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Autor Thema: Buch II - Das Schwert der Tugend  (Gelesen 2386 mal)

Beschreibung: Erstes Kapitel - Der Marsch der Kreuzfahrer

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Baldark

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Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #75 am: 07.03.2019, 17:38:22 »
Die Ankunft Königin Galfrey's besiegelt die Erlösung für Kenabres und seine Überlebenden. Der Angriff der Dämon ist überstanden, wenn auch unter schmerzenden Verlusten. Baldark sackt bei dem Anblick der geradezu strahlenden Frau auf die Knie. Erleichterung macht sich in ihm breit und er entspannt seinen seit langem unter Spannung stehenden Körper. Er schließt seine Augen und genießt diesen Moment des Friedens. Erst jetzt merkt er wie müde er eigentlich ist. Baldark ist sich der Vergänglichkeit dieser Ruhe durchaus bewusst. So gerne er der Königin die Rolle des Heiland zusprechen möchte, nagt an ihm doch die Realität der gegebenen Situation.

Matt schimmern die Harnische der Kreuzritter im warmen Licht der Morgensonne. Eingetrocknetes Blut an ihren Rüstungen und Kerben an ihren Schilden zeugen davon, dass der Weg nach Kenabres seinen Preis hatte. Es wird sich noch herausstellen, ob lediglich die Dämonen, die über Kenabres ins Land strömten, dafür verantwortlich sind oder ob auch noch andere Städte Ziele der Dämonen waren. Eins steht jedoch fest, die Wächtersteine gehören nun der Vergangenheit an, das sollte mittlerweile auch die Königin mitbekommen haben. Mendev liegt schutzlos auf der Schlachtbank. Es wird unmöglich sein das Eindringen der Dämonenschar an allen Grenzen zu verhindern, zumindest auf Dauer.

Der Blick des Zwerges verharrt auf der Anführerin des Kreuzzuges. Ihre Reaktion auf die gegebenen Umstände ist die Bündelung ihrer Streitkräfte und Zurückeroberung der gefallenen Städte. Hat sie vor die Wächtersteine zu reaktivieren? Will sie den Kreuzzug hinter feindliche Linien führen? Strategische Punkte sichern? Oder möchte sie die möglichen Überlebenden retten? Was es auch ist, sie wird einen Plan verfolgen, auf den Baldark erwartungsvoll hinblickt.   
« Letzte Änderung: 07.03.2019, 17:43:44 von Baldark »

Ultan

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Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #76 am: 07.03.2019, 22:04:38 »
Die Einwohner Kenabres beugen einer nach dem anderen das Knie vor ihrer Königin.
Erleichterung und Stolz spiegelt sich in den Gesichtern der Überlebenden wider und es ist überdeutlich wieviel Hoffnung ihnen das Erscheinen Galfreys gibt.

Die Reiterin auf dem strahlenden Schimmel führt die Hände zum Kopf und klappt das Visier des schweren Helms nach oben. Darunter erscheint das Antlitz einer Frau von unbestimmbarem Alter. Ihre Haut ist von vornehmer Blässe, rein und faltenfrei wie bei einer jungen Frau in ihren frühen Zwanzigern, doch der Blick ihrer eisblauen Augen ist ernst und zeugt von jahrzehntelanger Erfahrung sowohl in der Politik als auch auf dem Schlachtfeld. Ihre Bewegungen sind ruhig und bewusst und als Königin Galfrey die Stimme hebt, ist diese klar und eindrücklich.

"Erhebt euch, Bürger Kenabres. Ich schätze es das ihr mir, als eurer Königin den Respekt erweist. Doch scheint es, als habt ihr euer Schicksal selbst in die Hand genommen, als ich euch nicht helfen konnte. Als solches gebührt eure Dankbarkeit nicht mir, noch meinen Truppen, sondern einzig und allein euch selbst."

Die Königin lässt ihren Blick über die versammelten Anwesenden streifen.

"Ich sehe Prälat Hulrun nirgendwo. Ist es so, wie ich vermute und er ist gefallen? Dies wäre ein schwerer Schlag für den Kreuzzug.
Wär ist der amtierende Kommandant der Stadt? Er möge vortreten."


Anevia gibt Irabeth einen Stoß und diese taumelt nervös nach vorn und fällt vor dem Pferd der Königin aufs Knie. Mit starr nach unten gerichtetem Blick stammelt die Halb-Orkin ein paar kaum verständliche Worte.

Königin Galfrey hebt eine Augenbraue und verzieht dann den Mund zu der Andeutung eines Lächelns.

"Erhebt euch, Paladin. Ich habe bereits erwähnt, dass ihr mir keine Dankbarkeit schuldet und ich reagiere allergisch auf Huldigungen. Offenbar seid ihr nun der Kommandant Kenabres. Berichtet mir, wie die Lage ist. Details können später geklärt werden, die Armee wartet aber auf Befehl."




Irabeth erhebt sich hastig und salutiert mehrmals.

