rasend schnell in der Stadt und Karls Taverne, in der sie untergekommen waren, hatte in diesen Tagen viel mehr Gäste als gewöhnlich. Auch wenn die Abenteurer dort kaum anzutreffen waren.

Sie hatten bereits einige Tage zuvor begonnen, Kathalina Lain zu beobachten und diejenigen Gebäude zu finden, in denen sie sich meist aufhielt. Wenig überraschenden war dies ihr Handelshaus, einige zentral gelegene Lagergebäude und das Haus der Händlergilde. Stets wurde sie von zwei Wachen begleitet, erfahrene und gut ausgerüstete Kämpfer.

Als die Nachricht über den neuen Regenten dann die Runde machte, war die Gruppe natürlich vor Ort. Es waren immer viele Besucher im Handelshaus Lain ein und aus gegangen, aber an diesem Tag schien die halbe Stadt hier vorsprechen zu wollen. Viele Besucher waren der Gruppe unbekannt, aber Eron Park, ihren Stellvertreter in der Händlergilde, erkannten sie. Er blieb am längsten, fast zwei Stunden. Kathalina Lain selbst bekamen sie an diesem Tag aber nicht zu Gesicht.

In den folgenden Tagen änderte sich wenig an der Situation. Die Stadt war von einer starken Unruhe erfasst worden. Überall schienen die Leute zu flüstern, auch beim Anblick der Abenteurer. Es gab Gerüchte von Jubelfeiern auf dem Marktplatz, die von der Stadtwache aufgelöst worden waren. Aber niemand war direkt dabei gewesen. Der König hatte in der Stadt verbreiten lassen, dass er den Anspruch des neuen Regenten anerkenne und sich freue, dass das Land nun wieder einen König bekommen werde, öffentlich aufgetreten war er aber nicht.
Karl schirmte die Gruppe von den vielen Neugierigen ab, sie aßen meist in der Küche oder im Hof. Eines Abends wurde eine brennende Fackel in den Schankraum geworfen, aber es entstand kein Schaden und der Angreifer konnte unerkannt entkommen.

Einmal sah die Gruppe Tamara in der Nähe des Hauses Lain, aber sie betrat es nicht und kümmerte sich auch sonst nicht um das Gebäude. Vielleicht war es einfach Zufall, das Haus Lain lag zentral in der Stadt an einer Hauptstraße.

So ging gut eine Woche ins Land, ohne dass etwas besonderes geschah. Doch dann, eines Morgens, brachte Karl eine Taube zu ihnen. „Hier, eine Nachricht für euch.“ Das Tier trug einen kleinen Zettel am Bein.

"Der Regent kommt nicht per Schiff, es sind Attentäter unterwegs. Morgen zur Mittagsstunde auf dem Marktplatz. Haltet die Augen für uns offen." Unterzeichnet war die Nachricht von Erthoran, dem Priester der sie auf diese Mission geschickt hatte.

Sie hatten also gut einen Tag Zeit, sich auf die Ankunft vorzubereiten. Sie wussten jetzt, wo er ankommen würde, auf dem Marktplatz, aber nicht wie. Der Marktplatz bot viel Platz und lag direkt am Haus, in dem der "König" saß, aber wenn wirklich jemand ein Attentat ausführen wollte, bot der Marktplatz mit den vielen Häusern und einigen kleinen Gassen ebenfalls viele Möglichkeiten.
« Letzte Änderung: 10.06.2021, 21:55:49 von Blutschwinge »

Ponzio

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Wildwasser
« Antwort #346 am: 31.05.2021, 00:05:57 »
Ponzio konnte sich des Gefühls nicht erwehren, dass sie gescheitert waren. Sie hatten die Stadt und das Land für den neuen Regenten vorbereiten sollen - aber was hatten sie tatsächlich erreicht?
Die Lage in der Stadt schien genauso verworren wie zuvor, und bis heute wussten sie nicht einmal, ob der jetzige sogenannte König Teil des Problems war oder nur eine Marionette, oder ob er womöglich sogar ehrbare Absichten hatte, jedoch von mächtigen Kräften gehindert wurde, etwas zum Guten zu wenden.

Jene mächtigen Kräfte, die wohl von Kathalina Lain angeführt wurden, hatten sie ebenfalls noch nicht einmal annähernd in den Griff bekommen. Das einzige, was sie tatsächlich erreicht hatten, war den Richter wieder in die Stadt zurückzubringen. Das immerhin konnte tatsächlich etwas zum Guten wenden, doch seitdem, musste er zugeben, hatten sie wenig beigetragen, ihn zu unterstützen. Mehr noch, er schien ihre Hilfe gar nicht zu wollen.

Nun kam also, in seinen Augen viel zu früh, und ohne dies vorher mit ihnen abzustimmen, der neue König, den die Kirche von Erastil herschickte. Und sie wussten nicht einmal, um wen es sich handelte. Wie sollten sie unter diesen Umständen irgendetwas sinnvolles tun? Auch von Erthoran und seinen Leuten fühlte Ponzio sich im Stich gelassen. Und nun die Nachricht, dass der neue Regent plötzlich auf dem Marktplatz erscheinen wollte? Oder reiste er mit Pomp in die Stadt ein? Und sie sollten ihn vor Attentätern schützen? Es war zum Weinen - und mehr als nur einmal sehnte Ponzio sich nach einem Krug Schnaps, um seine Nerven zu beruhigen. Wenn nicht die beiden anderen ebendies hätten kommen sehen und ihn keinen Augenblick aus ihrer Sicht hatten lassen.

