• Drucken

Autor Thema: Buch II - Das Schwert der Tugend  (Gelesen 4876 mal)

Beschreibung: Erstes Kapitel - Der Marsch der Kreuzfahrer

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Ragni

  • Beiträge: 41
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #270 am: 06.09.2019, 10:05:18 »
"Ich könnte probieren mich meinerseits etwas weiter nach vorne zu wagen. Mich werden sie bestimmt nicht hören. "
Ragni begibt sich nach vorne und bleibt vorerst noch hinter der Wegbiegung, dann begibt er sich auf alle viere und spitzt seine Ohren. Mit spitzen Fingern zieht er den Glasstopfen aus einem kleinen Fläschchen[1] und kippt es in einem Zug runter. Seine Nase zuckt ein paar mal und seine Konturen fangen an zu verschwimmen. Nach wenigen Augenblicken ist er unsichtbar und läuft auf allen vieren geduckt in die Dunkelheit.[2]
 1. Potion of Invisibility
 2. Perception: 28 , Stealth: 38

Ultan

  • Moderator
  • Beiträge: 3853
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #271 am: 06.09.2019, 13:41:57 »
Ragni folgt dem Tunnel für ein paar Minuten, wobei er darauf achtet, möglichst im Verborgenen zu bleiben und so wenig Geräusche wie möglich zu machen.

Schon kurze Zeit später gelangt er an den Eingang einer größeren Höhle. Auch hier finden sich die überall vorhandenen Abyssium Ablagerungen in den Felswänden, doch von den Gelegen der Vescavoren ist nichts zu sehen. Stattdessen hat eine kleine Gruppe Humanoider offenkundig diese Kammer als ihr Lager hergerichtet. Mehrere filigrane Zelte sind zu sehen und im Hintergrund scheint eine Art Gehege errichtet worden zu sein.

Zwischen den Zelten steht ein halbes Dutzend schlanker Humanoider die in einer Ragni unbekannten Sprache.

Ragni erkennt die Humanoiden als Elfen, doch ihrer Ausrüstung ist in dunklen Farbtönen gehalten, wie auch die Farbe ihrer Haut dunkel und farblos ist. Ihr Haar hingegen ist ausnahmslos weiß wie frisch gefallener Schnee.

Eine jung aussehende Elfenfrau in einer brutal aussehenden Plattenrüstung scheint die Anführerin zu sein, bei den zwei männlichen Elfen die vor ihr auf dem Boden Knien muss es sich um die Beiden handeln, denen Ragni hierher gefolgt ist.

Die Elfen wirken leicht überrascht, doch keineswegs beunruhigt, auch wenn Ragni annehmen muss, dass die Präsenz der Kreuzfahrer soeben aufgedeckt wurde.

Ragni

  • Beiträge: 41
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #272 am: 06.09.2019, 14:47:02 »
Ragni prägt sich die Position der Zelte, Anzahl und Lage der Ausgänge und Anzahl und Ausrüstung der Elfen so gut es geht ein. Leise auf allen Vieren begibt er sich dann so schnell es geht wieder zurück. Das Nachlassen des Trankes macht sich langsam bemerkbar und die Gespräche versteht er nicht, deshalb sollte er hier keine Zeit verschwenden.
Wieder bei seiner Gruppe angekommen berichtet er den anderen so gut es geht alle Einzelheiten vom Gesehenen.
Abschließend sagt er: "Es waren Elfen, allerdings hatten sie dunkle Haut und weiße Haare. Sie haben eine stark gepanzerte Anführerin.  Ich bin der elfischen Sprache leider nicht mächtig, deshalb konnte ich nicht verstehen was sie sagten, aber sie schienen uns bemerkt zu haben. Das hat sie jedoch keineswegs in Unruhe versetzt, also entweder fühlen sie sich uns stark überlegen oder sie denken nicht, dass es zu einem Kampf kommt. " 

Otham Sauertopf

  • Beiträge: 894
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #273 am: 07.09.2019, 11:55:09 »
"Drow.", knurrt Otham vernehmlich, nachdem Ragni ihnen berichtet hat. "Als ob die arroganten Baumknutscher nicht schon genug wären. Die halten sich ja für so schlau und überlegen. Aber ihre dunklen Verwandten sollen noch viel schlimmer sein. Nicht das ich schonmal einen in echt gesehen habe, aber was man sich so erzählt... sie sollen ziemlich tödlich sein und fressen wohl auch kleine Kinder oder Betrunkene."

