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Autor Thema: Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf  (Gelesen 2328 mal)

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Finnegan O´Dougal

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Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #105 am: 17.05.2019, 00:03:32 »
Finnegan half beim Aufbau eines Lagers und bei der Versorgung der Pferde. Es würde wohl etwas eng in der Höhle werden, aber die Tiere draußen im Sumpf zu lassen, schien ihm nicht ratsam.
Außerdem gab er von seinen Vorräten ab, um das Mahl, das Jelena zubereitete, aufzubessern.
Schweigend sah er den anderen bei ihren Tätigkeiten zu, fast schon einschätzend, lauernd. Aber nur einem wirklich guten Beobachter würde das auffallen, wußte der Ine seine Züge doch exellent zu verbergen.
Auch ihren Ausführungen über ihr Können, ihren Werdegang und ihre Ziele lauschte er interessiert.
Als sich die Augen unweigerlich auf ihn richteten, erschien ein schelmisches Lächeln auf seinem Gesicht.
"Ich? Oh, ich bin ein... ein Lebemann, könnte man sagen. Mein Clan ist zwar nicht der reichste oder größte oder stärkste, aber auf unserer Insel sind wir doch bekannt. Ich reise umher und schaue mir Land und Leute an.
An Fähigkeiten kann ich wohl nicht viel bieten, außer vielleicht..."

Mit diesen Worten stand Finnegan auf und holte einen Holzkasten aus seinem Gepäck. Daraus holte er eine mit Einlagen aus Horn verzierte Laute hervor.
"Ich kann einige Instrumente spielen."
Kaum gesagt, fing er dann auch an, an den Saiten des Instruments zu zupfen. Und nachdem er es kurz gestimmt hatte, erklang begleitet von einem wunderschönen Lied, das er sang, eine lebendige Melodie.
Vielleicht würde dies die Stimmung ein wenig heben.
"Bringt mehr Whiskey und Weiber."

Mondragor

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Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #106 am: 19.05.2019, 16:12:20 »
Nachdem das Eis gebrochen war, entwickelte sich schließlich ein kurzes Gespräch, bevor die Müdigkeit nach und nach die Frauen und Männer übermannte und sie zu einer unbequemen, aber doch erfrischenden Nachtruhe kamen.

Als sie am nächsten Morgen die Höhle verließen, bemerkten sie bereits eine Veränderung in der Natur: Wo vorher die Fauna zu spüren schien, dass etwas Dunkles in der Höhle hauste, und einen großen Bogen darum machte, hörten sie nun Vogelgezwitscher, und die Morgensonne wärmte die klammen Knochen der Bezwinger des Werwolfs.[1] Zu siebt machten sie sich daran, den Sumpf zu verlassen, und wandten sich, Jeannes Wunsch folgend, nicht zu ihrem Dorf, sondern gingen den direkten Weg zur Naumburg. Und auch den Weiler, durch den Friedrich und Erich gekommen waren, suchten sie nicht auf, da er sie doch eine halbe Tagesreise Umweg gekostet hätte.

Sie kamen nicht allzu schnell voran: Zum einen waren sie nicht alle beritten, zum anderen litt Louis, auch wenn er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, immer noch starke Schmerzen und musste ein ums andere Mal aufstöhnen. Zweimal wechselte Don Tristan am ersten Reisetag die durchgebluteten Verbände des Montaigners, und so waren alle froh, als sie am späten Nachmittag ein Gasthaus auf ihrem Weg sichteten, und beschlossen, hier die Nacht zu verbringen.

