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Autor Thema: Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken  (Gelesen 26876 mal)

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Robin Brighthide

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« am: 26.08.2010, 02:28:31 »
23.02.1167


Bereits seit Anfang des Monats war es ungewöhnlich warm im Königreich Arturia. Man konnte sagen es war regelrecht heiß und das obwohl die Zeit des Wassers noch nicht einmal ihr Ende gefunden hatte.
Normalerweise wurden die ersten warmen Tage des Jahres immer mit Freuden genossen, doch dieses Jahr ist niemanden in Arturia danach dies zu tun. Die warme Zeit begann einfach viel zu früh und die Bauern fürchteten schon jetzt um ihre Ernten, die durch die zu große Hitze und den Mangel an Regen auf den Feldern zu verdorren drohte.


Wieder einmal wurde Galian durch die unangenehme Hitze in seinem Zimmer im Gasthaus geweckt, die trotz des Nachts weit geöffneten Fensters einfach nicht abnehmen will. Der Glockenturm, das Wahrzeichen der Stadt, zeigte noch nicht einmal die 7. Stunde des Tages an und Galian saß bereits hellwach auf der Kannte des doch sehr bequemen Bettes
6 Tage ist es nun her dass er die Stadt Weißfels betreten hat. Die Aussicht auf einen großen Gewinn lockte ihn hier her, oder eigentlich eher die Tatsache das seine letzte Zielperson ihn lange genug entgehen konnte um sich bis hierhin zu flüchten. Noch immer auf der Bettkante sitzend hing Galian seinen Gedanken nach und lies die Vergangenen Wochen erneut Revue passieren. Als er so darüber nachdachte musste er feststellen dass dieser ganze Auftrag eine reine Zeitverschwendung war. Von seinem Auftraggeber brauchte er wohl auch keine Bezahlung erwarten, schließlich wurde er bereits von dem reichen Händler aus Märkteburg betrogen und plante nun schon an selbigen seine blutige Rache. Hätte dieser Idiot doch nur die Wahrheit gesagt, dann hätte es keine Probleme gegeben und Galian hätte seinen Auftrag ohne zu zögern zu ende gebracht.
Durch das geöffnete Fenster seines Zimmers drangen nun allmählich die Geräusche der Straße hinein, auf denen die Bewohner der Stadt nun nach und nach mit ihrem täglichen Treiben begannen. Und allmählich drang auch der Geruch von frisch gebratenem Speck in den Raum, so wie es aussah würde bald das Frühstück fertig sein …


Als Selamin die alten Archive des Schlosses verließ wurde er von der wohl grade aufgegangenen Sonne geblendet. Monate lang waren Kerzen seine einzige Lichtquelle über die er verfügte und so dauerte es einige Minuten bis er sich an das Licht der Sonne wieder gewöhnte.
Doch leider blieb dem Priester keine Zeit sich zu erholen, von weiten hörte er bereits laut polternde Schritte auf sich zukommen und eine ihn sehr bekannte Stimme Rufen. “MEISTER SELAMIN, MEISTER SELAMIN!“ Selamin musste gar nicht sehen können um herauszufinden wem die Stimme gehörte die so eindringlich seinen Namen rief, er kannte sie nur zu gut. Es war die Stimme eines jungen Burschen namens Kysh, der oft von Meister Morgenes beauftragt wurde um Botengänge zu erledigen und der in den letzten Monaten die ehrenvolle Aufgabe  übernommen hat Selamin mit Essen und Trinken zu versorgen.
Plötzlich verschwanden die Geräusche der Schritte und wurden ersetz von dem schweren Atem des Jünglings. Anscheinend ist der Junge eine weite Strecke in vollem Tempo gerannt und war deswegen jetzt aus der Puste, und das wahrscheinlich wegen irgendeiner Nichtigkeit … so wie jedes mal. Doch Selamin war es nur recht das der junge so außer Atem war und deswegen nicht zum Reden kam, so konnte er sich noch kurz etwas ruhe gönnen und seine Augen hatten noch etwas Zeit sich an das Licht zu gewöhnen.
Nach ein Paar mal blinzeln konnte Selamin nun auch endlich die Gestalt des Jünglings erblicken, die sich leicht nach vorne gebeugt an der Wand abstützte, dessen Schulterlangen braunen Haare im Gesicht hingen und der noch immer nach Atem Rang.
Es dauerte noch etwas bis sich Kysh wieder gesammelt hatte, aber dann fing er auch sofort an wieder zu sprechen. “Meister Selamin. Hier ist eine Nachricht für euch von Meister Morgenes. Ich dachte mir es könnte wichtig sein und bin so schnell wie möglich hier her geeilt.“ Der Junge hielt Selamin eine Schriftrolle entgegen, welche mit Morgenes Siegel versiegelt war.


