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Autor Thema: Kapitel 2: Morgensonne  (Gelesen 128378 mal)

Beschreibung: Die Geschichte geht weiter...

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Djarrissa

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #1995 am: 08.08.2012, 12:36:18 »
Eretrias Worte nahmen etwas von Djarrissas Sorge. Gamaels Stimme provozierte also nicht nur bei ihr eine solche Reaktion. Als sie von ihrer Erinnerung erzählte, war die Katzenfrau beeindruckt. Es wirkte so real, als wäre es ihre eigene. "Kein Wunder, dass es manchen schwer fällt, gegenwärtige und vergangene Erinnerungen zu trennen." Einen solchen Fall beschrieb die Mähnenfrau und verschaffte Djarrissa damit einen Einblick auf die Kehrseite der Medaille. "Aber meine Träume hatten etwas mit dem hier und heute zu tun, zumindest soweit ich mich erinnere."

Mikas forsche Art ließ Djarrissa innerlich schmunzeln, denn sie ähnelte vielen ihres Volkes. "Und solange sie im Wutanfall nicht Feuerstrahlen um sich wirft wie meine Schwester. Zum Glück ist sie die einzige, die ich kenne, die das kann." Die Künstlerin dagegen schien sich so weit selbst reflektieren zu können, dass sie sich entschuldigte. "Wenn auch nicht bei den Narashi."

Eretrias gute Ratschläge, die Aimerelles noch vertieften und verständlicher machten, nahm sie gerne auf. Der Hinweis darauf, dass die Erinnerungen auch von selbst zurückkehrten, verunsicherte Djarrissa etwas bezüglich Mikas Vorwürfen an die Narashi. Milans Entführung machte Djarrissa betroffen, andererseits freute es sie, dass die Pläne der folgenden Stunden so gut zusammenpassten und sie willkommen war zu helfen. Sie schüttelte die angebotene Hand und nickte Isabell zu.

Dann schickte sie einen fragenden Seitenblick an Dok'Hae, da sie seine Reaktion nicht einschätzen konnte. "Er hatte seine Hilfe schon einmal abgelehnt." Dabei fielen ihr Eretrias letzte Worte wieder ein: "Glaubst du wirklich? Ich kenne ihn kaum einen Sonnenumlauf und sein Äußeres lässt mich innerlich erschauern. Weiß Eretria etwa mehr oder hat ein Interesse seinerseits bemerkt, das mir entgangen ist?"

Sie schüttelte den Gedankengang ab und wendete sich an die beiden Frauen: "Das trifft sich gut. Ich schstelle euch gerne meinen Bogen und meine Sinne gegen Karrak zur Verfügung. Dunkelheit behinderrt mich wenig, ich weiß mich unauffällig zu bewegen und bin schschnell zu Fuß." Sie nahm ihren Bogen herunter und streckte ihn kurz symbolisch den beiden entgegen. Ein raubtierhaftes Lächeln huschte über ihr Gesicht: "Und ich habe Erfahrung in der Jagd zzweibeiniger Beute."
« Letzte Änderung: 12.09.2014, 21:25:41 von Djarrissa »

Amani

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #1996 am: 10.08.2012, 16:37:33 »
"Halt dich da raus." tönte es innerlich in Dok'Hae das Gespräch auf die Menschenjagd kam, wenn man der Katzenfrau zuhörte. Es drängte ihn weiter, raus aus dieser Rudelstätte zurück in den Wald, wo er sich wohl und geborgen fühlte. Aber wenn es stimmte was ihm erzählt wurde. Wer war dieser Jäger und würde Dok'Hae auf lange Sicht in der Lage sein ihm auszuweichen?

Aber wenn Dok'Hae nicht in der Lage war das Problem zu lösen musste er sich Hilfe suchen. Er traute diesen Menschen kein bisschen. Die Frau, die nun verschleppt wurde war nett gewesen, dass hieß aber nun nichts.

"Ich werde mitkommen." beendete er seine Gedankengänge, ohne selbst genau zu wissen wie er zu dieser Lösung gekommen war. Wie um sich selbst zu ermutigen fasste er seinen Wanderstock fester. "Waaaaassss?" schallte es innerlich: "Ich werde ihnen helfen und dann bin ich weg..."