Wahrscheinlich sind es nicht viel mehr als Gerüchte, aber man glaubt was man immer wieder hört. Otham zuckt mit den Schultern: "Da sie anscheinend wissen, dass wir da sind können wir wohl auch einfach weiter gehen und sehen wie es sich entwickelt.", schlägt Otham vor.

Einige Augenblicke wartet er auf Gegenvorschläge und macht sich dann in die Richtung auf aus der Ragni kam. Kurz bevor er die offenere Höhle des Drowlagers betritt atmet er kurz durch und tritt dann entschlossen vor.

"Die Götter zum Gruße.", wobei er wissentlich offen lässt welche er damit meint. "Bitte verzeiht unser Eindringen, ihr seid nicht zufällig für das ständige Gesurre über unseren Köpfen verantwortlich? ", spricht Otham die Höhlenbewohner auf elfisch an.
« Letzte Änderung: 07.09.2019, 11:57:50 von Otham Sauertopf »

Ultan

  • Moderator
  • Beiträge: 3853
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #274 am: 07.09.2019, 22:08:18 »
Othem läuft geradewegs in die Arme einer Gruppe aus etwa einem Dutzend Dunkelelfen.

Die meistender finsteren Elfen tragen beschlagene Lederrüstungen in dunklen, fast schwarzen Blau- oder Purpurtönen und führen eine Auswahl unterschiedlicher kurzer Klingen und eine Armbrust mit sich, doch zwei weibliche Elfen an der Spitze des Trupps sind schwerer bewaffnet und tragen Brustplatten von offenkundig hochwertiger Fertigung.

In der Mitte der Gruppe befindet sich die von Ragni bereits beschrieben Anführerin, die ohne eine Spur von Nervosität auf Otham zugeht und die Mundwinkel zu einem mehrdeutigen Lächeln verzieht.
In Gemeinsprache, wenn auch mit starken Akzent spricht sie Otham an:

"Ihr seid mehr als nur tapfer, Oberflächenbewohner. Nicht viele Eurer Art wagen sich in ein Nest des Abgrunds und spazieren dann auch noch so sorglos in ein Lager der Drow?
Seid Ihr tollkühn oder närrisch, Halbling?
Erzählt man sich dort wo Ihr herkommt keinerlei Geschichten über mein Volk? Es gab eine Zeit, da steckt die Furcht vor den Drow Euch Oberweltlern tief in den Knochen. Mir scheint die alten Wunden sind zu gut verheilt, vielleicht ist es an der Zeit sie wieder zu öffnen?"


Otham bemerkt wie alle anwesenden Drow zeitgleich die Hand an ihre Waffen legen, wobei die fließenden Bewegungen ohne Hast, sondern mit tödlicher Präzision ausgeführt werden.

Die Anführerin der Drow lässt den Blick über Otham und seine hinter ihm auftauchenden Gefährten schweifen, bevor sie fortfährt:

"Soviel Spaß es mir auch machen würde, Euch die Haut abzuziehen und sie wie einen Teppich an die Wand zu hängen, Ihr wirkt nicht vollkommen inkompetent.
Warum erzählt ihr mir nicht, was euch an diesen unwirtlichen Ort führt und vielleicht finden wir einen Weg wie ihr kostbare Haut behalten könnt? Wenn Ihr Euch als nützlich herausstellt, werden wir vielleicht sogar gute Freunde, wer weiß? Und wenn nicht... nun, wir langweilen uns schon seit längerem. Ich bin sicher Ihr seid zumindest für ein wenig Unterhaltung gut."