"Hauptmann Irabeth Tirabade der Adlerwacht von Kenabres, zu Euren Diensten, Hoheit!
Wir haben die Lage unter Kontrolle, die feindlichen Streitkräfte wurden niedergeschlagen, die unmittelbare Bedrohung ist abgewendet! Wir haben... hohe Verluste erlitten. Doch wir haben gesiegt!
Doch nicht mir oder meinen Soldaten gebührt die Ehre dieses Sieges! Es waren einige wenige Euer furchtlosesten Untertanen die sich im Besonderen hervorgetan haben. Sie haben der Hexe der Weltenwunde persönlich einen Strich durch die Rechnung..."


Ein Strom von Worten bricht aus Irabeth heraus als sie jetzt doch alle Geschehnisse aufzählt, wobei sie mehrfach mit der Chronologie der Ereignisse der letzten Tage durcheinander kommt.
Die königlichen Ritter werden das ein oder andere Mal unruhig als Irabeth vom Sturmfürsten und zuletzt von Areelu Vorleshs Auftritt berichtet und den Helden entgeht nicht wie sie nervös den Kopf in Richtung ihrer Königin drehen, doch Galfrey hört Irabeths Ausführungen mit konzentrierter doch ansonsten regungsloser Miene zu.

Als Irabeth schließlich fertig ist und hörbar nach Luft schnappt, steigt die Königin mit elegantem Schwung von ihrem Pferd und macht einen Schritt auf Irabeth zu.
Die Paladinin macht erschrocken einen Schritt zurück, doch Galfrey schließt mit wenigen raschen Schritten die Distanz und bleibt vor Irabeth stehen. Obwohl Irabeth die Königin um mehr als eine Haupteslänge überragt ist es die Kommandantin die klein und unscheinbar wirkt.
Galfrey hebt eine Hand und legt Irabeth den gepanzerten Handschuh auf die Schulter.

"Ihr habt nicht nur Kenabres, sondern ganz Mendev einen großen Dienst erwiesen, Kommandant Tirabade. Es sind Männer und Frauen wie Ihr die mich im Kampf gegen den Abgrund nicht die Hoffnung verlieren lassen. Ihr wart euren Leuten in dieser Zeit ein leuchtendes Beispiel und ein wahrer Anführer. Tragt den Kopf hoch, Kommandant. Ihr habt es euch mehr als verdient."



Galfrey nickt Irabeth zu und wendet sich dann an alle Anwesenden.

"Kommandant Tirabade sprach von besonderen Individuen, von wahren Helden die sich der Hexe der Weltenwunde, Areelu Vorlesh in den Weg geworfen und ihre abscheulichen Pläne vereitelt haben.
Tretet hervor, Helden des Kreuzzugs, ich möchte mir ein Bild von den Rettern Kenabres machen!"
« Letzte Änderung: 08.03.2019, 00:40:39 von Ultan »

Razgrim

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« Antwort #77 am: 08.03.2019, 09:44:05 »
Als die Königin mit Hauptmann Tirabade nach vorne tritt und nach ihnen verlangt, spürt der Zwerg etwas in ihm aufkeimen, dass er lange nicht mehr verspürt hat. Ein Anflug von Stolz übermannt ihn für einen kurzen Moment, als sich die Blicke der letzten Einwohner auf seine Gefährten und ihn richten. Abermals zieht er seinen Wappenrock gerade, atmet tief durch und klopft, ehe er nach vorne geht, Baldark noch einmal beruhigend auf die Schulter.

Der Zwerg bleibt in gebührendem Abstand vor ihr stehen und räuspert sich.

"Es ist mir eine Ehre eure Exzellenz kennen zu lernen." er deutet eine leichte Verbeugung an.
"Eure Geschichten und Taten sind in meiner Heimat wohl bekannt und dienten mir seit Beginn an als Inspiration. Ich bin Razgrim, Behauener des Allvaters und Zweitältester des Glutschlund-Klan aus den Fünf Königsbergen. Meine Wurzeln und meine Überzeugung trieben mich aus den Hallen Hochhelms bis nach Mendev, und wie es scheint zur richtigen Zeit." Bei seinen letzten Worten deutet seine Miene ein leichtes Lächeln an.

Sie ist genauso wie die Geschichten es erzählen. Ihre Aura ist bemerkenswert. Razgrim spürt eine Präsenz von nicht greifbarer Macht, Anmut und Güte, wie er sie dennoch nicht erwartet hat. Es ist eins Geschichten über eine Person zu lesen, doch wenn man sie selbst erblickt, überschattet dies alles bisher Erlebte. Der Zwerg hält sich willentlich davon ab den Kopf in Demut zu senken und blickt Königin Galfrey direkt in die Augen.
« Letzte Änderung: 08.03.2019, 09:49:15 von Razgrim »

Damian

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« Antwort #78 am: 09.03.2019, 10:41:36 »
Als die Banner am Horizont erschienen, hatte Damian für den Bruchteil einer Sekunde das Gefühl, wieder kurz vor dem Beginn einer Schlacht zu sein. Das Donnern der Pferdehufe und Soldatenstiefel, das sich wie ein Erdrutsch auf die Stadt zubewegte. Nur mühsam unterdrückte er den Reflex, den Überlebenden von Kenabres Befehle zu geben und die heranrückende Armee in vernichtende Magie zu hüllen.

