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Autor Thema: Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen  (Gelesen 1831 mal)

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Jelena Sejm Petrasowna

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #75 am: 22.09.2019, 00:35:14 »
Louis Hilfsangebot auf dem Weg in die geheime Unterwelt ließ Jelena Zögern. Sie war irritiert, das Leben am Hof nicht gewohnt. Daher wollte sie es höflich ablehnen, doch dann wurde ihr klar, dass es beleidigend aufgefasst werden konnte. Mit einem innerlichen Seufzen Hellte sie ihre verwirrte Miene auf zu einem leichten Grinsen, nahm die Hilfe spielerisch an und übertrieb ihre Anstalten ein wenig, um dem Ganzen offensichtlich - aber nicht Louis lächerlich machend - eine leichte Note zu verleihen.

Sie rang kurz mit der Überraschung, den Toten lebend zu sehen. Sie war spätestens mit dem Gang zu diesem Treffpunkt sicher gewesen, dass alles nur eine Intrige war, doch einen Tod vorzutäuschen... Was die Überraschung anging, wusste sie, dass ihre Segnung versagen würde bei zu starker Emotion. Doch es gelang ihr, sich zu beherrschen.[1] Mit halb hinter einer Hand verborgenem Lächeln verkündete sie: "Das ihr etwas im Schilde führtet, war zu sehen, doch dies 'Spiel' ist dann doch eindrucksvoll." Mit mehr Ernst wies sie den jungen Mann zurecht: "Unsere Hilfe hättet ihr auch ohne uns vorher im unklaren zu lassen und ohne diesen Zwang mit weniger Widerwillen bekommen können!" Um dann jedoch mit einem Schritt vorzutreten und ihre Hand anzubieten: "Aber natürlich werde ich helfen, das ist selbstverständlich." Eine andere Wahl ließen ihre auferlegten Pflichten nicht. Matruschka war zwar gütig, aber hart.

Die Diskussion und die Worte der anderen ließen ihre Gedanken leichter werden. Noch schuldete sie ihnen ihrer Meinung nach ihre Rettung und es wäre ihr bei Trennung der Gesellschaft schwer gefallen, diese zurückzuzahlen. Der weitere Plan fand nicht ihre vollkommene Einverständnis, aber zu sehr wollte sie sich auch nicht einmischen. So beließ sie es dabei, sich zwei Briefe, einen an ihre Mutter und einen an ihren Cousin, zurechtzulegen, ihre (vom Werwolf beschädigte) Jägerkleidung, Bogen und Eberspieß anzubieten und ebenfalls um ein Pferd zu bitten. Für die Umkosten käme sie auch auf.
 1. Selbsttest Würfelthread mit 3 Steigerungen

Mondragor

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #76 am: 23.09.2019, 09:41:21 »
Es war früher Morgen, als Jan Philipp Müller in Prächtig von seinem Schreibtisch aufsah, um den jungen Besucher zu empfangen, auf den er gut hätte verzichten können. Wieder so ein junger Fatzke. fuhr es ihm durch den Kopf, als er die Gestalt sah, die ihm dort gerade ihre Aufwartung machte. Er kannte diesen Typ, oder meinte zumindest, es zu tun. Mit dem goldenen Löffel im Mund geboren, hatten sie nie Verantwortung tragen, geschweige denn für ihr Auskommen arbeiten müssen. Erst wenn es zu spät war, fiel es den Vätern ein, dass ihre Söhne Nichtsnutze waren, und sie ließen Geld und Beziehungen spielen, um den Söhnen einen Anschein von würdevoller Tätigkeit zu ermöglichen. Er hatte sie kommen und gehen sehen, und für jemanden wie ihn, der sich aus ärmlichen Verhältnissen nach oben gearbeitet hatte und mit seiner Arbeit im Orden etwas Sinnvolles bewirken wollte, war es jedesmal wieder ein Schlag ins Gesicht, wenn ihm ein solches Bürschchen geschickt wurde.

Natürlich wusste er, dass die Aufnahme dieser Männer - es waren seltener Frauen - wichtig für die Finanzierung des Ordens war, und dass einflussreichere Personen als er seine Haltung missbilligten. Doch er konnte sich nicht dazu durchringen, schöne Augen und nette Worte zu machen - dazu hatte er zuviel erlebt.