Otham Sauertopf

  • Beiträge: 894
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #275 am: 08.09.2019, 11:08:58 »
"Oh glaubt mir, die Geschichten werden nachwievor erzählt.", er wechselt in die Gemeinsprache und verbeugt sich leicht. Bei dieser Bewegung landet seine Hand selbst an dem Griff seines Rapiers: "Nennt es wie ihr es wollt närrisch oder tollkühn; wir würden es pragmatisch nennen. Wir müssen hier weiter, zurück ist keine Option. Nicht bevor wir dafür gesorgt haben, dass der Schwarm verschwindet."

Er schaut der Anführerin tief in die Augen: "Doch glaubt mir eins, sosehr wir auch keinen Konflikt mit euch wünschen. Solltet ihr diese Situation mit Waffengewalt lösen wollen, wird es kein leichtes für euch sein. Wir haben den Stürmkönig in all seiner Macht gesehen und überlebt.", dies ist zwar keine Lüge, doch es klingt eher so als hätten sie einen aktiven Part im Geschehen gehabt und wären nicht einfach nur in die Tiefen unter Kenabres gefallen.

"Doch was wollt ihr von uns?", fragt Otham wirklich interessiert: "Ansonsten würden wir ja hier wohlkaum reden oder?"

Ultan

  • Moderator
  • Beiträge: 3853
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #276 am: 09.09.2019, 11:03:43 »
Die Drow lacht laut.

"Den Sturmkönig? Ihr seid Khorramzadeh, dem Lord von Iz gegenübergetreten? Ihr seid eine amüsante Kreatur, Halbling.
Ohne mit der Wimper zu zucken, tretet ihr einer feindlichen Übermacht entgegen, ihr blickt einer Tochter von Haus Parastric direkt in die Augen ohne Furcht zu zeigen und Ihr lügt mir obendrein direkt ins Gesicht. Ich wünschte, meine Soldaten hätten nur einen Bruchteil Eures Mutes. Was ein Prachtexemplar von einem Mann!

Aber Ihr verkennt Euren Platz, Oberflächenbewohner. Ich, Baleana Parastric, vierte Tochter der Mutter Oberin bin nicht auf der Position gelandet, auf der ich heute bin, indem ich jedem beliebigen Außenseiter, noch dazu einem MANN erlaube mir seine Fragen zu diktieren.

Ihr werdet antworten oder ich werde Euch wie einen Hund verprügeln. Wenn mich Eure Antworten zufrieden stellen, werde Ihr selbst Gelegenheit haben mir Fragen zu stellen und nicht umgekehrt!
Testet nicht meine Geduld!"


Die letzten Worte spuckt die Drow förmlich aus und ihre Hand wanderte zu dem Griff einer Peitsche die aufgerollt an ihrer Hüfte hängt.[1]
 1. 
Knowledge(History) 15 (Anzeigen)
Knowledge(History) 20 (Anzeigen)
« Letzte Änderung: 09.09.2019, 11:08:53 von Ultan »

Otham Sauertopf

  • Beiträge: 894
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #277 am: 09.09.2019, 15:39:07 »
"Nun denn vierte Tocher aus dem Hause Parastric, die Götter sorgen dafür, dass jeder seinen Platz auf dieser Welt findet. Wenn ihr also das Sagen habt, wird es dafür einen guten Grund geben. Aber bitte entschuldigt meine Unwissenheit, aber ihr habt keine Frage gestellt.", Otham verneigt sich erneut leicht gegenüber der Frau, doch dieses Mal um ein Grinsen zu verbergen.