Vor allem Louis tat das weiche, saubere Bett, das er dort vorfand, gut, und Abendessen und Frühstück taten ein Übriges, um die Laune der Reisenden zu heben. Im Wissen, dass sie am heutigen Tag Naumburg erreichen würden, brachen sie gut gelaunt auf und erreichten nach einer weitgehend ereignislosen Reise ihr Ziel noch im fast vollen Sonnenschein.
 1. Eure normalen Wunden könnt ihr alle streichen, nur die dramatischen bleiben vorerst.
« Letzte Änderung: 26.05.2019, 17:28:07 von Mondragor »

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #107 am: 21.05.2019, 11:39:05 »
Auch den weiteren Vorstellungen hörte Jelena aufmerksam zu. Sie nahm den Dank des Montaigners für den Tee mit einem leichten Lächeln entgegen und ließ sich nicht anmerken, ob sie sein Reaktion auf das Getränk mitbekam. Finnegan erntete einen kurzen skeptischen Blick für seine Worte. Anders war es mit seiner Musik, sie summte gleich mit und ließ damit eine schnelle Auffassungsgabe und Gespür für Musik erkennen. Sie setzte ansonsten ihre Arbeit auf dem Papier und die Reparatur der Kleidung fort. Als sich abzeichnete, das Nachtruhe einkehren würde, schlug sie vor, dass die Unverletzten Nachtwachen einteilen.

Am nächsten Tag war Jelena früh auf, kümmerte sich um das Feuer, das Frühstück und die Pferde, und nahm Jeanne mit zu einer Morgenwäsche. Von sich aus suchte sie jedoch nicht das Gespräch. Während sie unter freiem Himmel und im Sumpf unterwegs waren, blieb die Ussurin weiter still. Ihr war aber anzumerken, dass sie sich hier draußen wohlfühlte und sie diese Art zu Reisen gewohnt war.
Am Abend im Gasthaus zahkte sie für ihre Unterkunft und übernahm es erneut, sich um die Pferde zu kümmern. Dabei hielt sie Don Tristan zurück und zwar solange, bis es ihnen möglich war, ein unbelauschtes Gespräch unter vier Augen zu führen.
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« Letzte Änderung: 28.05.2019, 22:43:09 von Jelena Sejm Petrasowna »

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #108 am: 24.05.2019, 00:25:34 »
Zufrieden nahm Don Tristan zur Kenntnis, dass alle Wunden, soweit überhaupt noch vorhanden, zu heilen begonnen hatten ohne sich zu entzünden.
Wäre der Hidalgo noch immer allen gewesen, er hätte ob seiner schrumpfenden Reisekasse eventuell auf das Einzelzimmer verzichtet. Aber so lies es sein Stolz schlicht unmöglich mit dem Schlafsaal vorlieb zu nehmen während der Montaigner ein weiches Bett nutzte.
Unterwegs und besonders während dem Aufenthalt im Gasthaus achtete Don Tristan sorgfältig darauf, dass sein Umhang stets das Duellantenabzeichen auf seiner linken Brust verdeckte. Er legte keinen Wert darauf von irgentwelchen dahergelaufenen Eisenländern gefordert zu werden, die wissen wollten, ob sie sich mit einem Duellanten messen konnten.

Als Hidalgo hätte Don Tristan eigentlich mit einem Diener reisen sollen der sich um Dinge wie das Pferd seines Herren hätte kümmern sollen. Aber daran war bei seiner knappen Kasse nicht mal zu denken. Ausserdem mochte der junge Hidalgo Pferde. Trotzdem hatte er nicht dagegen die Versorgung seiner Fuchsstute Jelena zu überlassen. Zumindest nicht nachdem er sich überzeugt hatte, dass die Ussurerin mit Pferden umzugehen verstand.
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 1. Ussurisch: "Das sie sehr viel schneller als normal von statten ging."
 2. "das was ich einmal in einem Reisebericht über ussurische Magie gelesen habe war ist und es wohl besser ist unsere eisenländischen Gastgeber nicht mit der Nase drauf zu stoßen. Keine Angst, ich habe nicht vor euer Geheimnis zu verraten."
 3. "Jedenfalls nicht solange Du mir keinen guten Grund gibst."
« Letzte Änderung: 24.05.2019, 00:30:03 von Don Tristan de la Verde »

