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Autor Thema: Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf  (Gelesen 2383 mal)

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Finnegan O´Dougal

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Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #90 am: 01.05.2019, 11:42:48 »
Finnegan brauchte einige Minuten,  um das Tagebuch durchzublättern, während er immer noch Jeanne tröstend und schützend im Arm hielt.
Dann wurden seine Studien unterbrochen, als plötzlich ein Schrei ertönte. Merklich zuckte die Dame an seiner Seite zusammen, aber als klar war, daß keine weitere Gefahr drohte, wurde sie wieder ruhiger. Finnegan schaute zu der anderen Frau hinüber. Er war zwar kein Arzt, aber die schweren Wunden hatte er  dennoch erkannt.
Als sie jetzt nach diesem Anfall und nach so kurzer Zeit ihre Verletzungen einfach abzuschütteln schien, blätterte er noch mal kurz im Tagebuch.
" ...gehabt hätte, aber die Wunden heilen in einem sagenhaften Tempo. Klaus sieht Gespenster: Er ist immer noch der Meinung, das Biest hätte mich getötet. Der Idiot kann wohl nicht einmal ein schlagendes Herz von einem nicht schlagenden unterscheiden. Ich fühle mich auf jeden Fall großartig!"
Finnegan seufzte. Könnte es sein, daß sie jetzt ein neues Monster vor sich hatten, das aber noch gar nichts von seinem Fluch wußte? Wie solllte er jetzt damit umgehen?
Er beschloß, erst einmal abzuwarten und darüber nachzudenken. Zunächst einmal war wichtig, daß die Eisenländer nicht auf ähnliche Gedanken kamen und vorschnell handelten. Also steckte er das Tagebuch weg. Wem er es zeigen würde, mußte die Zeit zeigen, denn noch war er mit keinem der Männer vertraut genug, um ihnen uneingeschränkte Zusammenarbeit zuzugestehen.
Er schaute sich noch einmal in dem abgetrennten Bereich nach weiteren interessanten oder kostbaren Sachen um, bevor er sich dann daran machte, Jeanne und sich durch das Gitter zu den anderen zu begeben.
« Letzte Änderung: 01.05.2019, 11:44:28 von Finnegan O´Dougal »
"Bringt mehr Whiskey und Weiber."

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #91 am: 01.05.2019, 23:00:36 »
"Gern geschehen. Don Tristan de Simon de la Verde" stellte sich auch der Hidalgo vor, nur kurz den Kopf neigend. Der offenbare Stand der Dame verlangte nicht nach mehr.
 "Wir hofften eigentlich, dass ihr uns das sagen könntet." fuhr er fort während er mit flinken Fingern die Schließe seines Umhangs löste und der noch immer zitternden Frau das vendelische Kleidungsstück umlegte.
"hätte Dir von selbst einfallen sollen, Tölpel!".
"Ich bin Arzt. Und wenn ihr erlaubt, werde ich eure  Verbände in Ordnung bringen." ergänzte er.
« Letzte Änderung: 01.05.2019, 23:01:29 von Don Tristan de la Verde »

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #92 am: 03.05.2019, 17:54:14 »
Die kniende Frau nickte zu Erichs Worten und neigte den Kopf: "Vielen Dank, ich stehe tief in euer aller Schuld. Ich hoffe, ich kann euch dies vergelten." Sie sah sich unauffällig um, ob außer ihrer zerstörten Kleidung noch andere Teile ihrer Ausrüstung zu finden waren. Dann bemerkte sie Erichs Hand, wendete sich ihm zu und zögerte. Schließlich griff sie auf umständliche Weise den geliehenen Mantel um, um keine Blöße zu geben, und streckte dem Krieger ihre nun frei gewordene Hand entgegen. Mit einem wenig bemerkenswerten Händedruck stellte sie sich vor: "Jelena Sejm Petrasowna." Dafür konnte man an der kräftigen Haut spüren, dass ihr harte Arbeit nicht fremd war.