Erschrocken über sich selbst, schließt er die Augen und versucht, in einem Stoßgebet an Iomedae um Vergebung zu bitten, doch die Bilder der letzten Tage fluten seinen Geist. Die Schreie der Tausenden, die in den letzten Tagen in Kenabres ihr Leben ließen. Die von den Dämonen zerrissen wurden. Die Kultisten und Abtrünnigen, die Damian selbst getötet hatte.

Damian atmet tief durch. Dies war der falsche Ort und die falsche Zeit für Kontemplation. Er hebt den Blick wieder zum Horizont.

Kurz nach Beginn des 2. Kreuzzugs, hatte Damian einst einen Kleriker des Gorum kennengelernt. Sie hatten damals eine hitzige Diskussion geführt, weil der Gorumnit ihm lachend erklärt hatte, dass die Weltenwunde eine einzige Lobpreisung des Herren der Schlachten wäre. Damian hatte ihm damals wütend widersprochen und auf den Konflikt der Ebenen, der himmlischen Heerscharen mit den Abgründen des Abyss hingewiesen, doch beim Anblick des heranrückenden Heeres war sich Damian nicht mehr so sicher. So mächtig die Armee aus Nerosyam wirkte, solange sie keinen Weg finden würden, die Weltenwunde zu schließen, wären die Streitkräfte nur ein Opfer auf dem Altar des Krieges.

In der Stahlkapelle hatte er Astoraths Anschuldigungen unbeantwortet gelassen, weil auch Damian die Zweifel kannte. Wie konnten die Götter die Weltenwunde zulassen? Warum halfen sie ihren sterblichen Herolden im Wissen, dass diese gegen den Ebenenriss selbst nichts in der Hand hatten. Ängste, Zweifel und Wut. Damian kannte sie aus den Lazaretten und von den Versehrten. Er wusste, dass sie Bestandteil der Kriegsführung der Dämonen waren und auch, dass die Inquisitoren es als Häresie verstanden.

Während der einzelne Ritter das Nahen der Königin ankündigte und den Kniefall verlangte, wie es die Tradition vorschrieb, fragte sich Damian, ob Galfrey ähnliche Gedanken hatte. Wie gelang es ihr, als Verkörperung des Kreuzzugs dessen Vision zu vertreten, im Wissen, dass bisher niemand einen Weg gefunden hatte, diesen Kampf zu gewinnen? Verstand sie die Weltenwunde etwa tatsächlich als Metapher auf den ewigen Krieg, wie es Astorath in seiner Bitterkeit vermutete? Würde sich die Gelegenheit ergeben, würde Damian die Königin darauf ansprechen.

Das Knie beugend, wartet Damian auf die Begegnung mit Galfrey. Er weiß, dass alle Worte, die vor so großem Publikum gesprochen werden, ihren Zweck erfüllen müssen und reiht sich daher in Razgrims Huldigung ein.

"Auch mir ist es eine Ehre, Euch kennen zu lernen, Eure Exzellenz. Mein Name ist Damian. Wir haben Eure Ankunft sehnsüchtig erwartet."

Baldark

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« Antwort #79 am: 09.03.2019, 18:45:18 »
Als Baldark die Hand Razgrims auf seiner Schulter spürt, erwidert er die Geste. Ihre durch Zufall entstandene Gruppe hatte so einiges in kürzester Zeit überstanden. Der Zwerg hatte bereits in seiner Kompanie bemerkt, dass der Krieg verbrüdert, ob man wolle stand dabei leider nicht zur Debatte.
Er ist Soldat. War er zumindest. Seitdem der Abgrund sich unter ihnen öffnete und sie in die Tiefen fielen, ist er sich nicht mehr so sicher. Es war nicht die Struktur des Militärs, die sie wieder an die Oberfläche führte. Nicht die Spitze der Hierarchie, die das Überleben der Stadt sicherte. Es waren Individuen, die aus eigener Überzeugung das Unmögliche realisierten. Baldark hat schwerwiegende Entscheidungen weit außerhalb seines militärischen Ranges getroffen. Und nun stand er der höchsten Autorität des Landes gegenüber und hoffte inständig, dass er ihre Befehle und damit verbundenen Überzeugungen teilen kann.

"Es ist mir eine große Ehre eure Majestät persönlich kennen lernen zu dürfen. Mein Name lautet Baldark. Kind Mendev's, Soldat des Kreuzzuges, Gefreiter des 3. Spähtrupps von Kenabres und damit unter eurem direkten Befehl.

Es stimmt, dass wir der gegebenen Situation geschuldet unser Schicksal selbst in die Hand nehmen mussten und den Göttern sei Dank, konnten wir Wenige den Widersachern trotzen. Doch wird eure Ankunft dadurch nicht weniger sehnsüchtig erwartet. Der Angriff der Dämonen zieht schwerwiegende Konsequenzen für ganz Mendev mit sich und der Kreuzzug braucht in Zeiten der Hoffnungslosigkeit eure Führung."

