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Autor Thema: Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen  (Gelesen 2172 mal)

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Idunivor

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #30 am: 20.05.2019, 15:16:49 »
Tatsächlich gelang es Niyall mit ihren Worten die beiden dazu zu bringen, stehen zu bleiben. Sie hatten wohl nicht damit gerechnet, hier in ihrer Muttersprache angesprochen zu werden. So wandten sie sich beide um, und die Elfe konnte jetzt sehen, dass nur eines der Kurzschwerter blutig war, das andere, das jetzt auch in der Hand ihres Gegenübers erschien, war blank un ungenutzt.
Nun hatte sie auch Zeit, die beiden etwas genauer in Augenschein zu nehmen und es war klar, dass beide das Leben in der Wildnis gewohnt waren und mit ihren Waffen durchaus umzugehen wussten. Offenes Misstrauen sprach aus ihren Blicken und die Worte, die der vordere von beiden - mit dem blutigen Schwert in der Hand - sprach klangen nicht viel anders: "Wir müssen uns dir nicht erklären, Schwester. Dies ist unser Land und ihr seid fremd hier. Mit jeder Tat, mit jedem Wort spottet ihr der Traditionen. Die Naturgeister haben gesprochen, ihr werdet Unheil über dieses Land bringen, über euch selbst und über uns. Du teilst unser Blut, also magst du unsere Worte zumindest hören, auch wenn ich fürchte, dass du sie nicht verstehst. Geht fort, ihr alle, geht zurück in eure Städte, zurück in euer totes Holz und lasst die Wildnis in Frieden. Ihr gehört hier nicht hin."
Während der eine sprach, formte der andere einen Trichter mit der freien Hand vor dem Mund und ein Vogelruf hallte durch das Tal. Niyall vermochte nicht zu sagen, was er bedeuten sollte, aber es war nicht schwer sich auszumalen, wem ein solches Signal gelten mochte.
« Letzte Änderung: 20.05.2019, 15:18:22 von Idunivor »
The only ones who should kill are those prepared to be killed.

Niyall

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #31 am: 20.05.2019, 16:03:49 »
Niyall blieb dann auch stehen und fixierten die beiden mit ihrem Blick. Sie sah auf die Klingen und überlegte. Es dauerte einen Moment, bis sie schließlich antwortete.

"Es stimmt, dass ich die Traditionen nicht kenne. Es ist schon lange her, dass mein Weg von hier abging. Ich bin unter Elfen aufgewachsen, aber in der Nähe der Menschen. Und ich weiß, dass es möglich ist, nebeneinander zu leben. Vor fast zwei Jahren kam eine Gesandtschaft der Clans nach Klauenhafen, um die Bewohner zu warnen, hier keine Schwierigkeiten zu machen. Ich glaube nicht, dass wir seitdem dagegen verstoßen haben. Sie duldeten die Siedlung damals, was hat sich daran geändert?"

Die Elfin fügte aber noch etwas mehr an ihre Worte an.

"Wir sind hier, weil heute Nacht jemand dieses Gehöft überfallen hat. Ich glaube nicht, dass ihr es wart. Dazu ist es schon zulange her. Dennoch sehe ich Blut auf Deiner Klinge, aber nur auf Deiner. Aber das Blut ist noch frisch. Wirst Du mir sagen, was vorgefallen ist?"

Oldor

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #32 am: 20.05.2019, 17:42:47 »
Oldo9r war den ganzen Weg still in der Gruppe marschiert. Seine Gedanken galten dem kleinen Mädchen, was sich bis ins Dorf geschleppt hatte. Was für Strapatzen muss sie auf sich genommen haben. Er flüssterte etwas und nickte dann zustimmend. Wir werden den Hof finden und denjenigen ihre gerechte Strafe zukommen lassen, die dieses Unrecht verbrochen haben.
Als das Gehöft in Sichtweite kam hörte er plötzlich die starke Stimme von Jykel. Somit war auf jeden Fall der Überraschungseffekt dahin. dachte sich Oldor, als er in Richtung des Gebäudes ging. Schlagartig beschleunigte er seine Schritte, als die Waldelfe zwei Figuren hinter den Gebäuden ausmachte.
Im Lauf zog Oldor seine Axt und den Schild. Er erreichte die Vordertür und spähte hinein. (Perception 20)

 

