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Autor Thema: Der Weihort  (Gelesen 56929 mal)

Beschreibung: Episode 1

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Gaja

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Der Weihort
« Antwort #210 am: 04.06.2017, 14:48:50 »
Lîf bemüht sich, wie ein Krieger zu denken—oder wie ihr Gatte auf einer seiner Fahrten. Man dringt in feindliches Gebiet ein, worauf muss man achten? Dass man nicht in einen Hinterhalt gerät! Lîfs Blick zuckt also in alle Richtungen auf der Suche nach versteckten Gegnern oder nach Fallen[1], die mögliche Verteidiger des Turmes aufgestellt haben mochten, um die falschen Mönche abzuwehren—und die nun genau die Falschen treffen könnten. Sie denkt da zum Beispiel an Öllampen, die jemand per Stolperdraht zum Sturz vorbestimmt hat, um so einen ölgetränkten Boden in Flammen aufgehen zu lassen. Genauso huscht ihr Blick aber auch zur Decke, ob von dort gleich etwas auf die Eindringlinge herunterfällt. Sie erstarrt vor Schreck, als sie auf einer (offenbar zur Deckung) hochkant gestellten Pritsche ein seltsames Gebilde mit vielen auf sie selbst gerichteten Spitzen entdeckt, die vielleicht jeden Augenblick auf sie losgeschleudert werden. Doch nichts passiert. Ohne sich von der Stelle zu rühren, reckt sie ein wenig den Hals, bis sie sich sicher ist, dass dort keine Person hinter der Apparatur lauert. Ganz beruhigt ist sie noch nicht, weil sie statt dessen einen seltsam geformten Metallbottich dort entdeckt, an dem irgendwelche Stangen befestigt sind und der wer weiß was für eine Funktion haben könnte. Sie tut ein paar Schritte und noch immer passiert nichts.[2]

Derweil geht Freydis zum Wohnbereich hinüber, zunächst vielleicht, um den (getrockneten) Blutlachen zu entkommen, die bei der Tür und zwischen den zerschlagenen Betten großflächig den Boden zieren. Der Wohnbereich ist weitgehend frei davon, auch wenn sich im Durchgang zur Treppe ein blutiger Handabdruck findet. Zunächst untersucht Freydis das Regal, welches gegenüber des Kamins an der Wand steht, lässt aber schnell wieder davon ab. Hier finden sich, wie zu erwarten, religiöse Texte zur Erbauung der Pilger. Der über den Boden verstreute Inhalt des zerschlagenen Regals ist da schon wesentlich interessanter: Werkzeug, das offenbar dort aus dem umgeschlagenen, noch halbvollen Ledergurt gefallen ist (Hammer, Zange, Meißel, aber auch etliche, von denen Freydis nicht sagen könnte, wozu sie dienen); eine dicke Ledermappe, wie sie zur Aufbewahrung von Schriftstücken dienen könnte; dazu aber, obwohl die Mappe fest verschlossen scheint, bestimmt zwei Dutzend verstreute Blätter. Freydis hebt eines auf: es ist eng beschrieben mit komplizierten Runen, die sie noch nie gesehen hat, dazwischen Zeichnungen von komischen Apparaturen.[3]

Aeryn dagegen marschiert zielstrebig zur Feuerstelle, oder vielmehr: in die Feuerstelle hinein, welche hoch genug ist, dass die Elbin dazu nur leicht den Kopf einziehen muss. Der Kamin, den sie hinaufspäht, ist nicht sehr hoch: schon etwa neun oder zehn Schritt über sich sieht sie ein Rechteck blauen Himmels.[4] Dieser Teil des Gebäudes hat, wie man von außen sehen konnte, nur einen Stock über dem Erdgeschoss. Ob dort wohl auch eine Feuerstelle angeschlossen ist? Dann könnte sie sicherlich hier hochklettern, denn der Schacht ist nicht ganz so tief, wie ihre Beine lang sind.[5] Und dann bräuchte sie allerdings noch eine Ablenkung, damit die Leute dort oben nicht auf ihre (hoffentlich existierende) Feuerstelle achten...

Als sie den Kopf wieder herausstreckt und den Mund öffnet, um ihren Vorschlag zu unterbreiten, sieht sie Abdo wild entschlossen auf der Wendeltreppe verschwinden—Talahan nur einen Schritt hinterdrein.[6]
 1. wie Lîf hier im Drachen ergänzt
 2. Bitte einen knowledge (local) Wurf, um eine Ahnung zu bekommen, was das für seltsame Gegenstände sind.
 3. Bitte einen Int-Wurf (= Wissenswurf, untrained)
 4. Zur Erinnerung: 2 Schritt = 1,5m
 5. Klettern DC 12, bzw. 10 wenn ihr jemand für das erste Stück Räuberleiter gibt.
 6. Die anderen haben das Äquivalent von zwei Runden Zeit, um noch etwas zu tun, bis Abdo und Talahan die Wendeltreppe erklommen haben.
« Letzte Änderung: 05.06.2017, 14:41:29 von Gaja »

