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Autor Thema: Buch II - Das Schwert der Tugend  (Gelesen 1877 mal)

Beschreibung: Erstes Kapitel - Der Marsch der Kreuzfahrer

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Ultan

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Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #135 am: 12.04.2019, 21:50:23 »
Der Abschied ist herzlich doch kurz. Königin Galfrey drängt auf einen baldigen Aufbruch und so kommt es, dass die Helden schon wenige Stunden später auf einer staubigen Straße gegen Norden reiten und Kenabres bald am Horizont verschwindet.

Razgrim und Baldark haben sich zwei ungewöhnliche Reittiere ausgesucht: Ein Wollnashorn und ein Widder stampfen schnaufend neben den Pferden der übrigen Gefährten.

Aaron Kir lenkt seinen pechschwarzen Rappen neben die Helden und legt die Stirn in Falten.

"So, jetzt wird es ernst. Ich habe mir gestern Nacht eine Marschroute nach Drezen überlegt:

Wir sollten direkt nach Norden reisen, bis nach Valas Gabe, ein kleines Dorf etwas weniger als einen Tagesmarsch entfernt.
 Von dort werden wir direkt zum Sellen vorstoßen und ab dann dem Ostufer des Flusses folgen.
In 2-3 Tagen müssen wir dann Fort Vilareth erreichen, dort können wir den auf das andere Ufer übersetzen.
Bis zum ausgetrockneten Flussbett des Ahari ist es dann nicht mehr weit und wenn wir dem Verlauf des Ahari folgen gelangen wir direkt nach Drezen.

Ich schlage diesen Weg vor weil wir so fast zwei Drittel des Weges am Rand der Weltenwunde verbringen und nicht gezwungen sind durch das Ödland zu wander.
Ab Fort Vilareth wird es dann gefährlich, die Weltenwunde ist ein ungastlicher Ort. Da es kaum natürliche Landmarken gibt, würde das Flussbett uns sicher den Weg leiten können.

Aber ihr seid die Generäle. Wenn ihr den direkten Weg wählen wollt werden wir dies tun. Ich rate allerdings davon ab. Wir würden nichts gewinnen und es wäre deutlich unsicherer."
« Letzte Änderung: 12.04.2019, 21:51:26 von Ultan »

Damian

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Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #136 am: 14.04.2019, 11:17:47 »
Damian bedeutet seinem schneeweißen Pferd, in den Schritt überzugehen und blickt nach Westen in die blutrote Einöde der Weltenwunde, während Aaron seinen Plan erläutert. Galfrey hatte den jungen Mann auserwählt und so gibt es wenig Grund, an seinem Rat zu zweifeln. Vielleicht ließe sich diese Situation aber nützen, um mehr über ihre neuen Gefährten herauszufinden, weswegen er sich im Sattel zur Befehlshaberin der 3. Kompanie zuwendet.

"Was sagt ihr dazu, Leutnant Dan? Mit dem Fall des Wächtersteins ist die Ostseite des Sellen nicht sicherer als das Ödland der Wunde selbst, aber das Gelände könnte ein Vorankommen begünstigen."

Seine Anspielung auf den Wächterstein ist Absicht. Auch wenn sich die Königin auf ihre Seite gestellt hat, für viele Soldaten, insbesondere die Paladine, ist die Vernichtung des Geschenk Iomedaes nach wie vor ein Sakrileg; zudem Mendev den Dämonen nun gänzlich schutzlos ausgeliefert ist. Damian ist sich sicher, dass Kamilo ihnen nur aus Loyalität zu Königin Galfrey folgt und sie lieber vor einem Kriegsgericht als an der Spitze dieses Heeres sehen würde.

Ultan

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« Antwort #137 am: 14.04.2019, 12:52:33 »
Kamilo Dan wirkt etwas überrascht als Damian sie nach ihrer Meinung fragt.

"Es gibt keinen Grund für einen Soldaten seinen Befehlshaber in Frage zu stellen, General.
Meine Männer und ich werden euch überall hin folgen, ob es der Pfad entlang des Sellens oder ein Ritt durch die Weltenwunde selbst ist."


Leutnant Dan setzt eine entschlossene Miene auf, so als wäre alles Wichtige gesagt worden.
Nach einer kurzen Pause fügt sie jedoch hinzu:

"Wenn ihr eine zweite Meinung wünscht, halte ich Kirs Vorschlag jedoch für sinnvoll. Wir werden entlang des Sellens kein schwieriges Gelände vorfinden, der Weg ist übersichtlich wir haben eine klar Orientierung.
Wir werden sehen wie vorteilhaft es ist, später im ausgetrockneten Flussbett des Ahari zu bleiben. Das klingt nach einem gefährlichen Ort der uns angreifbar für einen Hinterhalt macht.