Auch Don Tristan nickte sie bei seiner Vorstellung zu. Sein Angebot als Arzt erntete einen nachdenklichen Blick. Dann schien sie sich entschieden zu haben und antwortete: "Ja, wenn ihr es für nötig haltet." Dabei griff sie erneut um und hielt den Mantel so vor sich, dass nur noch ihr Kopf zu sehen war für den Rest der Gruppe. Sie ging wohl davon aus, dass der Arzt an einer sitzenden Patientin arbeiten konnte und nicht viel zu tun hatte. Danach erzählte sie, wonach der Hidalgo gefragt hatte: "Ich bin auf der Durchreise und suche ein lange verschollenes Familienmitglied. Ich wollte eine abseits lebende Person treffen, doch die Hütte war überfallen worden. Während ich mich drinnen umsah, kam der Hundemensch zurück und vereitelte meine Flucht. Mehr weiß ich leider nicht." Sie trug alles kurz, knapp präzise und ohne große Emotion vor.

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #93 am: 04.05.2019, 15:01:25 »
Nachdenklich rieb sich Louis bei der Erzählung Jelenas das Kinn und zwirbelte seinen Schnurrbart. Der Montaigner hatte seinen Hut aufgehoben, vom Staub befreit und wieder aufgesetzt. Er trat zu der Gruppe und musterte die Frau nun, da er selbst wieder einigermaßen beisammen war, eingehender. Als man zur Vorstellung kam, zog der Musketier den Hut, schwenkte ihn in einer eleganten Geste und meinte: "Es iest mir 'öchst angenehm, Eure Bekanntschaft zu machen, Mademoiselle! Eure Liebreiz betört miesch ungemein, und iesch 'offe, dass Ihr von nun an verschont bleibt von Ungemach, wie es Eusch... ah, merde!!!" Mit einigen weiteren kräftigen Flächen in seiner Muttersprache unterbrach er sich, als ihm beim Verbeugen vor der Dame ein stechender Schmerz durch die Seite schoss. Mit leicht verkniffenem Gesicht lächelte er ihr zu und meinte: "Iesch muss um Verzeihung für meine schleschte Manieren bitten, Mademoiselle. Diese nette Tierschen da 'inten 'at uns ein wenig, wie sagt man? Auf Galopp ge'alten." Er wies auf den toten Gegner.

Erich Janina Graustein

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Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #94 am: 05.05.2019, 13:07:42 »
"Nun, ich Glaube wir sind alle sehr erschöpft und können ein warmes Bett gebrauchen. Der ein oder andere vielleicht sogar nochmal ein Besuch bei einem Arzt. Wenn Ihr also wollt, dann wüsste ich genau wo wir dies bekommen. Und vielleicht springt sogar noch ein gutes Bier und ein warmes Essen dabei raus.", meinte Erich und schaute in die Runde "Wir sind nicht weit von der Naumburg. Dort kenne ich einige Leute die uns bestimmt Obdach gewähren und es ein paar Tage mit uns aushalten. Oder hat hier in der Runde jemand eine bessere Idee?"
« Letzte Änderung: 05.05.2019, 13:32:53 von Erich Janina Graustein »

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #95 am: 07.05.2019, 18:49:03 »
Es war schon ein seltsamer Anblick, wie die junge Frau da herumzuckte und sich dann zusammenzog. Noch seltsamer war allerdings, dass sie kurz darauf wieder vollkommen genesen schien. Zugegeben etwas verwirrt und generell in keiner perfekten Verfassung aber dafür, dass sie noch vor kurzem leblos auf dem Boden gelegen hatte, war das schon erstaunlich. Friedrich zog seine Augenbrauen kritisch zusammen, als er die Frau betrachtete. Ob da alles wirklich mit rechten Dingen vor sich gegangen war? Er wischte den Gedanken vorerst zur Seite. Das wichtigste war nun, dass sie anscheinend überlebt hatte und gut zurecht war.
Erich erklärte kurz, was passiert war und stellte die Gruppe vor. Friedrich verbeugte sich bei seiner Vorstellung, wandte sich dann aber aus Respekt ab, damit Don Tristan die Verbände wieder in Ordnung bringen konnte. Das hieß allerdings nicht, dass er nicht neugierig zuhörte. Die Frau stellte sich als Jelena Sejm Petrasowna vor, was neben der Sprache, die sie gemurmelt hatte, nun ein eindeutiger Beweis für ihre Herkunft war. Was sie hier in den Eisenlanden tat, erklärte sie dann auch direkt. Nur auf der Durchreise, auf der Suche nach einem Familienmitglied. Schien so, als hätte sie einfach Pech gehabt, auf den Werwolf getroffen zu sein. Gut, dass sie zur Stelle gewesen waren, um sie zu retten, denn das hätte auch ganz anders ausgehen können.
Bei Erichs Worten nickte Friedrich zufrieden. "Das ist eine gute Idee." bestätigte er. "Naumburg scheint mir ein passender Ort zu sein und ist ohnehin mein nächstes Ziel." Er drehte sich wieder um und fuhr mit einem ernsten Gesichtsausdruck fort. "Ich möchte gerne einen alten Bekannten besuchen. Einen Gelehrten wie mich, der sich niedergelassen hat auf seine alten Tage." Er strich sich langsam über seinen Bart. "Dieser Werwolf beunruhigt mich, wenn ich ehrlich bin. Es ist sehr ungewöhnlich, dass er die Fähigkeit besaß, bewusst seine Gestalt zu ändern und das auch noch in Nächten, in denen nicht der Vollmond am Himmel steht. Von so etwas habe ich noch nie gehört. Das bedeutet nichts Gutes und ich muss dem nachgehen. Mein Bekannter weiß vielleicht mehr." 