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #211 am: 05.06.2017, 13:13:46 »
Misstrauisch beäugt die rothaarige drudkvinde die eigenartigen Dinge, die sie da entdeckt hat. Ohne ihren Blick abzuwenden, drängt sie sich enger an Tristan und flüstert: "Tristan, hvad er det..?"[1] Ihrem Tonfall ist anzuhören, dass sie sich bei dem eigenartigen Anblick sehr unwohl fühlt. Auch wenn sie, als Bauerntochter geboren und nunmehr Weib eines Seefahrers, sich nicht entsinnen kann, mit solchen Dingen schon jemals in Berührung gekommen zu sein[2], so erscheinen ihr die Gerätschaften doch unterschwellig bedrohlich. Sie fasst nach einer der Fibeln, die ihr Kleid halten, und berührt sie, indem sie mit der Fingerspitze erst einen Kreis im Uhrzeigersinn, dann einen gegenläufigen darauf zeichnet – ein altes Schutzzeichen, mit dem sie sich der Großen Mutter anbefiehlt. Als ihr Mann sich die Dinge näher anschauen will, hält sie ihn für einen Moment zurück, berührt mit demselben Finger ihre Lippen und macht dann das Zeichen über seinem Herzen. "Være forsigtig!"[3] bitte sie ihn leise.

Dann schaut sie sich um, wobei ihre Hand nervös am Griff des Sax spielt, das ungewohnt schwer an ihrer Schürze zieht. Freydis' Fund lässt sie verächtlich die Lippen kräuseln – Mönche..! Alles vertrauen sie totem Pergament an, statt es von Mund zu Mund weiterzugeben und das Wissen leben zu lassen! Was Aeryn treibt, interessiert die junge Frau dagegen schon eher. Sie kneift die Augen zusammen, späht zu der kleinen, irgendwie knabenhaft wirkenden Gestalt hinüber und öffnet ihren Mund schon, um zu fragen, ob sich dort womöglich ein gangbarer Weg nach oben findet, als ihr einfällt, dass die meisten von ihnen entweder zu massig sind, um durch einen engen Kamin zu passen – die Mannsleute – oder zu unbeweglich, so wie sie selbst mit dem Kind unter dem Herzen. Also höchstens eine Möglichkeit, die Elbin allein zum Spähen vorzuschicken. Doch nach den letzten Erlebnissen widerstrebt ihr der Gedanke, jemanden von den Reisegefährten aus dem Schutz der Gruppe zu lassen, ganz besonders eines von den Weibern.

Während sie zwischen den kleinen Frau und Tristan hin und her blickt, presst sie nachdenklich die Lippen zusammen und legt gedankenverloren eine Hand auf ihren unter der Kleidung noch kaum sichtbar gewölbten Bauch. Vielleicht sollten sie... Doch sie kann ihren Gedanken nicht zu Ende führen, denn zwei der Mannsbilder stürmen bereits die Treppe hinauf. Leise seufzt die Heilerin. Männer sind manches Mal einfach zu ungestüm... Doch sie zupft Tristan eilig am Ärmel und weist auf die beiden, die man wohl kaum ohne Unterstützung ins Ungewisse laufen lassen kann – so sehr auch beide den Rotschopf mit ihren Kampfkünsten beeindruckt haben mögen.
 1. Värangsk: "Tristan, was ist das..?"
 2. Wurf auf Wissen (Lokales): 11, siehe hier.
 3. Värangsk: "Sei vorsichtig!"

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #212 am: 06.06.2017, 11:01:51 »
"Der Kamin ist ziemlich breit, ich könnte dort sicherlich hinaufklettern, um mal einen Blick zu riskieren," meint Aeryn auf Lîfs fragenden Blick hin, als sie von ihrer kurzen Erkundungstour zurückkehrt und gerade noch sieht, dass ein Teil bereits die Wendeltreppe hinaufstürmt. "Aber wahrscheinlich ist es besser, wenn wir momentan zusammenbleiben."

Von daher verwirft die Elbin ihre Gedanken an den Kamin auch schnell wieder und huscht in Richtung der Wendeltreppe. Sie konnte schon verstehen, dass Eile geboten war, auch wenn der andere Weg ihnen mit etwas Glück einige hilfreiche Informationen einbringen hätte können. Den Bogen bereithaltend schließt sie zu den beiden Männern auf und folgt ihnen.

