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Autor Thema: Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis  (Gelesen 17926 mal)

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Robin Brighthide

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« am: 12.01.2011, 11:20:28 »
Ein paar Stunden warteten die Gefährten gespannt darauf endlich aufzubrechen. Gegen Mittag war es dann soweit. Das Mädchen Lis suchte das Haus auf und übergab einen Teil der benötigten Waren. Dabei handelte es sich ausschließlich um den Proviant und die Kleidung.

Als sich alle neu eingekleidet hatten und alles soweit verstaut war, führte Janos die Gruppe durch die dicht bevölkerten Straßen Weißfels. Nur langsam kamen sie voran und am Stadttor schließlich schien es gar nicht mehr weiter zu gehen. Der Grund dafür war die Stadtwache, die jeden ausreisenden genau kontrollierte. Mit einem flauen Gefühl im Magen warteten alle angespannt darauf endlich selbst an die Reihe zu kommen und beteten im stillen zu Aeron, dass sie unbehelligt die Stadt verlassen konnten.

Eine gute halbe Stunde dauerte es, bis sich die Wachsoldaten endlich ihnen widmeten. Sofort wurden sie nach ihren Namen, ihrem Reiseziel und Waffen ausgefragt und einer strengen Gesichtskontrolle unterzogen. Doch als Janos dem Befehlshabenden Offizier heimlich einen Beutel  in die Hand drückte[1] fand die Befragung ein schnelles Ende und die Gefährten wurden schnell durchgelassen.

Sichtlich erleichtert darüber dass die Kontrolle so reibungslos von statten ging führte Janos die Gefährten in ein nahe gelegenes Gehölz, wo bereits ein weiterer von Ruicks Gehilfen auf sie wartete. Er hatte einige Pferde bei sich, von denen Galian zwei als seine eigenen Identifizieren konnte.

Wortlos übergab der unbekannte Selamin einen versiegelten Brief so wie eine Karte[2]. Anschließend  drückte er noch jedem einen kleinen Beutel voll Münzen in die Hand[3] und erklärte nur Knapp: “Anzahlung.“
 1. Wahrnehmung: 20
 2. Detaillierte Karte Arturias
 3. 50 GM
« Letzte Änderung: 12.01.2011, 11:20:47 von Axyra »

Selamin

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #1 am: 13.01.2011, 17:48:13 »
Mit einem Nicken nahm Selamin alles an sich und verstaute es sichher, allerdings nicht ohne einen Blick auf das Siegel geworfen zu haben. "Ich nehme an dies ist der Bericht für Ruicks Kontaktmann in Wolkenheim?" fragte er ohne eine Ahnung zu haben um wen es sich dabei handelte. Viel zu aufgeregt war er von dem was vor ihm lag, und viel zu bedrückt von den Sachen, die er zurück ließ. Stumm ließ er den Blick über die Gefährten schweifen, keiner schien sich große Sorgen zu machen. Das Mädchen war sicher auf Joyce Karren gebettet, also konnten sie wohl aufbrechen. Stumm zog er die Karte zu Rate und war überrascht von der Detailgenauigkeit. In aller Ruhe plannte er ihre Strecke, zwar war er kein Fährtensucher, aber mit Hilfe der Karte würde er es schon schaffen. Aufgrund des Wagens entschied er sich die Karrenwege zu nutzen, auch wenn der Weg vielleicht etwas länger dauern würde. Nachdem er sich orientiert hatte setzte er sich auf eins der Pferde. Es war offensichtlich das er dies noch nicht allzu häufig gemacht hatte, aber scheinbar wohl schon einmal ein Buch darüber gelesen hatte. Der Zügel wurde genau in der Länge abgemessen, und in die vorschriftsmäige Haltung gebracht. "Können wir?" fragte er nachdem er mit seiner Sitzposition zufrieden war, wobei jeder der reiten konnte sehen würde, das diese Haltung solange anhielt, bis das Pferd den ersten Schritt machte.

Robin Brighthide

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #2 am: 13.01.2011, 19:48:38 »
Mit einem nicken und der kurzen Erklärung "Palast." bestätigte der unbekannte Selamins Vermutung und nannte ihn somit auch gleich den genauen Bestimmungsort.