Er sah kurz auf das Pergament, das die Ankunft des Mannes angekündigt hatte: Juan Felipe Fernandes de Claratierra. An Namen mangelte es ihm zumindest nicht. Ein Castillier also. Er winkte den jungen Mann näher zu sich und sah diesem dann in die Augen:
"Juan Felipe." Er vermied ganz bewusst die Nutzung irgendeiner Art von adliger Anredeform - im Orden waren sie alle Brüder und Schwestern, und das würde der Bursche besser früher als später lernen. "Du magst es gewöhnt sein, von Männern niedrigeren Standes hofiert zu werden; das kannst du bei mir vergessen. Solange wir einem Orden angehören, sind wir Brüder. Mein Name ist Jan Philipp. Wenn man es genau nimmt, scheinen wir sogar Namensvettern zu sein."[1] merkte er an, nachdem ihn die Tatsache kurz stutzig gemacht hatte.

"Also gut." fuhr er fort. "Du möchtest also ein Ritter werden, und ich darf jetzt dafür sorgen, dass du dich beweisen kannst. Eins kann ich dir sagen: Wenn dein Vater dir Flausen austreiben wollte, hat er dich in das richtige Land geschickt. Hier in den Eisenlanden besteht das Ritterdasein aus mehr als hübschen Adelstöchtern den Hof machen - wie haben hier noch echte Probleme.

Wir haben Kunde davon bekommen, dass am Rande des Angenehmen Waldes Räuber ihr Unwesen treiben. Sie plündern Dörfer und nehmen Gefangene - Gott weiß, was sie mit ihnen anfangen. Deine Aufgabe ist es, mehr über diese Bande herauszufinden: Wie viele Räuber sind es, sind die Gefangenen bei ihnen, wer ist ihr Anführer? Und lass dir um Gottes Willen nicht einfallen, den Helden zu spielen und sie anzugreifen! Du magst eine Schwertkampfschule besucht haben, aber alleine gegen eine Räuberbande wirst auch du den Kürzeren ziehen."
 1. Hatte ich tatsächlich nicht geplant, war Zufall ...
« Letzte Änderung: 23.09.2019, 09:41:48 von Mondragor »

Mondragor

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #77 am: 23.09.2019, 10:04:33 »
Nachdem alle ihre Bereitschaft erklärt hatten, dem Baron zu helfen, hielt dieser nicht viel weiter mit Reden auf, sondern die Gruppe setzte sich in Bewegung, um die weiteren Vorbereitungen zu treffen. Für sie selbst hieß dies vor allem, die Briefe an ihre Angehörigen zu verfassen, denn packen konnten sie natürlich nicht, sondern mussten sich darauf verlassen, dass die restlichen Verschwörer alles Notwendige bereitstellen und ihre Ausrüstung vollständig herbeischaffen würden.

Das Kellersystem schien noch weitläufiger zu sein, denn dazu gehörte auch eine kleine Schreibstube, in dem die Gefährten nacheinander ihre Briefe verfassen konnten. Während die anderen mit Schreiben beschäftigt waren, nahm Don Alfonso seinen Landsmann zur Seite ("Auf ein Wort!")und ging mit diesem ein Stück die Katakomben entlang, bis sie unter sich waren.
"Don Tristan." begann er. "Ich kenne Euch noch nicht sehr lange, doch ich habe das Gefühl, dass ich Euch vertrauen kann - schließlich sind wir gerade an der gleichen Verschwörung beteiligt. Ihr habt sicher von El Vagabundo gehört? Nun, es gibt eine ganze Organisation, die ihn unterstützt. Sie arbeitet in ganz Théah an dem Ziel, die guten Kronen zu schützen. Ich gehöre zu ihnen - dass das geheim ist, versteht sich von selbst.