Freydis

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Der Weihort
« Antwort #213 am: 07.06.2017, 22:28:27 »
Freydis ist von ihrem Fund fasziniert. Zwar kann sie die Runen nicht entziffern, jenseits von Värangsk und Suli haben Sprachen sie nie so sehr interressiert, aber sie erkennt die Schrift zumindest wieder.
Lange bevor Menschen Albion besiedelten lebte ein Volk von kleinwüchsigen Personen auf der Insel. Noch immer kann man dort einige steinerne Ruinen und Gräber mit Inschriften finden.
Und die Schrift dieser Inschriften ist eindeutig von der Schrift in der dieses Dokument geschrieben ist abgeleitet. Auf Albion glauben sie, dass die alten Albioner das Schreiben von einer anderen Rasse lernten und bislang war Freydis davon ausgegangen, dass Schüler wie Lehrer schon lange ausgestorben sind. Aber dieser Text ist auf Papier geschrieben, einer recht neuen elbischen Erfindung, nicht auf Pergament. Es scheint somit zu beweisen, dass wer auch immer die alten Albioner schreiben lehrte noch immer in Dalaran gefunden werden kann.[1]
Aber sie wird Zeit brauchen um dieses Blatt und was immer sich sonst in der Mappe verbergen mag zu entziffern, falls das überhaupt möglich ist. Den Ein-Gott-Gläubigen mit ihrer Attitüde zu "unnötigem" Wissen darf dieser Schatz jedenfalls nicht in die Hände fallen!
Erst als Aeryn spricht bemerkt sie, dass ihre Gefährten gerade die Treppe hinauf verschwinden. Sie zögert kurz, dann sammelt die Berührte rasch die anderen losen Blätter und die Mappe ein und verstaut beides in ihrem Rucksack. "Erst mal nur zur Verwahrung. Wenn der wahre Eigentümer noch lebt kann ich sie ihm wiedergeben und die Gelegenheit für eine lange Unterhaltung über das Wissen in diesen Dokumenten nutzen." beruhigt sie ihr Gewissen.
Dann hebt die Albionerin ihren leuchtenden Streitkolben, den sie achtlos abgelegt hatte um beide Hände frei zu haben, auf und folgt den anderen die Treppe hinauf.
 1. Ergebnis zum Wissenswurf, s. hier. (Edit Gaja)
« Letzte Änderung: 14.06.2017, 19:14:13 von Freydis »
"The storm is up, and all is on the hazard."

William Shakespeare, Julius Cæsar (1599), Act V, scene 1, line 67.

Tristan

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Der Weihort
« Antwort #214 am: 08.06.2017, 23:22:27 »
Als Lîf ihn auf ihre Entdeckungen aufmerksam macht, schiebt Tristan sie erst einmal in Richtung Nebenraum und aus der Schusslinie, denn dass es sich hierbei um irgendeine Form der Schießvorrichtung handelt, ist ihm sofort klar. Es selbst duckt sich dann in den Schlafraum hinein und nähert sich der aufgestellten Pritsche in einem Bogen. Dahinter angekommen, erkennt er dann allerdings, dass es weniger eine "Vorrichtung" ist, auch wenn sie dort wie zur Verteidigung liegt, als vielmehr ein Behälter, gefüllt mit pfeilähnlichen Geschossen. Neugierig zieht er eins davon heraus und hält es seinem über die Zwischenwand spähenden Weib zur Begutachtung hin. Was für ein seltsamer Pfeil! Viel zu kurz, als dass selbst ein kleiner Junge, der gerade seinen ersten Bogen bekommen hat, ihn damit verschießen könnte. Gerade einmal ein knapper Fuß lang ist der Schaft, mit einer aufgesetzten Metallspitze am vorderen Ende—einfach, aber sehr spitz—und am hinteren statt einer Befiederung rundum nur zwei gegenüberliegende Metallscheiben.

"Oh, ich glaub', ich weiß, wozu das gehört. Sven Blutaxt hat sowas mal erbeutet. Um das zu verschießen, brauchst du einen komischen Bogen mit ganz kurzen Armen, den du zum Laden auf den Boden stellen musst, um dann mit beiden Füßen und Händen und aller Kraft, die du hast, die Sehne zurück zu ziehen und einzuhaken, bevor du so einen kurzen Pfeil hier einlegst und das ganze zum Schießen dann quer hältst statt aufrecht. Eher unpraktisch im Ansturm, aber ganz nützlich aus einer Befestigung heraus. Der, dem Sven das Teil wegnahm, war ein komischer kleiner Kerl—Arme wie'n Holzfäller, aber die Beine reichten kaum von der eigenen Hüfte bis zum Boden. Ein richtiger Bogen war dem Kerlchen wohl zu lang."

Bevor Tristan sich nach dem passenden Bogen umschauen kann, macht Lîf ihn auf Abdos und Talahans Vorpreschen aufmerksam. Sofort will Tristan mit einem Satz über die Trennmauer hechten und den beiden hinterher, da bleibt im letzten Moment sein Blick an Lîf hängen und er unterdrückt den Impuls. Aeryn und Freydis sind den beiden Eifrigen bereits gefolgt, da kann Tristan sein Weib nicht allein zurücklassen, wo jederzeit ein Angriff vom Hof her erfolgen könnte. Wenn es sich bei den Möbelrückern um Überlebende handelt, wird Abdo sie schon von den eigenen guten Absichten überzeugen. Sind es aber noch mehr von den falschen Mönchen, die sich dort oben verbarrikadieren, dann wäre ein fünfter Mann auf der engen Wendeltreppe mehr im Weg als eine Hilfe. Die Waffe zu diesen Pfeilen könnte ihnen dagegen einen einen echten Vorteil bringen, falls ihre Stellung hier angegriffen würde, doch leider fördert ein eiliges Durchwühlen der zerstörten Schlafstätten und verstreuten Habe keine solche zutage.