Während Selamin sich für die Reise fertig machte, Kam Kysh zu ihm herüber. "Meister Selamin ... Ich denke ich werde euch nicht begleiten. Ich will die Gelegenheit nutzen alleine auf Reise zu gehen. Ihr habt mir viel über die Welt beigebracht und ich möchte die Gelegenheit nutzen all diese wundersamen Dinge mit meinen eigenen Augen zu sehen."

Joyce Winther

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #3 am: 13.01.2011, 22:28:33 »
Erfreut nahm Joyce den Geldbeutel mit der Anzahlung und sah sich dann ohne Zögern die Pferde an. Dies zeugte von guter Vorbereitung, es schien für jeden eins da zu sein. Sein berechnender Blick wanderte zu seinem Karren und dem Maultier das ihn zog. Es würde sich mit den Pferden nicht messen können, was die Geschwindigkeit anging. So spannte der Händler seinen Muli ab, um ihn mit einem der stattlichen Pferde zu ersetzen. Als all das erledigt war gab er die Zügel dem Unbekannten.
"Es würde uns nur verlangsamen wenn wir es mitnehmen. Ich bin sicher ihr wisst etwas damit anzufangen." erklärte er, wobei er seinem ehemaligen Reisegefährten einen freundlichen Klaps auf die Seite gab. Wer brauchte ein Maultier wenn er ein Pferd hatte?
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Skraching

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #4 am: 13.01.2011, 23:54:19 »
Bis auf die Gespräche über die Einkäufe und die nötigsten Vorbereitungen für die Reise hielt sich Skraching während der ganzen Zeit bedeckt. Ihm ging vieles durch den Kopf - Ruicks Verhalten, das Mädchen, die Träume der letzten Nacht, aber auch das Buch, das er gelesen hatte. Letzteres war das Thema, das ihn am meisten beschäftigte. Das Buch hatte ihm aufgezeigt, welche Möglichkeiten sich eigentlich in der Magie verbargen.

Er hatte sich eigentlich vorgenommen, die Magie zu meiden, wo er nur konnte. Aber ebenso hatte er sich vorgenommen, nicht mehr über seine Familie nachzudenken, über all das, was er verloren hatte. Die Ereignisse des letzten Tages hatten ihn dazu gebracht, beide Vorhaben aufzugeben. Er würde sich mit seiner Vergangenheit auseinander setzen müssen, so viel war ihm jetzt klar. Und er würde seine Magie brauchen. Er ahnte, dass dieser Weg ihm viel abverlangen würde, wenn er nicht zulassen wollte, dass die Kälte ihn völlig erfüllte. Aber er wusste, dass er es schaffen konnte. Er war stark genug.

Gedankenverloren fühlte er in sich hinein, erforschte die magischen Kräfte, die in ihm schlummerten, und versuchte zu begreifen, wie er sie auf neue, stärkere Weise nutzen konnte...
Es ist die Kälte in meinen Adern, die mich führt und leitet...

Mephala Egadir

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #5 am: 14.01.2011, 00:08:34 »
Galian entging die Bestechung der Wachen nicht, aber er hatte auch nichts anderes erwartet, als er sah, dass sie durch eine Kontrolle mussten, um die Stadt zu verlassen. Trotzdem war er froh, dass es alles reibungslos verlief und trat auf die offene Straße vor der Stadt. Die Hände hatte er in den Hosentaschen gelassen, denn er hatte die Blutspritzer vom gestrigen Kampf noch immer nicht abgewaschen, glücklicher Weise verdeckte sein neuer Poncho alles mögliche noch viel besser als sein nunmehr zerschnittener alter Umhang.
Seine Kukris hatte der Assassine locker um die Hüften gegürtet, bevor sie aufbrachen. Normaler Weise bevorzugte er es sie auf dem Rücken zu tragen, wo sie ihn nicht so sehr behinderten, wenn er um Ecken jagen oder durch schmale Gänge schleichen musste, aber auf der Straße war es einfach wesentlich komfortabler, wenn die Gurte nicht beim Reiten über seinen Rücken scheuern würden.