Finnegan O´Dougal

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Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #96 am: 08.05.2019, 11:47:07 »
Nachdem Finnegan sich durch das Gitter gezwängt und auch Jeanne dabei geholfen hatte, stellte er sich den Frauen ebenfalls vor.
"Mein Name ist O´Dougal von den Glenshire O´Dougals. Trotz der widrigen Umstände bin ich erfreut eure Bekanntschaft zu machen. Wenn die werte Dame Petrasowna es annimmt, biete ich ihr an, etwas Ersatzkleidung  aus meinem Gepäck zu holen,damit sie sich etwas anziehen kann."
Fragend und aufmunternd lächelnd schaute er die Angesprochene an.
"Naumburg klingt als Ziel gut, aber Herr de Fromage Puant und ich haben noch dieses liebliche Geschöpf in ihrem Dorf abzuliefern. Wir werden uns also wohl erst einmal in eine andere Richtung aufmachen.
Außerdem ist es schon spät und einige sind noch verletzt. Ich meine, es wäre besser, die Nacht lieber hier in der Höhle zu verbringen, als im Dunkel durch den Sumpf zu ziehen. Vielleicht könnten wir es uns hinter dem Gitter etwas bequem machen und die Pferde im vorderen Teil unterbringen, so sie die Höhle  trotz des Geruchs betreten.
Wachen sollten wir dennoch aufstellen, denke  ich."

Noch immer hielt er Jeanne im Arm, die noch gar nicht glauben konnte, daß sie gerettet war. Ihr Blick ging immer wieder zu dem enthaupteten Monster.
"Und den Kadaver sollten wir natürlich auch vorher entfernen."
"Bringt mehr Whiskey und Weiber."

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #97 am: 08.05.2019, 17:33:03 »
Louis Begrüßung wurde mit einem freundlichen "Ebenfalls, danke." samt Nicken beantwortet und seine Entschuldigung mit "Verständlich." angenommen. Zu Erichs Vorschlag nickte sie und teilte mit: "Naumburg passt." Nach Friedrichs Worten bekräftigte sie noch einmal: "Ich möchte helfen, um für eure Tat zu danken."

Schließlich fanden ihre Augen, was sie suchte: Verstreut um den blutdurchtränkten Platz, an dem sie gelegen hatte, lag die umfangreiche Ausrüstung eines Wildniskundigen herum. Da fanden sich ein Bogen und Pfeile, einen schlanken Speer samt Knebel, ein Rucksack und Umhängetaschen voller Krims und Krams. Interessierte konnten auch Aufzeichnungen und grobe, laienhaft skizzierte Karten entdecken. Bei aller Gleichmut und Ruhe, die sie ausstrahlte, konnte man ihre Erleichterung erahnen. Doch verließ sie ihre Position und Haltung nicht, bevor der Hidalgo nicht Gelegenheit hatte, noch einmal ihren Zustand zu prüfen.