Zuerst sollten wir den Marsch nach Valas Gabe hinter uns bringen, das Dorf könnte ein geeignetes Lager für die Nacht bieten. Falls es noch existiert..."


Das Gesicht des Leutnants verhärtet sich und ruft in den Helden die Erinnerung wach, dass nicht nur Kenabres der Invasion der Dämonen ausgesetzt war.

Razgrim

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Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #138 am: 14.04.2019, 16:29:45 »
Razgrim folgt dem Gespräch zwischen Damian und Kommandantin Dan stumm. Selbst wenn er sich zügelt solche Gedanken seinen Geist beherrschen zu lassen, er kann es auch hier nicht zur Gänze unterdrücken. 'Ich hoffe das Gegenteil, doch der Schlag der Horden wird nicht nur die großen Städte erreicht haben, und jetzt da die schützende Grenze nicht mehr ist...'

Andererseits wäre es nicht das erste Mal, dass ihn die Einwohner Mendevs überraschen würden. Ein stilles kurzes Gebet an der Allvater, lässt den Zwerg tief ausatmen.

"Ein Weiler so nahe an der Grenze zur Weltenwunde. Wie kommt man auf die Idee dort, weit ab schützender Mauern, zu siedeln? Sehen wir lieber zu, dass wir diesen Ort erreichen. Und beten wir dafür, dass die Dämonen bisher kein Interesse an einem solch winzigen Dorf gefunden haben."
« Letzte Änderung: 14.04.2019, 19:46:04 von Razgrim »

Ultan

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« Antwort #139 am: 14.04.2019, 21:23:25 »
Nurah schließt neben Razgrim auf und streicht sich eine Locke aus dem Gesicht.

"Über die Hälfte allen Getreides für Kenabres kommt aus Valas Gabe. Es ist eine kleine, aber wichtige Gemeinschaft voller hartgesottener Farmer und Kriegsveteranen im Ruhestand.

Der Boden um das Dorf ist fruchtbar, trotz der Nähe zur Weltenwunde. Ein kleiner Ort voller Bauern wirkt nicht wichtig, doch ohne die harte Arbeit dieser Männer und Frauen, tagein, tagaus, Sommer oder Winter, wäre Kenabres nie zu der Größe gewachsen die es jetzt hat.

Ein Wächterstein schützt Valas Gabe und die Miliz besteht aus Leuten die zuvor im Krieg gedient haben, es ist also kein schutzloser Ort.
Doch mit dem Zusammenbruch der Barriere sind die kleinen Ortschaften entlang der Grenze in arge Bedrängnis geraten. Wir können nur hoffen, dass sich die Dämonen nicht für Valas Gabe interessiert haben."


Die Halblingin lächelt zaghaft und die Gruppe setzt den Ritt fort. Die Armee kommt gut vorran und der Tag verläuft ohne nennenswerten Ereignisse.

Am frühen Abend jedoch gibt es bereits die ersten schlechten Nachrichten.
Ein Trupp Kundschafter kehrt mit der Nachricht zurück, dass Valas Gabe nur noch eine rauchende Ruine ist. Das Dorf scheint gestürmt und niedergebrannt worden zu sein.

Die Soldaten berichten, dass die das Dorf umgebenden Pallisaden schwer beschädigt sind und um Valas Gabe herum keine Menschenseele zu sehen ist.

Leutnant Dans beißt die Zähne zusammen und für einen Moment ist in ihren Augen ein Funken wie auf geschliffenem Stahl zu sehen.

Aaron Kir verzieht den Mund zu einer Grimasse.

"Ich hatte gehofft, dass wir hier unsere Vorräte zusätzlich aufstocken lassen könnten.
Oder einfach auch nur eine ruhige Nacht finden.

Törichte Gedanken. Ich hätte mir denken können wie es hier aussieht.

Was wollt ihr tun? Wir könnten die Kundschafter in die Ruine schicken, vielleicht finden sich Überle... vielleicht finden sich noch Vorräte oder Waffen.
Es wird den Soldaten aber mit Sicherheit aufs Gemüt schlagen. Ich kann mir nur allzu gut vorstellen wie es dort drinnen aussieht."