Idunivor

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #33 am: 20.05.2019, 18:03:38 »
Der Elf schüttelte bei Niyalls Worten mit dem Kopf: "Ihr versteht nicht. Dieses Land ist alt und wild. Und gefährlich. Die Naturgeister zürnen schnell jenen, die sie stören und weit Schlimmeres lauert in alten Hainen, dunklen Seen und tiefen Höhlen. Seit Generationen wacht unser Volk über diese Wildnis und Gefahren wurden immer nur aufgeschreckt, wenn Fremde her kamen. Fremde wie ihr, getrieben von Neugier und Unwissen. Geht zurück in eure Häuser aus totem Holz und bleibt dort. Lasst die Wildnis in Frieden. Geht nicht an Orte, die nicht verboten sind." Ein weiterer Vogelschrei erklang, deutlich zu hören und offensichtlich eine Nachricht für die zwei Elfen. Der Elf blickte noch einmal zu dem Haus und zu seiner blutigen Klinge, die er jetzt mit einem Lappen von seinem Gürtel abwischte, bevor sie wieder in der Scheide verschwand: "Das Unheil hat diesees Haus schon erreicht. Wir haben nur Gnade walten lassen." Er und sein Begleiter wandten sich bereits zum Gehen, aber er blickte noch einmal über die Schulter und sein Blick war ernst und grimmig: "Höre meine Warnung, Schwester: hier gibt es kein süßes Wasser und kein helles Gelächter. Geht wieder zurück, hier gibt es nichts für euch. Wir schützen das Land, so will es unsere Tradition. Wenn es sein muss, auch vor euch."

Indessen betraten Jykel und Oldor das Haupthaus des Savar-Hofes und hier drinnen wurde ihm sofort bewusst, dass hier ganz gewiss nicht alles in Ordnung war. Er blickte in einen großen Innenraum, der offenbar als Küche, Ess-, Wohn- und Schlafzimmer in einem diente. Das Herdfeuer war hinuntergebrannt und keine Bewegung war zu sehen. Aber mehrere der Tische und Stühle waren umgeworfen worden, zerschmettertes Geschirr lag auf dem Lehmboden. Auf einer Seite waren die Zwischenböden, die von schweren Balken gehalten wurden und wohl als Schlafräume dienten eingebrochen, weil zwei der Balken geborsten waren. Unter diesen Überresten entdeckte Oldor einen leblosen Körper und direkt beim Herdfeuer lagen zwei weitere. Alle drei waren Männer und die beiden beim Herdfeuer waren bereits seit längerem tot, ihre Körper kalt, erschlagen von einer stumpfen Waffe. Der dritte hingegen - er war einige Jahre jünger als die anderen zwei - war noch nicht so lange tot. Das Blut, das aus seiner durchgeschnittenen Kehle gedrungen war, war noch nicht im Boden versickert. Seine untere Körperhälfte war kaum zu sehen, denn sie war bedeckt von den Resten des ehemaligen Zwischenbodens.
« Letzte Änderung: 20.05.2019, 23:02:27 von Idunivor »
The only ones who should kill are those prepared to be killed.

Sé Faoláin

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #34 am: 20.05.2019, 22:12:02 »
Auch Sé hatte die Bewegung hinter dem Haus bemerkt und folgte Niyall so schnell sie nur konnte. Das Laufen bereitete der jungen Druidin eine unbändige Freude, mehr noch, sie war auf der Jagd! Mit der atemberaubenden Geschwindigkeit der Waldelfin jedoch, konnte sie als Mensch nicht mithalten. Nun...sie musste sich ja nicht mit diesem langsamen Körper zufrieden geben.

Sé streckte ihre Sinne und fühlte tief in sich hinein. Sie sah die grünen Augen des Wolfes, wollte laufen, wollte jagen, wollte....Da stieß Niyall einen Ruf aus und die Flüchtenden blieben stehen. Sé hielt inne. Nanu? Was war da los? Sie beobachtete die Situation kurz und sprintete dann unverändert weiter um zur Elfin aufzuschließen. Sie war bestimmt nicht das einschüchterndste Mitglied ihres kleinen Trupps und wie es wohl im Haus aussah, wollte sie auch wissen, doch Sé war flink für einen Menschen und sie mochte Niyall. Auch wenn es so aussah, als würde sie sich mit den beiden Gestalten unterhalten, sollte sie auf keinen Fall alleine dastehen.