Finnegans Vorstellung nahm sie freundlich an, seine Ankündigung für die Trennung der Gruppe überraschte sie: "Wenn sie sich trennen, werde ich meinen Dank schwer allen zukommen lassen können.", grübelte sie. Das Angebot seiner Kleidung lehnte sie höflich mit Hinweis auf ihr eigenes Reisegepäck ab. Schließlich bot sie noch an: "Falls wir bleiben, organisiere ich die Mahlzeit." Sie ging nach Don Tristans Worten davon aus, dass ihre aktuelle Position nicht weit von der Hütte der Kräuterkundlerin läge und dem Sumpf könnte sie ohne Probleme genug zu Essen und Trinken für die anwesenden Herrschaften abtrotzen.
« Letzte Änderung: 08.05.2019, 17:33:41 von Jelena Sejm Petrasowna »

Mondragor

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Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #98 am: 09.05.2019, 12:36:16 »
In Anbetracht der Tatsache, dass der Weg durch den Sumpf bereits in der Dämmerung tückisch war und es doch mehrere Stunden bis zur nächsten bewohnten Siedlung dauern würde, einigte sich die zusammengewürfelte Gruppe darauf, die Nacht hier in der Höhle zu verbringen und nicht in der Dunkelheit draußen herumzustolpern. Inzwischen waren dichte Wolken aufgezogen, so dass auch der Vollmond die Nacht nur wenig erhellen konnte.

Zunächst jedoch galt es, die Höhle einigermaßen behaglich zu machen: Eine Gruppe kümmerte sich um die Beseitigung des Kadavers, eine um das Sammeln von Feuerholz, und Jelena ließ ihrem Versprechen Taten folgen und es gelang ihr, neben einigem wilden Wurzelgemüse sogar ein paar Vögel zu erlegen, die sich nach dem Ableben des Werwolfs wieder in die Nähe der Höhle getraut hatten. So saßen nach einiger Zeit alle um ein fröhlich prasselndes Feuer herum, das nach und nach die Klammheit aus ihren Gliedmaßen vertrieb und auch die Stimmung aufhellte, so dass der eine oder andere von seiner Reise und anderen Dingen zu erzählen begann.[1]

Selbst Jeanne, die bislang fast kein Wort gesagt hatte und sich die meiste Zeit in eine Ecke gedrückt hatte, saß nun bei den anderen und taute ein wenig auf, auch wenn sie nur wenig sagte. Denen, die für solche Dinge empfänglich waren, schien es jedoch, als laste irgendetwas auf der Seele des Mädchens. Schließlich fasste sie sich ein Herz und flüsterte Louis, dem sie womöglich als ihrem Landsmann eher vertraute als den anderen, etwas ins Ohr.[2]
 1. Ihr könnt das gerne aufgreifen und euch ein wenig näher miteinander bekanntmachen, sofern ihr das wollt.
 2. Du bekommst dazu gleich eine PN.

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #99 am: 11.05.2019, 20:18:41 »
Louis war nicht sonderlich böse darüber, dass man nicht sofort wieder aufbrach. Der Montaigner setzte dem Entschluss zum Übernachten keinen nennenswerten Widerstand entgegen, obwohl es ihm weder im Sumpf noch hier in der Höhle behagte. Ein wenig missmutig hinkte er zur Seite, um nicht im Wege zu stehen, und sah den unverletzt Gebliebenen bei ihrer emsigen Tätigkeit zu. Erst als man ein genießbares Mahl vertilgt hatte und es ihm allmählich wärmer wurde, verlor sich der düstere Ausdruck auf seinen Zügen etwas – auch wenn er für seine Verhältnisse noch immer recht wortkarg blieb. Das änderte sich irgendwann recht unvermittelt, als Jeanne ihm leise zu berichten begann. Indem er sich den Bart zwirbelte und einige Male die Augenbrauen bedenklich in die Höhe zog, nickte er immer wieder zu ihren Worten und brummte vor sich hin. Dann redete er seinerseits eine ganze Weile leise in seiner montaignischen Zunge auf das Mädchen ein[1].

So entwickelte sich ein geflüsterter Wortwechsel, wobei er ihr gelegentlich beruhigend die Hand tätschelte. Hierauf wandte er sich Finnegan zu und erklärte: "Wie mir mademoiselle soeben berieschtete, kann sie niescht in das Dorf zurückkehren. Die Gründe 'aben miesch überzeugt, doch verbietet mir die Rücksieschtnahme auf mademoiselle, mehr zu sagen. Iesch kann Eusch nur als gentilhomme versieschern, dass es für eine Kavalier völlig unmögliesch iest, sie zurückzubringen. Iesch erbiete miesch, sie zu beschützen, bis wir an eine Ort kommen, wie wir sie in Siescher'eit wissen." Mit einer entsagungsvollen Geste fügte der Musketier hinzu: "Natürliesch bin iesch mir im Klaren darüber, dass dies für Eusch ein große Enttäuschung sein muss – aber 'ier kann iesch nur an Eure Galanterie appellieren, monsieur, die Ruhm einer 'eldentat zu opfern, um eine junge 'ilflose Fraulein niescht in die Stiesch zu lassen."
 1. @Mondragor: PN dazu
« Letzte Änderung: 12.05.2019, 21:37:52 von Mondragor »