Hier in den Eisenlanden lässt sich deutlich erkennen, was die Folge ist, wenn es keinen fähigen Herrscher gibt - nur dass es hier überhaupt keinen Herrscher gibt; und dieses Machtvakuum ist beinahe schlimmer, als wenn die Macht in falschen Händen liegt.
Nachdem die Eisen es in den letzten zwanzig Jahren nicht selbst geschafft haben, einen neuen Imperator zu wählen, haben wir beschlossen einzugreifen. Wir wollen dem Land helfen, wieder einen Anführer zu bekommen, und wir wollen dafür sorgen, dass es jemand ist, der würdig ist. Es gibt eine Liste von drei Kandidaten, die selbst im Orden umstritten ist - einig sind wir uns aber, dass Roswitha Wirsche nicht auf dieser Liste steht. Wer immer der neue Anführer dieser Nation werden sollte - wir werden jeden würdigen Kandidaten unterstützen. Unsere Hoffnung setzen wir auf Elsa Pösen, Rosamund Roth und Niklas Träge.
Diese drei werdet Ihr vermutlich auf Eurer Mission treffen. Ich bitte Euch, beobachtet das Verhalten der drei, versucht herauszufinden, ob sie sich würdig erweisen würden, die Krone zu tragen. Und versucht, unseren jungen Baron bei seiner Mission zu unterstützen.

Dazu möchte ich Euch offiziell anbieten, Mitglied bei Los Vagabundos zu werden! Was sagt Ihr, nehmt Ihr an?"

Juan Felipe Fernandez

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #78 am: 23.09.2019, 21:30:43 »
Juan Felipe war jetzt nicht mehr ganz so begeistert, wie bei seinem Aufbruch. Ich schätze es durchaus, dass er etwas Neues und Spannendes erleben würde, aber die Eisen Lande waren zumindest klimatisch nicht so recht nach seinem Geschmack. Umso besser wurde seine Stimmung, als er endlich das Ziel erreichte und hören würde was für ein Auftrag man ihm geben wollte. Für einen Augenblick war enttäuscht von dem Mann der ihm gegenüber saß. Aber er erkannte sehr schnell, dass er einfach nur etwas anderes erwartet hatte. Das hier war eine sehr interessante Möglichkeit.
Also reagiert er auch nicht so, wie es sein Gegenüber vielleicht erwartet hätte. Er war in keiner Weise gekränkt, dass man ihn für einen eitlen Adelsspross hielt. Er sah vielmehr die Möglichkeiten, die sich ihm hier boten. Denn die Höfe von Kastilien waren auf Dauer langweilig für ihn geworden. Nun würde er sehen, was dieses fremde Land zu bieten hatte. Also Name ohne zu zögern die Worte seines Gegenübers auf:"Nun denn, Bruder. Es ist mir eine Freude eure Bekanntschaft zu machen. Denn auch wenn mein erstes Interesse an diesem Orden aus etwas andere Richtung kommt, so glaub mir, das ist für mich nicht irgendein Spiel oder allerlei ist. Und es mag Zufall sein, dass wir Namensvettern sind, oder auch nicht. In jedem Fall freut es mich euch zu treffen, Jan Philipp.
Aber kommen wir doch zu den Details dieser Mission. Könnt ihr mir etwas mehr dazu sagen? Oder soll ich einfach in die Region reisen und mich durch Fragen? Das wäre dann doch etwas auffällig. Und was ist mit den örtlichen Autoritäten? Diese ließen sich doch sicher bewegen, etwas sinnvolles zu unternehmen mit diesen Informationen. Oder anders gefragt: was soll ich mit dem anfangen, was ich in Erfahrung bringe. Zu euch zurückkehren?"

Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #79 am: 25.09.2019, 20:14:32 »
Für eine gefühlte Ewigkeit starrte Don Tristan den Castillier ausdruckslos an während seine Gedanken rasten.
"Narr, die ganze Zeit machst Du Dir Sorgen er könnte ein Agent der Inquisition sein, und nicht einmal kommt Dir der Gedanke, er könnte zu genau den Leuten gehören die zu finden Du überhaupt erst in die Eisenlande gereist bist!" Und nicht nur hatte er El Vagabundos Organisation gefunden, man bot ihm gar die Mitgliedschaft an, wenn dies sicherlich auch auf Probe war. Aber war das nicht alles ein klein wenig zu perfekt, zu einfach.
Was wenn es eine Falle war und Don Alfonso sich doch nocht als Agent Kardinal Verdugos[1] erweisen. Andererseits war dies eine zu gute Gelegenheit um sie auszuschlagen und Don Tristan vertraute seiner Intuition und nichts an Don Alfonso wirkte unaufrichtig, gestellt oder begierig. Und in ihrem Gespräch auf dem Ball hatte Don Alfonso auch einige Andeutungen gemacht die einem wahren Anhänger des Großinquisitors nur sehr schwer über die Lippen gekommen wären.
Schließlich schluckte der junge Hidalgo und räusperte sich.
"ähem, ich muss zugeben ich bin überrascht. Tatsächlich war es das Gerücht El Vagabundo sei in Freiburg gesehen worden, dass mich überhaupt erst in die Eisenlande geführt hat. Da ihr wisst wer mein Vater war und was ihm wiederfahren ist wird es euch nicht verwundern, dass ich kein Freund des Großinquisitors bin und auf der Suche nach Verbündeten, die nicht nur meine Meinung über seine Eminenz teilen sondern vieleicht auch eher als ich willig und in der Lage sind etwas gegen ihn und seine Fanatiker zu unternehmen." Don Tritan hatte sich zunehmend in Rage geredet. Nur wurde seine Stimme wieder ruhig, aber dafür toternst: "Es ist mir eine Freude euer Angebot anzunehmen und es wird mir eine Ehre sein mich El Vagabundos würdig zu erweisen!- Was muss ich tun?"
 1. Großinquisitor und graue Eminenz in Castille

