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Autor Thema: Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen  (Gelesen 923 mal)

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #60 am: 07.09.2019, 13:54:22 »
Louis stand hochaufgerichtet, die Schnurrbartspitzen nach wie vor bebend vor Zorn. Den Äußerungen der verschiedenen Seiten hörte er ansonsten mit sichtlicher Mühe beherrscht, aber reglos zu. Nur auf das Hilfsangebot Don Alfonsos fühlte er sich genötigt, dem Castillier eine förmliche Verbeugung zu machen und zu sagen: "Merci bien! Das Wort eines Ehrenmannes weiß iesch stets zu schätzen, Monsieur." An Tristan und Isolde gerichtet hingegen meinte er indigniert: "Iesch muss miesch dagegen verwahren, wie eine gemeine 'alunke in'aftiert zu werden! Allerdings bin iesch bereit, Eusch en contrepartie meine Ehrenwort zu geben, dass iesch miesch einer An'örung niescht entziehen werde." Das spürbare Nachlassen der Spannung und die Anbahnung eines möglichen Kompromisses beobachtete er mit einem gewissen Zweifel. Dennoch schob er den nur teilweise gezogenen Degen wieder gänzlich zurück und trat neben Jelena. Während Erich auf den Hauptmann zuging, flüsterte der Montaigner ihr leise zu: "Ihr seid eine mutige Mädschen. mademoiselle, aber es wäre mit meine Ehre absolument unvereinbar, eine petit demoiselle wie Eusch schmachten zu lassen in eine Kerker! Wir sind keine Barbaren in Montaigne." Womit er sich abwartend aufbaute, offenbar so bereit zu einer Einigung wie zum Kampf.

Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #61 am: 07.09.2019, 14:03:53 »
Auch von Don Tristan fiehl sichbar die Anspannung ab und er nahm demonstrativ seine Hand vom Griff seines Rapiers. Dann nickte er kurz Don Alfonso zu um dem Castillier für den Beistand zu danken.
Dann suchte er Jelenas Blick und deutete ein Kopfschütteln an. Ihr Angebot war ehrenhaft, aber ein Mann von Ehre würde keine Frau für seine Verwantwortung einstehen lassen. Den Rest hatte Louis bereits gesagt.
Dann wandte er sich an den Hauptmann. "Auch ich akzeptiere euer Wort und eure Einladung." dann suchte sein Blick Isolde. "und euch gebe ich vor diesen Zeugen mein Wort, dass ich mit dem Mord an eurem Bruder nichts zu tun hatte und dass ich ohne eure Erlaubnis die Stadt nicht verlassen werde ehe diese Angelegenheit nicht geklärt ist."

Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #62 am: 09.09.2019, 06:12:24 »
Der Umschwung und das Angebot des Hauptmannes gaben Jelena weitere Indizien, dass sie Teil einer Intrige waren - vielleicht sollten sie aus der Sache herausgezogen oder gar um Hilfe gebeten werden. Beides wäre beim aktuellen Angebot möglich. So nahm sie ihre Hände in einer offfenen Geste zurück, deutete einen Knicks an und sprach gelassen, als hätte es das Wortgefecht zuvor nicht gegeben: "Dann fühle ich mich von eurem Wort und eurer Einladung sehr geehrt und werde diese selbstverständlich annehmen." Anschließend überließ sie es Erich, den Fokus der Aufmerksamkeit auf sich zu haben.

Sie hielt ihren Kopf leicht gesenkt, sodass ein Teil ihrer Haare ihr Gesicht verdeckte. Louis und Don Tristan, die sie direkt ansahen, konnten jedoch ein zufriedenes, hintergründiges Lächeln darauf erkennen. Bei Louis Worten wurde es sogar etwas breiter, bevor es sich normalisierte und ein höflich-freundliches wurde. Sie sah auf, sah Don Tristans Kopfschütteln und machte eine Andeutung von hochgezogenen Schultern gepaart mit einem entschuldigenden Blick, bevor sie Louis leise antwortete: "Danke und dann habe ich mich in euch nicht getäuscht, verzeiht diese kleine Herausforderung. Ich versuchte einen Weg zu finden, der für alle ehrenhaft ohne Waffeneinsatz endet." Nur das sie ihre Schuld zu begleichen versucht hatte, verschwieg sie zunächst.
« Letzte Änderung: 09.09.2019, 06:13:11 von Jelena Sejm Petrasowna »