Sternenblut

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #1997 am: 14.08.2012, 14:21:35 »
Aimerelle hörte den Gesprächen aufmerksam zu, und wandte sich dann zu Eretria. "Wir handeln nicht, um uns zu beweisen. Aber - wir haben uns entschlossen, euch zu unterstützen. Das haben wir bereits getan", sie deutete auf die Tränke, die sie Eretria gegeben hatte, "und das werden wir auch weiter tun. Zumindest für die nächsten Schritte, die ihr zu gehen habt. Aber wir werden niemanden bekämpfen. Wir unterstützen euch, und es ist euch freigestellt, wie ihre unsere Unterstützung nutzt. Wir werden uns aber nicht gegen jemanden richten, den ihr zu bekämpfen gedenkt."

Dann ging sie einen Schritt auf Mika zu, und legte ihr sanft die Hand auf den Oberarm. "Bewahrt euch euer wildes Herz, es macht euch aus. Ihr müsst nicht auf unserer Seite stehen, seid einfach, wer ihr seid. Vielleicht werdet ihr uns eines Tages verstehen. Und wenn nicht, ist es auch gut."

Schließlich drehte sie sich zu Dok'Hae und Djarissa. "Ihr habt eine gute Entscheidung getroffen, davon bin ich überzeugt." Als ihr Blick sich ganz Dok'Hae zuwandte, wurde sie ernster. "Das Ritual, von dem wir sprachen, kann noch immer durchgeführt werden. Ihr braucht vier Gefährten dafür, um herauszufinden, welche Art von Wesen in eurem Inneren verborgen ist. Aber Gamael ist geschwächt. Wenn ihr das Ritual noch immer durchführen wollt, kommt später zurück. Wir sind vorbereitet."

Dann trat Aimerelle einige Schritte zurück, und sah von einem zum anderen in der so bunt gemischten Gruppe. "Ich denke, es wartet eine Aufgabe auf euch. Wenn ihr wisst, wie ich euch unterstützen kann, sagt es mir. Und dann solltet ihr euch beeilen. Noch seid ihr euren Feinden einen Schritt voraus, die nichts von eurer plötzlichen Verstärkung ahnen."
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

Djarrissa

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #1998 am: 15.08.2012, 10:37:41 »
Djarrissa hängte sich ihren Bogen wieder über und fühlte sich erleichtert. Ungern hätte sie sich zwischen zwei Wegen entscheiden wollen: ihrem Pflichtgefühl, ihrer Neugier auf die Menschengruppe und die Narashi auf der einen Seite und dem Wolfsmenschen aus ihren Träumen auf der anderen. Kurz warf sie diesem einen dankbaren Blick zu. Der Blick blieb etwas länger auf ihm ruhen, als Aimerelle erwähnte, dass auch in ihm ein anderes Wesen verborgen wäre. "Sind das ebenfalls Erinnerungen wie bei den Menschenfrauen? Doch dann hätte er doch anders gefragt, oder?", fragte sie sich. Er hatte wohl auch nicht alles verraten, aber warum sollte er? Es klang nicht weniger fantastisch als ihre eigenen Erfahrungen. "Und wer oder was wohl mit den vier Gefährten gemeint ist?"

Bevor sie auf das Hilfsangebot der Vogelfrau reagierte, wendete sie sich an Eretria und Mika: "Ssagt mir, wohin ich meine Augen und Pfeile wenden soll. Ich bin berreit." Sie nächsten Worte richtete sie an die Narashi, wobei sich ihr Gesichtsausdruck wandelte zu einer eigenartigen Mischung von Gier und Hilfsgesuch: "Danke für eure Hilfe. Da wir bald zur Tat schrreiten und es einiges zu tun gibt, kann ich bei euch bitte mein Maultier Nebelmond unterstellen und schspäter zurückkehren, um noch einige Fragen zu stellen?"
« Letzte Änderung: 12.09.2014, 21:25:46 von Djarrissa »

Sternenblut

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #1999 am: 16.08.2012, 11:18:10 »
Aimerelle lächelte. "Das ist nun wirklich das Geringste, was wir tun können. Euer vierbeiniger Begleiter ist unser Gast, und auch ihr seid herzlich willkommen, uns erneut aufzusuchen."
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Eretria