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #109 am: 24.05.2019, 12:45:22 »
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Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #110 am: 25.05.2019, 14:34:30 »
Es wäre mit der Würde eines Musketiers unvereinbar gewesen, zu jammern und zu klagen. Dennoch war Louis sehr bald in dem bequemen Bett seines Zimmers verschwunden, kaum dass man die notwendigen Formalitäten in dem Gasthaus hinter sich gebracht und er eilends eine kleines Nachtmahl eingenommen hatte. Am nächsten Morgen zeigte sich sein Gesicht wieder etwas weniger bleich, und auch sein Appetit schien besser. Zwar schonte er sichtlich noch immer die Wunde, doch verstand sich der sehnige Montaigner so gut auf das Reiten, dass ihn diese Fortbewegungsart nicht mehr merklich anstrengte. In der Tat war er so weit genesen, dass er wieder zu seinen guten Manieren zurückfand und Jeanne zu sich auf das Pferd nahm, welches in ihrem Schritttempo mit den beiden nicht gerade schwer gebauten Menschen kein übermäßiges Gewicht zu tragen hatte.

Auch würde den anderen auffallen, dass sich der Mann mit dem wohlgepflegten Bart in besonderer Weise den beiden weiblichen Reisebegleitern gegenüber liebenswürdig zeigte, die sie nunmehr gewonnen hatten. Sowohl Jeanne als Jelena kamen beim Aufbruch am Morgen in den Genuss eines Handkusses. Auf dem Weg zeigte er sich großzügig im Verteilen von Trinkgeldern an einfache Bedienstete, wo immer sie haltmachten. Monetäre Sorgen konnten ihn also kaum plagen. Zudem verstand er es, jedermann höflich zu begegnen, auch wenn er – seine sprachlichen Kuriositäten einmal ausgeklammert – sehr feine Unterschiede im Umgang mit den Leuten machte, je nach deren offenbarem gesellschaftlichem Stand. Sein Anteil zur Unterhaltung bestand aus einigen Anekdoten, aus denen man sich zusammenreimen konnte, dass er wohl selbst aus einer höheren Schicht stammte und sehr geradlinige, teilweise etwas romantische Ansichten pflegte.

Eine wesentliche Eigenart war sein Stolz, der immer wieder in kleinen Gesten zutage trat – wer ihm allerdings respektvoll begegnete, konnte unfehlbar eine angemessene Erwiderung erwarten. Als man endlich das Ziel der Reiseetappe vor sich auftauchen sah, zwirbelte er seinen Schnurrbart, tätschelte Jeannes Hand und meinte gutmütig: "Alors, wir 'aben die Stadt beina'e erreischt! Dort wirst du in Siescher'eit sein, mon petit."

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #111 am: 25.05.2019, 18:54:52 »
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 1. "Als ein Mann von Ehre kann und werde ich nicht für euch lügen. Aber ich werde das Thema eurer schnellen Heilung und was ich über ussurische Magie weis auch nicht von mir aus zur Sprache bringen, solange ihr eure Fähigkeiten nicht in krimineller Weise verwendet."
 2. "und ihr schuldet mir gar nichts dafür. In Anbetracht der wahrscheinlichen Reaktion dieser Eisenländer auf fremde Magie erlaubt die Ehre kein anderes Vorgehen."
« Letzte Änderung: 25.05.2019, 18:56:09 von Don Tristan de la Verde »

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #112 am: 26.05.2019, 16:47:04 »
Mit einem dankbaren Nicken und einem Seufzen wegen des nicht angenommenen Hilfsangebot reagierte Jelena auf die letzten Worte Don Tristans. Dann konzentrierte sie sich wieder vollständig auf die Pferde.

Im Gasthaus hatte sie im Gegensatz zu den typischen Vertretern des ussurischen Volkes keine Probleme mit der Notwendigkeit zu zahlen. Sie bot Jeanne an, die Schlafgelegenheit zu teilen, sonst nahm sie was Günstiges. Die Möglichkeiten, die die edlen Herren der Reisegruppe wahrnahmen, neidete sie ihnen nicht. In ihrer Genügsamkeit erfüllte sie alle Bedürfnisse mit einfachen Mitteln. Ihre Kleidung hatte sie gereinigt und repariert, das Sichzurechtmachen und Essen ergänzte sie durch Mittel aus der Natur.