Mondragor

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #63 am: 09.09.2019, 18:11:11 »
Handgrat wirkte erleichtert, als die Beschuldigten einlenkten, während die Schwester des Toten mit starrer Miene scheinbar ins Leere starrte. Das Fest war an dieser Stelle natürlich beendet, und nach und nach verließen die Gäste, aufgeregt miteinander tuschelnd, die Halle, während Jelena, Erich, Louis, Tristan, Finnegan und Friedrich mit Stefan Handgrat, dem Personal und Wachleuten zurückblieben. Auch Isolde verließ aufgelöst zusammen mit einer Zofe den Raum, als einige Bedienstete unter der Aufsicht des Arztes damit begannen, den Leichnam auf einer Bahre aus der Halle zu bringen.

Die kleine Gruppe stand dabei etwas abseits, und wenn auch die Verabredung getroffen worden war, dass sie am morgigen Tag die Burg verlassen würden können, so war doch auch implizit klar, dass sie hier und jetzt nicht einfach gehen konnten, wohin sie wollten.
Nach einer Weile, in der sich der Hauptmann sich zusammen mit verschiedenen seiner Leute um einige organisatorische Dinge - Nachforschungen wegen des Mordes, Sicherstellung von Beweisen und solches - kümmerte, kehrte er zu ihnen zurück und forderte sie mit einem "Darf ich Euch nun zeigen, wo Ihr die Nacht verbringen könnt?" auf mitzukommen.

Er führte sie über den Burghof an einer kleinen, freistehenden Kapelle vorbei, zu einem Nebengebäude, das von außen einen nicht besonders großen, aber dennoch gepflegten Eindruck erweckte - was nicht weiter verwunderte, wenn es als Gästehaus genutzt wurde. Die beiden Wachen, die ihnen gefolgt waren, wies er an, vor der Tür zu warten, und führte sie im Innern in eine Art Salon, von dem sie annahmen, dass sie hier zunächst warten sollten. Doch überraschenderweise griff der Hauptmann in ein Wandregal und löste etwas aus, wodurch das Regal aufschwang und sich dahinter eine schmale Treppe offenbarte, die sich nach unten wand.
"Würdet Ihr bitte vorangehen, ich habe etwas Wichtiges mit Euch zu besprechen." forderte er die Gruppe auf, und letztlich siegte die Neugier vor der Vorsicht - wenn ihnen denn überhaupt eine Wahl blieb - und sie folgten seiner Anweisung.

Die Treppe führte sie einige Meter weit nach unten, nur schwach beleuchtet vom Schein der Fackel, die Handgrat hinter ihnen trug, und sie mussten im Halbdunkel aufpassen, dass ihre Füße sicheren Tritt fanden. Am Fuß der Treppe angekommen, fanden sie sich in einem feuchten Gang, der direkt in den lehmigen Boden gegraben war. Die Decke war an regelmäßigen Stellen abgestützt, doch dennoch herrschte eine bedrückende Atmosphäre hier unten.
Es waren vielleicht nur zwanzig oder dreißig Schritt, bis sie auf eine Holztür stießen, doch kam es ihnen vor, als wären sie eine halbe Stunde unter der Erde gewandert.
"Klopft!" ertönte hinter ihnen die Stimme Handgrats, und sie folgten auch dieser Anweisung - worauf die Tür sich öffnete, und zu ihrer wohl noch größeren Überraschung Don Alfonso auf sie gewartet hatte, der sie wortlos hereinwinkte.

Der Raum, in den sie nun traten, war gemauert und die Luft deutlich weniger feucht als vorher im Tunnel, doch außer einer weiteren Tür befand sich hier nichts. Niemand erhob das Wort, und auch als sie schließlich alle, auch Stefan Handgrat, im Raum versammelt waren, herrschte weiter Schweigen. Nichts geschah, und es fühlte sich an, als ob Minuten so vergingen; doch gerade, als schließlich der erste die Geduld verlor und Luft holte, um die Stille zu brechen, öffnete sich die zweite Tür.