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #2000 am: 16.08.2012, 13:56:14 »
Eretria hörte aufmerksam zu, als Aimerelle sprach. Sie schüttelte leicht den Kopf als die Frau geendet hatte, aber sie sprach erst selbst wieder als Djarissa geendet hatte.
"Ich bedauere, dass ihr nicht aktiv eingreifen wollt, Aimerelle. Ich gebe zu, dass ich es nicht verstehe, aber ich akzeptiere es." Die Geweihte  war nicht gewillt, eine Diskussion darüber anzufangen, dass es eine merkwürdige Art war, wenn jemand unterstützt wurde mit Ausrüstung, aber gleichzeitig gesagt wurde, dass es gleichgültig wäre, was damit getan würde. Sie verstand diese Art von Neutralität nicht und sie war nun nicht in der Verfassung darüber zu streiten.
Stattdessen wandte sie sich an Djarissa und Dok'Hae: "Wenn ihr uns unterstützen wollt, seid ihr willkommen. Seid euch gewiss, dass auch ich euch helfen werde, wenn ihr dies wünscht." Die Frau blickte kurz zwischen Aimerelle und Dok'Hae hin und her. Fast kam es ihr vor, als hätte sie gestern bereits ein ähnliches Gespräch gehört. Doch war da Arue beteiligt gewesen.
Dann schaute sie zu Isabelle. "Ich denke, wir sollten weitergehen. Vielleicht finden wir ja noch weitere Helfer." Eretria wollte nicht darauf eingehen, dass sie mit dem Stück vielleicht noch mehr Unterstützer gefunden hatten.

Sternenblut

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #2001 am: 16.08.2012, 20:28:46 »
Isabelle nickte. Sie hatte die ganze Zeit über geschwiegen, und sah noch immer mit großen Augen in die Runde. Die Offenbarungen der letzten Minuten waren offensichtlich weit mehr gewesen als alles, mit dem sie gerechnet hatte.

"Ja... ja, wir sollten gehen. Wir haben noch einiges zu erledigen."
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Sternenblut

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #2002 am: 18.08.2012, 01:27:03 »
Isabelle führte die kleine Gruppe aus dem Zelt, nachdem man sich von Aimerelle verabschiedet hatte. "Überlegt euch das mit dem Ritual", hatte Aimerelle noch einmal zu Dok'Hae gesagt. "Wir sind darauf vorbereitet, kommt zu uns, wenn ihr soweit seid."

Draußen auf der Straße war Isabelle zunächst sehr schweigsam. "Das ist alles so... unglaublich!" platzte es dann aus ihr heraus. Im nächsten Moment legte sie sich selbst eine Hand auf den Mund. "Aber das hier ist nicht der Ort, um darüber zu reden. Erst... erst Milan. Aber dann erwarte ich noch ein paar mehr Erklärungen von euch. Okay?"
Ihre Frage war offensichtlich an Mika und Eretria gerichtet. Ihre Stimmlage und ihr ganzer Ausdruck zeigten, dass ihre Forderung von purer Neugier geprägt war, als hätte man ihr von einer spannenden Geschichte nur die erste Hälfte erzählt.

Dann kamen sie an einem großen, braunen Zelt an, das ziemlich unscheinbar wirkte. Zwei Männer standen davor, beide über zwei Meter groß, breitschultrig und mit nacktem, muskelbepacktem Oberkörper. Sie waren sich so ähnlich, dass sie vermutlich Brüder waren. Ihr Gesichtsausdruck machte aber auch klar, dass es besser war, sie nicht danach zu fragen.

Isabelle ging auf einen der beiden zu, und legte ihm freundschaftlich eine Hand auf den Unterarm. "Hallo, wir wollen zu Charol."

Der Mann sah auf sie herab, und betrachtete dann den Rest der Gruppe. Mit dunkler Stimme erklärte er: "Das Zelt ist heute ausgebucht. Private Veranstaltung."

Nur einen Moment später wurde das Zelt  geöffnet, und Vigor steckte seinen Kopf heraus. "Isabelle! Mika, Eretria! Kommt herein! Liguar, ist schon gut, sie gehören zu mir."

Dann fiel der Blick des jungen Mannes mit dem gepflegten blonden Haar auf Dok'Hae und Djarissa. Überrascht sah er sie einen Augenblick an, und sah dann wieder zu Isabelle. "Wie ich sehe, habt ihr neue Freunde mitgebracht. Neue Freunde sind gut, sie machen eine Feier interessanter."
Mit einem charmanten Lächeln, bei dem er seine perfekt weißen Zähne entblößte, strahlte er die beiden neuen in der Gruppe an, und winkte Isabelle dann heran.

Das Innere des Zeltes war gemütlicher, als man von außen vermutet hätte. Charol, der Besitzer des Zelts, der hinter einem großen Tresen genau in der Mitte des Zeltes stand, hatte einige gemütlich aussehende Sofas und Schlafliegen im Raum platziert, an einigen Ecken große Ansammlungen von Kissen drapiert und dazu überall im Raum kopfgroße Kugeln aus milchigem Glas platziert, die ein seltsam schimmerndes Licht in ihrem Inneren trugen. Sie tauchten das Zelt in eine überraschend gemütliche Atmosphäre.