Als Bolterok die Augen öffnete fand er sich an einem Ort wieder den er nie zuvor gesehen hat. Es schien sich um eine art Gewölbe zu Handeln.  An den Wänden waren in unregelmäßigen Abstand Fackeln angebracht und auf dem Boden waren Zeichen gemalt die er nicht genau erkennen konnte.
Als der junge Mann versuchte sich aufzurichten musste er feststellen dass sein Körper ihm nicht gehorchen wollte, er versuchte zu schreien, doch auch das gelang ihm nicht, er war vollkommen hilflos. Doch noch schlimmer als die Hilflosigkeit war das Gefühl beobachtet zu werden. Bolterok war sich sicher das irgendjemand oder irgendetwas hier mit ihm im Raum war und ihn ganz genau beobachtete.
Es dauerte nicht lange und seine Vermutung wurde bestätigt. Eine Gestalt in einer tief schwarzen Robe und mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze trat in das Sichtfeld. Die Person beugte sich zu Bolterok herunter und schien ihm irgendetwas zu sagen, doch hörte er keinen einzigen Ton. Er sah nur wie sich die Lippen bewegten.
Mit einem mal formte sich aus den Lippen der Gestalt ein Lächeln das einem das Blut in den Adern gefrieren lies. Die Person zog aus einem der Ärmel der Robe eine art Dolch und führte ihr langsam aber sicher immer näher an Bolterok heran. Näher und näher … bis er schließlich spürte wie der kalte Stahl in seine Haut eindrang. Doch mit dem einen Stich war es nicht getan, die Gestalt ritzte mit dem Dolch über den ganzen Körper und schien dabei gezielt ein bestimmtes Muster zeichnen zu wollen.
Der Schmerz der ganzen Prozedur wurde immer unerträglicher und irgendwann, nach einer
scheinbar endlos langen Zeit, wurde Bolterok von den Qualen erlöst … er wachte auf.

Sicherlich war es Bolterok inzwischen gewohnt von Albträumen aus dem Schlaf gerissen zu werden, doch seit die schwarzen Flecken wieder aufgetaucht sind, war alles etwas anders. Waren die Träume vorher eher zusammenhangslose Bilder die er schon beim aufwachen wieder vergessen hatte, so wurden sie immer realer je näher er der Stadt Weißfels kam. Und Heute, wo er zum ersten mal in der Stadt selbst übernachtet hat, waren die Albträume so schlimm wie nie zuvor.
Warum er nach Weißfels gegangen ist wusste er nicht so recht, aber irgendetwas in ihm zog ihn förmlich hier in diese Stadt.
Noch immer mitgenommen von seinem Albtraum lag Bolterok in seinem Bett im Gasthaus „Zum schnellen Esel“ und starrte an die Zimmerdecke. Langsam drang der Geruch von Frisch gebratenen Speck in sein Zimmer, ein eindeutiges Anzeichen dafür dass das Frühstück wohl bald fertig war.
« Letzte Änderung: 26.08.2010, 02:43:36 von Axyra »