War's das schon? Kurz bevor Sé neben Niyall stand, wandten sich die Männer, die die Druidin jetzt als Elfen erkannte, zum Gehen. Für eine Sekunde außer Atem, stützte Sé die Hände auf die Knie und blickte fragend zu Niyall, die wiederum die beiden Figuren nachdenklich musterte. Sie hatten die Waffen weggesteckt, schienen jedoch nicht interessiert daran dazubleiben und mit ihnen allen zu sprechen. "Und? Was haben sie gesagt? Was ist hier passiert?"
« Letzte Änderung: 20.05.2019, 22:13:24 von Sé Faoláin »

Yazrin

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #35 am: 21.05.2019, 09:54:40 »
Auch Yazrin hatte einen kurzen Blick in die einfache Hütte geworfen, hatte dort aber nichts gesehen, dass nicht noch ein wenig warten konnte und war hinter der Alarm-schlagenden Niyall her gelaufen. Als er allerdings sah, wie sich die Waldläuferin mit den Elfen unterhielt, war er stehen geblieben und hatte sich ruhig verhalten. Die Waldelfe hatte scheinbar alles soweit unter Kontrolle, so dass sie seines Schwertarms nicht bedurfte. Da wollte er nicht durch sein Erscheinen unnötigen Streit provozieren.

Als sich die Männer zum gehen wandten, steckte auch der Tiefling sein Schwert in die Scheide und folgte Sè mit gemessenem Schritt.

"Warum habt ihr sie gehen lassen?" fragte er mit stoischer Miene; nicht sicher was sich hier vor wenigen Momenten zugetragen hatte. Die Menschen im Haus - sie waren tot. Wollte die Elfe ihr Volk schützen? Würde es keine Vergeltung geben? Weshalb waren die Elfen solange geblieben? Ruhig einfach nur da stehend, wartete Yazrin was die Zwerge zu den Entdeckungen und Begebenheiten zu sagen hatten.

Er selbst war hier her gekommen um zu schützen, nicht um zu richten.

Niyall

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #36 am: 21.05.2019, 15:15:51 »
Niyall hatte sich mittlerweile auch wieder dem Hof zugewendet.

"Das waren nicht die, von dem das Mädchen gesprochen hatte," erklärte sie. "Sie haben mir einige beunruhigende Dinge gesagt. Los, lasst uns zurück zu den anderen gehen, dann kann ich es euch allen zusammen berichten."

Gemeinsam mit Sé und Yazrin ging sie zurück. Beim Hof angekommen sahen sie dann auch die Verwüstung und die Toten. Der traurige Blick der Waldelfin wanderte über die Gefallenen und verweilte schließlich bei dem etwas jüngeren Mann. Dies war offensichtlich der, von dem der Elf mit der blutigen Klinge gesprochen hatte, und sie sah nun auch was er gemeint hatte. Sie hätte das nicht tun können, da war sie sich sicher, aber vielleicht war es wirklich besser so.

"Nun, ihr wollt sicher wissen, was ich in Erfahrung bringen konnte. Die beiden gehören zu den Elfenclans aus dem Fernwald. Sie sehen sich als Wächter über die Wildnis hier und sehen in uns allen Störenfriede, die das Gleichgewicht durcheinanderbringen. Sie sagten, es gäbe hier viele Gefahren, die in alten Hainen, tiefen Seen und dunklen Höhlen lauern, und diese würden durch unsere Anwesenheit hier aufgeschreckt. Das muss es wohl auch gewesen sein, was vor einem halben Tag etwa hier den Hof überfallen hat. Sie sagte, das Unheil hätte dieses Haus hier bereits erreicht und sie hätten nur Gnade walten lassen. Sie haben auch eine deutliche Warnung ausgesprochen. Wir sollen in unseren Städten bleiben und die Wildnis in Frieden lassen. Es ist ihre Tradition, diese Wildnis zu schützen, und im Notfall würden sie sie auch vor uns beschützen."

Sé Faoláin

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #37 am: 21.05.2019, 20:46:00 »
Sé legte ihren Kopf schief und hörte Niyall aufmerksam zu. "Etwas Genaueres hatten die werten Elfen wohl nicht zu berichten? Welche lauernde Gefahr war denn hier? Haben sie dazu was gesagt? Aufgeschreckt - pah!" Die Druidin kniete sich ohne Scheu zu den Gefallenen und begann die erste Leiche systematisch abzusuchen, zum einen nach weiteren Verletzungen, Kampfzeichen und dergleichen und zum anderen nach Gegenständen oder Hinweisen. "Ich bin in der Wildnis aufgewachsen. Ich gehöre der Wildnis. Wir zählen genauso zum Gleichgewicht wie diese selbsternannten Waldhüter. Wir sind natürlich und Teil der Welt." Sé sah dem Mann vor ihr ins Gesicht und ihr Ärger über die kryptische, arrogante Art der beiden Elfen verflog. Wie war es wohl dazu gekommen? Wer oder was war in der Nacht erschienen und hatte dermaßen zugeschlagen?