Heraus trat Dr. Vesalius, gefolgt von einer kleineren Person.

"Dann ist es nun wohl Zeit, die Scharade aufzulösen." sprach Tristan, Baron von Naumburg, als er hinter dem Arzt hervortrat.

Erich Janina Graustein

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #64 am: 10.09.2019, 10:01:38 »
Irgendwie hatte Erich die ganze Zeit ein komisches Gefühl im Bauch als sie dem Hauptmann in den verborgenen Raum folgten. Doch das was sie dort dann erwartete übertraf alles was sich Erich hätte jemals ausdenken können.

Mit leicht offenem Mund stand Erich da als plötzlich der Baron vor Ihnen stand. Es dauerte einen Moment bis er reagieren konnte. "Verzeiht Eure Hoheit, es erfreut mich natürlich Euch wohl auf zu sehen, doch Glaube ich das Ihr uns nun eine Erklärung schuldet. Was wird hier gespielt?", dabei schaute Erich in die Runde und versuchte zu begreifen was hier gerade passiert.

Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #65 am: 11.09.2019, 06:19:19 »
Während die anderen Gäste den Ort des Geschehens verließen und nur Personal das Barons und ihre Gruppe zurückblieben, versuchte Jelena möglichst viel von den Untersuchungen, deren Ergebnissen und der nebenher stattfindenden Meinungsaustausche mitzubekommen. Sie selbst sprach niemanden an, trat aber, wenn es ging, heran und hörte zu. Der Aufforderung des Hauptmannes mitzukommen folgte sie mit einem Nicken.

Nachdem ihr unterwegs die nicht nennenswerte Bewchung auffiel, wurden ihre Ahnungen mit der Öffnung des Geheimganges und der Ankündigung einer Besprechung durch Handgrat bestätigt. Mit einem zufriedenen Lächeln, das sich kurz auf ihren Lippen zeigte, sprach sie: "So etwas ahnte ich bereits, aber hättet ihr das nicht einfacher machen können?" und trat ohne zu zögern ein. Im Halbdunkel bei schwachem Licht unterwegs zu sein schien ihr nichts auszumachen, allerdings musste sie ziemlich aufpassen, ihr Kleid nicht zu beschmutzen oder zu beschädigen.

Am Ziel angelangt nahm sie eine Position möglichst am Rand, nahe der Wand, ein. Das Schweigen wartete sie noch geduldig ab, der Auftritt des vermeintlich Toten ließ sie erstaunt die Augenbrauen hochziehen. Sie hatte mit einigem gerechnet, aber doch nicht mit einer solchen Täuschung. Mit etwas Mühe behielt sie ihre Fassung, denn ihre Segnung erlaubte ihr keine starken Reaktionen. So blieb sie stumm und gespannt, die Arme vor der Brust verschränkt.


Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #66 am: 14.09.2019, 11:49:56 »
"De rien, mademoiselle" erwiderte Louis mit einer angedeuteten Verbeugung gegen Jelena. Er schien sich durchaus geschmeichelt zu fühlen, denn ein leichtes Lächeln spielte dabei um seine Lippen. Was der Montaigner hingegen von dem ganzen Vorgang um die Anklage hielt, war seiner Miene nicht recht anzusehen. Er zog lediglich eine Augenbraue hoch und zwirbelte seinen kunstvollen Schnurrbart, als man sie durch die geheime Tür führte. Seine Bewegungen besaßen zwar etwas von der ständigen Wachsamkeit und Bereitschaft einer Raubkatze, doch machte er keine Anstalten, seine Hand am Degen zu halten, während man dem Hauptmann folgte. Vielmehr bot er mit selbstverständlicher Geste Jelena seine Hand als Stütze beim Bewältigen der steilen Stufen an, als bewege man sich in höfischer Umgebung durch ein Schloss seiner Heimat. Mit betonter Zurückhaltung sah er sich in dem engen Gelass um, das sie schließlich erreichten. Erst als man sie warten ließ, runzelte der Musketier die Stirn mit sichtlich wachsender Ungeduld, und in der Tat war er kurz vor einer scharfen Frage, was dieses neuerliche Spiel nun bedeuten solle, da sich der Baron mit seinem Begleiter zeigte. Hier endlich wanderten beide Augenbrauen zugleich in die Höhe. "Monsieur le baron..." grüßte er höflich, wenn auch ein wenig kühl und fügte nach einer kurzen Pause hinzu: "Iesch bin untröstliesch, doch iesch muss darauf bestehen, die 'intergrund für diese charade zu erfahren, messieurs."