Er hatte bei der Kontrolle seinen Hut abgenommen, damit die Wache sein immer noch staubiges und schmutziges Gesicht sehen konnte. In diesem Punkt war es kein Nachteil gewesen, dass er sich nicht gewaschen hatte. Er sah nun auf den ersten Blick wirklich wie ein heruntergekommener Landstreicher aus. Galian kratzte sich an der Wange und bemerkte, wie unrasiert er nunmehr war. Auf der Straße würden sie eher nicht auf einen Barbier treffen, also würde er sich einen Bart wachsen lassen müssen. Er setzte sich den Hut wieder auf sah sich im hellen Sonnenlicht um und folgte den anderen in das Gehölz. "Endlich sind wir aus dieser Stadt heraus. Ich komme mir vor als wäre ich einem Gefängnis entflohen."

Als sie an ihrem Ziel ankamen ging Galian zielstrebig auf seine beiden Pferde zu und sagte halblaut aber überraschend freundlich "Na ihr beiden? Gehts euch gut?" und tätschelte die Schnauzen der Tiere sacht, die sich ebenfalls über Galians Erscheinen zu freuen schienen, stupste das eine Pferd den Meuchelmörder doch spielerisch gegen die Schulter.

Während Selamin mit dem zweiten Diener Ruicks sprach bepackte Galian eines der beiden Pferde und band seinen Zügel am Sattel des anderen fest und schwang sich - athletisch wie er war - elegant auf das Pferd. Seine Haltung war zwar unorthodox und zeugte davon, dass Galian, wie so vieles in seinem Leben, das Reiten nirgendwo gelernt hatte, kündete aber dennoch davon, dass er nicht zum ersten Mal auf einem Pferd saß und schon ein wenig Erfahrung besaß.
Sacht steuerte er sein Tier zu Selamin und Ruicks Diener "Spaßvogel. Wie heißt der Kerl, den wir suchen und wie sieht er aus? In Palästen pflegen sich auch oft die falschen Leute herumzudrücken." Die Mehrdeutigkeit in diesem Satz entging den anderen nicht, wussten sie doch alle, welche Machenschaften im Palast zu Weißfels gesponnen wurden.

Das Kysh nicht mitkommen wollte erfreute Galian. Am liebsten hätte er auch das Mädchen zurück gelassen, denn er sah nicht wirklich ein, dass sie nun damit bestraft werden mussten für sie zu sorgen, wo sie doch ihr Leben gerettet hatten. Aber er konnte schon verstehen, dass nicht jeder seine Sicht teilte und sich dazu genötigt fühlte dem Kind zu helfen, auch wenn er der Meinung war, dass dies von Schwäche kündete.

Er kramte das Päckchen mit den Zigarillos hervor, die Ruick ihm besorgt hatte. Sie waren in Wachspapier eingeschlagen und somit vor Wind und Wetter geschützt, auch eine Packung Zündhölzer war dabei. Langsam gefiel es Galian, für Ruick zu arbeiten. Abgesehen davon, dass sie in Lebensgefahr waren, schien der Mann alles sorgfältig zu planen und man konnte sich wohl auf ihn verlassen.
Er nahm einen Zigarillo hervor und schnupperte daran. "Mhhh" Er senkte den Kopf und hielt sich die freie Hand zum Schutz vor das Gesicht als er die Zigarre anzündete und blickte zufriedend paffend wieder auf. Nachdem er alles verstaut hatte sah er seine Gefährten an. "So geht es also los..."

Robin Brighthide

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #6 am: 14.01.2011, 13:21:48 »
Gerade schien es so als würde der unbekannte Joyce antworten wollen, als Galian ihn im letzten Moment dazwischen funkte. Mit ausdrucksloser Mine starrte er den Assassinen an, verweigerte aber ihm eine Antwort zu geben.
Schließlich kam Janos dazu und übernahm diese Aufgabe. "Es sollte ausreichen wenn ihr den Brief bei einer der Palastwachen vorzeigt. Diese sind dazu angehalten alle Briefe mit Ruicks Siegel an die richtige Person weiterzuleiten."