Dafür hebt Tristan den Metallbottich mit den merkwürdigen Stangen auf und stülpt ihn sich ohne zu zögern auf den Kopf. Das Ergebnis hat etwas von einem kleinen Jungen, der sich einen Kochtopf überstülpt und seiner Mutter stolz verkündet, er sei nun der Jarl.[1] Nicht nur ist das Teil ihm viel zu groß, es ist auch viel zu... eckig. Wenn das tatsächlich ein Helm ist, drängt sich die Frage auf: was für einen Quadratschädel muss man haben, damit der einem passt? Und wozu sind die Stangen da? Die größere erhebt sich darüber wie ein aufgestellter Hahnenkamm, die kleinere drückt Tristan die Nase platt. Doch bevor Líf fragen kann, erkennt Tristan den Nutzen und demonstriert sogleich, indem er sich vorneüber beugt (eine Hand am Helm, damit der nicht herunterfällt) und mit dem Kopf zuerst gegen die aufgestellte Pritsche rennt.

Sie hat keine Chance gegen seinen Sturmangriff.[2]
 1. Rûngarder tragen selten Helme. Metallhelme sind noch seltener. Auf Hóp hatte nur der Jarl Gisle einen. Auf dem Festland sind Lederhelme häufiger zu sehen, aber auch hier findet man Metallhelme nur auf den höchsten Häuptern. Deswegen hat Lîf noch nie einen gesehen.
 2. Uh, ist ein wenig lang geworden, für die Zeit, die ihr eigentlich habt, bis Abdo oben anlangt. Das ist die gewürfelte 20 (knowledge (local) = 26) schuld.
« Letzte Änderung: 09.06.2017, 16:14:19 von Tristan »

Gaja

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Der Weihort
« Antwort #215 am: 08.06.2017, 23:37:20 »
Inzwischen erklimmt Abdo die enge Wendeltreppe, dicht gefolgt von Talahan und mindestens einer weiteren Person. Die Stufen sind steil und zu schmal für den ganzen Fuß, sodass man sich sehr darauf konzentrieren muss, nicht zu stolpern; außerdem gerade breit genug für eine Person. Nach den überproportionierten Dimensionen des Ergeschossraumes mit der hohen Decke und der riesigen Feuerstelle ist die Treppe ein unübersehbarer Stilbruch. Tatsächlich fällt Abdo auf, dass das Mauerwerk ganz anders wirkt: jünger, kleinere Steine, andere Farbe, gröbere Fugen. Ein Anbau? Aber eigentlich interessiert ihn das im Augenblick wenig.

Zumal er sich der letzten Windung vor Erreichen des ersten Stockwerks nähert. Dort werden noch immer eifrig Möbel gerückt. Scharren, Schnaufen, Knirschen, aber sonst hört man nichts. Licht fällt durch ein winziges Fenster eine halbe Windung unter ihnen.
« Letzte Änderung: 10.06.2017, 10:28:36 von Gaja »

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #216 am: 09.06.2017, 17:50:46 »
Aus sicherer Entfernung beobachtet die drudkvinde, wie ihr Mann die seltsamen Artefakte untersucht. "Eine Waffe?" fragt sie ihn und runzelt die Stirn. Nun, er muss sich ja damit auskennen. "Ein Bogen für kleine Männer?" Da die anderen sich bereits in Bewegung zu setzen beginnen, setzt sie rasch hinzu: "Kannst du damit umgehen? Dann ist dieses Ding vielleicht nützlich." Damit sieht auch sie sich suchend um. Sie ist zwar nicht kriegserfahren, aber soviel weiß sie als Weib eines Kämpfers immerhin: Ein Bogen ist innerhalb geschlossener Räume nicht sinnvoll. Aber wenn diese seltsame Waffe, von der Tristan ihr erzählt, für einen Kleinwüchsigen gedacht ist und die Pfeile, die sie verschießt, so kurz sind wie diese hier... Sie sieht wieder auf, und ihr Blick trifft den Tristans. "Hab keine Angst um mich und versuch den anderen zu helfen" sagt sie mit fester Stimme und legt eine Hand auf ihren Bauch. "Ich bleibe hinter euch und bin gut genug geschützt. Irgendjemand muss euch ja nachher wieder zusammenflicken." Dass von hinten womöglich auch ein Angriff drohen könnte, ist ihr als Heilerin nicht recht klar.