Mephala Egadir

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #1 am: 26.08.2010, 03:16:02 »
"...Zeitverschwendung" Immernoch auf der Bettkante sitzend hielt Galian sein Gesicht mit beiden Händen und stützte sich mit den Ellenbögen auf seinen Kien ab. "Warum bloß?" raunte er und rieb mit den Händen die Müdigkeit aus dem Gesicht. Seufzend erhob er sich, nahm sich den Krug mit Wasser, der auf dem Fußboden stand und lief, große Schlucke trinkend, durch den Raum um aus dem Fenster zu schauen. Was er sah gefiel ihm nicht. "Keine Wolken am Himmel und selbst zu so früher Stunde ist es schon beinahe unerträglich warm"
Etwas ungelenk und immer noch nicht ganz wach schlüpfte er in seine Kleidung und griff in seine Gelbörse. Klimpernd kamen ein paar Münzen zum Vorschein. "Ausreichend für ein paar Wochen aber nicht genug um nach Märkteburg zu gehen. Der Kaufmann wird noch eine Weile warten müssen bis ich ihn besuchen werde, hoffentlich erreicht ihn die Nachricht, dass ich ihn heimsuchen werde sehr bald".
Galian starrte auf das Kleingeld in seiner Hand und dachte an den Mann, der sein Ziel hätte sein sollen. Sein Auftraggeber würde sicherlich davon erfahren, dass Galian den Vertragsbruch bemerkt hatte und der Handler wusste, was das für ihn bedeutete...
Der scharfe Geruch von gebratenem Speck riss ihn aus seinen Gedanken. So richtig hungrig war er nicht, nicht bei solch einer Hitze und vor allem nicht auf gebratenes Fleisch - zum Frühstück -, allerdings war nicht klar, wann er über den nächsten Auftrag stolpern würde und da er für das Frühstück zahlte, schadete es auch nicht es zu essen.
Er verließ sein Zimmer und stakste die knarrende Holztreppe hinunter in den Schankraum. Der Geruch intensivierte sich, hinzu kamen die hektischen Geräusche aus der Küche und der Lärm der Gäste die schon frühstückten. Mit einem Seufzer der Hilflosigkeit trat Galian in den Raum und steuerte zielstrebig auf einen freien Tisch am Fenster zu.
« Letzte Änderung: 26.08.2010, 03:18:56 von Galian »

Selamin

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #2 am: 26.08.2010, 09:11:07 »
Die Augen geschlossen das Gesicht der Sonne zugewandt genießt Selamin die frische Luft und die Wärme des Lichtes. Auch als Kysh ihm von der Schriftrolle erzählt verharrt er noch ein wenig in der Stellung und dankt Aeron für diesen schönen Morgen. "Einen wunderschönen guten Morgen Kysh. Ist das nicht ein herlicher Tag? Es ist als ob Aeron ihn extra anläßlich meiner Rückkehr ans Tageslicht geschaffen hätte. Auch wenn es natürlich abstrus ist das der Herr derlei Aufheben um einen einfachen Gelehrten wie mich macht." Als er merkt das langsam wieder zu atem gekommen ist nimmt er die Schriftrolle entgegen. Prüfend hält er das Siegel ins Licht, und vergewissert sich das es nicht im Vorfeld gebrochen wurde, bevor er es mit geübter Bewegung bricht und die Rolle entrollt. "Erzähl mir den neusten Klatsch. Irgendwelche Neuigkeiten? Irgendetwas Weltbewegendes? Aber auch Kleinigkeiten wie der Preis des neuen Umhangs der Magal interessieren mich. Du hast deine Ohren doch meist an den richtigen Türen."  In der Tat war der Junge in den letzten Monaten sein einziger Kontakt zur Außenwelt gewesen und Selamin war überrascht gewesen wieviel doch an die Ohren des Jungen drang. Ein wenig erinnerte er ihn an sich selbst, und er hatte mit dem Gedanken gespielt ihn zu behandeln wie Morgenes ihn selbst, hatte dies allerdings verworfen. Die Weisheit seines Meisters hatte er bei weitem noch nicht erreicht.