Ragni

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« Antwort #80 am: 10.03.2019, 17:02:41 »
Alle seine neu gewonnenen Gefährten stehen nun nach und nach auf und treten vor die Königin, weshalb sich Ragni plötzlich sehr unwohl und alleine fühlt, wobei sein Blick immer noch auf den Boden gerichtet ist.
Durch das mehrmalige Auffordern, sich nicht zu verbeugen, hebt er seinen Oberkörper langsam wieder in die gewohnte Position und tritt ein paar Schritte zurück, da die Helden der Schlacht nun direkt zur Königin sprechen.
Dort hat er nichts zu suchen, aber sein Blick klebt förmlich an der Königin und seine Ohren spitzen sich, so dass er jedes Wort hören kann, welches die Gruppe mit der Königin wechselt. Die Geschichten um die gewagten Aktionen, die der Kampf um Kenabres von Damian, Otham, Baldark und Razgrim erforderten, lassen Ragni immer die Nackenhaare aufstellen. Dieser kleinen Runde von Helden und Königinnen will er sich nicht aufdrängen.
Die Königin scheint eine Aura der Hoffnung zu umgeben und dieses Gefühl durchströmt Ragni zusätzlich zu seinem normalen Tatendrang, sodass er vor Aufregung kaum still stehen kann, was in einem leichten auf und ab Wippen seines Körpers resultiert..

Otham Sauertopf

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« Antwort #81 am: 11.03.2019, 11:13:12 »
"Verdammt.", flucht Otham innerlich, als sie nach vorne gerufen werden. Nicht das der Halbling ein Problem damit hat vor Gruppen zu stehen, womit er allerdings ein Problem hat ist sein Mundwerk unter Kontrolle zu halten. Und er hat wenig Lust eine Königin vor ihrem gesamten Herr vor den Kopf zu stoßen. Einen kurzen Moment überlegt er ob er sich einfach verdünnisieren soll; doch als Razgrim, Damian, Baldark und sogar Ragni nach vorne treten ist die Entscheidung gefallen.

Auch Otham tritt vor die Königin und lässt sich erneut auf ein Knie fallen. Um nichts dummes zu sagen, spricht er einfach nicht. Sollen Damian oder Razgrim das Reden übernehmen, sie dafür wohl besser geeignet.

Ultan

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Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #82 am: 11.03.2019, 21:57:49 »
Der Blick der Königin wandert der Reihe nach über die Helden. Ragni spürt wie die Augen der Königin auch einen Moment auf ihm ruhen, doch ist nicht zu lesen, ob es ein missbilligender oder ein wohlwollender Blick ist.

Galfrey räuspert sich.

"Ich wusste bereits um die Zerstörung des Wächtersteins, wir konnten die Auswirkungen seiner Vernichtung viele Meilen entfernt spüren. Wenn ich eure Geschichte richtig verstanden habe seid ihr für das Ende des Wächtersteins mit verantwortlich – eine Tat die man kritisch bewerten, wenn nicht gar verdammen wird.

Meiner Meinung nach wäre dies jedoch eine sehr engstirnige Sicht der Dinge und ich hege keinerlei Groll auf euch. Im Gegenteil, so wie es aussiehth habt ihr nicht nur Kenabres, sondern möglicherweise Legionen von Kreuzfahrern vor Areelu Vorlesh gerettet. Was auch immer für einen abscheulichen Plan ihr durchkreuzt habt, wenn der Sturmfürst und Vorlesh persönlich an ihm mitgewirkt haben ist sicher, dass er unser aller Untergang eingeleitet hätte.

Doch ich hoffe ihr versteht was euer Erfolg impliziert: Der Wächterstein mag verschwunden sein – unwiderbringlich vermutlich – doch Iomedae hat dafür gesorgt, dass seine Kraft fortbesteht. In euch, den Rettern Kenabres.

Ich kann mir keinen anderen Grund vorstellen warum die Energie des Wächtersteins mit euren Körpern verschmolzen ist, anstatt sich einfach im Äther zu verstreuen. Ihr seid nun Gefäße des göttlichen Willens der Erbin, eine Last, die womöglich noch schwer auf euren Schultern liegen wird.

Wir haben womöglich etwas Zeit gewonnen. Die Dämonen werden sich neu formieren, doch wir können auf das ihnen innewohnende Chaos vertrauen, dass sie dafür Zeit brauchen werden. Dennoch, es wäre töricht sie zu unterschätzen. Sie werden zurückkommen, soviel ist sicher.

Doch Vorlesh Fall hat Unruhe in ihren Rängen geschaffen. Womöglich wurde das Machtgefüge in den Rängen von Deskaris Anhängern erschüttert. Meine Späher berichteten mir, dass die Dämonen nach Süden ziehen und ihre Festungen im Norden geschwächt sind.
Die Marilith Aponavicius, eine der einflussreichsten und mächtigsten Generäle Deskaris hat den größten Teil ihrer Streitkräfte aus der gefallenen Stadt Drezen abgezogen um sich mit dem Sturmfürsten Khorramzadeh in Iz zusammenzutun – ohne Zweifel um dort Pläne zu schmieden um Angriffe auf Ziele wie Nerosyan, Karcau oder darüber hinaus durchzuführen.