"Also dann Tochter des Grauens, was ist eure Frage, aufdass ich euch nicht mehr beleidigen muss. Doch ich habe nicht gelogen über den Sturmkönig."[1]
 1. Diplo zum Überzeugen: 15 (nat. 1)

Razgrim

  • Beiträge: 1387
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #278 am: 09.09.2019, 16:31:29 »
Razgrim steht hinter Otham, das Banner in der einen Hand und die Andere zur Faust geballt. Die Drow sind ein niederträchtiges, hinterlistiges und intrigantes Volk. Sie ähneln ihren Oberflächen Bewohnern höchstens in der Arroganz, die sie offensichtlich zur Schau stellen.

Für einen Moment sieht er zu Baldark hinüber. Er würde ihn nicht verurteilen, sollte er in Windeseile einen Pfeil ziehen und ihn der überheblichen Frau zwischen die Augen schießen. Die meisten seines Volks würden nicht mal mit der Wimper zucken, da hätten sie bereits ihre Äxte gegen die Dunkelelfen geführt, ganz gleich welchem ihrer furchtbaren Häuser sie entsprungen sind.

Doch was hatten sie schon für eine Wahl, ihr Ziel war und ist die Vescarvoren-Königin.

''Er ... gab euch bereits die Antwort, die ihr ... verlangt habt. Unser Ziel ist die Ausrottung des Dämonenschwarms in diesen Kammern."[1] Razgrim tritt ruhig neben Otham, die Augen zu Schlitzen geformt und beobachtet die Reaktionen der Priestern. Was für einen Grund hat sie wirklich, sie nicht sofort anzugreifen?[2]
 1. Diplomatie 7
 2. Sense Motive 23

Damian

  • Beiträge: 879
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #279 am: 09.09.2019, 23:01:32 »
Drow! Damian konnte gar nicht schnell genug reagieren, so dass er mit Schrecken mit ansehen muss, wie sie geradewegs in einen Trupp von Dunkelelfen laufen, der zu allem Überfluss auch noch von einer Tochter der Oberin Haus Parastrics angeführt wird. Dem Haus, dessen Schutzpatron Haagenti ist, der Dämonenfürsten der Alchemie. Also war der Drider höchstwahrscheinlich ein Ergebnis der abartigen Fleischformungs-Experimente dieses Hauses. Die Expertise auf dem Gebiet der Fleischformung und die Erschaffung zahlreicher Monstrositäten stellt den Grund dar, weswegen dieses eigentlich kleinere Haus seinen Machterhalt unter den mächtigen Häusern der Zwölf bewahrt.

Allerdings war es nur die vierte Tochter und auch, wenn Damian wenig von der Kultur der Dunkelelfen verstand, so doch, dass ihnen dieses Wissen einen Vorteil verschaffen könnte. Die Drow Hierarchie war hart und es gab praktisch nur Aufstieg durch Fall eines Schwächeren. Die Tochter ist aus einem bestimmten Grund hier und dieser Grund mehrt entweder den Ruhm ihres Hauses oder er verleiht ihr einen Vorteil gegenüber ihren Schwestern. Wenn Baleana sehr ambitioniert ist, dann sogar gegenüber ihrer eigenen Mutter. Wenn es ihnen gelingen würde, dieser Drow in die Karten zu spielen, ließe sich ein Kampf höchstwahrscheinlich vermeiden.

"Verzeiht meine Gefährten, Baleana Parastric. Sie wissen nicht, dass sie mit einer Tochter der Mutter Oberin Astranovidova Parastrics sprechen, der Herrin eines der 12 mächtigen Adelsgeschlechter in der größten Stadt der Drow, Zirnakaynin, dem letzten Heim der Elfen."[1]

Damians Spiel war riskant. Er sprach hier mit Sadisten, die einem der grausamsten Dämonenfürsten ergeben waren, aber ein Kampf, hier tief im Nest der Vescavorkönigin war schlicht und ergreifend Wahnsinn. Außerdem hatte Otham Recht. Noch redeten sie und dafür muss es einen Grund geben.