Skraching

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #3 am: 26.08.2010, 09:59:46 »
Erschöpft richtete Bolterok sich auf, setzte sich auf die Bettkante und gähnte herzhaft. Dann strich er die Ärmel seines Hemds zurück und betrachtete seine Arme.

Die Flecken waren noch da, natürlich. Aber sie waren zurück gegangen, zumindest ein wenig. Er war froh, dass sie noch nicht an offensichtlicher Stelle aufgetaucht waren, an seinen Händen oder im Gesicht zum Beispiel. Kurz atmete er durch, dann konzentrierte er sich...

Die Kälte, die Dunkelheit war tief in seinem Inneren verborgen. Er schloss die Augen, fühlte in sich hinein, tauchte ab in die Dunkelheit... er fröstelte. Sein Körper wollte seinen Geist zurückholen, wollte ihm klar machen, wie warm es schon war, doch er ignorierte die Signale. Er spürte nur, wie sich seine Haare aufstellten, während er die Kälte durch seine Adern fließen ließ, seinen ganzen Körper von ihr durchdringen ließ...

Seit die Flecken zurückgekehrt waren, führte er dieses Ritual jeden Morgen und jeden Abend durch. Schon einmal hatte er die Krankheit damit besiegt, und er würde es wieder schaffen. Es war nur eine Frage der Zeit.

Er schlug die Augen auf. Er fühlte sich, als würde ein tonnenschwerer Fels auf seiner Brust liegen. Und er vermisste... nein. Nein, er hatte sich entschlossen, diese Gedanken nicht zuzulassen. Er konnte ohnehin nichts an dem ändern, was geschehen war.

Plötzlich sprang er auf, lief zum Fenster und sah hinaus auf die Straße. Er räkelte sich ausgiebig, gähnte einige Male herzhaft, und ging dann zu der Schüssel mit Wasser, um sich zu waschen. Anschließend legte er seine Kleidung an, und machte sich auf den Weg zu seinem Frühstück. "Was für ein wunderbarer Tag, nicht wahr?" begrüßte er die Bedienung des Gasthauses, als er unten angekommen war. "Ich brauche jetzt ganz dringend ein großes Frühstück, immerhin wachse ich noch!"

Mit einem breiten Lächeln im Gesicht sah er sich im Schankraum um. Einige Plätze waren schon besetzt, aber direkt am Fenster war noch ein Tisch frei... nein, doch nicht, da setzte sich gerade jemand hin. Nun, ein wenig Unterhaltung würde nicht schaden.

Zielstrebig näherte er sich dem Tisch und grüßte den Fremden mit einem Nicken. "Guten Morgen, ich hoffe, der Platz ist noch frei?" fragte er und setzte sich auch gleich hin, ohne auf eine Antwort zu warten. "Ein schöner Tag, nicht wahr?"
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Mephala Egadir

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #4 am: 26.08.2010, 11:53:44 »
Er hatte ihn schon kommen gehört und mit der Schankmaid reden gehört. Doch erst, als der Junge an den Tisch trat schaute Galian ihn an.

"Bitte setzt -" Der Junge saß bereits. Ausdruckslos musterte er seinen Tischnachbarn in all seiner Seltsamkeit. "Fast noch ein Kind. Reist alleine und scheint sich selbst zu kleiden. Und trotzdem hat er es geschafft bisher am Leben zu bleiben..."

Noch einen Moment lang schaute er seinem Gegenüber in die Augen, bis er schließlich antwortete: "Ja, so ist es. Ich hoffe ihr konntet trotz der Hitze eine angenehme Nacht verbringen?"