"Und jetzt?" fragte der Magier mit Frust in der Stimme. "Wie sollen wir den ganzen Marktplatz im Auge behalten? Was wir überhaupt geschehen zur Mittagsstunde? Im Grunde können wir uns nur unter die Leute mischen und versuchen, aufmerksam zu sein."
Immerhin konnte er selbst sich mit einem Zauber ein anderes Aussehen geben; das würde vielleicht helfen, sofern der Regent sich nicht verspätete und der Zauber auslief.

Blutschwinge

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Wildwasser
« Antwort #347 am: 10.06.2021, 21:52:29 »
Die Gruppe wartete also bis zum nächsten Tag. Es lag eine seltsame Anspannung über der Stadt, alle schienen auf etwas zu warten, aber nicht zu wissen, worauf.

Als die Gruppe sich nach einem frühen Mittagessen auf den Weg machte, raunte Karl ihnen zu: "Es gibt Gerüchte, dass heute etwas passiert. Es sind viele Menschen auf der Straße und nicht alle sind froh über das, was kommen könnte." Dann ging er wieder seiner Arbeit nach.

Tatsächlich waren die Straßen erstaunlich voll. Einige der Bewohner taten so, als hätten sie etwas zu tun, trugen Körbe hin und her oder priesen ihre Waren an. Aber viele gaben sich nicht die Mühe und zogen in Gruppen durch de Straßen. Niemand schien zu wissen, wohin es ging, aber alle ahnten, dass heute ein besonderer Tag war.

Es dauerte viel länger als sonst, bis die Gruppe den Marktplatz erreicht hatte. Sie mischten sich unter die Leute und hielten die Augen offen. Es waren an die hundert Menschen hier auf dem Platz. Viele standen in Gruppen herum und unterhielten sich leise. Und überall waren Stadtwachen zu sehen. Einige bewachten den Sitz des Königs und das Gericht, andere liefen zwischen den Menschen hin und her, wussten aber auch nicht so recht, was sie hier tun sollten. Die vielen Leute machten viele Wachen nervös, das war nicht zu übersehen.

Alyssa entdeckten mehrere Gestalten, die offensichtlich versteckte Waffen trugen und sich auf dem Platz verteilten. Und Kivans scharfen Augen bemerkten einige auffällige Gestalten, die sich hinter verschiedenen Fenstern verbargen. Aber sonst war nichts ungewöhnliches zu sehen.
« Letzte Änderung: 10.06.2021, 21:55:15 von Blutschwinge »

Blutschwinge

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Wildwasser
« Antwort #348 am: 17.06.2021, 13:36:57 »
Und so standen sie auf dem Marktplatz mit vielen anderen Menschen und warteten. Zwischendurch hörten sie rufe aus den Gassen der Stadt und einige Leute verließen den Platz, offenbar weil sie neugierig waren, was dort vor sich ging. Aber schnell wurde es wieder still.

Die Menge schaute immer wieder zum Himmel. Es gab zwar eine alte Glocke auf dem Haus des Regenten, die früher einmal zur Mittagsstunde geschlagen wurde, aber diese schwieg schon seit vielen Jahren. Und so orientierten sich alle am Sonnenstand. Als die Sonne am höchsten Stand wurde die Menge zunehmend unruhig. Die Abenteurer wussten nicht, ob die Information durchgesickert war, dass am Mittag etwas passieren sollte, oder ob alle davon ausgingen, dass die Mittagsstunde der einzig mögliche Zeitpunkt für ein weltbewegendes Ereignis sein konnte.

Und dann waren plötzlich wieder laute Rufe zu hören, zuerst aus der Stadt und dann auch auf dem Marktplatz. Einige Hände zeigten zum Himmel, zuerst in unterschiedliche Richtungen, aber schnell hatten die drei entdeckt, was hier für Aufregung sorgte. Hoch am Himmel flog etwas sehr Großes direkt  auf die zu, es war ein fliegendes Pferd mit einem Reiter. Bald hatten alle die richtige Richtung ausgemacht und überall hörte man erstaunte und teilweise auch ängstliche Rufe. Genaueres konnte man nicht erkennen.[1]
 1. Bitte alle einmal Perception würfeln