Mondragor

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #80 am: 28.09.2019, 12:36:54 »
Jan-Philipp entfuhr ein kurzes Lachen. "Die örtlichen Autoritäten? Du bist nicht von hier, das sieht man. Dort im angenehmen Wald herrscht Anarchie. Es mag den einen oder anderen lokalen Provinzfürsten geben, aber die kümmern sich nicht um das Land um sie herum. Wenn du die Bande findest, müssen wir sie letztlich wohl selbst zur Strecke bringen. Was wir wissen müssen ist, wo sie sich herumtreiben, wie viele es sind und vor allem, was sie mit den Gefangenen vorhaben.
Wie du die Räuber findest, ist mir egal, aber ich nehme an, die Bewohner der dortigen Dörfer können da schon weiterhelfen. Und dann sicher, solltest du so schnell wie möglich zurückkommen, damit wir mit Verstärkung anrücken können."


~~~

"Nun, was Ihr tun müsst, habe ich ja bereits gesagt: Unterstützt den Baron nach Kräften und haltet die Augen offen, wenn Ihr mit einer der genannten Personen zu tun habt. Jede Einschätzung der Führungsqualitäten der aussichtsreichen Kandidaten ist wertvoll für uns."
Falls Tristan einen Initiationsritus erwartet hatte, wurde er enttäuscht. Vielleicht war es der Situation hier in den Katakomben geschuldet - jedenfalls erhielt er nur eine kurze Einweisung in gewisse Begrüßungsformeln und Codewörter, um sich anderen Mitgliedern zu offenbaren, dann war die Sache bereits erledigt.[1]

Nachdem die beiden Castillier wieder zur Gruppe gestoßen und alle nun ihre Vorbereitungen abgeschlossen hatten, verloren auch alle nicht mehr viel Zeit. Der Hauptmann und der Arzt waren bereits vorher verschwunden, um sich um ihre Ausrüstung zu kümmern und den Plan in Bewegung zu setzen, und die Übrigen begaben sich nun auf den Weg durch verschiedene Tunnel, um zu ihrem Treffpunkt zu gelangen.
Es war erstaunlich, wie ausgedehnt das Tunnelsystem unterhalb der Naumburg war, denn tatsächlich führte einer der Gänge tief in die Erde hinein und unter der gesamten Stadt hindurch. Ob es sich um alte Nachschubtunnel handelte für den Fall einer Belagerung der Burg, oder welchen Zweck dieser Tunnel einmal gehabt haben mochte, konnte die Gruppe nur erahnen, doch in der bedrückenden Dunkelheit unter der Erde, die nur von zwei Fackeln schwach durchbrochen wurde, war niemandem von ihnen nach Reden zumute.

Schließlich gelangten sie an einen schmalen Ausgang, den sie zunächst von reichlich Gestrüpp befreien mussten, der ihn von außen so gut wie nicht auffindbar machte, und Don Alfonso trat nach außen, um auf ihre Mitverschwörer zu warten. Es dauerte sicherlich eine Stunde, bis sie Pferdeschritte vernahmen und selbst nach außen traten.
Dort ritt Dr. Vesalius mit sieben weiteren beladenen Pferden zu ihnen - ihren Pferden, soweit sie welche gehabt hatten, beladen mit ihrer scheinbar vollständigen Ausrüstung.
"Wurdest du gesehen?" fragte Don Alfonso leise, und der Arzt antwortete mit einem Kopfschütteln. "Zumindest so weit ich es beurteilen kann. Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht."
 1. Hab mir da noch nichts überlegt.
« Letzte Änderung: 11.10.2019, 23:55:56 von Mondragor »

Erich Janina Graustein

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #81 am: 29.09.2019, 10:43:18 »
Erich geht zu seinem neuen Pferd und begutachtet es kurz. Er ist sichtlich beeindruckt über dieses Prachtexemplar. Danach kontrolliert er kurz seine Ausrüstung ob alles wichtige dabei ist. Als er dann seine Sachen gefunden hat, entledigt er sich der Kleidung die er am Ball an hatte und schlüpft wieder in seine Rüstung und legt sein Schwert an, man merkt sofort das Erich sich jetzt wieder etwas wohler fühlt.

Nachdem er sich umgezogen hat und seine Waffen angelegt hat geht er kurz zu dem Arzt und übergibt Ihm die besprochenen Gegenstände sowie zusätzlich noch die Kleidung vom Ball "Vielleicht kann es nicht Schaden wenn Ihr diese Kleidungsstücke am Tatort hinterlasst, denn schließlich waren das die Kleider in denen man mich zuletzt gesehen hat. Für mich würden sie im Moment nur eine unnötige Belastung darstellen, und so haben sie vielleicht noch einen sinnvollen Zweck."

Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #82 am: 29.09.2019, 14:50:47 »