Die junge Frau wähnt sich von den Kämpfern der Gruppe behütet und will Tristan kein Klotz am Bein sein. "Pass nur auf dich selbst auf!" Diese Mahnung kann sie sich aber nicht verkneifen. Das Kind unter ihrem Herzen ist seines so gut wie ihres, und sie kann trotz aller Streitigkeiten den Gedanken nicht ertragen, dass ihm etwas zustoßen könnte. "Ich kann mich ja auch hier nützlich machen und nach diesem Bogen suchen" bietet sie an und wirft einen Blick Richtung Treppe, wo die anderen gerade verschwinden. Dann macht Tristan seine Vorführung mit dem eigenartigen Helm. Der Rotschopf unterdrückt mit Mühe einen Aufschrei, als er sich gegen die Pritsche wirft, schneller als sie reagieren kann. "Mand, hvad-?!"[1] stößt sie noch hervor, da kracht er gegen die Pritsche. Sie rafft ihr Kleid und eilt zu ihm, um zu sehen, ob er schwer verletzt ist. Als sich scheinbar unversehrt aufrichtet, prallt sie überrascht zurück.
 1. Värangsk: "Mann, was-?!"

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #217 am: 12.06.2017, 00:44:21 »
Abdo hat keine Augen für die ganzen Eindrücke, die sich ihm bieten, und auch das Fenster ignoriert er komplett. Sein Unterbewusstsein registriert, dass die anderen unten irgendwelche Gespräche führen, aber seine ganze Aufmerksamkeit ist auf ein Ziel gerichtet: Die Tür oben zu öffnen, bevor sie verbarrikadiert ist! Während er die letzten Stufen der Treppe hinauf sprintet, verfestigt sich der Eindruck, dass die mit-was-auch-immer infizierten Mönche sich nicht so verhalten haben, als würden sie sonderlich Angst vor irgendetwas haben.
Vielleicht ist es auch nur die Hoffnung, aber Abdo ist sich sicher, dass dies hier oben nur Flüchtlinge vor dem Grauen, das sich ausgebreitet hat, sein können.
"Wir wollen euch helfen!" ruft er deshalb in Richtung der Tür. "Wir wollen euch vor den Schleim-Mönchen beschützen, macht uns auf!"

Rogar, Apothekarius

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Der Weihort
« Antwort #218 am: 12.06.2017, 06:55:10 »
Rogar verliert sich kurz in Gedanken, während er mit einer Hand den Anhänger um seinen Hals berührt. Das Zeichen der Gunst seiner Dame fühlt sich selbst durch den Handschuh rau an, so sehr ist der Schmuckstein mit Runen überzogen. Seit nun eineinhalb Wochen kommt er immer weiter von seinem ursprünglichen Auftrag ab und wird immer tiefer in komplizierte Ereignisse verwickelt. Aber er würde alles durchstehen, wie es sich für einen Dain gehört, und nicht vor Erfolg der Mission den Rückweg antreten. Mit leeren Händen darf er nicht zurückkehren, das würde seine Gilde, seine Familie und schlussendlich auch seine Dame entehren. Er hatte seine Glück kaum fassen können, überhaupt angenommen zu werden. Als alles wieder zur Ruhe und die Zukunft gesichert gewesen war, nahm er die nächste Mission für sein Volk an, die ihn möglicherweise viel weiter wegführen würde als die anderen.

Nun sitzt er hier und kämpft an der Seite von Menschen, diesem Jungvolk, auf dem so viele Hoffnungen ruhen. Bisher hatten sie sich nicht gerade bewährt. Zugegeben, er hatte ihnen auch wenig helfen können, aber sie schienen Wunschdenken ordentlicher Recherche vorzuziehen. "Wahrscheinlich, weil sie so jung sind und nicht alt werden können.", grummelt Rogar. Die unerklärlichen Phänomene, das seltsame Verhalten der anderen, die geringen Vorräte und der schlechte Umgang miteinander treiben sie nicht nur in eine schwierige, sondern in ihren Augen verzweifelte Lage. Er tut, was möglich ist, zu helfen, im Zweifel würde er es hundertmal eher schaffen, durchzukommen, als sie. Kampf, Tod und Wahnsinn sind im vertraut, und seine anerzogene Disziplin wappnete ihn wesentlich besser.

Die Neuankömmlinge, die er beobachtet hatte, haben sich eine Weile nach undurchsichtigem Muster verhalten. Sie schienen nichts von den Vorgängen zu wissen und nach dem Kampflärm und ihrem anschließenden Auftritt kompetenter, als es vermutet hätte. Oderhat er die Fähigkeiten der Mönche überschätzt? Wahrscheinlich hatte sich nur eine kleine Gruppe ihrer angenommen, sie ebenfalls unterschätzt, überlegt Rogar. Und nun dringen sie unten in ihren Turm ein. "Was haben die ein Glück, das der Schütze gestern aus dem Weg geräumt wurde, das hätte sonst ein Blutbad gegeben.", spekuliert er, "Um die Frauen hätte es mir allerdings Leid getan." Deren großer Anteil an der Gruppe überraschte ihn. Das er gestern auch einen Mann verloren hatte, berührt ihn weniger. "Er hatte seine Wahl getroffen."