Erich Janina Graustein

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Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #100 am: 12.05.2019, 09:02:12 »
Nachdem man das wichtigste erledigt hatte und man es sich halbwegs gemütlich gemacht hatte in der Höhle setzte sich Erich zu seinem Freund Friedrich und bat diesen das er nun doch noch einmal in aller Ruhe auf die schweren Wunden schaute und nun einen ordentlichen Verband anlegte.
Dabei beobachtete er Louis misstrauisch wie er mit der fremden vor sich hin tuschelte. Leise flüsterte er zu Friedrich und fragte diesen ob er versteht was die beiden da flüstern.
Nachdem Luis dann erklärte das man wohl lieber nicht ins Dorf gehen sollte schaute Erich etwas verwirrt und meinte dann "Nun gut, dann brechen wir morgen früh also direkt nach Naumburg auf. Der Umweg zum Dorf wäre zwar nicht gerade groß gewesen, aber so sparen wir uns Zeit und sind schneller an einem sicheren Ort."

Nach einer kurzen Pause schaute er erneut in die Runde "Nun da wir diesen Schrecken gemeinsam erledigt haben, wäre es vielleicht nicht schlecht wenn wir uns gegenseitig etwas näher kennen lernen würden, denn scheinbar will es das Schicksal wohl das wir noch eine Weile zusammen reisen. Das der ein oder andere von Euch weiß wie man kämpft habt Ihr ja nun unter Beweis gestellt, aber welche nützlichen Fähigkeiten besitzt Ihr denn noch so?", fragte Erich ganz unverblümt aber trotz allem freundlich.

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #101 am: 13.05.2019, 17:18:06 »
Don Tristan hatte sich zunächst darauf konzentriert die diversen Verletzten zu Versorgen, beginnend mit Jelena. Deren Wunden waren zu seinem Staunen komplett verheilt. Blieb aber seinem früheren Beschluss treu
nicht auf die offenbar magischen Fähigkeiten der Ussurerin hinzuweisen. "Aber Ragnarson wusste anscheinend tatsächlich worüber er schrieb." dachte er bei sich.
Er kommentierte Friedrichs laienhaften Versuche mit scharfer aber konstruktiver Kritik, als er, mit dem Verweis im Gegensatz zu dem Monsterjäger sei er Arzt und Chirug, auch die Versogung von Erichs Wunden übernahm.
Für einen Laien hatte sich Friedrich durchaus gut geschlagen, aber er konnte von dem jüngeren Mann schon noch etwas über Wundversorgung und Verbände lernen.
Darauf den Montainger Gecken zusammezuflicken hätte er gut und gerne verzichten können, aber Louis`Wunden mussten definitiv gereinigt und versogt werden wenn der Musketier nicht am Wundbrand oder schlimmeren sterben sollte und bei aller Abneigung gegen seine Landsleute wegen des jüngsten Krieges wünschte Tristan niemandem einen solchen Tod.
Das Jeanne nach den Ereignissen verstört war und von den anwesenden Männern am ehesten ihrem Landsmann vertraute überaschte den Hidalgo nicht im mindesten. Dass sie nicht nach Hause zurückkehren wollte schon eher. Obwohl die Schande sich überhaupt erst mit dem Werwolf eingelassen zu haben dem jungen Hidalgo durchaus als ausreichender Grund erscheint. Aber warum dann die Heimlichtuerei? Alle hier wissen doch wie sie hergekommen ist. War sie etwa schwanger von dem Monster?
In jedemfall hatte die junge Frau jedes Recht ihr Geheimnis für sich zu behalten wenn sie es so wollte.
Er fragte sich allerdings schon, wie sie auf sich allein gestellt überleben wollte.