Damian

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« Antwort #140 am: 14.04.2019, 23:44:06 »
Damian zieht den Mund zu einem Strich zusammen. Seit Valas Gabe zum ersten Mal erwähnt wurde, hatte er dieselben Befürchtungen wie Razgrim. Auch wenn der Priester Torags es nicht ausgeprochen hatte, wusste er, dass die Schuld ihn plagte, obwohl sie keine Wahl gehabt hatten. Wäre es Areelu Vorlesh gelungen, den Wächterstein zu korrumpieren, hätte dies weitaus mehr Leben gekostet. Trotzdem haben sie damit die Bewohner von Valas Gabe den Dämonen ausgeliefert. Grimmig antwortet er Aaron Kir:

"Sagt den Truppen, sie sollen hier kurz Stellung beziehen. Wir werden mit Ulric und den Höllenrittern in das Dorf reiten. Es werden noch Dämonen dort sein."

Baldark

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« Antwort #141 am: 16.04.2019, 17:09:29 »
Baldark schüttelt bei den Worten seines Gefährten den Kopf.

"Damian, wir ziehen mit Soldaten, nicht Zivilisten, in Territorium der Weltenwunde. Meint ihr wirklich es ist sinnvoll so behütend mit ihnen umzuspringen? Ihr wollt ihnen den Zustand der Realität vorenthalten. Ich weiß ihr meint es gut, aber sie sollten wissen auf was sie sich eingelassen haben. Und auch darauf vorbereitet sein, wenn es ihnen gegenübersteht.

Ihr könnt nicht immer die Höllenritter vorschicken, um die Drecksarbeit zu erledigen."


Der Zwerg löst seinen Bogen vom Rücken und zieht drei Pfeile aus seinem Köcher.

"Lasst den Rest der Kompanie wenigstens das Dorf umstellen. Keiner dieser elenden Brut soll entkommen. Lasst sie mit Blut zahlen, was sie den Bauern angetan haben."

Ultan

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Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #142 am: 17.04.2019, 23:30:33 »
Während die Armee auf Baldarks Befehl das Dorf umstellt, führen die Helden die Höllenritter mit Ulrik an ihrer Spitze durch das zerschmetterte Tor in der Pallisadenwand.

Das Bild das sich ihnen bietet ist das von völliger Zerstörung. Es ist fast wie als wären die Helden gerade erst aus den Katakomben unter Kenabres an die Oberfläche gestiegen, doch die Feuer die hier brannten sind schon längst erloschen und die Glut und Asche haben sich bereits im Wind verstreut.

In Schutt und Trümmern ist keinerlei Menschenseele zu sehen, nicht einmal Leichen sind in den Ruinen der Stadt auszumachen. Ein starker Geruch nach Verwesung liegt jedoch in der Luft.

Schon kurze Zeit nachdem die Kompanie das Tor passiert hat begegnen sie einer monströsen Kreatur die auch den größten Höllenritter noch um zwei Haupteslängen überragt. Das Monster schlurft mit hängenden Armen über die Straße und fokussiert mit winzigen, bösartig funkelnden Augen die Neuankömmlinge, offenbar unbeeindruckt von der Mannstärke der Kompanie. Dicke, knotige Haut, Klauenhände und ein bestienhaftes Gesicht mit herausragenden Fangzähnen weisen die Kreatur als Troll aus, ihre Haut ist allerdings mehr rötlich als grün.
Ein zweites Monster schiebt sich in aller Seelenruhe aus einem Hauseingang, ein drittes taucht schmatzend hinter einem Haus auf.
Einen Augenblick später hat sich ein halbes Dutzend der Kreaturen zu erkennen gegeben und die Höllenritter ziehen geschlossen ihre Waffen.

"Wundentrolle! Seid vorsichtig, diese Biester sind ganz besonders gefährlich, die dämonische Energie der Weltenwunde fließt durch ihre Körper. Im Gegensatz zu normalen Trollen sind sie äußerst widerstandsfähig gegenüber Feuer, was es umso schwieriger macht sie auszuschalten.

Tretet zurück, wir kümmern uns darum. Eine Handvoll Wundentrolle werden die Götterklaue nicht stoppen.
In Formation, Männer!"


Damian

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« Antwort #143 am: 20.04.2019, 09:45:34 »
Damian hält den Höllenritter an der Schulter zurück.

"Zieht Eure Männer zurück, Ulric, mit denen werden wir schon fertig."

An seine Gefährten gewandt, fügt er hinzu:

"Wundentrolle sind nicht nur schwer mit Feuer zu verwunden, sondern sind auch unempfindlich gegen Kälte. Ebensowenig wird uns kaltgeschmiedetes Eisen helfen. Wundentrolle sind fast nur durch geweihte Waffen zu verletzen. Die Essenz des Abyss verleiht ihnen auch eine schwache Zauberresistenz, also seht Euch vor.

Schwierige Gegner, aber die Götter sind mit uns! Ziegen wir unseren Armeen, das wir mit Grund an ihrer Spitze stehen!"



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