Joyce Winther

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #7 am: 14.01.2011, 14:50:13 »
"Wie ironisch" dachte Joyce als er das vernahm. "Gerade noch habe ich mir ganz Wolkenheim zum Feind gemacht und der Stadt beinahe einen empfindlichen Schlag versetzt. Jetzt arbeite ich für einen stinkreichen Wolkenheimer, der im Palast ein und aus geht." So konnte es kommen. Der Betrüger lächelte belustigt, als er eines der restlichen beiden Pferde erkletterte und es sich im Sattel bequem machte. Ja, so liess es sich angenehm reisen. Hoch zu Ross, umringt von einer Gruppe "Leibwächter", die Taschen voll Gold, von der die Hälfte ergaunert und die andere "ehrlich verdient" war. Er verspürte die Lust sofort loszureiten und die Geschwindigkeit seines neuen reitbaren Untersatzes zu erleben, doch er hielt sich zurück bis alle bereit waren.
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Mephala Egadir

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #8 am: 17.01.2011, 00:17:37 »
Galian war kurz davor gewesen dem stummen Kerl seinen Stiefel ins Gesicht zu treten und hatte den Fuß auch schon tatsächlich aus dem Steigbügel genommen, hielt dann aber inne, als Janos für den schweigsamen Mann antwortete und tat den Fuß zurück.

Er musste sich eingestehen, dass ihn der Schlafentzug doch zusetzte. Auf der einen Seite war der Assassine gut gelaunt, dass es weiter ging und sie die Stadt verlassen konnten, aber auf der anderen Seite war er sehr reizbar, das zeigte ihm seine übertriebene Beinahe-Reaktion sehr deutlich. Es würde ein anstrengender Tag werden an dessen Abend er schlafen würde müssen, ob er wollte oder nicht.

Es war ihm bewusst, dass der Tag dadurch nicht schneller herum gehen würde, aber er hatte das merkwürdige Gefühl, als würden sie bis in alle Ewigkeit in der Morgensonne auf ihren Pferden sitzen, wenn sie jetzt nicht aufbrachen.

"Lasst uns aufbrechen. Es gibt nichts, dass uns hier noch hält."

Selamin

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #9 am: 17.01.2011, 07:30:45 »
Selamin schaute Kysh an. Er mußte sich eingestehen er hatte ihn vergessen. Kurz überlegte er ob er gutheissen sollte was der Junge tuen wollte. Die Wunder der Welt sehen. Ja er hatte viel davon gesprochen, ohne sie selbst gesehen zu haben. Und auch sein Wunsch war es immer gewesen sie zu sehen. Verstehend nickte er, und hob die Hände zum Segen. "Möge deine Strasse immer gerade sein, und Sonne auf deine Wege scheinen. Mögest du Freunde finden wo du sie nicht vermutest. Und bis wir uns eines Tages wiedersehen, sei Aeron mit dir alle Tage." Anschließend umarmte er Kysh fest. "Sei vorsichtig, die Wunder dieser Welt sind großartig, aber sie birgt auch Gefahren." Eine einzelne Träne rollte über seine Wange, es war als würde er etwas von sich aufgeben. Schnell wischte er sie weg.
Kysh nickte nur und erwiederte die Umarmung, bevor er sich aus dem Wald Richtung Nordosten davonmachte. Stumm blickte Selamin ihm nach und wünschte ihm von Herzen alles Gute. Dann wurde er aus seiner Nachdenklichkeit durch Galians Stimme gerissen. "Ja lasst uns aufbrechen. Gen Norden, ein bis zwei Stunden und dann kurz nach Westen. Dann sollten wir einen Karrenweg erreichen der uns schneller vorwärts bringt. Bei der zweiten Kreuzung dann wieder gen Norden bis zum Sphirhain."

Kyra

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #10 am: 17.01.2011, 21:24:26 »
Auch Kyra war die Bestechung der Wachen nicht entgangen. Jetzt war es wohl offiziell, sie waren gesuchte Kriminelle und mussten Wachen bestechen um durch das Stadttor zu kommen. Konnte sie noch tiefer sinken? Während Galian und Joyce sich noch mit Ruicks Lakaien unterhielten und Selamin sich von Kysh verabschiedete, machte Kyra es sich bereits in dem Karren gemütlich. Sie würden wohl eine ganze Weile reisen, also konnte sie sich genauso gut noch ein wenig hinlegen, ihre Hilfe würde wahrscheinlich bei sowieso nichts gebraucht werden. Der Rest der Gruppe schien sich recht gut mit Pferden und dem Reisen im allgemeinen auszukennen, sie hingegen hatte sich bisher immer in einer Kutsche chauffieren lassen. In ihre neue Schlafrolle gehüllt drehte sie sich zu Seite und döste dort so vor sich hin und hörte nur mit einem halben Ohr auf de Geräusche um sie herum.
"A wise man can see more from the bottom of a well, than a fool from the top of a mountain."