Mondragor

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Kapitel 1: Ein Fest mit Folgen
« Antwort #67 am: 15.09.2019, 15:48:39 »
"In der Tat, ich schulde euch eine Erklärung." nickte der junge Baron. Es war nicht ganz klar, ob es nur an den Lichtverhältnissen lag, aber er wirkte immer noch beinahe totenbleich. "Zunächst einmal muss ich mich entschuldigen für die Anschuldigungen, die gegen euch erhoben wurden. Mir ist bewusst, dass wir eure Ehre öffentlich in Frage gestellt haben, doch es gibt schwerwiegende Gründe dafür, die ihr gleich erfahren sollt.

Seit mein Vater gestorben ist, hat der Druck auf mich und diese Baronie stetig zugenommen. Druck, der von Seiten Roswithas von Wirsche auf uns ausgeübt wird, die sich Naumburg ihrem Reich einverleiben will. Mehrere Delegationen hat sie in den letzten Monaten gesandt, deren Anspielungen immer offener in Drohungen übergegangen sind: Sollte ich mich nicht öffentlich Roswitha anschließen, wird mir mehr oder weniger unverhohlen damit gedroht, dass sie sich Naumburg mit Gewalt nimmt. Nun hat Eisenfürstin Wirsche bereits gezeigt, dass sie vor einem solchen Schritt nicht zurückschreckt - sie hat bereits mehrere kleinere Territorien in ihrer Umgebung eingenommen. Und die anderen Eisenfürsten haben es zugelassen, wohl aus Angst vor Roswithas Armeen, und vielleicht noch mehr vor Heinrich Dray, dem Kommandanten der Eisengarde in Wirsche. Er ist ein begnadeter Offizier - und dazu ihr Liebhaber, wie zumindest alle Welt behauptet.

Nun, selbst wenn ich mich für Wirsche erklären wollte, und das ist nicht der Fall, würde ein solcher Schritt fast sicher einen Krieg zwischen Pösen und Wirsche heraufbeschwören. Wir hier in Naumburg wären umkämpftes Gebiet, und marodierende Soldatenhorden würden unsere Baronie verwüsten. Das kann ich nicht zulassen!"


Während der junge Mann dieses Schreckensszenario heraufbeschwor, verhärteten sich seine jugendlichen Züge immer mehr. Bei den letzten Worten stand er mit geballter Faust in dem kleinen Raum und brüllte die Gruppe beinahe an. Dann jedoch, scheinbar erschrocken über sich selbst, beruhigte er sich wieder ein wenig.

"Ihr fragt euch sicherlich zu Recht, was das mit alledem zu tun hat. Nun, meine Situation ist, wie ihr gehört habt, recht verzweifelt. Egal, was wir tun, ein Krieg auf unserem Land erscheint unausweichlich. Inzwischen haben meine Informanten mir zugetragen, dass Wirsche Einheiten in die Nähe der Grenze verlegt. Ein Angriff scheint kurz bevorzustehen - und deshalb hat eine kleine Gruppe von Verschwörern einen verwegenen Plan gefasst: Stefan, mein loyaler Hauptmann, Dr. Vesalius, Don Alfonso, und natürlich meine Schwester.
Ihr wird die Aufgabe zukommen, Roswitha von Wirsche in dem Glauben zu lassen, sie lasse sich auf ihre Seite ziehen, um dadurch Zeit zu gewinnen, in der sie ihre Truppen zurückhält.