Skraching

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #5 am: 26.08.2010, 12:00:02 »
"Ach, ich finde die Hitze eigentlich recht angenehm", erklärte der Junge. "Ich bin leider eine geborene Frostbeule, da kommt mir das Wetter im Moment sehr entgegen", meinte er mit einem Lächeln.

Abrupt stand er noch einmal auf und reichte dem Fremden über den Tisch hinweg seine Hand. "Skraching mein Name. Freut mich, euch kennen zu lernen."

Er sprach den Namen "Skra-Tsching" aus - ein seltsam klingender Name, was dem Jungen aber nicht bewusst zu sein schien.
« Letzte Änderung: 26.08.2010, 12:05:17 von Skraching »
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Mephala Egadir

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Kapitel 1: Ein leiser Hauch von Schrecken
« Antwort #6 am: 26.08.2010, 12:23:55 »
Galian hatte das vor ihm liegende Messer fast augenblicklich in der Hand als der Fremde so unerwartet aufsprang und ihm nun Worte der Begrüßung plappernd die Hand entgegen streckte.
Das Messer immer noch in der Hand, nun allerdings notdürftig vor dem Blick des Jungen hinter dem Arm verborgen, erhob er sich ebenfalls, jedoch recht gemächlich. So konnte er einen Blick in den Raum werfen und sich vergewissern, dass niemand übermäßiges Interesse an den beiden hatte.

Skrachings Absichten schienen aufrichtig zu sein. "Nennt mich Galian." sagte er lächelnd und nahm die ihm angebotene Hand. "Ihr braucht nicht so förmlich mit mir zu sein. Vorhin nahmt ihr ja auch Platz ohne euch mit meiner Antwort zu befassen"

Galian setzte sich wieder und lehnte sich entspannt zurück. In der Linken immer noch mit dem Messer herumspielend und den jungen betrachtend.

Skraching

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« Antwort #7 am: 26.08.2010, 12:46:33 »
"Prima", freute sich der junge Mann über Galians Angebot, weniger förmlich zu sein, und überging dabei völlig die Kritik, die in Galians Worten mitschwang. "Was macht ihr in der Stadt? Ich selbst bin gewissermaßen auf der Durchreise... also, das heißt, ich reise durch die Welt, Erfahrungen sammeln, das Leben genießen... einfach mal schauen, was auf mich zukommt. Und ihr?"

Kaum hatte er seine Frage gestellt, hörte man ein seltsames Geräusch aus Skrachings Bauchgegend - sein Magen knurrte, und das laut. Etwas sehnsüchtig blickte der junge Mann zur Bedienung, auch wenn diese bisher kaum Zeit gehabt hatte, seiner Bestellung überhaupt nachzukommen.
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Mephala Egadir

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« Antwort #8 am: 26.08.2010, 13:07:21 »
"Das Leben zu genießen erscheint mir weise." Er legt das Messer wieder hin und hielt nach dem faulen Stück von Schankmaid ausschau. "Man könnte sagen ich bin hier gestrandet. Um weiter zu reisen werde ich mich hier wohl nach etwas Arbeit umsehen müssen. Ihr wisst nicht zufällig wo jemand wie ich in dieser Stadt Arbeit finden könnte?"

Skraching

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« Antwort #9 am: 26.08.2010, 13:32:15 »
Kurz zuckte der junge Mann mit den Schultern. "Das kommt sicher darauf an, womit ihr euer Geld verdienen wollt. Ich persönlich bin ein großer Freund von Glücksspiel, aber ich verdiene auch gerne ein paar Münzen, indem ich kleine Taschenspielertricks vorführe."

Ganz nebenbei holte er eine Münze hervor, und ließ sie über seine Finger von einer Hand zur anderen wandern. Plötzlich schien er die Kontrolle zu verlieren, und die Münze fiel ihm aus der Hand - kam aber nie auf dem Tisch an. Sie war verschwunden. "Wisst ihr, es gibt viele Leute, die sich für Dinge begeistern können, die sie nicht verstehen", erklärte er, während er den Teller vor Galian kurz anhob, und die verlorene Münze darunter zum Vorschein holte. "Und mir macht es einfach Spaß."