Robin Brighthide

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #11 am: 18.01.2011, 14:37:16 »
So begann also die lange Reise der Gefährten. Sie folgten der so genannten Goldstraße, so wie Selamin es vorher ausgearbeitet hatte und ließen Weißfels schnell hinter sich.
Ohne Zwischenfälle kamen sie ihrem Ziel immer näher, doch kamen sie nicht umhin zu bemerken dass der Verkehr auf der Straße erstaunlich gering war und auch in den Dörfern die sie durchquerten schien nicht sonderlich viel los zu sein.

Während der nächsten Tage kümmerte sich Selamin wie immer um das Mädchen und deren Wunden. Welche zwar nicht mehr bluteten, aber auch nicht richtig heilen wollten. Zu aller erstaunen schien sich auch ihr geistiger Zustand etwas zu bessern. Zwar sprach sie noch immer kein Wort, reagierte dafür aber auf äußere Reize und beantwortete sogar einfach Fragen mit einem Kopfnicken oder schütteln.

Die Nächte verbrachten die Gefährten meistens im freien, denn nur einmal hatten sie das Glück eine billige Herberge nutzen zu können.[1] Was zur folge hatte das an einen erholsamen Schlaf kaum zu denken war. Und dazu kamen dann noch die Träume. Dieselben Träume die die Gefährten schon in Ruicks Haus hatten. Auch Galian blieb davon nicht verschont und so fand er sich jede Nacht am selben Ort wieder und sah immer die gleiche Szene.

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Galian war in einer Art Arbeitszimmer und saß in einem bequemen Sessel hinter einem großen, mit einem edlen Relief verzierten, Schreibtisch. Die Wände waren voll von wertvollen Gemälden und auch der Rest der Einrichtung ließ ihn vermuten dass sich der Besitzer um Geld keine Sorgen machen musste.

“Ist alles nach Plan verlaufen?“ Hörte er sich selbst sprechen und Galian wusste dass diese Frage dem alten, hageren Mann mit der Hackennase galt. Welcher auf der anderen Seite des Schreibtisches saß und nur darauf zu warten schien dass ihm diese Frage gestellt wurde.

Dieser lehnte sich, anscheinend zufrieden mit sich selbst, in seinen Sessel zurück und entgegnete betont lässig. “Natürlich. Das Gör wird sich nicht noch einmal in unsere Geschäfte einmischen.“ Mit einer wegwerfenden Geste fuhr er fort. “Aber ich bin immer noch der Meinung wir hätten sie ganz beseitigen sollen. Ich versteh einfach nicht warum du sie am Leben lassen willst.“

Bei diesen Worten spürte Galian wie sich sein Mund zu einen hämischen grinsen verzog. Er beugte sich etwas zu seinem Gesprächpartner vor und stützte sich mit seinen Ellenbögen auf dem Tisch ab. “Nein mein Freund. Auch wenn sie noch ein Kind ist, so besitzt sie doch großen Rückhalt in der Bevölkerung. Sie einfach umzubringen könnte zu Unruhen führen. … Aber jetzt da auch Sephiran fort ist, können wir sie zu unserer Marionette machen.

Beide Männer brachen in schallendes Gelächter aus und mit diesem Lachen wachte Galian jedes mal aus seinen Traum auf.

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Inzwischen waren die Gefährten schon sechs Tage unterwegs gewesen und sie vermuteten dass sie den Saphirhain am frühen Nachmittag erreichen würden.

Wie an jeden Morgen ihrer Reise, führte jeder sein morgendliches Ritual durch. Sei es das einfache Frühstücken, das Beten zu Aeron oder aber etwas ganz anderes. Doch etwas war anders als sonst. Das Mädchen, das bisher so gut wie keinen Schlaf zu brauchen schien, lag noch immer in ihrem Nachtlager und machte nicht den geringsten Anschein in nächster Zeit aufzustehen.
 1. Wir sparen uns hier einfach mal die Kosten.