Am folgenden Tag war Jelena eine ruhige Reisebegleitung. Wenn sich die Gelegenheit ergab, sammelte oder jagte sie für ein Essen zwischendurch, in Pausen ergänzte sie ihre Aufzeichnungen und reparierte beziehungsweise pflegte ihre Ausrüstung. Als die Gruppe die Stadt erreichte, ließ sie sich ein wenig zurückfallen, sodass sie mitten unter ihnen war, und überließ es erstmal anderen, sich mit etwaigen Befragungen auseinander zu setzen.

Mondragor

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Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #113 am: 26.05.2019, 17:42:10 »
Die kleine Stadt Naumburg erstreckte sich rings um die gleichnamige Burg und war seit dem Krieg des Kreuzes - wie so viele andere Städte auch - zu einer Zuflucht für diejenigen geworden, denen das Land angesichts der Schrecken zu unsicher geworden war. Obwohl auch Naumburg im Krieg viele Opfer zu beklagen hatte, lebten dadurch heute wieder beinahe so viele Menschen in der Stadt wie zu Zeiten vor dem Krieg, und es gab nur wenige Häuser, die leer standen. Insgesamt machte die Stadt einen sauberen und ordentlichen Eindruck, und es schien, dass der Baron von Naumburg, der noch immer Herr der Burg wie auch der Stadt war, seine Rolle mit Ernst erfüllte und er sich der Verpflichtung bewusst war, die man als Adliger und Lehnsherr innehatte. Von vielen seiner Standesgenossen, gerade in den Eisenlanden, konnte man dies leider nicht behaupten, und gerade hier, wo eine weise Führung vonnöten wäre, um das Land nach dem Krieg wieder aufzubauen und von den Schrecken zu befreien, ließen einige Barone ihre Ländereien weitgehend im Stich und verschanzten sich in ihren Burgen.

Das Stadttor war noch geöffnet, als die illustre Siebenergruppe sich ihm nun näherte, und die bewaffneten Wachen musterten die Ankömmlinge zwar mit wachem Blick, machten allerdings keine Anstalten, sie aufzuhalten. Hinter dem Stadttor erblickten die Helden ein geschäftiges Treiben in engen Gassen, die sich zwischen die Häuser quetschten. Wie es in den hiesigen Städten zumeist üblich war, war auch diese Stadt nicht am Reißbrett geplant worden, sondern natürlich entstanden, indem sich mehr und mehr Menschen außerhalb der Burg angesiedelt hatten - Schicht um Schicht möglichst nahe an der schützenden Burgmauer.

Finnegan O´Dougal

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Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #114 am: 28.05.2019, 09:29:16 »
Finnegan hatte sich anfangs um Jeanne gekümmert und sie auf seinem Pferd reiten lassen, das er am Zügel führte. Als aber am nächsten Tag Louis diese Aufgabe übernahm, machte es dem Inen nicht viel aus. Überhaupt schien er auf der Reise sehr unbekümmert. Schon von Beginn an summte er vor sich  hin oder sang ein Wanderlied. Auch versuchte er, die Vogelstimmen in ihrer Umgebung nachzuahmen. Und wenn sie auf Grund von Erschöpfung oder Verwundung eine kleine Rast einlegten, zauberte er eine kleine Flöte hervor und ließ eine lustige Melodie erklingen. Man konnte den Eindruck gewinnen, daß um Finnegan herum eine schimmernde Aura aus Leichtigkeit und Frohsinn wirkte.

Die Unterkunft und das Essen, die er in der ersten Taverne auch für Jeanne übernahm, bot er an, mit seiner Musik zu bezahlen. Aber natürlich hatte er genug Bares um bei einer Ablehnung zu bezahlen. Und spielen würde er eh, solange sich niemand  beschwerte.