Ich sehe jedoch hierin keine Not, sondern eine Chance. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um einen Schlag tief ins feindliche Gebiet auszuführen!

Drezen war die erste unserer Städte, die nach dem ersten Kreuzzug gefallen ist. Wir haben an diesem Tag mehr verloren als unsere Leute und unseren Stolz. Wir haben das Schwert der Tugend verloren, ein mythisches Banner, das die Erbin einst selbst im Strahlenden Kreuzzug trug, einem Jahrzehnte andauerndem Krieg der Völker Golarions gegen den untoten Hexenkönig Tar-Baphon.

Sollten wir Drezen zurückerobern, sollte das legendäre Schwert der Tugend wieder über dem Kreuzzug wehen... nun ihr könnt euch sicher vorstellen, welches Symbol dies für den Kreuzzug wäre.

Doch mit den bevorstehenden Angriff an den Grenzen sind mir die Hände gebunden. Selbst wenn ich eine Legion entbehren könnte, eine große Streitmacht, die sich Drezen nähert würde nur dafür sorgen, dass Aponavicius wieder zurück nach Drezen ziehen würde, um unsere Armee zu zerschmettern.
Die Marilith ist ein furchtbarer Feind und genießt denselben Status wie Khorramzadeh unter Deskaris Anhängern. Sollte sie einen würdigen Feind wittern würde sie mit Sicherheit ihre Truppen umkehren lassen, um sich ihm zu stellen.

Die offensichtliche Taktik wäre also eine kleine Armee auszusenden, klein genug um Aponavicius Aufmerksamkeit nicht zu wecken und erfahren und fähig genug um Drezen im Sturm nehmen zu können.
Ein gefährliches Unterfangen mit ungewissem Ausgang, doch eine Chance, die ich nicht verstreichen lassen will.

Ich werde nichts von euch verlangen, doch ich vertraue Iomedaes Wahl.

So frage ich euch, Helden Kenabres, wollt ihr diese Armee führen? Wollt ihr gegen Drezen zu Felde ziehen, die Stadt dne dämonischen Fängen seiner abscheulichen Besetzer entreißen und das Schwert der Tugend wieder in den Besitz des Kreuzzugs führen?
Von diesem Punkt gibt es kein zurück mehr, nur noch der Weg nach vorn."

Otham Sauertopf

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« Antwort #83 am: 13.03.2019, 10:21:41 »
Otham verschluckt sich fast als nun die Königin sie ihn den Tod schicken will. Immerhin scheint sie mehr Informationen zu haben als Baldark, als er ihre Selbstmordmission plante. Trotz des Abzugs der Hauptstreitkräfte des Feindes ist Otham alles andere  als wohl bei dem Gedanken in die Weltenwunde zu gehen. Natürlich gilt sein Schwur dem Kreuzzug. Doch bisher hat er nur für sein direktes Überleben gekämpft, und imerhin war er in einer Stadt gewesen, wenn sie auch in Schutt liegt. Er kann sich einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden einfach irgendwo durch die Pampa in Feindesgebiet zu marschieren, dafür ist ihm die Wildnis zu unheimlich, gerade wenn sie verderbt ist. Er hat keine Vorstellung was ihn dort erwarten wird und das macht dem sonst so furchtlosen Halbling Angst; bei Baldark und Damian mag das anders sein, beide sind schon tief in die Weltenwunde vorgedrungen doch Otham war bisher nur in Kenabres gewesen und weiter als in Sichtweite zur Stadt hat er sich noch nicht vorgewagt.

Das zweite Mal bleibt ihm die Spucke weg als die Rede davon ist, dass sie eine Armee führen sollen. Es ist schon schlimm genug, dass sie in ihren Tod rennen, doch Otham will nicht auch noch Andere in den Tod führen. Die Verantwortung wird auf ihnen liegen und jeder Tod wird ihre Schuld sein; nichts womit der Halbling leben will. Doch trotz aller Widerworte und Bedenken äußert sich Otham nicht; auch wenn er sich fast die Zunge blutig dabei beißt. Insgeheim ist er dankbar dafür zu knien, sonst würde er wahrscheinlich ungeduldig von einem Fuß auf den anderen springen, wie ein Junge der dringend pinkeln muss.

Razgrim

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« Antwort #84 am: 13.03.2019, 23:49:18 »
Razgrim stutzt für einen Moment, dann atmet er tief. Selbst noch kurz nach den Worten der Königin hat er einen Grund gegen ihr Vorhaben erwartet. Doch nun, da sie selbst dasselbe Ziel vorschlägt, kribbelt es in den dicken schwielen-bewerten Händen des Priesters und ein neu erlangter Tatendrang lässt ihn seine Fäuste ballen.