Nachdem die Sache einmal beschlossen war, bewies Louis, dass er entgegen allen Vorurteilen gegen die gestelzte und komplizierte Art der Montaigner und ihrer höfischen Sitten auch rasch, entschlossen und schweigend handeln konnte. Ein Schreiben an seine Familie war rasch aufgesetzt und mit seinem Ring gesiegelt, und damit hatte der Musketier seine Reisevorbereitungen auch schon beinahe abgeschlossen. Nachdem er sein Gepäch vollständig vor sich sah, nickte er zufrieden, überlegte eine Weile und wechselte sodann in seine gute, wenn auch bei weitem nicht so kostbare Reisekleidung, während er die gerade erst teuer erworbene Ausstattung für den Empfang mit einem entsagungsvollen Seufzer ihren Mitverschwörern überließ. "Also dann, genug der Vorbereitung! Lasst uns, wie sagt man 'ierzulande... die Schurken mit Nägeln köpfen, non..?" Mit einem bedeutungsvollen Klopfen gegen den Griff seines Degens zwirbelte er unternehmungslustig seinen Schnurrbart.

Jelena Sejm Petrasowna

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #83 am: 29.09.2019, 23:07:42 »
Während und nach dem Schreiben der Briefe war die Halb-Ussurin nachdenklich und in sich gekehrt geblieben. Tristans Verschwinden registrierte sie, um ihn bei seiner Rückkehr mit fragendem Blick zu bedenken. Durch eine offen ausgesprochene Frage wollte sie ihn aber nicht in Verlegenheit bringen. Während der Wartezeit blieb sie zwangsläufig stehen und in voller Ballausstattung, jede hier unten vorhandene Sitz- oder Anlehngelegenheit hätte Schaden angerichtet. Mehrmals setzte sie an, etwas zu fragen, schluckte es aber dann doch und kämpfte um ihre Haltung, schließlich sogar mit Schwäche. Sie war die Kleidung nicht gewohnt, vor allem nicht über so lange Zeit.

Entsprechend erleichtert war sie, als ihre Ausrüstung kam. Die kräftige Stute, die sie am Vortag schon im Auge gehabt hatte, hatte man ihr tatsächlich besorgen können. Sie verstand sich sofort sehr gut mit dem Tier, versenkte den Schmuck in den Taschen und entnahm zwei Sätze Kleidung: Ihre alte vom Werwolf zerstörte und ein neuer Satz aus Fell, Leder und rotem Stoff, wesentlich geeigneter für die Wildnis. Mit befremden bemerkte sie, wie die Herren sich umzogen und überließ dem Wachhauptmann die beschädigte Kleidung kommentarlos, bevor sie davoneilte. Sie schwankte zurück bis in einen Raum der Katakomben, um sich umzuziehen.

Es dauerte eine Weile und ihre Kräfte waren ziemlich erschöpft dank langen wachen Stunden und dem Korsett. Die Herren mussten eine geraume Zeit warten, bevor sie aus den Tunneln geschlichen kam. Offensichtlich war sie am Ende ihrer Kräfte, aber wenigstens kehrte etwas Farbe in ihr Gesicht zurück dank frischer Luft in den Lungen. Sie packte ihr Kleiderbündel ein, schwang sich trotz Erschöpfung wie eine Kunstreiterin in den Sattel und fragte: "Verzeiht, das es gedauert hat. Wohin wenden wir uns zuerst? Wer hat Erfahrung mit dem Reisen abseits der Wege?"
« Letzte Änderung: 29.09.2019, 23:08:51 von Jelena Sejm Petrasowna »

Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #84 am: 01.10.2019, 05:47:58 »
Nun gab es wohl kein Zurück mehr. Alles wurde in Bewegung gesetzt und die ersten Schritte eingeleitet. Friedrich musste nicht lange überlegen, wem er schreiben sollte. Seine nahe Familie war zwar schon vor Jahren umgekommen, doch Alfred, der Butler der Familie kümmerte sich noch immer um das Anwesen. Dem alten Mann würde er alles anvertrauen und er wollte nicht, dass der Butler sich Sorgen machte. Der Monsterjäger hielt sich im Brief allerdings sehr kurz und vage, um nicht doch noch für Probleme zu sorgen, falls jemand die Nachricht irgendwie abfing.
Die Tunnel ließen sie schnell hinter sich und konnten schließlich wieder frische Luft atmen. Eine Weile mussten sie warten, bis der Doktor zu ihnen stieß und sowohl Pferde, als auch Ausrüstung brachte. Friedrich überprüfte die Kleidung und anderen Gegenstände und zog sich schließlich zurück, um sich umzuziehen. Viel hatte sich nicht verändert. Es handelte sich um rustikale und strapazierfähige Kleidung samt einem dunkelgrauen Mantel. Zufrieden verstaute er seine Ausrüstung, befestigte seine Bücher und tätschelte das Pferd, das ihm schon bald ein treuer Begleiter werden würde. Alle wichtigen Dinge waren wieder da und er war bereit für alles, was noch kommen mochte. Zumindest fühlte er sich so.