Charol selbst war ein Mann von vielleicht fünfzig Jahren, klein, aber drahtig, mit einem ebenso markanten wie freundlichen Gesicht. Er lächelte die Neuankömmlinge an. "Darf ich euch etwas zu trinken anbieten? Ich mische die besten Alkoholika von ganz Handelsfest, aber wenn ihr etwas harmloseres bevorzugt, habe ich auch eine Vielzahl exotischer Fruchtsäfte anzubieten. Ansonsten gibt es noch Kuhmilch, Ziegenmilch, oder, wenn man es ganz klassisch möchte, Wasser. Letzteres kann ich allerdings durch etwas Zitronensaft auffrischen, wenn gewünscht."
« Letzte Änderung: 18.08.2012, 05:35:31 von Sternenblut »
"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus." - Alfred Hitchcock

Mika

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #2003 am: 18.08.2012, 08:37:54 »
"Ich mag euch irgendwie. Ich weiß nicht warum. Deshalb wünsche ich euch das Beste und sage im Moment einfach Danke." Sagte Mika zu Aimerelle und ging nicht weiter auf den Disput ein, den die beiden Frauen über zwei Tage hinweg führten. "Ich wünsche euch das Beste und hoffe, dass ihr Recht habt auf euren Weg. Unterstützung können Eretria und ich gebrauchen, auch später. Auf Wiedersehen." Dann verließ Mika das Zelt, denn eine Antwort gab es nicht mehr abzuwarten.

Außerhalb des Zeltes dachte Mika daran, dass einer ihrer neuen Begleiter auch etwas in sich trug, wie es angeblich Arue tat. Sie beruhigte dies aber nicht, denn sie kannte Arue und Arue war immer anständigt. Das Aussehen der beiden Helfer war da weit kurioser und Mika hatte selten Wandler ohne ähnliches aus so kurzer Distanz gesehen.
Aber das Kennenlernen, das Beschnuppern musste warten, genauso wie die Geschichte für Isabelle.

"Morgen." Grüßte Mika die beiden Schränke vor dem Zelt, in das sie Vigor gerade eingeladen hatte, und stiefelte an beiden vorbei.
Drinnen begrüßte sie dann auch Charol herzlich, auch wenn sie nicht kannte. Aber die Bardin wusste, dass auch er zu den Schaustellern gehörte und somit war er quasi ein Freund.
"Also wenn mit Alkohol, dann mit einem kleinen Schluck. Aber ansonsten lieber ohne. Wir wollen die Feier ruhig angehen, sonst ist sie schon kurz nach Mittag vorbei und das will keiner. Oder?" Fragte Mika in die Runde und grinste vergnügt, auch wenn sie wusste, dass der kleine Trupp nicht zum Spaß hierher gekommen war.
Mehr als du glaubst.

Djarrissa

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #2004 am: 18.08.2012, 12:00:43 »
Als die Gruppe das Zelt verließ, verdeckte Djarrissa ihr Äußeres wieder mit Kapuze und Mantel. Isabelles auf später verschobene Bitte nach weiterer Erklärung konnte sie gut verstehen. "Das ist auch eine gute Gelegenheit für mich, mehr über das alles hier zu lernen."

Dann verzögerte sie den Weg zum nächsten Zelt noch etwas, da sie zu einem Jungen und einem rotbraunen Maultier mit Blesse neben dem Narashizelt trat. "Danke für deine Hilfe, ich werde mit diessen Leuten und ihren Verbündeten Karak besuchen gehen. Wo werde ich dich wiederrfinden?", flüsterte sie dem Jungen zu. Dann machte sie das Tier los, führte es zum Eingang, stellte es Aimerelle vor, übergab die Zügel und verabschiedete sich. Zum Schluss holte sie noch einen zweiten Köcher mit andersgefiederten Pfeilen, einen einfachen Holzschild und ein schöngearbeitetes Seil aus den gutgefüllten Satteltaschen. So schloss sie sich der Gruppe mit einem entschuldigenden Lächeln wieder an.

Die beiden Zeltwachen betrachtete sie, wobei sie außerhalb deren Armeslänge blieb. "Sicherlich beeindruckende Exemplare für Menschen. Wenn auch nicht so eindrucksvoll wie der Narashi. Die beiden scheinen nicht nur von der gleichen Mutter, sondern auch vom gleichen Vater zu stammen." Lange hielt es die Gruppe eh nicht vor dem Zelt und sie schlüpfte, ohne sie anzusehen, an den Wachen vorbei.