"Seit meinem Entschluss nach Norden zu gehen und die Kreaturen des Abgrunds zu bekämpfen, gibt es kein Zurück mehr. Meine Überzeugung leitete mich auf den richtigen Pfad, den Torag für mich vorgesehen hat, es gibt also keinen Grund zurückzublicken. Ich trete dem Gegenüber was kommt. Mein Volk ist nicht durch Blut und Feuer gegangen, um unter freiem Himmel vom Chaos zurück in die Dunkelheit getrieben zu werden."

"Ich für meinen Teil habe mich längst entschieden. Ich werde gen Drezen ziehen. Sollte das Schwert der Tugend noch existieren, wird es bald wieder in den Reihen der freien Völker wehen, verlasst euch darauf.
Und, mit Verlaub, ein ähnliches Vorhaben wurde von einem eurer treuesten Bewunderer schon vorgeschlagen.
"
Mit einem kräftigen Klaps und einem euphorischen Grinsen klopft er Damian auf den Rücken.

Ragni

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« Antwort #85 am: 15.03.2019, 18:36:36 »
Sein eigenes Gehopse macht Ragni nach wenigen Sekunden selbst so nervös, dass er nicht lange den Mund halten kann.
"Es...Es tut mir Leid große Königin, aber wenn ich sie darauf hinweisen dürfte, dass die Theorie des Äthers langsam an Halt verliert. Mein alter Lehrmeister hat im Äther immer den Ursprung der Macht des Lebens gesehen, aber wenn man mal genau drüber nachdenkt und sich mit unserer Sicht befasst kommt man zu dem Schluss, dass der Äther nicht das ist, wofür wir ihn gehalten haben. Viel mehr kann man in vielen Fällen vom Nichts sprechen. Denken sie nur an das Licht. Warum sehen sie? Wegen dem Licht! Was ist das Licht? Entweder ist es nichts, was es aber nicht sein kann, weil es ja da ist oder es ist etwas, was man aber nicht messen kann. Auch die feinsten Waagen heutzutage können Licht nicht wiegen. Meine Theorie ist, dass es etwas ist und es muss den gleichen Gesetzen unterstehen, wie die normalen Dinge.Sehen Sie, man kann ja alles teilen, bis man zu kleinen Teilen kommt, die man wieder teilen kann und man macht so weiter bis man zu Teilen der Teile kommt, die man nicht in noch kleinere Teile teilen kann und.."
Hier stoppt seine viel zu lange Ausführung plötzlich, denn es wird ihm bewusst, wem er hier gerade einen Vortrag hält. Ragni kann sich für ein paar Sekunden zurückhalten, dann fährt er etwas leiser fort: "Und naja, wenn man jetzt denkt, dass das Licht aus kleinsten Teilen besteht. Also die, die man nicht man nicht mehr teilen kann, verstehen Sie? Dann kann man ja denken dass das Licht ganz leicht ist, weil es so klein ist und unseren Waagen einfach zu ungenau sind. Also besteht es aus sehr sehr kleinen Teilen, das Licht und die müssten ja vom Äther eigentlich abgelenkt werden und..
Verdammt, wie komme ich aus der Sache raus, bevor es peinlich wird oder mich noch den Kopf kostet?
Entschuldigen Sie bitte, was ich sagen wollte war, dass das mit dem Äther so wie wir ihn kennen nicht so einfach ist, aber was ich ebenfalls sagen wollte war, dass Sie natürlich auf alle meine Macht und... nun ja..auch die meines Volkes vertrauen können. Ich folge ihrem Wunsch liebend gerne und ich bin mir sicher, dass die Mut erfüllten Herzen meines Volkes ihnen auch folgen werden."
Während Ragni überzeugt ist, die Kurve gekriegt zu haben, umschließt er mit seiner kleinen Hand sein wichtigstes Erinnerungstück an seinen Meister, welches er immer mit sich umher trägt, um sich seinen Mut und seine Neugier zu bewahren.

Baldark

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« Antwort #86 am: 16.03.2019, 04:14:28 »
Bei den Worten der Königin ist Baldark zuerst irritiert. Der Zwerg hat eine knappe Befehlsanweisung erwartet, ja selbst mit einer Zurechtweisung für ihre nicht ganz unumstrittenen Taten hatte er gerechnet. Doch stattdessen ist es eine Bitte, die die Königin äußert. Eine Bitte, die nicht nur in die Richtung ihrer eigentlichen Pläne zielt, sondern diese deutlich übertrifft. Erst nachdem die Königin ausgesprochen hat, merkt Baldark, dass sich ein Grinsen in seinem Gesicht breit gemacht hat, das er hastig mit seinem Ärmel wegwischt. Eine eigene Heerschar in die Weltenwunde zu führen, übersteigt seine Erwartungen.

"Ich habe bereits mein Schicksal akzeptiert. Mein Weg wird in die Weltenwunde führen. Die Götter haben es entschieden. Ihr gebt nun euren Segen. Soll der Dämonenschlund mich verschlucken, ich werde unbeirrt auf dem mir bestimmten Pfad wandeln."