"Ich aber erkenne Eure Position. Wir sind hier, um die Vescavorkönigin zu töten. Sie allein ist unser Ziel. Vielleicht ja sogar unser gemeinsames Ziel."[2]
 1. Wissen (Geschichte): 24.
 2. Diplomatie: 18.
« Letzte Änderung: 09.09.2019, 23:04:11 von Damian »

Baldark

  • Beiträge: 507
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #280 am: 10.09.2019, 14:52:16 »
Stur hält Baldark seinen Blick auf die Decke gerichtet, Ausschau haltend nach dem Erzeuger der bereits entdeckten Spinnenfäden. Beide Parteien hatten mit dem Gegenüber nicht gerechnet. Wie auch an solch einem Ort? Was allerdings auch bedeutet, dass alle ein klares Ziel verfolgen, dessen Erreichen ein Konflikt eher im Weg stehen würde.

Es ist das erste Mal, dass Baldark einem Drow begegnet. Er kennt zwar die Erzählungen und ihm ist die Fehde zwischen den Zwergen und den Drow bewusst, doch hegt er keinen persönlichen Groll gegen sie. Was seine Begründung vermutlich in der mangelnden Nähe zu seiner Herkunft und dessen Erbe findet.

Hastig fokussiert er seine Gefährten und ihre Gegenspieler, um sich ein Bild der Situation zu machen, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder auf das Geschehen außerhalb der Konversation richtet. Er ist sich sicher, dass zumindest Damian alles in seiner Macht stehende tun würde, um eine Auseinandersetzung zu vermeiden und wenn es eine Möglichkeit geben sollte dies zu Stande zu bringen, jener sie auch am ehesten finden würde.

So hält Baldark sich für das Erste bedeckt. Mit dem Bewusstsein, dass der Griff zum Pfeil immer die letzte Option sein kann.

Ultan

  • Moderator
  • Beiträge: 3853
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #281 am: 10.09.2019, 17:38:27 »
Baleana Parastrics Gesichtzüge entspannen sich ein Stück als Damian spricht.

"Ein Männchen mit Manieren, na endlich. Ihr solltet Euren Kameraden etwas Etikette beibringen, ihre Erziehung lässt zu wünschen übrig. Wer auch immer Eure Herrin ist, sie lässt Euch ganz offensichtlich sehr viele Freiheiten.
Sei es drum, die Beziehung einer Herrin der Oberwelt zu ihren Untergebenen interessiert mich nicht.

Was mich dagegen interessiert ist, dass Ihr hier seid um die Königin der Vescavoren zu töten. Ihr kommt den ganzen weiten Weg hierher, an den Rand der Weltenwunde, um einen Dämon mittleren Ranges zu töten? Gefährlich, zweifelsfrei, aber doch nicht für die Grenzen der Oberweltnationen?
Eine unmittelbare Bedrohung geht von der Königin und ihrem Schwarm nicht aus, soviel ist sicher. Selbst die Existenz des Schwarms dürfte nicht offenkundig sein, es gibt in der näheren Umgebung weder eine Feste, noch eine Siedlung.
Das heißt entweder seid ihr an den alten Ruinen interessiert und der Schwarm behindert Euch bei deren Erkundung oder aber Euer eigentliches Ziel liegt tiefer in der Weltenwunde und der Schwarm hindert Euch am Weiterkommen.

Die Tatsache, dass Ihr über die Königin des Schwarms sprecht und nicht die andere, viel interessantere Kreatur, lässt mich ahnen, dass Ihr nicht viel über diesen Ort wisst.
Daher tendiere ich dazu anzunehmen, dass Euer eigentliches Ziel auch nicht an diesem Ort liegt. Aber wo dann?
Was liegt am Ende dieses Flussbetts?"


Die Drow lässt verspielt eine Strähne ihres langen Haars durch die Finger gleiten und scheint dabei nachzudenken.