"Fehlt noch jemand, oder sind das alle, die hier gewohnt haben? Vielleicht gibt es hier im Haus noch Spuren, oder in der Umgebung? Was ist mit dem kleinen Stall? Ich sehe mal, ob mir einer der Drei hier etwas verraten möchte."[1]
 1. Je nachdem was eher zählt: Medicine gewürfelt 7; Perception gewürfelt 12
« Letzte Änderung: 21.05.2019, 20:47:51 von Sé Faoláin »

Niyall

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #38 am: 21.05.2019, 23:11:25 »
Niyall schüttelte den Kopf.

"Nein, sie haben nichts Genaueres gesagt. Aber wahrscheinlich wissen sie auch nicht, was es genau war. Sie waren ja erst etliche Stunden nach dem Angriff hier. Ich schaue mich draußen jetzt mal nach Spuren um. Vielleicht können wir auf dem Wege etwas mehr herausfinden. Und wir sollten uns überlegen, was wir mit ihnen machen. Sollen wir sie hier begraben?"

Sie erwartete wohl keine direkte Antwort auf die Frage, da sie sich direkt wieder aus dem Haus herausbewegte, um - wie angekündigt - nach Spuren zu suchen. Da würden sicherlich die Spuren der Elfen sein und ihre eigenen. Und auch Spuren der Männer, die hier gewohnt haben, und vielleicht auch des Mädchens. Interessant würde sein, was es darüber hinaus noch an Spuren zu finden gab. Wo waren beispielsweise die Frauen? Sind sie vielleicht verschleppt worden? Die Wildniskundige suchte die Umgebung ab, um Antworten zu erhalten und sich ein besseres Bild von dem Geschehenen zu machen[1].
 1. Survival 24

Jykel

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #39 am: 22.05.2019, 00:50:43 »
Jekyl erstarrte vor Grauen, als er die Leichen erblickte, die Oldor noch vor ihm gefunden hatte. Etwas schnürte ihm die Kehle ein, und sobald sich seine Starre gelöst hatte, eilte er zum Ausgang zurück und schnappte wild nach Luft, während die Gedanken wild in seinem Kopf kreisten. Wer war zu so einer Tat in der Lage?

Stimmen in der Ferne rissen ihn aus seinen Gedanken, und als er um das Haus herumging erblickte er die Quelle: Es waren Elfen, die sich gerade mit Niyall unterhielten! Von ihr abgesehen hatte der Zwerg, wie die meisten seiner Artgenossen, nur wenig für das sogenannte schöne Volk übrig, doch meistens hielt er mit einer alten Weisheit seiner Mutter: Lass sie in Ruhe, du willst von ihnen auch in Ruhe gelassen werden.
Jetzt jedoch rumorte sein Inneres zum zweiten Mal an diesem Tag, und diesmal hatte er Mühe, seine Beherrschung zu behalten. Innerlich noch mit sich ringend, hatten seine Hände die Axt bereits fest ergriffen, und seine Beine liefen in Richtung der Elfenansammlung, als diese sich bereits wieder trennte und Niyall ihm entgegen zurück zum Haus ging, wo Sé sie noch vor Jykel abfing.

Nur ein Tropfen hätte noch gefehlt, um das Fass seiner Beherrschung zum Überlaufen zu bringen, als er die Elfe ankeifte: "Was lässt du sie gehen? Sie müssen sich für ihre Morde verantworten!"
Beinahe wäre er den zwei Männern hinterhergerannt, doch Niyall schaffte es gerade noch, ihn zurückzuhalten und zu erklären, was sie erfahren hatte und dass die beiden ihrer Meinung nach nicht die Mörder waren - auch wenn Jykel es nur langsam gelang, seine Emotionen in den Griff zu bekommen und seinen Verstand wieder einzuschalten.