Mephala Egadir

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #12 am: 19.01.2011, 23:42:24 »
Galian und der Traum (Anzeigen)

Galian war während der Reise wohl von allen Gefährten am stillsten. Auch vor seinem Traum sprach er nur wenn er angesprochen wurde oder wenn es etwas wichtiges zu bereden gab. Unfreundlich war er allerdings nicht, im Gegenteil, es schien als täte er alles, was in seiner Macht stünde, um ein gutes Gelingen der Reise zu gewährleisten. Aber auch wenn er freiwillig und ohne auch nur ein Dankeschön dafür einzufordern Zelte aufschlug, Feuerholz sammelte und die Pferde versorgte, so war jedoch jedem klar dass es keine Freundlichkeit war, die hinter seiner Hilfsbereitschaft stand.

Ab dem dritten Tag zog der Assassine sich stark aus der Gruppe zurück. Wenn alle Arbeiten am Abend erledigt waren teilte er sich stets für die zweite Wache ein und verließ darauf hin mit seinem Rucksack das Lager. Pünktlich zum Wachwechsel war er wieder da und nichts an dem unnahbaren Mann schien darauf hinzudeuten, was er während seiner Abwesenheit tat.
Morgens waren seine Sachen meistens schon gepackt, wenn die Anderen gerade erst aus ihren Decken krochen und auch dann verschwand er für einige Zeit, während der Rest der Gruppe ohne ihn frühstückte.[1]
 1. Wenn die Handlung einsetzt kommt Galian gerade wieder zum Lager zurück

Selamin

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #13 am: 20.01.2011, 17:09:12 »
Als Selamin von seine gebten zurückkehrte, ohne dass das Mädchen bereits aufgestanden war fing er an sich Sorgen zu machen. Seid es ihr besser ging war sie immer schon dabei gewesen ihre Sachen aus dem Zelt zu räumen. Überhaubt hatte sich der Zustand des Kindes gebessert, auch wenn er ihm immer noch Sorgen machte. Es fuxte ihn nicht mehr zu wissen und mehr als einmal hatte er überlegt sie und ihre Fähigkeiten magisch zu erforschen, war aber wiederholt davor zurück geschreckt. Bei sich hoffte er das der Weise den sie suchten etwas Wissen würde und ihnen helfen könnte. Er war mittlerweile relativ sicher, das es sich bei ihm um einen Druiden, einen Hüter des Waldes handeln müßte. Häufig waren diese Leute nicht, doch sagte man ihnen nach das sie über ausergewöhnlich Fähigkeiten der Heilung verfügten. Und vielleicht war der Weise ja auch in der Lage ihm seinen Traum zu erklären. Dieses immer währende Hochgefühl der Macht des Morgens beim Erwachen. Wie eine Wellenfront brandeten diese Gefühle gegen sein Glaubensbollwerk und schüttelten dessen Säulen. Er war froh sich jeden morgen in die Nähe Aerons flüchten zu können. Hier schöpfte er die Kraft, bildete einen Deich gegen die Wellen. Natürlich versuchte er in den bewußten Momenten des Träumens mehr zu erkennen, als was ihm die Vision zeigte. Der eher rationale Teil seines Vertsandes verband seine widerkehrende Traum mit dem Mädchen. Nach der dritten Nacht des gleichen Traums hatte er sie gefragt, ob sie für den Traum verantwortlich war aber sie hatte ihn nur mit ihren großen Augen angeschaut und nicht reagiert.
Aber immerhin waren sie ihrem Ziel näher gekommen. Seid geraumer Zeit waren die Berge des Wolkengebirges jeden Morgen ein Stück höher über ihnen aufgeragt. Auch wenn er Geschichten und Beschreibungen von ihnen kannte, war es doch etwas anderes sie in Natura vor sich zu sehen. "Wie Pfeiler die den Himmel stützen" ging ihm die Beschreibung eines weniger bekannten Barden immer wieder durch den Kopf. Es war für ihn nicht leicht gewesen seine Heimat am Horizont zu einem Punkt schrumpfen zu sehen, und doch hatte er die vergangenen Tage genossen. Die frische Luft, tat ihm gut, und nachdem er zwei Tage lang seine wunden Körperteile mit einem kleinen Zauber geheilt hatte, machte ihm auch das Reiten nicht mehr zu schaffen. Er hatte sich mit seinem Pferd arrangiert, welches zum Glück eine freundliche handzame Märe war. Und auch mit den Gefährten hatte sich eine Routine eingeschlichen. Selamin nutzte die Abendstunden um in den diversen Büchern zu lesen bevor er zu Bett ging. Erfreut stellte er fest das auch die anderen dies teilweise Taten, bevor dann jeder ruhig in sein Zelt ging. Bei der Zelteinteilung war Selamin ein wenig enttäuscht gewesen, das man ihn einfach so zu dem Mädchen gesteckt hatte, aber er konnte durchaus mit der Entscheidung leben. Kyra war für ihn immer noch ein schwer zu fassen, aber immerhin verfiel er nicht mehr ins stottern, wenn er mit ihr sprach, ausser sie machte mal wieder ihre aufreizenden Scherze. In solchen Momenten zog er es vor zu Schweigen, und seine Nase tiefer in das Buch vor ihm zu stecken.
Und nun, kurz bevor sie das Ziel erreichten wurde die Routine unterbrochen. Er brauchte einen Moment um zu Erkennen was anders war, und sah das Jill nicht da war. Offiziell hies sie natürlich nicht so, aber er dachte von ihr immer als die kleine Jill, und fand es einfacher so von ihr zu denken als von dem kranken Mädchen. Besorgt ging er in ihr Zelt um nach ihr zu sehen.