Der Zwerg fällt erneut auf sein Knie und greift sich zur Brut.

"Mein Leben dem Kreuzzug!"   

Damian

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« Antwort #87 am: 16.03.2019, 09:25:39 »
Eine Armee führen? Damians Augen verengten sich als er die Königin nachdenklich musterte. Er hatte eine Zurechtweisung erwartet, vielleicht sogar eine Strafe, immerhin hatten sie ein Artfakt Iomedaes zerstört, aber die Verleihung des Marschallstabs? Damit wurden sie de facto in den Rang der engsten vertrauten der Königin erhoben.

Im Grunde war es viel mehr als Damian sich je erträumt hätte. Die Königin teilte all ihre Überlegungen und stimme sogar im Ziel mit ihnen überein. Mit einer Streitmacht war die Eroberung Drezens ein realistisches Ziel und nicht mehr das Himmelfahrtskommando, das ihre kleine Gruppe ersonnen hatte. Sie wären nun nicht mehr nur in der Lage, die Festung zu infiltrieren und Staunton Vhane zu stellen, sondern sie langfristig zurückzuerobern. Die Aussicht, das Banner der Tugend wieder über Drezen zu sehen, erfüllte Damian mit Hoffnung und Zweifel zugleich.

Die Verantwortung wiegt schwer. Damians Blick wandert über die Reihen der Soldaten, die sich hinter Königin Galfrey formiert haben. Kampferprobte Frauen und Männer. Unter den Rittern der Königin finden sich viele, die weitaus mehr Erfahrung im Führen einer Streitmacht haben als Damian, der nur Teil einer Spähtruppe war. Würden sie der Aufgabe gerecht werden können? Das Grauen der Schlacht verabscheuen können und trotzdem an der Spitze einer Armee stehen?

Es liegt nicht ehrvolles im Tod, das hatte Damian im Dienste Pharasmas schmerzvoll lernen müssen. Angst und Pein markieren den Übergang in das Reich der Grauen Dame. Im Kampf gegen Dämonen musste Damian zudem befürchten, dass nicht allen Seelen der Übergang in das Reich der Erbin gelingen würde.

Mit zusammengebissenen Zähnen geht er neben Baldark in die Knie und senkt den Kopf.

"Es stimmt, meine Königin. Alle, die hier vor Euch stehen, hatten vor, die Ursupatoren Drezens zu stürzen, aber mit Eurer Armee sind wir in der Lage, das Blatt zu wenden und die Stadt zurückzuerobern. Wie ich hier stehe, gelobe ich Euch, Eure Truppen zu führen und nicht eher zu ruhen als bis das Banner der Tugend wieder über Drezen weht.

Mein Leben für die freien Völker Golarions. Mein Leben dem Kreuzzug."

Razgrim

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« Antwort #88 am: 16.03.2019, 13:20:24 »
Razgrim beobachtet Damian und Baldark. Etwas verunsichert, ob er auch erneut auf die Knie gehen sollte, ballt er die Fäuste und entschließt sich dagegen. Seine Gedanken kreisten um Drezen, genauer gesagt um die Worte der Königin und ihre Informationen zur Lage der Stadt. Die Besetzerin der Stadt hat ihren Thron verlassen und ist mit ihren Truppen dem Ruf ihres Herrn gefolgt. Bedeutet dies vielleicht auch...er macht einen Schritt nach vorne und blickt die Königin mit steinerner Miene an.

"Eure Exzellenz, gestattet mir eine Frage. Ist euch bekannt, ob sich der Verräter Staunton Vhane weiterhin in Drezen befindet?"

Ultan

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« Antwort #89 am: 16.03.2019, 14:18:36 »
Die Königin widmet Ragni ein Lächeln. Nichts in ihrer Reaktion deutet darauf hin, dass sie Anstoß oder Verwunderung aufgrund Ragnis äußerer Erscheinung nimmt.
Zur Verblüffung aller Umstehenden spricht Galfrey zu Ragni wie zu jedem Anderen zuvor, als bestünde kein Unterschied zwischen der Vielzahl ihrer Untertanen.

"Euer Meister war ein Alchemist, genau wie ihr, nicht wahr? Die Lehren der Alchemie sind in meinem Reich nur wenigen bekannt, ich bin sicher euer Meister war eine herausragende Persönlichkeit, junger Mann.

Ich verstehe selbst nur die Grundprinzipien eurer Kunst, doch lasst mich euch einen anderen Denkansatz geben. Wenn das Licht der Kreuzzug ist, dann sind wir alle winzige Lichtteilchen. Ihr, euer Meister, eure Freunde, alle die hier stehen, ja selbst ich. Einzeln sind wir leicht winzig, unbedeutend gar, doch zusammen genommen werden wir zu einem hellen Lichttrahl, einem Licht, das stärker ist als alle Finsternis.
Und dies, junger Alchemist, ist die Essenz des Kreuzzugs.