Schließlich rafft er sich auf. Es war Zeit, zu handeln, oder sich zumindest die Option offen zu halten. "Kampflos lasse ich mich nicht niederringen. Die werden sehen, wie ein echter Zwerg zu kämpfen weiß.", denkt er grimmig und wendet sich von der Beobachterposition ab. "Fräulein Astrid, wenn ihr bitte so gütig wäret, die Wache hier oben wieder zu übernehmen und uns alle Entwicklungen auf dem Hof mitzuteilen?", fragt er auf dem Weg nach unten. "Es gibt eine Gruppe Neuankömmlinge, die gerade in unseren Turm eingedrungen sind, ich möchte sie gebührend empfangen. Wenn sich der Staub gelegt hat, seht, ob euch nun ein Weg freisteht." Auch wenn es eine Menschenfrau ist, weiß er sie doch lieber an der sichersten Stelle. "Bei der kurzen Lebensspanne lernen die nicht richtig kämpfen!", denkt er bedauernd über seine Mitmenschen, "Gleiche Anzahl Zwerge, und die wären keine Herausforderung."

Unten angekommen stößt er zwei weitere Menschen an: "Herr Ingolf und Herr Orren, wenn sie bitte so freundlich wären, mir an der Barrikade zur Hand zu gehen." In Wirklichkeit duldet er keinen Widerspruch und schleppt beide bemitleidenswerten Gestalten dorthin. Angekommen spricht er den Wachehaltenden leise an: "Herr Halfdan, Fräulein Astrid hat meinen Posten übernommen. Unten sind die Neuankömmlinge eingedrungen, von denen ich vorhin Mitteilung machte. Wir werden die Barrikade daran anpassen müssen. Ich bin nicht willens, die ganze Angelegenheit dem Zufall zu überlassen und eine Chance wie diese kommt so schnell nicht wieder. Wenn ich bitte meine Waffe haben könnte?" Er bekommt sie, und während er leise Anweisungen zur Anpassung der Barrikade erteilt, spannt er sie zu Ende und legt den nächsten Bolzen ein: "Der Erste in Reichweite wird eine tödliche Überraschung erleben. Mal sehen, wer es ist."

Als alles bereit ist schickt er Ingolf und Orren, Astrids Vater zu holen. Nachdem sie weg sind, flüstert Rogar zu Halfdan: "Wenn wir sie hören, warten wir drei Atemzüge, dann überraschen wir sie. Ich übernehme wieder den Sturm, ihr konzentriert euch darauf, die anderen zu koordinieren. Nutzt im Zweifel die Gelegenheit, raus zu kommen, das sie euch nicht kriegen." Rogar greift mit der freien Hand nach seinem Fläschchen, wobei er seinen Anhänger berührt. Er konnte seine Chancen gut einschätzen: "Ihr Vorväter, schenkt mir die Kraft, meine Aufgabe zu bewältigen und heißt mich Willkommen, sollte es zum Schlimmsten kommen."
« Letzte Änderung: 12.06.2017, 07:02:32 von Rogar, Apothekarius »

Hjálmarr

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Der Weihort
« Antwort #219 am: 12.06.2017, 19:37:53 »
Hjalmarr hat seine Aufmerksamkeit nur schwer von ihrem Rückweg abwenden können, doch bei dem Fund der seltsamen Waffe hört er Tristans Beschreibung aufmerksam zu. Eine Art Bogen mit Spannwerkzeug klingt für ihn jedoch wenig flexibel und dennoch interessiert ihn die Bauart. Da es jedoch wichtigeres zu erledigen gibt, belässt er es vorerst dabei und folgt Abdo die Stufen hinauf. Gerade noch erkennt er Tristans Demonstration des merkwürdigen Metallhelms, doch mehr als eine erhobene Augenbraue bringt er im Moment nicht zu Stande.

Der junge Lesdager hat in diesem Kloster mit vielem gerechnet, doch mit merkwürdigen Parasiten, die die Mönche des Einen in Schleimmonster verwandeln und abstrusen Gegenständen, die scheinbar auch für diese Lande nicht alltäglich erscheinen, bestimmt nicht.

Oben angelangt blickt er über die breiten Schultern des dunkelhäutigen Mannes, die Finger der Rechten an der Sehne, bereit ihn sofort zu spannen, sollte es nötig sein. "Die Mönche konnten sich verständigen und nur ihr Verhalten hat uns stutzig gemacht. Wenn dort drin Überlebende sind, dann werden sie das wissen und uns so nicht einfach einlassen." unterbricht Hjalmarr die Stille mit gedämpfter Stimme. Dann räuspert er sich und ruft etwas lauter. "Wir kommen aus Kromdag auf Geheiß Fürst Ayrins um die Umstände Ansdags und dieses Klosters zu ergründen! Öffnet die Türen, euch droht keinerlei Gefahr durch uns."