Das Innere des Zeltes wirkte einladend auf Djarrissa. Sie ließ den anderen Frauen aber den Vortritt und blieb erstmal nahe am Eingang. Genauso wenig öffnete sie ihren Mantel oder nahm ihre Kapuze herunter. "Warten wir die Vorstellungsrunde ab, dann weiß ich, wie viel Vertrauen unsere Führerinnen in ihre Verbündeten setzen." Das Angebot der Getränke ließ sie bitter an ihren Bruder denken: "Verdammtes Zeug." Kurz rang sie mit sich, ob es eine Milch werden sollte, dann entschloss sie sich, die Gelegenheit für etwas Neues nicht zu verpassen: "Gerrne einen Fruchtsaft, bitte. Empfehlt eine Ssorte. Aber bitte nichts Gegorenes."
« Letzte Änderung: 12.09.2014, 21:25:53 von Djarrissa »

Sternenblut

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #2005 am: 20.08.2012, 00:36:26 »
Charol nickte glücklich, holte einige Flaschen unter seinem Tresen hervor, und begann sogleich, verschiedene Flüssigkeiten in Gläser zu mischen. Schließlich brachte er ein Glas für Mika, eines für Djarissa und eines für Isabelle. "Ich erinnere mich noch an euer Lieblingsgetränk, meine Schönste. Aufgrund der Umstände habe ich lediglich die... Stärke... ein wenig reduziert."
Lächelnd nahm Isabelle das Glas an, während Charol sich an Mika und Djarissa wandte. "Die beiden Damen haben das gleiche Getränk, nur dass unsere über Nacht berühmt gewordene Bardin hier einen kleinen Schuss Rum in ihrem Getränk hat. Ich hoffe, es mundet den Damen. Bei neuen Gästen ist es immer eine Herausforderung, den richtigen Geschmack herauszufinden."

Fragend sah er dann zu Eretria und Dok'Hae. "Und was darf ich euch anbieten?"

Vigor hatte es sich inzwischen auf einer der Liegen bequem gemacht, und sah mit einem verschmitzten Grinsen zu Isabelle. "Ich habe übrigens gute Neuigkeiten. Kennst du noch Alaric? Den Schlitzer? Er ist vor gut einer Woche endgültig an seiner Lungenentzündung gestorben. Seine rechte Hand Shamual hat die Kontrolle über seine Gruppe übernommen. Und er möchte sich einen Namen machen. Er ist daran interessiert, an Karaks Sturz beteiligt zu sein."

Isabelle sah Vigor einen Moment lang mit großen Augen an, dann drehte sie sich zu Mika und Eretria um. "Alaric war immer der größte Konkurrent Karaks. Ein Schweinehund, wie er in den Geschichten steht, aber doch etwas gnädiger als Karak. Er hat seinen Unterschlupf ganz in der Nähe von Karaks Behausung. Selbst wenn wir sie nicht mit in den Kampf nehmen: Wenn wir Zugang zu seiner Behausung bekommen, kommen wir ungehindert in die Nähe von Karaks Unterschlupf. Wenn wir sie mitnehmen, kommen wir sogar ungehindert bis an die Grenze von Karaks Revier. Allerdings müsst ihr entscheiden, ob ihr eine Gruppe brutaler Verbrecher mit in den Kampf nehmen wollt."
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Eretria

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #2006 am: 21.08.2012, 14:53:39 »
Eretria nickte als Isabelle ihren Unglauben laut kund tat, doch mehr als ein leises zustimmendes Murmeln war der Frau auf dem Weg durch Handelsfest nicht zu entlocken. Erst als sie ihr neues Ziel erreicht hatten, war die Geweihte wieder zu einem Gespräch bereit. Zu viel ging ihr durch den Kopf, als dass sie noch etwas in der Zeltstadt zu interessieren schien.
Als sie nach etwas zu trinken gefragt wurde, ließ sie sich Zeit mit ihrer Antwort. "Wein, bitte, und etwas Wasser."
Dann hörte sie die Ausführungen zu dem anderen Verbrecherboss und schüttelte kurz den Kopf als Vigor geendet hatte.
"Nein, ich werde nicht mit Verbrechern paktieren. Wenn ich mich auf dieses Niveau begebe, bin ich nicht vielmehr wert, als diejenigen, die ich zu besiegen trachte." Noch einmal schüttelte sie den Kopf und blickte dann zu Vigor. "Mir geht es um meinen Verlobten und nicht um die Vorherrschaft in einem Bandenkrieg. Wir wären nicht besser, als die die wir bekämpfen."
« Letzte Änderung: 21.08.2012, 17:02:49 von Eretria »