Es tat Friedrich zwar etwas weh, die maßgeschneiderte, teure Kleidung wieder abgeben zu müssen aber Erich hatte völlig Recht. Sie sollte Teil des Feuers werden und für mehr Beweise sorgen. Sie mussten nur noch etwas auf Jelena warten, bis wohl alle bereit waren. "Ich habe in den letzten Jahren etwas Erfahrung sammeln können." antwortete er der Ussurerin bescheiden. Er war für die Kreuzritter und für seine Forschungen viel unterwegs gewesen. Oft war er längere Strecken abseits der Wege und Straßen gewandert. Sollte niemand erfahreneres sie führen wollen, konnte er das wohl übernehmen.

Erich Janina Graustein

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #85 am: 03.10.2019, 16:29:46 »
Nachdem dann alle abreise fertig waren und sich Jelena dann auch endlich umgezogen hatte griff auch Erich die Frage von Jelena direkt auf "Naja Friedrich und ich sind in dieser Gruppe wohl die einzigen die hier in diesen Landen schon länger unterwegs sind. Ebenso wie Friedrich bin auch ich des öfteren in der Wildnis unterwegs, und da gibt es oft genug keine wirklichen Wege. Vielleicht sollten also Friedrich und ich die Spitze übernehmen. Unser erstes Ziel sollte wohl der Baron bestimmen denn es ist schließlich sein Plan und er weiß wen er als erstes besuchen möchte."

Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #86 am: 03.10.2019, 18:37:25 »
Trotz seines normalerweise kontrollierten kaltblütigen Wesens musste sich Don Tristan beherschen um nicht breit zu Grinsen als er und Don Alfonso zu den anderen zurückkehren, so glücklich war er, El Vagabundo nicht nur gefunden zu haben sondern sogar Mitglied geworden zu sein.
Aber er schaffte es, sich fast nichts anmerken zu lassen. Bis er Jelenas fragenden Blick bemerkte.
Ein Lächeln umspielte die Mundwinkel und seine gute Laune ist ihm deutlich anzumerken als er der Ussurerin lediglich zunickt um anzudeuten, dass er ihre Sorge zur Kenntnis nimmt, aber alles in Ordnung sei.
Den Brief an seine Schwester Estrella hatte er, wie versprochen in castillisch schon abgefasst ehe er mit
Don Alfonso verschwunden war.
Nach der Ankunft des Doktors überprüfte er rasch und gründlich die Vollzähligkeit seines Gepäcks, besonders der chirugischen und medizinischen Ausrüstung ehe auch er seine festlichen Kleider auf den sich bildenen Haufen warf. Jelenas verschwinden nahm er zwar zur Kenntnis, aber es war für ihn eine selbstverständlichkeit, dass sie sich nicht einfach so vor all den Männeraugen entblösen wollte.
Nachdem er sich wieder in seinen vendelischen Reiseumhang gehüllt hatte schwang er sich auf seine Fuchstute. Auf Jelenas Frage hin schüttelte er lediglich den Kopf. "Nicht in diesen Landen." Dann wartete er ruhig ab bis andere entschieden wohin es gehen sollte. Wenn Erich und Alfred die Führung übernahmen würde er, als der zweite Duellant in ihrer Gruppe die Nachhut übernehmen. "wir sollten uns in jedem Fall bemühen unsere Spuren zu verwischen. Wo so viele Pferde gehen bleibt eine deutliche Spur. Und abseits der Wege mag das zu unerwünschten Fragen führen." ergänzte er.

Mondragor

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #87 am: 04.10.2019, 10:43:10 »
Der Baron hielt sich bei den Gesprächen nach der Führung der Gruppe im Hintergrund, nickte jedoch, als Erich erwähnte, dass er das Ziel bestimmen sollte. Er trug gute, aber unauffällige Reitkleidung mit einem weiten dunklen Mantel, der zu dieser Jahreszeit wohl zur Standardausrüstung eines jeden Reisenden gehörte und eine Kapuze, die ihn nicht nur vor der Kälte, sondern auch so weit es ging vor Blicken schützen sollte.
"Ich danke euch noch einmal, dass ihr uns helft, und werde mein bestes geben, um für unsere Gruppe kein Klotz am Bein zu werden. Auch ich bin in der Wildnis nicht zuhause und möchte mich gerne der Führung der Herren Graustein und von Dent anvertrauen. Was das Ziel angeht, habe ich es ja bereits erwähnt: Mein Vater trug mir auf, zum Angenehmen Wald zu gehen und dort nach Perchta zu suchen. Wer oder was sie ist, hat er mir nie gesagt, aber es muss eine Art Orakel sein; zumindest ist es das, was ich aus den Andeutungen geschlossen habe, die er immer wieder fallen ließ."

Die Vorbereitungen dauerten nicht lange an, denn niemand wollte hier, so nahe der Stadt, unnötig lange verweilen. Daher verschafften sich alle nur kurz einen Überblick über den Status ihrer Ausrüstung, woraufhin sich die Gruppe noch im Dunkeln auf den Weg machte.

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