"Nun gut, wenn du meinst." antwortete er schließlich. "Ich werde mich drinnen weiter umsehen." ergänzte er abrupt und kehrte den beiden Frauen den Rücken zu. Und tatsächlich gesellte er sich wieder zu Oldor und besah sich den Ort des Verbrechens und insbesondere die drei Leichen nun genauer.[1]
 1. Investigation 11

Idunivor

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #40 am: 22.05.2019, 10:36:13 »
Jykel und Sé, die sich im inneren des Baurnhauses gründlich umsahen, waren nur wenig erfolgreich. Es gab hier nicht wirklich viel zu entdecken, was auf die Ereignisse der vergangenen Nacht hindeutete, außer dem offensichtlichen. Es hatte offenbar einen Kampf gegeben, bei dem einiges zu Bruch gegangen war und als Konsequenz dieses Kampfes lagen die zwei Männer tot am Boden. Was genau mit dem dirtten passiert war, konnte die junge Frau nicht genau sagen, da ein Großteil seines Kröpers von den Holzresten begraben wurde. Es sah aber nicht so aus, als hätten die Männer allzu viel Gegenwehr leisten können.
Ansonsten war der Wohnraum und auch die Lagerräume, die sich weiter hinten im Gebäude befanden, nicht besonders bemerkenswert. Die Einrichtung war einfach und karg, an vielen Stellen konnte man sehen, dass hier ein altes Gebäude renoviert worden war. Jykel erinnerte sich, dass die Savars sich eine Ruine ausgesucht hatten, die noch in recht gutem Zustand war und bei der man nur das Dach neu decken, aber nicht den ganzen Dachstuhl erneuern musste.

Niyall war indessen sehr viel erfolgreicher bei ihrer Suche nach Spuren. Es dauerte zwar eine ganze Weile - es war schließlich ein großes Gebiet, das sie hier abzusuchen hatte, aber neben ihren eigenen Spuren und den eher unscheinbaren Spuren der Elfen, entdeckte sie schließlich auch noch weitere. Wie es aussah waren midestens drei Humanoide in schweren Stiefeln aus Richtung Südwesten hierher gekommen, hatten sich erst hinter der Scheune versteckt und waren dann in das Gebäude eingedrungen. In dieselbe Richtung, aus der die Fremden gekommen waren, führten die Spuren von sechs oder sieben Humanoiden zurück in die Wildnis mit unbekanntem Ziel. Es würde nicht leicht werden sie zu verfolgen, denn dort wurde des Gelände schnell unwegsamer, aber die Elfe war zuversichtlich, dass es ihr gelingen würde.
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Niyall

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #41 am: 22.05.2019, 11:11:50 »
"Ist euch auch schon aufgefallen, dass hier keine Frauen sind?"

Niyall stand, nachdem sie ihre Spurensuche abgeschlossen hatte, wieder im Eingang des alten Gehöfts.

"Ich habe draußen einige Spuren finden können. Drei Angreifer waren es. Sie trugen schwere Stiefel und sind aus südwestlicher Richtung hergekommen. Erst hatten sie sich bei der Scheune verborgen, dann sind sie in das Haus eingedrungen. Die Spuren von mindestens sechs, vielleicht sogar sieben Personen führen hingegen von hier weg, wieder nach Südwesten. Sie haben die Frauen entführt!"

"Jykel, Du kennst die Savars? Wer hat hier alles gelebt?"

Brogar Tunnelheim

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« Antwort #42 am: 22.05.2019, 19:59:13 »
Brogar war Jykel und Oldor gefolgt. Der Runenschmied sah sich mit finsterem Blick um, nachdem die Leichen entdeckt worden waren. In einer Geste der Pietät stieß er mit der behandschuhten Linken in die Herdasche, ging zu den Toten und ließ über jeden von ihnen etwas von der erkalteten Asche rieseln. Dazu sprach er mit leiser Stimme einen rituellen Gedenksatz, den Kopf leicht gesenkt. Das Herdfeuer als Zentrum von Haushalt und Familie war etwas Heiliges, selbst das von Nichtzwergen. Kaum hatte er jedoch auf diese Weise seiner Pflicht gegenüber dem Glauben genüge getan, klopfte er die übrige Asche in einer sehr unzeremoniellen Art an seiner Seite ab, packte den Hammer fester und knurrte den beiden anderen Zwergen kurz in der gemeinsamen Sprache zu: "Bei Moradins Hammer, dieses Verbrechen schreit nach einer Bestrafung!" Es lag tiefe Verachtung für diejenigen in seiner Stimme, die für die Tat verantwortlich waren.