Abdo al'Mbabi

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Der Weihort
« Antwort #220 am: 13.06.2017, 00:21:15 »
Abdo hat nicht vorgehabt abzuwarten, bis die Tür ihm geöffnet wird, sondern wollte mit seinen Worten nur verhindern, dass diejenigen hinter der Tür ein wenig ihrer Angst verlieren und es möglichst nicht zu einem vermeidbaren Kampf zwischen Leuten kommt, die auf der gleichen Seite stehen. Dass Hjálmarr ihm zur Seite springt, nimmt er dankend an, denn noch immer fällt es ihm nicht leicht, sich für die Einheimischen verständlich auszudrücken.
« Letzte Änderung: 13.06.2017, 20:41:26 von Abdo al'Mbabi »

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #221 am: 13.06.2017, 10:29:46 »
Da die Gefährten auf der Treppe deutlich hörbar nach oben drängen und man ihre Stimmen gedämpft auch noch hier hört, drängt Lîf ihren Mann: "Wir dürfen sie nicht allein lassen!" Leiser fügt sie hinzu: "Die Große Mutter möge sie vor allzu viel Unvorsicht bewahren..." Dann greift sie in die Schürzentasche und zieht das Sax hervor, das ihr Tristan geliehen hat. Die Waffe liegt nach wie vor ungewohnt schwer in ihrer Hand, gibt ihr aber ein Gefühl von Sicherheit. Entschlossen geht sie bis zum Absatz der Treppe und versucht die Windung hinauf zu spähen, indem sie ihren Hals verrenkt. Ungeduld und Sorge sind dem Rotschopf anzusehen, als sie sich umdreht und Tristan mit einer einladenden Geste die Hand bietet, um die Stufen gemeinsam zu erklimmen. Sie hat zwar das dumpfe Gefühl, dass es weiter oben eng werden wird, falls ihre Gefährten auf ein Hindernis stoßen, doch dieser Ort macht sie trotz allem nervös. Und einen Nutzen sieht sie nun nicht mehr darin, hier zurückzubleiben und abzuwarten. Die bizarre Waffe, von der ihr Mann sprach, war nirgends zu entdecken, und der nicht weniger seltsame Helm mutet ihr auch nicht sonderlich nützlich an.

Urian

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Der Weihort
« Antwort #222 am: 13.06.2017, 20:01:31 »
Runde 1   -  Kampf 2: Keine Pilger im Pilgerturm

"Nein, warte!" ruft Tristan seinem Weib nach, das ihn erst vorausschicken will und dann, impulsiver Hitzkopf der sie ist, doch lieber selbst den anderen hinterherjagt. "Es muss doch auch jemand nach hinten sichern!"

Ob Lîf das noch gehört hat? Schon ist sie auf der Treppe verschwunden. Tristan zögert, doch dann beschließt er bei seinem Plan zu bleiben. Mit fünf Leuten vor ihr dürfte Lîf auf der Treppe nicht in akuter Gefahr sein, egal ob Freund oder Feind dort oben Möbel rückt, und hier unten sollte wirklich einer an der Tür zum Hof Wache stehen. Also stellt er sich dort auf und späht durch einen Spalt in den Hof hinaus. Leider gibt es einen kleinen toten Winkel, den er nicht einsehen kann: den ganzen östlichen Zipfel vom Tor bis zum Infirmarium.[1]

Inzwischen hat Abdo die oberste Stufe erklommen und bemerkt mehrere Dinge gleichzeitig. Die Treppe endet auf diesem Absatz; links und voraus liegt nichts als Wand. Rechts dagegen befindet sich nicht die von ihm erwartete Tür, sondern nur—genau wie unten—ein Durchgang. Anders als unten ist dieser allerdings bereits zur Hälfte mit querliegenden Pritschen, einem Lehnstuhl und zwei Regalen verbarrikadiert. Gerade wird eine weitere Pritsche, diesmal hochkant, vor die Öffnung gestemmt.[2]

Links davon steht ein auffallend kleiner, aber kräftig gebauter Mann mit ebenso auffallender Haarpracht: blond, wallend, mit Zöpfchen verschönt, der blonde Bart eine gepflegte Zierde. Am auffallendsten aber ist die Waffe, mit der er durch das noch offene Viertel des Durchgangs auf Abdo zielt: wie ein kleiner, querliegender Bogen. Hinter ihm ahnt man eine Bewegung, die Umrisse mehrerer hagerer Gestalten.[3] Von unten brüllt Hjálmarr den Verteidigern ähnliche Versicherungen entgegen wie Abdo selbst. Daraufhin lächelt der kleine Mann. Fast sieht es freundlich aus. Erleichtert. Einladend. Fast. Doch Abdo rutscht auf einmal das Herz in den Magen.[4] Er hört noch ein Klicken und Zischen, dann bohrt sich ein dicker, kurzer Pfeil in seine linke Schulter.[5]

Abdo blickt noch an sich hinab und wartet auf den Schmerz, da zieht Talahan ihn bereits hinter sich selbst zurück. Mit der anderen Hand reißt er Abdo außerdem den Pfeil heraus. Formelhafte Gebetsworte perlen von seinen Lippen, beruhigen, lindern, wärmen und jagen gleichzeitig Schauer durch den Verletzten.[6] Dann wendet der Gotteskrieger sich wieder dem Gegner zu, wobei er ein Amulett aus dem Kragen seines Obergewandes zieht und es ihm wie eine Waffe entgegenhält. Die folgenden Worte spuckt er förmlich.