"Einverstanden. , stimmte Don Tristan den beiden vernünftigen Vorschlägen des Eisenländer Hühnen zu,
"wie schon gesagt bin ich ein Hidalgo, ein Duellant der Torres-Akademie und habe Medizin an der Universität von Vendel studiert. Ich bin ein guter Reiter und", er  wechselt fließen in sein akzentuiertes Eisenländisch "spreche fast jede Sprache die ihr nennen mögt." Dann fährt er wieder in der gemeinsamen Sprache fort. "Aus politischen Gründen kann ich nicht heimkehren, solange die Inquisition die wahre Macht in Castille ist. Also Reise ich um mehr von der Welt zu sehen und biete meine Dienste als Arzt und Duellant an um meinen Lebensunterhalt zu verdienen."
Das er dabei niemals seine Ehre als Hidalgo riskieren würde, indem er sich in den Dienst eines Unwürdigen oder gar Kriminellen stellte, ist für Don Tristan so selbstverständlich dass es buchstäblich keiner Erwähnung bedarf.


« Letzte Änderung: 13.05.2019, 23:14:51 von Don Tristan de la Verde »

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #102 am: 14.05.2019, 17:17:22 »
Jelena war froh, dass Don Tristan bei der erneuten Untersuchung kein Kommentar zu ihrer Wunderheilung abgab. So konnte sie ihre arkanen Kräfte noch verborgen halten bis sie die Haltung ihrer Retter dazu kannte. Von Finnegans schrecklichem Verdacht, sie wäre auch ein Werwolf, ahnte sie nichts. Nachdem der Hidalgo die Schienen und Verbände entfernt hatte, nutzte sie seinen Umhang noch als Decke, um ihre Kleidung außerhalb der Blicke der Anwesenden zu wechseln. Die verdreckte und beschädigte packte sie wieder ein.

Nachdem der Beschluss zum Bleiben gefallen war brach Jelena auf und suchte in der Dämmerung nach Ess- und Trinkbarem. Abseits der anderen kniete sie sich in der Natur noch einmal nieder und dankte Mütterchen für ihre Hilfe und Segen. Dann wusch sie ihre beschädigte Kleidung, sammelte und jagte, was sie den anderen als Abendbrot anbieten konnte.

Nach ihrer Rückkehr übernahm sie es, sich um das Feuer zu kümmern und die Mahlzeit zuzubereiten. Offensichtlich hatte sie darin eine Menge Erfahrung trotz ihres jungen Alters. Währenddessen und auch später war sie still und antwortete einsilbig auf Fragen. Als das Essen ausgeteilt war, sprach sie ein orthodoxes Tischgebet und begann leise, selbst zu essen. Viel hatte sie sich nicht genommen und kochte nach dem Vertilgen ihrer Portion einen kräftigen Gewürztee, den sie allen anbot. Die, die ihn annahmen, merkten, dass er nicht nur kräftig und wärmend war, sondern auch gehaltvoll (im milchig-fettigen Sinne).

Fertig mit all den Aufgaben zog sie Schreibzeug aus ihren Taschen und ergänzte die Aufzeichnungen auf den Blättern.[1] Später wechselte sie zu Handwerkszeug und begann, ihre Kleidung zu reparieren.

Sie lauschte den Worten der anderen und verkündete dann: "Ich werde euch, Jeanne, helfen, wo ich kann. Das möchte ich euch Herren auch, als Dank. Was sind eure Ziele?" Erichs Frage nach ihren Fähigkeiten (sie zählte sich selbstverständlich zu den Angesprochenen) ließ sie ein wenig Nachdenken, bevor sie antwortete: "Ohne formelle Ausbildung kann ich jenseits der Zivilisation leben und mich orientieren. Ich lerne schnell. Vielerorts habe ich Kontakte, kann jedes Fahrzeug oder Tier führen und fast alles reparieren." Dabei schien sie in Gedanken mitzuzählen und mit dem Gesagten zufrieden zu sein.
 1. 
Für Friedrich und Don Tristan (Anzeigen)
« Letzte Änderung: 14.05.2019, 17:24:58 von Jelena Sejm Petrasowna »