Als sie sich dann Naumburg näherten, überlegte Finnegan, wie es weitergehen sollte. Er hatte Dinge zu erledigen, die seine Begleiter nichts angingen. Und sie hatten ihren Auftrag fast erfüllt.
"Entschuldigt, Jeanne und Monsieur de Fromage Puant. Wollen wir einen Brief euer Heimatdorf aufsetzen, um sie wissen zu lassen, daß ihr lebt? Oder sollen wir zumindest eine Nachricht schicken, daß wir euch nicht gefunden haben? Die Leute werden sich sonst nur weiter sorgen, denke ich. Und vielleicht weitere Reisende bitten, im Sumpf nach euch zu suchen."
Dann wand er sich an die anderen Begleiter.
"Liebe Leute, es war mir eine Freude mit euch zu reisen. Darf ich so forsch sein und nach euren Plänen fragen? Ich persönlich würde eine kleine Tour durch die Stadt machen und mich umschauen wollen."
"Bringt mehr Whiskey und Weiber."

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #115 am: 28.05.2019, 17:09:04 »
Als Finnegan die Vogelstimmen imitierte, war Jelena aufmerksam und gab mit einfachen Gesten positive oder kritische Rückmeldungen. Seiner Musik lauschte sie augenscheinlich ganz gerne, in der Taverne summte sie sogar mit. Als er sich dann für den einbrechenden Abend abmeldete, dachte sie: "Wofür das zu dieser Zeit - da will wohl ein Mann sein Leben genießen..." Wahrheitsgemäß beantwortete sie seine Frage: "Ich möchte Herrn Graustein zu seinen Bekannten begleiten und morgen Nachforschungen in der Stadt betreiben." Jeanne bot sie noch einmal deutlich jede Hilfe an, weitere Kommentare hielt sie erst einmal zurück und wartete, bis Erich sie weiterführte. Finnegan zu empfehlen, sich erst einmal bei den Gastgebern vorzustellen, um dann nachts oder am nächsten morgen den Weg zu diesen zurückzufinden, maß sie sich nicht an.

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #116 am: 28.05.2019, 20:12:44 »
Mit Erleichterung und sogar einem gewissen Wohlgefallen musterte Louis das Stadttor. Gewiss, hier war mitnichten das Äquivalent montaignischer Lebensart zu erwarten. Aber man konnte doch immerhin unterstellen, dass selbst in den unkultivierten Eisenlanden eine befestigte Siedlung ein wenig komfortabler und eines Edelmannes angemessener sein würde als die Wildnis rundumher! Dementsprechend stieg auch seine Laune um ein weiteres Stück, während sich die bunte Reisegruppe in den Schatten der Stadtmauer bewegte. Er hatte einen Arm um die Hüften der vor ihm sitzenden Jeanne geschlungen und führte die Zügel mit der freien Hand. Die Zügel ließ er seinem Reittier nun schießen, um seinen Hut vom Kopf zu ziehen und in einer Art grüßender Geste gen Stadttor zu schwenken. "Sei mir gegrüßt, Chateau de nom! Auf dass wir 'ier wieder die Segnungen von la civilisation genießen können!" In seiner Freude gab er dem montaignischen Mädchen einen Kuss auf die Wange und grinste sie breit an. "Sieht so aus, als 'ätten wir die schmutzige Teil der Reise 'inter uns gelassen, wie?" Auf Finnegans Frage sah auch er die junge Frau abwartend an, um ihr die Wahl zu überlassen.

Erich Janina Graustein

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« Antwort #117 am: 29.05.2019, 06:33:05 »
"Ich muß hier nur kurz was abgeben. Danach würde ich wieder zu Euch stoßen. Wir können uns gerne dort drüben in der Kneipe wieder treffen. Aber hier an dieser Stelle trennen sich erst einmal unsere Wege", meint Erich an die Gruppe gewandt und dreht sich danach kurz zu Friedrich um "Wenn du magst dann können wir unsere Brüder zusammen besuchen, wenn du jedoch anderes vor hast, dann richte ich nur Grüße aus"