"Kriech zurück zu deinem Gebieter Urian, du elendes Gezücht. Der Herr schützt mich und die meinen. Du kannst uns nichts anhaben!"

 1. Die Treppe zu erklimmen dauert 2 Runden. Wenn Lîf jetzt ohne Unterbrechung nach oben klettert, wäre sie zu Beginn der 3. Runde dort. (Sie hat ja doch zwei Runden hier unten agiert.) Tristan könnte euch theoretisch auch von hier unten mit seinem Bardenlied unterstützen—"inspire courage" hat keine Reichweitenbeschränkung, ihr müsst es nur hören. Ihr könnt auch runterrufen, wenn ihr Verstärkung braucht. Hjálmarr kommt in der 2. Runde an.
 2. aktuell nötiger Stärke-Wurf vs. 16, s. Kampffaden unten ("Besondere Bedingungen").
 3. Nur Abdo und Talahan sehen den Armbrustschützen und die drei Gestalten (nur als Bewegung, noch nichts genaues). Aeryn sieht nur den Armbrustschützen. Der Rest sieht nichts.
 4. Nur für die korrekte Beschreibung gewürfelt: Gegner blufft mit 12 vs. Abdos sense motive 15.
 5. Perception 11 vs. 15 hat nicht gereicht für eine kleine Vorwarnung (sprich Reflexwurf).
Angriff trifft eine 23 (vs. AC 16 = flat-footed, aber +4 Deckung) => 8 Schaden.
 6. move action: Abdo und Talahan tauschen Plätze. standard action: lay on hands => heilt 4 TP. swift action: bastion of good => alle Verbündeten innerhalb 2 Kästchen Entfernung von Talahan nehmen von allen Angriffen Zs nur halben Schaden - für die Dauer des gesamten Kampfes. (Variante von smite evil des Archetypen sacred shield).
« Letzte Änderung: 16.06.2017, 23:01:52 von Urian »

Aeryn

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Der Weihort
« Antwort #223 am: 14.06.2017, 09:11:57 »
Für einen kurzen Moment keimt soetwas wie Hoffnung in Aeryns Gedanken auf, als ihre Begleiter den Leuten in dem Raum Worte zurufen. Die Barrikaden könnten darauf hindeuten, dass hier vielleicht wirklich jemand überlebt hatte. Doch der Bolzen in Abdos Schulter reißt die Elbin schnell wieder in die Realität zurück. Hier gab es keine Verbündete. Nur Feinde.

Routiniert legt sie selbst einen Pfeil auf die Sehne und zielt genau auf den Zwerg hinter der Deckung[1]. Dann fliegt selbiger zielsicher in seine Richtung[2].
 1. Bullseye Shot
 2. Angriff gegen RK 27 mit 8 Schaden

Lîf

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Der Weihort
« Antwort #224 am: 14.06.2017, 10:24:55 »
Die junge drudkvinde ist voll darauf konzentriert, die schmalen Stufen schnell zu nehmen, ohne sich auf den Saum zu treten. Die Rufe und der Lärm von oben klingen, als ob die Gefährten auf ernstliche Hindernisse gestoßen sind. Feinde, eine Falle... jedenfalls etwas Bedrohliches. Die Weisen Frauen, deren Schülerin sie war, haben ihr beigebracht, sich selbst in der Rolle einer Mutter für die Ihren zu sehen. Eine Mutter nährt und tröstet aber nicht nur: Sie schützt außerdem die, welche ihr anvertraut sind, nach Kräften. Und da sie nun schon eine Weile miteinander gereist sind, fühlt sich Lîf verantwortlich. Keuchend hastet sie die Treppe hinauf, in der einen Hand den gerafften Stoff ihres Kleids, in der anderen das Sax.

Da erreicht Tristans Ruf sie und lässt sie zögern. Er ist jetzt allein dort unten in dem Raum, und was sagte er gerade? Sichern..? Richtig, von draußen könnten ja ebenfalls weitere dieser widerlichen Pilzkreaturen auftauchen! Mit hämmerndem Herzen steht sie mitten auf der Treppe. Über ihr scheinen die Geräusche anzudeuten, dass die anderen in einen Kampf verwickelt werden. Unter ihr wartet Tristan mutterseelenallein. Der Mann, den sie liebt... Sie beißt sich auf die Lippen, zögert einen weiteren Herzschlag – dann eilt sie weiter voran, obwohl sie sich um ihren Geliebten große Sorgen macht.[1] Ein leises Gebet geht zu Gaja, ihren Mann zu schützen.
 1. Ich nehme gern die Auswirkungen von Lîfs Nachteil "Zuneigung" in kauf.

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