"Ich bin nicht allzu sehr mit der Oberfläche vertraut, aber liegen nicht die Ruinen einer Stadt am Ende dieses Flusses? Eine alte Stadt der Oberwelt, überrannt von den Dämonen. Der Name kommt mir jedoch nicht in den Sinn, für uns sind die Kriege der Oberwelt nicht von Belang.
Aber... eventuell jemand anders sich dafür interessieren wohin eure Reise führt? Was ist Eure Aufgabe? Erkundung? Spionage? Womöglich ein Anschlag? Ein Auftragsmord?

Wir Drow handeln seit Jahrtausenden mit den Dämonen. Wären Informationen über Euch vielleicht etwas wert? Ein Gefallen, auch eines niederen Dämonen ist immer zu gebrauchen."


Baleana lächelt und zuckt mit den Schultern.

"Aber vielleicht wollt Ihr mir ja ein besseres Angebot machen? Angenommen Ihr würdet mir helfen einen... Rivalen zu beseitigen - niemand rechtschaffenden, versprochen - und seine Diener und seine Arbeit gleichermaßen verschwinden lassen, nun ich könnte mir vorstellen Euch niemals begegnet zu sein."

Damian

  • Beiträge: 879
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #282 am: 10.09.2019, 23:45:04 »
Die Anspielung einer Drohung in Kombination mit einem verlockenden Versprechen. Genau, was er erwartet hat: ein Handel. Zumindest, bis sie ihren Teil der Abmachung erfüllt haben, denn nichts würde die Drow daran hindern, sie dann an einen Dämon zu verraten. Für sie verläuft das Spiel nach ihrer Hand und eben aus diesem Grund keimt in Damian die Hoffnung auf, diesen Konflikt friedlich lösen zu können.

Die Drow hat nämlich auch frei heraus zugegeben, dass sie nicht weiß, wie wertvoll ihre Entdeckung ist. Wüsste der Sturmkönig, dass eine Armee auf Drezen vorrückt und auf eine Belagerung vorbereitet ist, wäre davon auszugehen, dass er selbst oder andere mächtige Dämonen unvermittelt in ihre Reihen teleportieren würden und sie in Stücke reißen würden. Aber die Drow glaubt nur, dass ein Dämon an ihnen Interesse haben könnte, was offenbart, dass sie weder Baphomet noch Deskari dient.

Viele können Dämonen und Teufel nicht voneinander unterscheiden und fassen beide als Scheusale des Abgrunds zusammen, doch beide trennen Welten. Ein Teufel wüsste den Wert einer Information zu schätzen, ganz gleich, ob er sich mit einem anderen Teufel im Krieg befinden würde. Ein Dämon ist unberechenbar und es ist nicht sicher, ob er sich überhaupt an so etwas wie einen Handel halten würde. Hierin gleichen sie den Drow, welche die freigeistige Natur der Elfen teilen. Das Baleana ihnen durch ihren vermeintlich geschickten Schachzug also wirklich schaden könnte, ist unwahrscheinlich. Im Gegenzug gibt sie aber ebenfalls freimütig preis, dass sie nicht selber gegen ihren Rivalen vorgehen kann oder darf und daher auf Hilfe angewiesen ist. Damian hat eine Ahnung, um wen es sich handeln könnte.

" Seid gewiss, Baleana, Tochter des Hauses Parastric, dass ihr unsere volle Aufmerksamkeit habt. Ihr sprecht von einem Rivalen, also einem Männchen. Ich würde auf einen Magier tippen, aber da es sich um Euer Haus handelt und die Drider oder Drinnen nicht bei Euch sind, halte ich einen Alchemisten für wahrscheinlicher. Ihr müsst uns nur den Weg weisen."

Damian ist kein Mörder, aber kein Gott der Himmel würde die Verbrechen eines Alchemisten gutheißen, der sich auf die abartige Technik des Fleischwandelns spezialisiert hat. Viel hellhöriger ist Damian allerdings bei der Andeutung der Drow auf die andere Kreatur geworden. Fleischwandler experimentieren und tief in diesem Nest muss es Ruinen geben, die etwas beherbergen, was das Interesse des Alchemisten geweckt haben muss. Wenn es Ruinen sind, könnte die Kreatur vor dem Riss der Weltenwunde hier heimisch gewesen sein, vielleicht also sogar friedlich sein und ihrer Hilfe benötigen. Es ist nur eine Theorie, aber wert, ihr nachzugehen.