Dann wendet sich Galfrey den knienden Helden zu. Nacheinander ruht der unergründliche Blick eisblauer Augen auf jedem der ungleichen Vier:

"Otham Sauertopf, Paladin der Desna, ich spüre Unruhe in Euch. Ihr glaubt nicht bereit zu sein für die Aufgaben die vor euch liegen. Ihr fühlt euch als Spielball höherer Mächte und unfähig Euren eigenen Weg zu gehen.

Ich kenne dieses Gefühl und ich habe nur einen Rat, den ich Euch geben kann: Folgt eurem Herzen. Ihr seid vom Göttlichen berührt worden und für Großes vorgesehen, dies kann sowohl Segen als auch Fluch sein.
Überlegt, was für ein Mann Ihr sein wollt und haltet fest an diesem Bild. Ein starkes Herz wird nichts ins Wanken bringen."


Die Königin schenkt Otham ein warmes Lächeln und wendet sich an Razgrim.

"Gamut sanu yenet, Razgrim, Sohn Hochhelms. Euer Glaube ist groß wie ein Berg und eure Entschlossenheit fest wie behauener Fels. Ihr atmet Torags Willen und es besteht kein Zweifel, dass ihr den für euch vorbestimmten Weg bis zum Ende gehen werdet. Vergesst nie eure Wurzeln, aber fürchtet nicht das Unbekannte. Ein wahrer Anführer entfacht in all seinen Untergebenen das gleiche, hell brennende Feuer.

Es stimmt, Vhane wurde von Aponavicius in Drezen zurück gelassen. Er wird das größte Hindernis auf Eurem Weg in das Innere der Zitadelle sein. Staunton Vhane war einer unserer Besten und nun dient er dem Herrn der Heuschrecken. Wir haben Ihn an die Dämonen verloren, so wie wir das Schwert der Tugend verloren haben."


Als Baldark an der Reihe ist, fällt ein Schatten auf das Gesicht der Königin.

"Baldark, Ihr seid ein treuer Soldat, furchtlos und unerschrocken. Doch ich erkenne eine Finsternis die Eure Seele befleckt. Kämpft ihr wirklich für den Kreuzzug, für die freien Völker Golarions und für unsere strahlende Göttin, Iomedae?
Oder kämpft Ihr aus Hass, aus Rache und aus Lust an der Zerstörung?
Ich fühle viel Gutes in Euch, doch wandelt Ihr auf einem gefährlichen Pfad nahe am Abgrund.
Verwechselt Pflichtgefühl nicht mit Selbstaufgabe, verwechselt Rechtschaffenheit nicht mit Grausamkeit. Wenn Ihr mit Euch selbst nicht im Reinen sein könnt, seid ihr ein Mann des Krieges und nicht des Friedens."


Daman ist als letzter an der Reihe dem prüfenden Blick der Königin standzuhalten.

"Damian, Eure Augen zeugen von Alter und Reife. Eure Güte und Barmherzigkeit ist eines Paladins würdig und ihr habt euch in vielen Jahren des Krieges eure Werte bewahrt.
Ihr wisst um die Bedeutung, die Euch das Schicksal zuerkannt habt und Ihr habt den Willen Euch den vor Euch liegenden Aufgaben zu stellen.
Jedoch nagt Zweifel an euch und Ihr hinterfragt viele Eurer Entscheidungen. Euch sorgt die Frage, ob Ihr die hohen Erwartungen, die Ihr selbst an Euch stellt erfüllen könnt.

Diesen Zweifel kann Euch niemand nehmen und in der Tat ist es das Los der wahrhaft Gütigen, dass ihre Seele erst mit dem Tode zur Ruhe kommt. Doch wisst, dass Ihr ein strahlendes Licht mit Euch tragt, ein Leuchtfeuer für all diejenigen die Führung und Halt in dieser grausamen Welt benötigen."


Die Königin lässt den Blick noch einmal über alle Anwesenden schweifen, dann dreht sie sich abrupt um und schwingt sich wieder auf ihr Pferd.

"Genug Worte wurden gesprochen, lasst uns Taten folgen lassen! Einwohner Kenabres, hört meine Worte. Der Sturm ist noch nicht vorbeigezogen, doch haben wir uns eine Atempause erkämpft. Die Armee wird vor den Toren der Stadt das Lager aufschlagen bis die Ordnung in der Stadt wiederhergestellt und die Zukunft seiner Einwohner gesichert ist.
Wir werden wieder aufbauen was zerstört wurde, wir werden die Befestigungsmauern instand setzen und wir werden dafür Sorge tragen, dass die unmittelbare Versorgung wiederhergestellt wird.

Was unseren geplanten Schlag gegen Drezen betrifft werden wir uns in den kommenden Tagen damit befassen geeignete Truppen zusammenzustellen. Wir werden das Schwert der Tugend zurück zu uns holen und den Dienern Deskaris einen empfindlichen Schlag versetzen.
Für Iomedae! Für Mendev!"


Mit den letzten Worten der Königin bäumt sich ihr Pferd wiehernd auf und die Armee im Rücken erwiedert mit dem Donner tausender Stimmen ihren Ruf.

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