Alyssa

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Wildwasser
« Antwort #349 am: 18.06.2021, 03:37:41 »
Der Tag rückte immer näher, an dem der neue Regent endlich ankommen sollte. Nicht per Schiff, sondern auf irgendeinem anderen Weg. Das konnte vieles bedeuten und Alyssa war nicht froh darüber, dass man sie im Dunkeln ließ. Wie sollten sie helfen, wenn sie keine Informationen bekamen? Sie teilte Ponzios Frust und Meinung. Viel mehr, als sich unter die Leute am Marktplatz zu mischen, konnten sie wirklich nicht tun. Sie hatten einfach immer noch zu wenig Informationen über das, was wirklich im Hintergrund ablief. Was hätten sie allerdings noch alles tun können? Sie waren nur ein paar Menschen, keine ausgebildeten Spione oder ähnliches. Je mehr die Hexe darüber nachdachte, desto sicherer wurde sie sich, dass die Kirche eine andere Gruppe hätte schicken sollen. Doch nun war es zu spät und sie alle waren viel zu sehr in diese Sache involviert, als jetzt noch einen Rückzieher zu machen. Ganz davon abgesehen, dass Alyssa das auch gar nicht tun wollte.
So warteten sie also auf dem Marktplatz und sahen sich in der großen Menge um. Ihr fielen einige Gestalten auf, die versteckt Waffen trugen. Kivan sah auch einige auffällig unauffällige Personen. Das musste allerdings nicht unbedingt ein Problem sein. Die Nachricht, die sie bekommen hatten, sprach ja davon, die Augen für uns aufzuhalten. Sicher würde die Kirche den Regenten nicht alleine schicken. Vor allem dann nicht, wenn sie von Attentätern wussten. Man hatte bestimmt einige Verbündete organisiert, die verdeckt die Augen offen hielten. Diese bewaffneten oder versteckten Personen konnten also auch Verbündete sein.
Dann war es endlich soweit. Alyssa bemerkte es eher durch die Unruhe, als dass sie den Regenten wirklich sah. Sie folgte mit dem Blick den Händen, die in den Himmel zeigten und erkannte schnell, dass dort jemand auf einem fliegenden Pferd angeritten - oder geflogen - kam. War das wirklich der neue Regent oder vielleicht doch ein gelungenes Ablenkungsmanöver. Da oben gab er auf jeden Fall ein gutes Ziel ab. Ohne lange nach oben zu sehen, sah sich Alyssa eher auf dem Marktplatz um. Vor allem suchte sie nach den Leuten, die Waffen versteckt oder sich hinter Fenstern versteckt hatten. Richtete vielleicht jemand eine Waffe in den Himmel?[1]
 1. Perception 16

Blutschwinge

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Wildwasser
« Antwort #350 am: 18.06.2021, 09:24:18 »
Alyssa brachte nicht lange um hinter mehreren Fenstern Bewegungen auszumachen. Und kurz darauf sah sie erkannte sie, dass hinter zwei Fenstern Bögen in Anschlag gebracht worden waren, verborgen hinter Vorhängen, aber die Pfeilspitzen waren dennoch zu sehen. Und beide Fenster gingen in die Richtung, aus der sie den fliegenden Reiter herankommen sah.

Kivan

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Wildwasser
« Antwort #351 am: 21.06.2021, 23:58:07 »
Kivan war die Anspannung förmlich anzusehen. Mit angestrengtem Blick versuchte er vergeblich, sich ein Bild von der Lage zu machen. Außer der Ankündigung, dass der Regelt kommen wird, hatten sie kaum Informationen und so blieb dem Halbelf und seinen Mitstreitern nicht viel anderes übrig als abzuwarten. Als der fliegende Reiter erschien, spürte er seinen Puls steigen und murmelte einige heilige Verse zur Beruhigung. Aufregung war nicht gut für Zielen und es sah ganz so aus als würde er bald eine ruhige Hand brauchen.
Der Bogenmacher formt den Bogen, der Meisterschütze formt sich selbst.

Ponzio

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Wildwasser
« Antwort #352 am: 24.06.2021, 22:39:27 »
Auch Ponzio hatte sich unter die Menge gemischt. Da sie nicht wussten, aus welcher Richtung der Regent kommen würde, hatten sie sich voneinander getrennt und so dauerte es eine Weile, nachdem alle Welt bereits in den Himmel deutete, bis der Magier bemerkte, dass etwas aus dem Himmel kam. Doch seine alten Augen schafften es nicht, das Objekt, das sich näherte, zu fokussieren, und so stand er ziemlich ahnungslos in der Menge und konnte nur warten, als was sich das Flugobjekt entpuppen würde.[1]
 1. Wahrnehmung 4

Alyssa

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Wildwasser
« Antwort #353 am: 28.06.2021, 02:55:24 »
Noch immer wusste Alyssa nicht, ob der fliegende Reiter tatsächlich der neue Regent oder nur eine gute Ablenkung war. Die Pfeilspitzen, die sie sah, waren zwar in die Richtung des Reiters gerichtet aber nicht direkt auf ihn. Es war also nicht klar, was passieren würde und ob überhaupt etwas passieren würde. Die Hexe rang mit sich selbst und überlegte, was am sinnvollsten war. Am Ende entschied sie sich dazu, zu versuchen, die Bogenschützen schlafen zu legen. So konnte sie eine mögliche Gefahr ausschalten, ohne mögliche Verbündete direkt zu verletzen.[1] Sie suchte die Menge nach ihren Freunden ab.
 1. Sleep Wille gegen 15 negiert.
« Letzte Änderung: 28.06.2021, 02:55:41 von Alyssa »

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