Diese Zeit muss ich nutzen. Ich werde die Eisenlande inkognito bereisen, mit dem Ziel, eine Allianz gegen Wirsche auf die Beine zu stellen. Es ist eine womöglich lächerliche Idee, dass gerade mir dies gelingen soll, doch es ist die einzige Chance, die sich uns bietet. Wenn Roswitha fürchten muss, dass andere Eisenfürsten Pösen zur Seite springen, wenn es angegriffen wird, dann wird selbst sie sich einen solchen Schritt zweimal überlegen.

Und hier kommt ihr ins Spiel, und es ist eine undankbare Aufgabe, die ich euch abverlangen will: Ihr müsst sterben, genauso wie ich gestorben bin - übrigens dank eines fantastischen Mittels, dass Dr. Vesalius von seinen Studien in den Halbmondreichen mitgebracht hat. Doch euer Ruf wird leiden müssen, zumindest solange, bis wir unser Ziel erreicht haben und uns offenbaren können.

Mein Leichnam ist in der kleinen Kapelle aufgebahrt, die zufälligerweise größtenteils aus Holz besteht. Ihr werdet euch nächtens aus eurer sträflich schlecht bewachten Unterkunft schleichen, um zu fliehen - vorher wollt ihr euch jedoch vergewissern, dass ich tatsächlich tot bin. In der Kapelle trefft ihr auf Hauptmann Handgrat, der an meiner Seite wacht. Es kommt zum Kampf, bei dem einige der zahlreichen Kerzenständer, die zu meiner Totenwacht entzündet wurden, umkippen und letztlich die Kapelle in Brand setzen. Handgrat kann mit letzter Kraft die Tür von außen verriegeln und fliehen - die Kapelle brennt ab und am nächsten Tag werden die verkohlten Überreste des Barons und der sechs Übeltäter gefunden werden.

Das zumindest wird die offizielle Geschichte sein, die Hauptmann Handgrat verlauten lässt. Auch wenn es die eine oder andere logische Lücke gibt, bin ich sicher, dass niemand genauer nachfragen wird, denn Stefan Handgrat ist ein Mann, der über allen Zweifeln steht.

In Wirklichkeit werden wir im Schutze der Dunkelheit und mit Hilfe eines weiteren geheimen Tunnels die Stadt verlassen und uns auf den Weg zum Angenehmen Wald machen. Dies hat mein Vater mir einst hinterlassen: Findest du dich jemals in einer ausweglosen Situation wieder, so gehe in den Angenehmen Wald und suche Perchta."


Die Stimme des Barons klang nach dem langen Monolog bereits etwas krächzend, und nun sah er einem nach dem anderen tief in die Augen:
"Ich weiß, dass ihr mir nichts schuldet, und ich kann einzig und allein an euren Gerechtigkeitssinn appellieren. Als ihr in die Stadt gekommen seid, war es wie ein Wink des Schicksals: In unserer größten Not kommen Fremde, die sich als Helden erwiesen haben. Was wir über euch gehört haben, ließ uns beschließen, den Plan jetzt und auf diese Weise umzusetzen. Alleine habe ich nur wenig Chancen, mein Ziel zu erreichen - wahrscheinlich würden Räuber oder Schrecken mich bereits nach kurzer Zeit aufhalten. Versucht hätte ich es dennoch. Stefan, Don Alfonso und Dr. Vesalius können mich nicht begleiten - sie werden hier benötigt, und wie sollten sie erklären, dass sie die Stadt direkt nach meinem Tode verlassen? Jemand anderen konnten wir nicht einweihen, denn auch in dieser Stadt gibt es Spione, und je weniger Menschen von unserem Plan wissen, desto sicherer.
Ihr jedoch kommt von außen, und Fremden trauen die Menschen alles zu. Das macht euch zu idealen Verbündeten für unseren Plan. Deshalb frage ich euch ganz offiziell: Wollt ihr mir helfen, mich durch die Eisenlande zu geleiten und die Eisenfürsten auf meine Seite zu ziehen?"
« Letzte Änderung: 15.09.2019, 15:51:54 von Mondragor »

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