Kurzerhand steckte er die Münze wieder ein, und lächelte Galian zu. "Was macht ihr denn so? Ihr seht nicht gerade wie ein gewöhnlicher Handwerker aus, wenn ich das sagen darf."

Schnell nutzte er die Gelegenheit, sein Gegenüber genauer zu betrachten. Nein, wie ein Handwerker sah er wirklich nicht aus. Er sah nicht übermäßig stark aus, aber seine Bewegungen waren geschmeidig wie die einer Raubkatze. Er schien freundlich, aber auch etwas unnahbar. Es war nicht das erste Mal, dass er einem solchen Mann begegnete... und nicht selten endeten solche Begegnungen damit, dass Bolterok flüchten musste, um keine Prügel zu beziehen. Oder Schlimmeres.
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Mephala Egadir

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« Antwort #10 am: 26.08.2010, 14:00:47 »
Der Trick war perfekt, Galian konnte nicht nachvollziehen, wie Skraching die Münze unter seinen Teller schaffen konnte. "Ausgezeichnet.", freute er sich. "Allerdings muss ich euch enttäuschen, ich zähle nicht zu diesen Leuten. Dingen die man nicht begreifen kann sollte man mit Vorsicht gegenüber treten."

"Ein gewöhnlicher Handwerker nicht, aber dennoch einer. Ich bin soetwas wie ein Kopfgeldjäger. Eine gute Tätigkeit, wenn man nicht gerne an einem Ort bleiben mag."

Er zögerte kurz "Skraching, wenn ich nun die Frage erwidern dürfte: Womit verdient ihr euren Lebensunterhalt? Ihr seid beinahe noch ein Kind und scheint ohne eure Eltern durch die Welt zu reisen. Aufmerksam beobachtete er die Reaktionen seines Gegenübers.

Skraching

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« Antwort #11 am: 26.08.2010, 14:19:22 »
Als Galian erklärte, dass er als Kopfgeldjäger arbeitete, weiteten sich Skrachings Augen ein wenig. Wirklich erschrocken schien er aber nicht zu sein. "Lag ich also gar nicht so falsch mit meiner Einschätzung", dachte er für sich. "Bleibt die Frage, ob er Leute jagt, die es verdient haben, oder ob er ein skrupelloser Killer ist. Auf jeden Fall kann es nicht schaden, wenn er mich mag, für alle Fälle."

Dann sprach sein Tischnachbar ein Thema an, dass dem Jungen gar nicht gefiel. Ganz kurz zuckte er zusammen, als Galian nach seinen Eltern fragte, fast so, als wäre er geschlagen worden. Dann lächelte er wieder, bemüht, seine Reaktion zu überspielen. "Ach, ich bin alt genug, um auf mich selbst aufzupassen. Ich..." Er senkte seine Stimme, damit niemand anders im Raum ihn hören konnte. "Ich habe ein wenig Vermögen von zuhause mitbekommen, und durch meine Tricks und das eine oder andere erfolgreiche Glücksspiel habe ich es bisher geschafft, nicht allzu viel davon zu verbrauchen. Ich hoffe, dass ich mir in der nächsten Zeit keine allzu großen Gedanken um das Thema machen muss."

Dann kam ihm eine Idee. Er wusste, dass er sich früher oder später ohnehin wieder in Schwierigkeiten bringen würde, und Galian schien ihm wie jemand, der ihn vor allzu großen Problemen bewahren konnte. Nicht, dass er bislang nicht immer mit einem blauen Auge davon gekommen wäre, aber das eine oder andere Mal war eben dieses blaue Auge sehr schmerzhaft gewesen.