Der bullige Zwerg trat mit wenigen Schritten wieder aus dem Haus und hielt nach den anderen Ausschau. Da die Frauen und Yazrin wieder zurückkehrten, schienen die verschwundenen beiden Gestalten nichts mit dem Verbrechen zu tun zu haben – oder sie waren entkommen. "Elfen..." brummte er auf Niyalls Erklärung und warf der Sprecherin einen schiefen Blick zu. "Das wäre das erste Mal, dass ein Elf Zwergen erzählen muss, welche Gefahren in dunklen Höhlen lauern!" Er war spürbar gereizt ob dieser Aussage, und die "Störenfriede" schienen ihn ganz besonders zu verärgern. Darum hob er auch die Augenbrauen und warf bissig ein: "Gnade?! Das heißt, sie haben die Burschen da drin erschlagen? Und was heißt da Tradition – als ob die davon Ahnung hätten, was Tradition heißt..!" Auch die gallige Bemerkung: "Und wir schützen uns im Notfall vor ihnen – anmaßende Bande" konnte er sich nicht verkneifen.

Nein, seine Laune war gerade nicht gestiegen. Und als er gar erfuhr, dass womöglich hier mehrere Frauen entführt worden waren, blaffte er: "WAS?! Welche von den Göttern verfluchten Kreaturen bringen ein solch widerwärtiges Verbrechen zustande?!" Grollend warf er einen Blick in die Runde. "Also andere? Wahrscheinlich Freunde von diesen beiden windigen Kerlen... Lasst uns aufbrechen und dieses Pack zu Paaren treiben! Die Toten - Moradins Schutz und Trutz begleite sie - müssen warten" stellte er fest und warf Jykel einen erwartungsvollen Blick zu, während er seinen Hammer schwang, dass es nur so pfiff.

Oldor

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #43 am: 24.05.2019, 08:48:15 »
Oldor legte eine Hand auf Brogars Schulter und versuchte ihn ein wenig zu beruhigen. In ihrer Sprache antwortete er: Moradin wird schon dafür sorgen, dass diejenigen, die dieses Verbrechen zu verantworten haben, ihre gerechte Strafe erhalten werden. Nachdem Brogar wutentbrannt das Haus verlassen hatte kniete sich Oldor neben jeden leblosen Körper und richtet ein stilles Gebet an Moradin. Als er das letzte Gebet gesprochen hatte richtete er sch gedankenversunken auf und trat aus der Tür. Oldor hatte sich schon gewundert, dass keine Frauen unter den Opfern gewesen waren. Insgeheim hatte er gehofft und ein Stoßgebet an Moradin gesendet, dass sich die Frauen in Sicherheit hatten bringen können. Aufgrund der Nachricht von Niyall gab es jetzt leider keine Zweifel mehr, dass sie die Farm mit anderen Personen verlassen hatten. Niyall, gibt es irgendwelche Spuren, dass sich die Frauen gewehrt haben? Es bestand noch eine kleine Chance, dass die Frauen die anderen Personen gekannt haben könnten und die Personen, mit denen die Frauen die Farm verlassen haben, diese nur in Sicherheit bringen wollen. Wir sollten diese Möglichkeit nicht außer acht lassen. Oldor gin in sich und sagte zu sich selbst: die Hoffnung stirbt zuletzt..
« Letzte Änderung: 24.05.2019, 08:51:09 von Oldor »

Jykel

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Kapitel 1 - Ein ganz normaler Sommermorgen
« Antwort #44 am: 24.05.2019, 16:26:57 »
Jykel brauchte einen Moment, um Niyalls Frage zu beantworten, doch eine wirklich zufriedenstellende Antwort hatte er nicht. "Ich war ein paarmal hier, und habe die drei auch gesehen, aber genau zuordnen kann ich sie nicht. Sie haben aber auf jeden Fall hier gelebt. Mindestens zwei Frauen und ein Kind ebenfalls, die habe ich gesehen, als ich hier war - aber es kann gut sein, dass noch mehr Menschen hier gelebt haben."

Entschuldigend fügte er hinzu: "Es tut mir leid, dass ich keine größere Hilfe bin, aber ehrlich gesagt fällt es mir nicht leicht, die Menschen zu unterscheiden. Für mich sehen sie alle ähnlich aus, kaum Haare im Gesicht und man sieht ohnehin nur den Bauchnabel und das Kinn."

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