Ultan

  • Moderator
  • Beiträge: 3853
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #283 am: 11.09.2019, 22:43:06 »
Baleana hebt die Augenbrauen und streicht sich dann durchs Haar.

"Ziemlich scharfsinnig für ein Männchen. Jemanden wie Euch nicht an einer kurzen Leine zu halten ist für gewöhnlich sehr, sehr gefährlich.

Eure schnelle Auffassungsgabe und bereitwillige Dienstbarkeit gefällt mir jedoch. Wenn Ihr mir jetzt noch beweist, dass Ihr nicht nur ein Experte in der Diplomatie seid - vielleicht behalte ich euch am Ende gar?"


Die Drow lacht schallend und ein Teil Ihres Gefolges wirkt ebenfalls amüsiert oder tut zumindest so.
Anschließend deutet die Anführerin der Drow auf einen Tunneleingang in der Nähe.

"Ihr folgt diesem Gang bis zur nächsten Gabelung, haltet euch dort links und bei der nächsten Abzweigung links. Die Kammer meines alten Freundes ist eigentlich gar nicht verfehlen.
Solltet Ihr meinen Namen erwähnen, wäres es besser für Euch wenn Ihr dafür sorgt, dass niemand überlebt. Wenn ich gezwungen bin hinter Euch aufzuräumen, werdet Ihr Euch wünschen einfach nur einen qualvollen Tod gestorben zu sein!"
« Letzte Änderung: 11.09.2019, 22:43:20 von Ultan »

Baldark

  • Beiträge: 507
    • Profil anzeigen
Buch II - Das Schwert der Tugend
« Antwort #284 am: 13.09.2019, 14:42:16 »
Mit hochgezogener Augenbraue mustert der Zwerg Damian, doch leicht überrascht von dessen Antwort und Dienstbereitschaft.

Ihr Ziel ist die Vescavor Königin. Die Drow waren eine nicht zu erwartende Begegnung, deren Verstrickung man so weit es geht aus dieser Geschichte ausklammern sollte. Ihr Angebot ist lächerlich und es würde für die Gruppe keinen Sinn ergeben dieses anzunehmen.
Einen anderen Kampf für die Drow zu fechten, um den Konflikt mit ihnen zu vermeiden. Sie würden einen Weg einschlagen, der von ihrem eigentlichen Ziel abführt. Für ein Versprechen von einem Drow, welche dem Ruf in Sachen Intrigen der Dämonenbrut nacheifern. Sie würden das Risiko auf zwei Auseinandersetzungen auf sich nehmen, wenn sie im Gegenzug das Hindernis hier und jetzt aus der Welt schaffen könnten. Zu all diesem würden sie sich als Knechte für eine feindliche Gruppierung anbieten.

Und doch hat auch Baldark aufgehorcht als eine andere und angeblich interessantere Kreatur erwähnt wurde. Damian hat anscheinend entschieden dieser Andeutung nachzugehen und diesbezüglich Licht ins Dunkle zu führen. Wer weiß, was man zu finden vermag? Vielleicht einen Verbündeten. Und sie haben immer noch keine Lösung für den Vescavorenschwarm selbst, sollten sie erfolgreich die Königin eliminiert haben. Alles überblickend dient diese Mission nur der Überwältigung eines einzelnen Hindernisses auf ihrer langen Reise und sie können es sich nicht leisten einen Hoffnungsschimmer, sollte er auch noch so klein sein, auszuschlagen.

Nachdenklich schweift sein Blick auf Razgrim mit der Erwartung, dass dieser am wenigsten bereit ist dem Angebot der Drow nachzugehen.
« Letzte Änderung: 13.09.2019, 14:44:18 von Baldark »

  • Drucken