Er musterte den Mann von oben bis unten, dann lächelte er verschmitzt. "Sagt mal, Galian, würdet ihr auch... als eine Art Leibwächter arbeiten? Und wenn ja, was würde das am Tag kosten?"
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Mephala Egadir

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« Antwort #12 am: 26.08.2010, 14:34:55 »
"Er weicht meiner Frage aus... Seine Augen verengten sich kaum merklich, nur um sich dann zu weiten, als der Junge ihm sein Angebot unterbreitete.

"Leibwächter? Ich? Leben bewahren?" Er kam nicht umhin überrascht auszusehen. Ein merkwürdiges Kind früh morgens als Tischnachbarn zu haben war eine Sache, aber jetzt das? Galian machte sich keine Vorwürfe für seine Entgleisung, nicht einmal der betrunkenste Barde würde sich so eine Geschichte einfallen lassen.
"Natürlich könnte ich das tun, aber für Euer Geld werdet Ihr sicherlich fähigeres Personal finden. Ich habe keine Erfahrungen darin jemanden zu beschützen und verlasse mich vor allem lieber auf günstige Gelegenheiten. Der Gedanke auf einen Angriff warten zu müssen gefällt mir nicht sonderlich. Er lächelte Skraching entschuldigend an und überlegte, ob es nicht eine andere Lösung gäbe. "Warum benötigt Ihr einen Leibwächter? Habt Ihr Feinde, die Euch tot sehen wollen? Oder liegt es einfach daran, dass Ihr jedem Fremden von Eurem Reichtum berichtet?"

Skraching

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« Antwort #13 am: 26.08.2010, 14:45:11 »
Skraching lächelte bei Galians Einwänden. Natürlich, jemand mit einem solchen Beruf erwartete gleich das Schlimmste.

"Nein, nein, es ist nicht so, dass ich um mein Leben fürchte." Ganz kurz zögerte er, dachte an die schwarzen Flecken auf seinem Arm. Davor würde Galian ihn nicht beschützen können. "Aber wer sich mit Glücksspiel und solchen Dingen beschäftigt, der macht auch manchmal Leute wütend. Und ich habe weder das Alter noch die Statur, um erwachsene Männer davon abzuhalten, ihre Wut auf mich zu richten."

Er zuckte mit den Schultern, und sah Galian direkt in die Augen. "Außerdem... mag ich euch. Keine Ahnung wieso, da ich euch ja kaum kenne, aber es ist eben so. Und ich hätte lieber einen Leibwächter, den ich mag und dem ich vertraue, als mir irgendeinen steifen, soldatischen ehemaligen Soldaten der Stadtwache oder sowas anzuheuern."

Kurz blickte er aus dem Fenster und beobachtete die Leute auf der Straße. "Wenn ihr natürlich nicht wollt, will ich euch zu nichts drängen."
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Mephala Egadir

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« Antwort #14 am: 26.08.2010, 15:01:31 »
"Nein das ist leider nicht möglich" Galian machte eine kleine Pause um seine Worte wirken zu lassen. Er hatte sich schon vor seiner letzten Frage für das Folgende entschieden "Aber wenn Ihr mögt können wir uns eine Zeit zusammen tun. Verratet es keinem, aber ich weiß sehr gut wie es ist in Eurem Alter auf sich allein gestellt zu sein.
Solltet Ihr in Schwierigkeiten geraten werde ich Euch sicher beistehen, aber ich möchte dafür kein Geld von Euch. Das werde ich mir auf andere Art verdienen."
Galian schaute den so redseeligen jungen Mann finster an: "Aber seid gewarnt. Großzügigkeit ist nichts das man ausnutzen sollte."

Er konnte zwar noch nicht behaupten, dass er den Jungen so sehr mochte, wie dieser ihn selbst angeblich gut leiden konnte, aber der Gedanke mal eine Zeit lang etwas Gesellschaft zu haben gefiel ihm sehr gut. Und ja... ein wenig Mitleid war auch dabei, wenn er ehrlich zu sich war.

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