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #118 am: 30.05.2019, 17:27:49 »
Die Zeit in der Höhle des Sumpfes verbrachte Friedrich hauptsächlich mit Studien des Werwolfs und Eintragungen für sein Buch. Er blieb recht wortkarg, wenn auch freundlich, wenn er angesprochen wurde. Es tat ihm etwas Leid, dass sie am nächsten Tag nicht noch einmal das Dorf besuchten, durch welches er und Erich gekommen waren aber er verstand, dass der Umweg zu groß war. Die Leute dort würden schon merken, dass der Werwolf Geschichte war. Schade nur, dass sie die freie Kost und Logis dort nicht mehr in Anspruch nehmen konnten und nun zahlen mussten. Doch Geld war kein großes Problem für ihn.
Nach einer entspannenden Nacht und einem stärkenden Frühstück ging es weiter nach Naumburg. Die Reise zog sich für Friedrich etwas, der endlich mit seinem Bekannten reden wollte aber verlief ohne große Vorkommnisse. Erst als sie die Stadt erreichten, kam wieder mehr Leben in die Gruppe. Friedrich war froh, endlich hier angekommen zu sein. Als er die vielen Menschen erblickte, schlug sein Herz ein bisschen höher. Zu sehen, dass es doch noch einen Ort gab, an dem etwas für die Leute getan wurde, war wunderbar. Die Menschen wirkten zufrieden und waren beschäftigt. Der finstere Schatten des Krieges war hier also kaum noch zu sehen.
"Ganz meinerseits." erwiderte er Finnegan. Sehr viel angenehmer als alleine zu reisen auf jeden Fall. "Ich bin froh, in den Arm der Zivilisation zurückgekehrt zu sein." merkte er mit einem Seitenblick zu Louis an. Er war zwar nicht empfindlich aber war doch lieber in einer Stadt unterwegs, als einem matschigen Sumpf. Doch es schien, als würden sie noch eine Weile hier bleiben. Die meisten hatten bereits Pläne gefasst. "Ich werde mit Erich ein paar alte Freunde besuchen." beschloss er. "Danach muss ich meinen Bekannten aufsuchen. Dieser Werwolf lässt mir keine Ruhe." Er dachte über weitere Schritte nach. "Nun und dann... ich schätze ich warte ab, was die Treffen ergeben. Aber die Stadt ansehen, würde mir auch passen." Er nickte in Richtung der Kneipe, die Erich vorgeschlagen hatte. "Wir sollten uns alle aber ungeachtet unserer Pläne noch einmal in der Kneipe treffen. Man erledigt schließlich nicht alle Tage zusammen einen Werwolf." Er grinste breit. "Ich möchte euch einladen."

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #119 am: 03.06.2019, 20:13:08 »
Auch Don Tristan war am zweiten Tag der Reise eher wortkarg wenn den dunkelblauen Augen auch wenig entging und der Castillier offensichtlich ein guter und geübter Reiter war.
Als sie schließlich Naumburg erreichten war aber auch dem jungen Hidalgo die Erleichterung anzumerken.
Anders als die beiden Eisenländer hatte er nichts konkretes in Naumburg zu tun und wollte den beiden seine Begleitung auch nicht einfach aufdrängen, zumal es doch recht deutlich war, dass die beiden ihren Geschäften lieber allein nachgehen wollten. Da er aber durchaus neugierig war und gerne mehr von der Stadt sehen wollte kam ihm das quasi-Angebot des Inen gerade recht.
"Wenn er es erlaubt würde ich mich gerne Señor O`Dougal für die kleine Tour anschließen und danach auf eure freundliche Einladung zurückkommen Herr von Dent."
Gleichzeitig begann es in seinem Gerhirn zu arbeiten als er die Worte des Gelehrten revue passieren lies.
Unsere Brüder? Die beiden waren doch eindeutig keine Mönche und den Namen nach auch nicht miteinander verwand. Also von was für Brüdern war da die Rede? Aber bei aller Neugier war der Castillier doch zu höflich um auf Antworten zu drängen. Aber er nahm sich vor ein offenes Auge und Ohr auf die beiden Eisenländer zu haben um nach möglichkeit hinter das Geheimnis der beiden zu kommen.

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