Djarrissa

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #2007 am: 21.08.2012, 16:48:52 »
Djarrissa sah kurz auf, als ihr das Glas gereicht wurde. Dann schnupperte sie an dessen Inhalt und nippte. Es schmeckte interessant und die Süße gefiel ihr. So nahm sie einen größeren Schluck und bereute das sofort. Die Säure war sehr unangenehm. Sie verzog ein wenig das Gesicht und dachte bei sich: "Warum wolltest du das unbedingt probieren? Du hättest dir einfach Wasser oder eine Milch geben lassen sollen. Obwohl...so schlecht ist es ja eigentlich nicht." Mit dem Glas in der behandschuhten Pfote lauschte sie dem Gespräch und konnte immer noch nicht ausmachen, wieviel Vertrauen Eretria und Mika in ihre Verbündeten setzen und ob sie ihre Natur zeigen sollte. Ein wenig begann sich auch die Tatsache, dass hier im Zelt nicht übermäßig viel Platz war, bemerkbar zu machen.

Schließlich beteiligte sie sich am Gespräch. Ihre Stimme war dabei leiser und langsamer als vorher, sie konzentrierte sich wohl, um ihren Akzent zu verdrängen: "Verehrrte Eretria. Ich möchte etwas zu bedenken geben: Wenn wir sie nicht mitnehmen, werden wir es schwerer haben, zu Karak zu gelangen. Außerdem werden unsere Risiken größer, wenn wir mit weniger Leuten kommen. Wenn sie nicht mitkommen, könnten sie unseren Angriff trotzdem als Gelegenheit für sich entdecken und sich beteiligen, da wäre es doch gut, wenn sie uns kennen. Und wenn sie dabei sind, könnte Karrak entgehen, dass unser eigentliches Ziel die Gefangenen sind, und es als Bandenkrieg abtun." Dabei leuchteten ihre gelben Augen im Halbdunkel kurz auf, bevor sie wieder zu Boden sah. "Aber ihr wisst mehr und ich beuge mich eurer Entschscheidung."
« Letzte Änderung: 12.09.2014, 21:25:58 von Djarrissa »

Eretria

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #2008 am: 21.08.2012, 17:40:25 »
Eretria schüttelte den Kopf. als Djarissa geendet hatte.
"Nein, ich weiß nicht mehr. Ich bin selber erst kurze Zeit hier und unser Ziel ist ein ganz anderes gewesen." Einen Augenblick schien die Frau nach zu denken, bevor sie fortfuhr. "Ich verstehe, dass es nützlich wäre, mit den Verbrechern zusammen zu arbeiten. Aber pure Nützlichkeit ist noch nie mein Antrieb gewesen. Vielleicht seht ihr es anders, aber für mich ist nicht nur wichtig, dass ich mein Ziel erreiche, sondern auch wie, ich es erreiche."
Die Geweihte legte die Hände zusammen und führte sie zum Himmel, um sie dann wieder zu öffnen. " Mutter Sonne und die Zwei Monde bestimmen mein Leben und Handeln. Ich kann nicht über Leichen gehen. Auch wenn es der einfachere Weg wäre."
Die blonde Frau schaute traurig zwischen ihren Gefährten hin und her. "Es tut mir Leid."
« Letzte Änderung: 21.08.2012, 17:40:42 von Eretria »

Djarrissa

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Kapitel 2: Morgensonne
« Antwort #2009 am: 22.08.2012, 05:51:11 »
Während Eretria antwortete, hob Djarrissa leicht den Kopf, um ihre Aufmerksamkeit und ihren Respekt zu zeigen. Sie legte ihn sogar ein wenig schräg. Als sie geendet hatte, wiegte sie ihn kurz hin und her, bevor sie sich verneigte. "Ich habe verstanden. Je nach Meinung der anderen werden wir wohl handeln. Meine hat weniger Gewicht als deine, Weise.", dachte sie, sprach es aber erst einmal nicht aus. Sie wartete, ob die anderen sich noch dazu äußerten oder der nächste Punkt angesprochen wurde.
« Letzte Änderung: 12.09.2014, 21:26:02 von Djarrissa »

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