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #103 am: 15.05.2019, 19:09:16 »
Es war also entschieden, sie würden nach Naumburg aufbrechen. Allerdings nicht mehr heute, denn es war zu spät. Friedrich gefiel es nicht, hier in der Höhle des Werwolfs zu übernachten. Er war es zwar gewohnt, auch mal in der Natur seine Zeit zu verbringen aber zog dennoch ein warmes und vor allem nicht stinkendes Bett in einem Gasthaus vor. Der Sumpf und diese Höhle waren wirklich unangenehme Orte aber es war ja nur für eine Nacht. Damit konnte er sich abfinden. Ohnehin arbeiteten sie zusammen und machten sie Höhle etwas angenehmer.
Nachdem das getan war, machte sich Friedrich aber noch an weitere Arbeit und nutzte die Zeit, die sie auf Jelena und das Essen warteten, um den weggeschafften Kadaver noch etwas zu untersuchen. Er machte sich Notizen auf einem weiteren Blatt und zeichnete sogar die ein oder andere Skizze dazu. Besonderes Augenmerk lag er auf die Besonderheiten, die diesen Werwolf von anderen unterschied. Sogar die Höhle untersuchte er kurz und schrieb alles ungewöhnliche auf, dass ihm auffiel. Erst dann setzte er sich zu Erich und überließ nach kurzer Zeit Don Tristan die weitere Versorgung seines Freundes. Er beobachtete den Arzt genau bei seiner Arbeit und war dankbar für Kritik. Friedrich hatte schon früh gemerkt, dass man nur dazu lernen konnte, wenn man Kritik annahm und nicht als Angriff wertete.
"Nein, tut mir Leid. Sie sprechen zu leise, als das ich sie verstehen könnte." gab er an seinen Freund zurück, nachdem der Arzt wieder gegangen war und jemand anderen versorgte. Misstrauisch war er allerdings ebenfalls etwas. Nicht wegen des Tuschelns, sondern wegen der schnellen Genesung Jelenas. Die Sache wollte ihm einfach nicht aus dem Kopf gehen. Doch er fand, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt war, um das Thema anzusprechen. Später. Vielleicht auf der Reise nach Naumburg. Ihren Aufzeichnungen warf er allerdings einen interessierten Blick zu - rein aus professionellen Gründen natürlich - und erkannte, dass es sich um eine Art Reisebericht handelte. Das bestätigte ihre Worte von vorher.
Friedrich hörte geduldig den kurzen Vorstellungen zu - und erkannte, dass dies eine sehr interessante Reisegruppe sein würde - bevor er etwas über sich selbst erzählte. "Ich war lange Zeit Dozent an der Universität meiner Heimatstadt Dent, bis ich mich der Monsterforschung und -jagd vermacht habe." Er zeigte auf seine beiden Büchern, die am Gürtel befestigt waren und den Schriftrollenbehälter, den er trug. "Ich kenne mich in dutzenden Themengebieten aus und kann einige Sprachen sprechen. Mein Interesse und Fokus liegt aber auf Monstern jeglicher Art. Ich stelle Nachforschungen an und skizziere sie. Mit dem Wissen, welches ich gesammelt habe, können sich nur wenige messen." Vielleicht etwas dick aufgetragen aber dennoch wahr. "Ich kann außerdem ganz passabel mit der Armbrust umgehen." fügte er noch nach kurzer Bedenkzeit hinzu.

Prolog: Der Schrecken im Salzsumpf
« Antwort #104 am: 15.05.2019, 20:35:39 »
Nachdem Louis halbwegs verarztet war, kümmerte er sich offenbar mit großer Hingabe um Jeanne, der er leise in montaignischer Sprache etwas auseinandersetzte, wie man dem längeren Monolog entnehmen konnte, den er führte[1]. Dann setzte er sich leicht auf, sah in die Runde und strich sich den Schnurrbart glatt. "Eine 'öchst illustre Reisegesellschaft" bemerkte er mit leichtem Befremden ob der seltsamen Mischung von Menschen, die sich hier zusammengefunden hatten. Kurz nippte er an seinem Becher mit Tee - den er mit einem charmanten Lächeln, einem Dankeswort und einer angedeuteten Verbeugung von Jelena angenommen hatte, auch wenn sein Mienenspiel darauf hinzudeuten schien, dass er andere Getränke gewohnt war. Nach seiner Person befragt, schürzte er die Lippen. "Nun, iesch bin mousquetaire" warf er leicht dahin, als sei damit im Prinzip alles erklärt. Auf die fragenden Blicke aus der Runde bequemte er sich aber dann doch zu erklären: "Une mousquetaire versteht siesch auf das Feschten, das Reiten und alle Künste eines Edelmannes. Er weiß siesch bei 'ofe zu benehmen und be'errscht la diplomatie." Dass ein Edelmann keinem Handwerk oder anderen Broterwerb nachgehen musste, verstand sich für ihn von selbst, weshalb er auch kein weiteres Wort darüber verlor. "Derzeit bin iesch auf ein persönliesche Mission." schloss der Montaigner.
 1. @Mondragor: PN

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