Kyra

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Kapitel 2: Der Weg der Erkenntnis
« Antwort #14 am: 20.01.2011, 21:14:06 »
Langsam richtete sich Kyra von ihrer Schlafstätte auf. Ihr Kopf fühlte sich schrecklich an und mittlerweile konnte man das auch ihrem Gesicht ansehen.
Unter ihren eingefallenen Augen hatten sich bereits tiefe Ränder gebildet und ihre Mundwinkel schienen auf fast magische Weise nach unten gezogen worden zu sein.
Als wäre es nicht genug, dass sie seit ihrem Aufbruch auf unbequemem Boden schlafen und sich Nacht für Nacht mit Eris und Nyx herumschlagen musste, hatte sie bisher jede Nacht diesen anderen, merkwürdigen Traum gehabt. Oder war es mehr als ein Traum, eine Vision vielleicht? Eine Manifestation ihres Bewusstseins, so wie sie es bisher auch jede Nacht in den Schatten erlebte? Und was hatte es zu bedeuten? Was es auch war, es hinderte sie daran, auch nur eine Nacht in Ruhe zu schlafen und sich zu erholen. In den ersten paar Tagen konnte es sie es noch mit ein paar Sprüchen überspielen, aber mittlerweile war sie dazu nicht mehr in der Lage. Sie konnte noch weniger essen als sonst und fühlte sich mittlerweile auch sehr fiebrig. Zum Teil schreckte sie durchgeschwitzt mitten in der Nacht hoch und glaubte irgendwen gehört zu haben. Einmal erwachte sie sogar schreiend als ein Eichhörnchen sich ins Zelt verirrt hatte und über ihre Füße gelaufen war. Hinter jedem Busch sah sie irgendwelche Attentäter, die ihr auflauerten und sie bei nächster Gelegenheit umbringen würden.
Und was war mit den anderen Mitgliedern ihrer kleinen Gruppe? Wer konnte ihr den schon sagen, dass einer von ihnen nicht gegen sie arbeitete? Sie alle schienen sich so weit sie das sagen konnte merkwürdig zu verhalten. Oder bildete sie sich das nur ein? Es war müßig darüber nachzudenken, selbst wenn es so wäre, würde sie wohl nicht dahinter kommen.
Mit einem Ruck stand Kyra nun ganz auf. Nach einem kurzen Schwindelanfall konnte sie sich wieder fangen und ging zu ihren Sachen. Die Mühe ihr Kleid anzuziehen machte sie sich jetzt noch nicht, erst würde sie ich etwas frisch machen müssen. Also schlang sie sich kurzerhand ihren Mantel um, nahm sich ein Decke und trat aus dem Zelt. Mit einer Hand schirmte sie ihre mittlerweile empfindlichen Augen vor der Sonne ab und versuchte sich zu orientieren. Ein recht erfolgloses Unterfangen. Am gestrigen Abend hatte sie hier in der Nähe irgendwo einen Fluss ausgemacht, aber nun konnte sie beim besten Willen nicht sagen in welche Richtung sie gehen müsste. Am besten würde sie einen der anderen fragen. 
"A wise man can see more from the bottom of a well, than a fool from the top of a mountain."

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